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Vom wachsenden Verlagerungsdruck auf den deutschen Mittelstand über eine hitzebedingt kleinere Kartoffelernte bis zur Widerstandskraft jahrhundertealter Familienunternehmen: Der Pressespiegel zeigt, wie Kosten, Klimafolgen, globale Handelskonflikte und historische Kontinuität die Wirtschaft prägen. Ergänzt wird der Überblick durch die angespannte Lage an den Börsen und einen Polizeieinsatz an einem Umspannwerk.
Deutscher Mittelstand erwägt häufiger Produktionsverlagerungen ins Ausland
Fast jeder dritte im Ausland aktive deutsche Industriemittelständler erwägt, in den kommenden Jahren Produktion ins Ausland zu verlagern. Das berichtet fr.de unter Berufung auf den Internationalisierungsbericht der KfW, eine Befragung von 1700 Unternehmen im Januar, darunter rund 600 Mittelständler mit Auslandsgeschäft.
Acht Prozent der auslandsaktiven Industrieunternehmen haben innerhalb der vergangenen fünf Jahre bereits Teile ihrer Fertigung ins Ausland verschoben. Weitere 29 Prozent planen dies für die kommenden fünf Jahre. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher bezeichnete die Entwicklung als Warnzeichen für den Standort Deutschland.
Als Belastungen werden die demografische Entwicklung, hohe Energiekosten, der Konkurrenzdruck aus China sowie die Zollpolitik der US-Regierung genannt. Hinzu kommt nach Einschätzung der KfW, dass Deutschland als Unternehmensstandort an Attraktivität verloren hat.
Seit 2022 kommen die Auslandsumsätze des Mittelstands kaum noch voran. Während zusätzliche Impulse vor allem aus Europa stammen, gewinnen chinesische Wettbewerber auf dem Weltmarkt Marktanteile und hohe US-Zölle erschweren das Geschäft in den Vereinigten Staaten.
Für die kommenden vier Jahre rechnen 30 Prozent der befragten auslandsaktiven Unternehmen mit rückläufigen Auslandsumsätzen. Lediglich 24 Prozent erwarten steigende Erlöse. Zugleich wollen 19 Prozent der auslandsaktiven Mittelständler ihre Exporte verstärkt auf den EU-Binnenmarkt ausrichten oder haben entsprechende Schritte bereits eingeleitet; im Industriesektor liegt dieser Anteil bei 24 Prozent.
„Wenn auch nur die Hälfte dieser Unternehmen ihre Pläne realisiert, würden wir zukünftig eine deutlich stärkere Verlagerung sehen als in der Vergangenheit. Dies ist ganz klar ein Warnzeichen“, sagte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW.
Kurzfristig hellten sich im August die Exporterwartungen deutlich auf. Die Ausfuhren legten im zweiten Quartal überraschend kräftig zu und stützten damit das deutsche Wirtschaftswachstum. Schumacher warnt laut fr.de jedoch davor, daraus eine grundlegende Trendwende abzuleiten, weil Demografie, Energiekosten, China und US-Zölle die mittel- und langfristigen Aussichten weiterhin belasteten.
- 8 Prozent haben Teile ihrer Fertigung innerhalb der vergangenen fünf Jahre ins Ausland verlagert.
- 29 Prozent planen eine Verlagerung in den kommenden fünf Jahren.
- 30 Prozent erwarten in den kommenden vier Jahren rückläufige Auslandsumsätze.
- 24 Prozent rechnen mit steigenden Erlösen.
- 24 Prozent der Industrieunternehmen wollen Exporte verstärkt auf den EU-Binnenmarkt ausrichten oder haben dies bereits eingeleitet.
Zusammenfassung: Die KfW-Analyse beschreibt wachsenden Verlagerungsdruck auf den deutschen Industriemittelstand. Europa gewinnt als näherer und verlässlicherer Absatzraum an Bedeutung, während globale Handelskonflikte, Kostenbelastungen und geopolitische Risiken die Standortentscheidungen beeinflussen.
Kartoffelernte in Sachsen fällt 2026 kleiner aus
Die Kartoffelernte 2026 in Sachsen fällt nach Angaben von SZ.de deutlich schmaler aus als im Vorjahr. Die Hitze im Sommer habe den Pflanzen zugesetzt, erklärte Ariane Weiß, Geschäftsführerin des sächsischen Kartoffelverbandes.
Bei Temperaturen über 30 Grad wächst die Kartoffelpflanze laut Weiß nicht weiter. Kommen mehrere Hitzewellen zusammen, kann die Pflanze absterben. Dadurch fehlen vor allem die dicken Knollen, was insbesondere Pommes-Fabriken vor Probleme stellen könnte.
Die in Sachsen geernteten Kartoffeln werden jedoch meist frisch verpackt verkauft oder zu Kartoffelsalat, Gratin und Klößen verarbeitet. Für diese Verwendung bescheinigte Weiß der diesjährigen Ernte eine schöne Qualität.
Das Gros der Kartoffeln wird in Sachsen von Mitte August bis Anfang Oktober geerntet. Die Haupternte verzögerte sich zunächst, weil der Boden zu stark ausgetrocknet war. Inzwischen sei sie in vollem Gange.
Der Verband rechnet mit einer unterdurchschnittlichen Ernte. Zusätzlich ist die Anbaufläche zurückgegangen: 2025 wurden in Sachsen noch etwa 5.600 Hektar mit Kartoffeln bebaut, 2026 sind es laut Landesamt für Statistik nur noch 4.700 Hektar. Das entspricht einem Minus von mehr als 16 Prozent.
Im Vorjahr war die Ernte besonders groß. Mehr als 46,3 Tonnen wurden im Schnitt pro Hektar geerntet. Seit der Wiedervereinigung wurde dieser Wert laut der Zeitreihe der Statistiker nur 2014 mit knapp 48,9 Tonnen übertroffen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Anbaufläche 2025 | etwa 5.600 Hektar |
| Anbaufläche 2026 | 4.700 Hektar |
| Rückgang der Anbaufläche | mehr als 16 Prozent |
| Durchschnittlicher Ertrag im Vorjahr | mehr als 46,3 Tonnen pro Hektar |
| Höchster Wert seit der Wiedervereinigung | knapp 48,9 Tonnen im Jahr 2014 |
| Erzeugerpreis Ende August | 31,50 Euro für 100 Kilogramm |
Die geringere Ernte wirkt sich laut SZ.de auf den Markt aus. Ende August zahlten Handel und Verarbeiter den Bauern 31,50 Euro für 100 Kilogramm. Üblicherweise sinken die Preise mit dem Fortschritt der Ernte, doch die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft stellte fest, dass die Kartoffelpreise in Deutschland kaum noch zurückgehen.
Als Grund wird das starke Ertragsgefälle zwischen Nord und Süd genannt. Wegen der schlechten Ernte im Süden werden verstärkt Kartoffeln im Norden nachgefragt. Ob sich der höhere Erzeugerpreis auch auf die Preise im Supermarkt auswirkt, könne nicht abgeschätzt werden, erklärte Weiß. Der Preis der Bauern mache nur einen kleineren Teil des Ladenpreises aus; weitere Anteile entfielen auf Abpacker, Transport, Handel und Mehrwertsteuer.
Zusammenfassung: Hitze, Trockenheit und eine kleinere Anbaufläche drücken die sächsische Kartoffelernte 2026. Der Erzeugerpreis lag Ende August bei 31,50 Euro für 100 Kilogramm, während die Auswirkungen auf die Preise im Handel laut Quelle offenbleiben.
Deutsche Familienunternehmen überstehen Jahrhunderte
Eine neue Liste der Stiftung Familienunternehmen zeigt laut FAZ die 50 ältesten deutschen Betriebe, die sich durchgehend in Familienhand befinden. Das älteste genannte Familienunternehmen ist The Coatinc Company mit Sitz in Kreuztal bei Siegen.
Das Unternehmen wurde 1502 als Stahlschmiedebetrieb gegründet und befindet sich mittlerweile in der 17. Generation in Familienbesitz. Heute verzinkt und beschichtet es Metall, etwa Stahlträger für Leitplanken an der Autobahn oder Balkongeländer.
Auf der Liste stehen sowohl bekannte Großunternehmen als auch kleinere Betriebe. Dazu gehören das Darmstädter Chemie- und Pharmaunternehmen Merck, gegründet 1668, die Duisburger Familienholding Haniel und die 1753 gegründete Brauereigruppe Warsteiner.
Auch Villeroy & Boch, der Hersteller Prym, die Privatbank Metzler, die Fürstlich Castell’sche Bank und Faber-Castell werden genannt. Prym wurde 1530 gegründet und trug laut FAZ mit technischen Entwicklungen zur Massenproduktion rostfreier Druckknöpfe bei. Faber-Castell blickt auf eine 250-jährige Geschichte zurück und begann mit einer Bleistiftwerkstatt in Stein bei Nürnberg.
Als ein möglicher Schlüssel für die Langlebigkeit wird die Verbindung von Tradition und Veränderung beschrieben. Stefan Heidbreder, Geschäftsführer der Stiftung Familienunternehmen, bezeichnete die Familie als Stabilitätsanker und verwies darauf, dass sich die Unternehmen über Jahrhunderte immer wieder neu erfunden hätten.
„Über Jahrhunderte haben sich diese Unternehmen immer neu erfunden, mit der Familie als Stabilitätsanker und Fels in der Brandung“, sagte Stefan Heidbreder von der Stiftung Familienunternehmen.
Regional sind die ältesten Familienunternehmen ungleich verteilt. Die meisten befinden sich in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg. Im Osten findet sich kein einziges der 50 ältesten Familienunternehmen, die durchgängig in Familienbesitz sind.
Als Ursache nennt die FAZ die Enteignungen während der sowjetischen Besatzung und später in der DDR-Zeit. Nach dem Krieg wurden Tausende Familienunternehmen demontiert oder enteignet. 1972 wurden auch die letzten verbliebenen mittelständischen Unternehmen in der DDR in Volkseigene Betriebe umgewandelt oder bestehenden Kombinaten einverleibt.
Nach dem Mauerfall 1989 wurden einige enteignete Betriebe an die Erben der früheren Eigentümer zurückübertragen. Nur wenige Reprivatisierungen verliefen jedoch reibungslos. Als Beispiele für erfolgreiche Entwicklungen nennt die Quelle die Klavierfabrik Blüthner in Leipzig und den Orgelbauer Hermann Eule in Bautzen.
- The Coatinc Company: gegründet 1502, heute in der 17. Generation in Familienbesitz.
- Prym: gegründet 1530.
- Merck: gegründet 1668.
- Warsteiner: gegründet 1753.
- Faber-Castell: 250-jährige Geschichte.
- Die Liste umfasst 50 der ältesten deutschen Familienunternehmen in durchgehendem Familienbesitz.
Zusammenfassung: Die von der Stiftung Familienunternehmen erfassten Betriebe verbinden langfristige Eigentümerkontinuität mit Anpassung an neue Märkte und Technologien. Die regionale Verteilung der ältesten Unternehmen spiegelt zugleich die Folgen von Enteignungen und Umbrüchen in Ostdeutschland wider.
Schulden und langfristige Zinsen setzen Börsen unter Druck
Die USA haben laut n-tv.de die Schuldenmarke von 40 Billionen Dollar überschritten. Gleichzeitig steigen die langfristigen Zinsen weiter, wodurch sich nach Einschätzung der Quelle eine zunehmend gefährliche Mischung für die Börsen ergibt.
Im Mittelpunkt steht die Frage, ob zusätzlicher Druck auf die Märkte ausgerechnet im September entstehen könnte. Der Monat gilt laut n-tv.de als schwächster Börsenmonat. Raimund Brichta diskutierte die Risiken und mögliche Strategien für die kommenden Monate mit Dirk Heß von nxtAssets und Daniel Saurenz von Feingold Research.
Der Beitrag stellt die hohe Verschuldung, steigende langfristige Zinsen und die saisonale Börsenentwicklung im September in einen gemeinsamen Zusammenhang. Anleger müssen demnach sowohl die Belastung durch höhere Finanzierungskosten als auch mögliche Reaktionen der Finanzmärkte berücksichtigen.
Zusammenfassung: n-tv.de beschreibt eine angespannte Ausgangslage an den Börsen: Die US-Schulden haben 40 Billionen Dollar erreicht, während langfristige Zinsen steigen. Im Fokus stehen mögliche zusätzliche Marktbelastungen im September sowie Strategien für die kommenden Monate.
Polizei untersucht Umspannwerk in Osnabrück
Die Polizei hat laut SZ.de das Gelände eines Umspannwerks in Osnabrück untersucht. Ein verdächtiger Gegenstand stellte sich als „harmloses Zugrohr“ heraus; nach Angaben der Polizei bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für die Bevölkerung.
Mitarbeiter einer Baufirma hatten am Vormittag einen beschädigten Zaun auf dem Gelände entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert. Die Beamten durchsuchten das Umspannwerk mit einem Hubschrauber, Diensthunden und einer Drohne.
Das Gelände sei verlassen gewesen, teilte die Polizei mit. Dennoch prüfen die Ermittler, ob eine Straftat vorliegt.
Der Vorfall reiht sich laut SZ.de in eine Serie von Alarmen an Umspannwerken in Deutschland ein. Seit Wochenbeginn gab es demnach wiederholt Hinweise auf tatsächliche oder vermutete Sabotageversuche. In Niedersachsen hatte zuletzt ein offener Schaltschrank auf dem Gelände eines Umspannwerks in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg einen Großeinsatz ausgelöst.
Zusammenfassung: Der verdächtige Gegenstand in Osnabrück war ein harmloses Zugrohr. Wegen eines beschädigten Zauns durchsuchte die Polizei das Gelände dennoch umfassend und prüft weiterhin, ob eine Straftat vorliegt.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung ist wirtschaftspolitisch besonders relevant, weil sie auf einen schleichenden Verlust industrieller Wettbewerbsfähigkeit hindeutet. Kurzfristige Exporterfolge können die strukturellen Probleme nicht überdecken. Entscheidend wird sein, ob Deutschland Energie, Bürokratie, Fachkräftemangel und internationale Handelsrisiken so adressiert, dass Investitionen wieder stärker am heimischen Standort stattfinden.
Kernaussage: Produktionsverlagerungen wären nicht nur eine unternehmerische Standortentscheidung, sondern ein Warnsignal für die industrielle Substanz Deutschlands.
Einschätzung der Redaktion
Die kleinere Kartoffelernte zeigt, wie unmittelbar Wetterextreme und sinkende Anbauflächen auf die Lebensmittelversorgung wirken können. Auch wenn daraus nicht automatisch deutlich höhere Verbraucherpreise entstehen, nimmt der Druck auf regionale Erzeuger und die Versorgungssicherheit zu. Landwirtschaftliche Anpassung und eine verlässlichere Flächennutzung gewinnen damit an Bedeutung.
Kernaussage: Die Ernteentwicklung macht die wachsende Verwundbarkeit regionaler Agrarmärkte durch Hitze und Trockenheit sichtbar.
Einschätzung der Redaktion
Die Langlebigkeit dieser Unternehmen belegt, dass Tradition allein kein Erfolgsrezept ist. Entscheidend ist die Fähigkeit, Eigentumskontinuität mit technologischer und strategischer Erneuerung zu verbinden. Zugleich verdeutlicht die regionale Lücke, dass politische Brüche langfristige wirtschaftliche Strukturen über Generationen hinweg zerstören können.
Kernaussage: Dauerhafter Unternehmenserfolg entsteht aus Stabilität plus Veränderungsbereitschaft, nicht aus Bewahrung um jeden Preis.
Einschätzung der Redaktion
Die Kombination aus hoher Verschuldung und steigenden langfristigen Zinsen ist für die Märkte relevanter als kurzfristige saisonale Schwankungen. Sie erhöht den Bewertungsdruck auf Aktien und begrenzt den finanziellen Spielraum von Staaten und Unternehmen. Anleger sollten daher stärker mit erhöhter Volatilität und einer kritischeren Bewertung von Risiken rechnen.
Kernaussage: Nicht der einzelne Börsenmonat, sondern der anhaltende Zins- und Schuldendruck ist der zentrale Belastungsfaktor.
Einschätzung der Redaktion
Auch ein letztlich harmloser Gegenstand zeigt, wie sensibel die Sicherheitslage an kritischer Energieinfrastruktur geworden ist. Die schnelle und umfassende Reaktion ist angesichts möglicher Sabotagerisiken angemessen, darf aber nicht zu einer dauerhaften Überinterpretation unklarer Hinweise führen. Wichtig sind deshalb belastbare Schutzkonzepte, klare Ermittlungsstandards und eine sachliche Kommunikation.
Kernaussage: Der Vorfall war folgenlos, unterstreicht aber die wachsende sicherheitspolitische Bedeutung von Umspannwerken.
Quellen:
- War es eine Straftat? - Schon wieder ein Umspannwerk - Großeinsatz in Osnabrück - Wirtschaft - SZ.de
- „Mittelstand kann leider weg“: Immer mehr Firmen denken über Abzug aus Deutschland nach
- Frisch vom Feld - Kartoffelernte läuft: weniger Ertrag, höhere Preise - Wirtschaft - SZ.de
- Seit Jahrhunderten: Diese deutschen Unternehmen sind wahre Überlebenskünstler
- "Druck auf dem Kessel": Schulden, Zinsen, September - wird es jetzt brenzlig?
- Sperrung - A7 in Hamburg Richtung Süden gesperrt - Wirtschaft - SZ.de



















