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Deutschlands Wirtschaft steht zwischen vorsichtigem Aufbruch und wachsendem Standortdruck: Während neue Investitionen, Gründungen und Exportmärkte Hoffnung machen, verschärfen Insolvenzen, Produktionsverlagerungen, Fachkräftemangel und hybride Bedrohungen die Risiken. Der Pressespiegel zeigt, wie eng Strukturwandel, regionale Krisen und Deutschlands internationale Wettbewerbsfähigkeit inzwischen miteinander verbunden sind.
Deutschlands Wirtschaft zwischen Strukturwandel, Standortdruck und neuen Risiken
Strukturwandel kommt voran, trotz Stellenabbau und Insolvenzen
Die FAZ beschreibt einen deutschen Strukturwandel, der besser vorankommt als vielfach angenommen. Zwar streicht Volkswagen weitere 50.000 Stellen, und Allianz Trade registrierte im ersten Halbjahr 33 Insolvenzen größerer Firmen, drei mehr als im Vorjahr. Besonders betroffen war erneut die Automobilbranche.
Gleichzeitig korrigierte das Statistische Bundesamt die Wachstumszahlen für das zweite Quartal auf plus 0,3 Prozent. Die Wirtschaftsinstitute hoben daraufhin ihre Prognose für das Gesamtjahr auf 1,2 bis 1,4 Prozent an. Nach drei Jahren Rezession und Stagnation deutet dies auf ein kleines, aber wieder positives Wachstum hin.
Die FAZ verweist außerdem auf gestiegene Exporte, neue Investitionen, mehr Geld für deutsche Start-ups und eine zunehmende berufliche Mobilität. Nach Angaben des IAB nahm die Zahl der Menschen, die innerhalb eines Jahres ihren Beruf wechseln, zwischen 2013 und 2024 um 13 Prozent zu. Diese Wechsel erfolgen entweder freiwillig in stärker nachgefragte und besser bezahlte Berufe oder unfreiwillig infolge von Jobverlusten.
Auch die Gründungs- und Finanzierungslage wird als positives Signal dargestellt. Nach Angaben des Startup-Verbands entstanden 2025 insgesamt 3568 neue Firmen, ein Plus von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr und mehr als im bisherigen Rekordjahr 2021. Bis Juli wurden laut Pitchbook gut neun Milliarden Euro an Risikokapital eingesammelt.
Die Exportmärkte verschieben sich ebenfalls. Der Ost-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft meldete ein Exportwachstum von 7,4 Prozent nach Mittel- und Osteuropa, insbesondere nach Polen und Tschechien. Zudem lagen die ausländischen Investitionen in Deutschland 2025 laut Institut der deutschen Wirtschaft um die Hälfte höher als im Jahr zuvor und damit noch um zehn Prozent über dem Durchschnitt des vorausgegangenen Jahrzehnts.
| Wachstum im zweiten Quartal | plus 0,3 Prozent |
| Prognose für das Gesamtjahr | 1,2 bis 1,4 Prozent |
| Berufliche Mobilität 2013 bis 2024 | plus 13 Prozent |
| Neue Firmen 2025 | 3568 |
| Exportwachstum nach Mittel- und Osteuropa | 7,4 Prozent |
Infobox: Die FAZ sieht Deutschland bereits mitten im Strukturwandel. Rückgänge in der Automobilindustrie stehen dabei neuen Exportmärkten, mehr Unternehmensgründungen, höheren Investitionen und wachsender beruflicher Mobilität gegenüber.
ROKU Mechanik stellt Betrieb zum Jahresende 2026 ein
Der Autozulieferer ROKU Mechanik aus Unterschneidheim stellt seinen Geschäftsbetrieb zum Jahresende 2026 vollständig ein. Wie T-Online berichtet, verlieren rund 145 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze. Die Ausproduktion hat bereits begonnen, laufende Aufträge sollen noch abgearbeitet werden.
Das Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung war am 1. Februar 2026 vom Amtsgericht Aalen eröffnet worden. Als Gründe für die wirtschaftliche Schieflage nannte das Unternehmen rückläufige Aufträge aus der Automobilindustrie und gestiegene Energiekosten.
Die Suche nach einem Investor blieb erfolglos. Nach Angaben des Generalbevollmächtigten Martin Mucha stand das Unternehmen mit mehreren Interessenten in intensiven Gesprächen und zweimal kurz vor einem Abschluss. Ausschlaggebend für die Absagen sei jedoch die schwierige Auftragslage gewesen, die sowohl den Automotive- als auch den Non-Automotive-Bereich erfasst habe.
Zur Abfederung der Folgen soll eine Transfergesellschaft eingerichtet werden. Die Beschäftigten können nach Abschluss der Ausproduktion voraussichtlich Anfang 2027 für sechs Monate dorthin wechseln. Finanziert wird die Transfergesellschaft nach Angaben des Unternehmens von den Kunden von ROKU.
ROKU Mechanik ist auf Zerspanungstechnik spezialisiert und fertigt Dreh- und Frästeile sowie Baugruppen, unter anderem für Kunden aus der Automobilindustrie. Noch 2019 investierte das Unternehmen rund 25 Millionen Euro in eine zusätzliche Fertigungsstätte. Danach belasteten die Corona-Pandemie, die Energiekrise und die schwache Nachfrage der Automobilbranche das Unternehmen.
| Einstellung des Geschäftsbetriebs | zum Jahresende 2026 |
| Betroffene Beschäftigte | rund 145 |
| Eröffnung des Insolvenzverfahrens | 1. Februar 2026 |
| Beschäftigte zur Verfahrenseröffnung | rund 190 |
| Voraussichtlicher Wechsel in die Transfergesellschaft | Anfang 2027 |
| Dauer der Transfergesellschaft | sechs Monate |
Infobox: Die Investorensuche für ROKU Mechanik scheiterte trotz zweier beinahe abgeschlossener Gespräche. Der Betrieb wird Ende 2026 eingestellt; für die Beschäftigten ist ab Anfang 2027 eine sechsmonatige Transfergesellschaft vorgesehen.
Fast jeder dritte industrielle Mittelständler plant Verlagerung ins Ausland
Nach den Konzernen geraten nun auch kleinere Industriebetriebe mit ihren Produktionsstandorten in Deutschland unter Druck. WELT berichtet unter Berufung auf den Internationalisierungsbericht der KfW, dass nahezu jeder dritte industrielle Mittelständler in den kommenden fünf Jahren eine Verlagerung ins Ausland plant.
Grundlage der Untersuchung sind Antworten von 1700 Unternehmen auf eine Umfrage im Januar. Darunter befanden sich rund 600 Unternehmen, die bereits im Ausland aktiv sind. Von diesen international tätigen Mittelständlern haben im Industriesektor acht Prozent in den vergangenen fünf Jahren Teile ihrer Produktion ins Ausland verlagert. Weitere 29 Prozent planen eine solche Verlagerung für die kommenden fünf Jahre.
KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher bezeichnete die Entwicklung als Warnzeichen. Selbst wenn nur die Hälfte der Unternehmen ihre Pläne umsetze, wäre künftig eine deutlich stärkere Verlagerung zu erwarten als in der Vergangenheit. Als Ursachen gelten unter anderem ein an Attraktivität verlierender Standort sowie die geopolitischen Verschiebungen.
Die deutschen Mittelständler leiden laut WELT besonders unter der chinesischen Wirtschaftspolitik und dem Abschottungskurs der Trump-Regierung. Chinesische Wettbewerber gewinnen demnach zunehmend Weltmarktanteile, während hohe Zölle das Geschäft in den USA erschweren. Seit 2022 stagnieren die Auslandsumsätze des Mittelstands; Wachstum kommt nur noch aus dem europäischen Markt.
Auf den EU-Binnenmarkt wollen sich 19 Prozent der Unternehmen stärker ausrichten oder haben dies bereits getan. Bei den Industriebetrieben liegt dieser Anteil bei 24 Prozent. Gleichzeitig rechnet fast ein Drittel der im Ausland aktiven Unternehmen mit sinkenden Umsätzen in den kommenden vier Jahren, während 24 Prozent Zuwächse erwarten.
- acht Prozent der international aktiven industriellen Mittelständler verlagerten in den vergangenen fünf Jahren Produktion ins Ausland.
- 29 Prozent planen eine Verlagerung in den kommenden fünf Jahren.
- 19 Prozent wollen ihre Exporte stärker auf den EU-Binnenmarkt ausrichten oder haben dies bereits getan.
- Bei den Industriebetrieben liegt dieser Anteil bei 24 Prozent.
- 30 Prozent erwarten sinkende Umsätze in den kommenden vier Jahren.
- 24 Prozent rechnen mit Umsatzsteigerungen.
Infobox: Die KfW-Untersuchung zeigt eine zunehmende Verlagerungsbereitschaft im industriellen Mittelstand. Europa gilt als wichtigster Wachstumsmarkt, während China, US-Zölle, Energiekosten und Demografie die mittel- und langfristigen Aussichten belasten.
Sachsen-Anhalt: Wirtschaftliche Probleme verstärken politischen Druck
Euractiv.com ordnet die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt vor dem Hintergrund tiefgreifender wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen ein. Die AfD lag laut dem Bericht in den Umfragen bei rund 42 Prozent und damit fast doppelt so hoch wie die zweitplatzierten Christdemokraten.
Sachsen-Anhalt wurde von der OECD als das am wenigsten wohlhabende, am wenigsten gesunde und am wenigsten bürgerlich engagierte der sechzehn deutschen Bundesländer eingestuft. Die Arbeitslosenquote liegt bei 8,2 Prozent und damit fast ein Drittel über dem Bundesdurchschnitt. Zugleich ging die Wirtschaftsleistung des Landes im vergangenen Jahr um 0,2 Prozent zurück, während das deutsche BIP um 0,2 Prozent wuchs.
Als strukturelle Belastungen nennt Euractiv.com geringe Investitionen, eine hohe Schuldenlast, Massenabwanderung und eine rasch alternde Bevölkerung. Die Ratingagentur Scope erwartet, dass Sachsen-Anhalt bis 2030 wegen ungünstiger demografischer Entwicklungen voraussichtlich um etwa 0,2 Prozent pro Jahr wachsen wird. Das wäre weniger als ein Drittel der für Deutschland prognostizierten jährlichen Wachstumsrate.
Der Bericht warnt jedoch davor, den Aufstieg der AfD ausschließlich wirtschaftlich zu erklären. Wirtschaftliche Sorgen, kulturelle Konflikte, Migration, die Verbundenheit vieler Ostdeutscher mit Russland und die unterschiedliche wirtschaftliche Entwicklung zwischen Ost und West wirkten zusammen. Viele Menschen fühlten sich zurückgelassen; dieses Gefühl sei zugleich kultureller, politischer und wirtschaftlicher Natur.
„Es gibt keinen Zauberstab, den man schwingen kann“, sagte Linn Selle vom Europa-Zentrum bei der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik laut Euractiv.com.
Ein möglicher AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt hätte nach Darstellung des Berichts eine politische Bedeutung, würde die wirtschaftlichen Probleme des Landes aber nicht automatisch lösen. Sachsen-Anhalt hat 2,1 Millionen Einwohner und damit 2,5 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Die größte Stadt Magdeburg hat 250.000 Einwohner.
Infobox: Euractiv.com verbindet die politische Entwicklung in Sachsen-Anhalt mit wirtschaftlicher Schwäche, demografischem Wandel und regionalen Ungleichheiten. Wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle, erklären die politische Verschiebung aber nicht allein.
Sachsen-Anhalts Wirtschaftsleistung liegt wieder auf dem Niveau von 2013
Die WirtschaftsWoche schildert die wirtschaftliche Lage Sachsen-Anhalts anhand zentraler Kennzahlen. Die Wirtschaftsleistung des Landes ist demnach drei Jahre in Folge geschrumpft und liegt inzwischen wieder auf dem Niveau von 2013.
Im Jahr 2025 erwirtschaftete Sachsen-Anhalt rechnerisch 38.452 Euro je Einwohner. Das war weniger als in jedem anderen Bundesland und rund 28 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt. Insgesamt trägt das Land rund 1,8 Prozent zur deutschen Wirtschaftsleistung bei.
Auch im zweiten Quartal 2026 berichteten Unternehmen von schwacher Nachfrage, hohen Energie- und Arbeitskosten, Bürokratie und politischer Unsicherheit. Diese Faktoren beeinträchtigen insbesondere die Investitionsbereitschaft. Laut der IHK Halle-Dessau handelt es sich mehrheitlich um strukturelle Probleme des Standorts.
Zwei Drittel der Wertschöpfung entstehen im Dienstleistungssektor. Gut 30 Prozent entfallen allein auf öffentliche und sonstige Dienstleistungen, Bildung und Gesundheit. Das produzierende Gewerbe steuert fast ein Viertel bei, während der Bau rund sieben Prozent und die Landwirtschaft knapp drei Prozent ausmachen.
Besonders unter Druck steht das Chemiedreieck zwischen Leuna, Schkopau und Bitterfeld-Wolfen. Chemie, Mineralölverarbeitung und Ernährungswirtschaft stehen zusammen für knapp die Hälfte der Industrieproduktion. Die energieintensive Chemieindustrie benötigt Gas nicht nur als Energieträger, sondern auch als Rohstoff. Hohe Energiekosten können laut IHK den Produktivitätsvorsprung moderner Anlagen schnell aufzehren.
Gleichzeitig fehlt es dem Land an Arbeitskräften. Im August betrug die Arbeitslosenquote 8,2 Prozent, bundesweit waren es 6,5 Prozent. Viele Arbeitslose verfügen jedoch nicht über die Qualifikationen für die offenen Stellen, während in ländlichen Regionen teilweise bereits zahlenmäßig Bewerber fehlen.
Bis 2040 könnte die Zahl der Menschen im Erwerbsalter laut einer Prognose des Statistischen Landesamts um 272.000 sinken. Bei unveränderter Erwerbsbeteiligung stünden dem Land damit rund ein Fünftel weniger Arbeitskräfte zur Verfügung als 2024. Zwischen 2021 und 2025 sank die Zahl der deutschen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um rund 36.000, während 25.600 ausländische Beschäftigte hinzukamen.
| Wirtschaftsleistung je Einwohner 2025 | 38.452 Euro |
| Anteil an der deutschen Wirtschaftsleistung | rund 1,8 Prozent |
| Arbeitslosenquote Sachsen-Anhalt im August | 8,2 Prozent |
| Arbeitslosenquote bundesweit im August | 6,5 Prozent |
| Rückgang der Menschen im Erwerbsalter bis 2040 | 272.000 |
| Rückgang deutscher sozialversicherungspflichtig Beschäftigter 2021 bis 2025 | rund 36.000 |
| Zunahme ausländischer sozialversicherungspflichtig Beschäftigter 2021 bis 2025 | 25.600 |
| Installierte Wind- und Solarleistung je Einwohner | rund 2,7 Kilowatt |
Chancen sieht die WirtschaftsWoche bei den erneuerbaren Energien. Mit rund 2,7 Kilowatt Wind- und Solarleistung je Einwohner gehört Sachsen-Anhalt bundesweit zu den Spitzenreitern. Im Energiepark Bad Lauchstädt wird die gesamte Wasserstoffkette im industriellen Maßstab erprobt: Windstrom wird in grünen Wasserstoff umgewandelt, aufbereitet und über eine umgerüstete Pipeline zur TotalEnergies-Raffinerie in Leuna transportiert. Noch in diesem Jahr soll die reguläre Produktion anlaufen.
Infobox: Sachsen-Anhalts Wirtschaft leidet unter sinkender Wirtschaftsleistung, hohen Kosten und einem wachsenden Fachkräftemangel. Erneuerbare Energien und Wasserstoff gelten als Chancen, reichen allein aber nicht aus; erforderlich seien laut IHK Wettbewerbsfähigkeit, Planbarkeit und Tempo.
Unternehmen zunehmend von hybriden Bedrohungen betroffen
Deutschlands Wirtschaft ist nach Angaben des WEB.DE-Berichts verwundbarer gegenüber Angriffen aus dem Ausland geworden. Jedes fünfte Unternehmen spürt demnach Auswirkungen sogenannter hybrider Bedrohungen, darunter Cyberangriffe, Desinformation, Spionage und Sabotage.
Die Angaben beruhen auf einer Befragung des Instituts der deutschen Wirtschaft unter 1.041 Unternehmen. Besonders große Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nehmen die Bedrohung wahr. Nach Branchen sehen Unternehmen aus Information und Kommunikation die größten Risiken, gefolgt von Energie- und Wasserversorgung sowie Entsorgung.
Die Folgen reichen von verbessertem Werkschutz bis zu Einschränkungen im operativen Geschäft. Hybride Angriffe verbinden militärische, wirtschaftliche, geheimdienstliche und propagandistische Mittel. Dazu zählen auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, die etwa vor Wahlen die öffentliche Meinung beeinflussen sollen.
Viele Unternehmen haben laut IW ihre Investitionen in IT-Sicherheit und digitale Infrastruktur erhöht. Nur ein kleiner Teil habe jedoch die Energieversorgung besser abgesichert oder Notfallpläne für den Ausfall kritischer Infrastruktur erstellt. Zudem fehle es an Austausch mit den Sicherheitsbehörden, an wirksamem Werkschutz und an klaren Abstimmungswegen.
„Dies erfordert eine neue Abwehrbereitschaft“, folgern die Wirtschaftsforscher des IW laut WEB.DE.
Siemens-Energy-Chef Christian Bruch forderte nach Angaben des Berichts einen zivilen Operationsplan für Krisenfälle. Dieser solle unter anderem dem Schutz der Strom- und Wasserinfrastruktur sowie der Versorgung mit Lebensmitteln dienen.
Das IW warnt vor erheblichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft. Angriffe verursachten Kosten, erhöhten die Unsicherheit und könnten Produktionsausfälle auslösen. Die unzureichende Vorbereitung habe eine destabilisierende Wirkung auf die Funktionsfähigkeit von Wirtschaft und Gesellschaft.
| Befragte Unternehmen | 1.041 |
| Unternehmen mit Auswirkungen hybrider Bedrohungen | jedes fünfte Unternehmen |
| Besonders betroffene Unternehmensgröße | mehr als 250 Beschäftigte |
| Zeitraum des deutlichen Anstiegs der Bedrohungslage laut Christian Bruch | über die letzten 12 bis 18 Monate |
Infobox: Jedes fünfte befragte Unternehmen berichtet von Auswirkungen hybrider Bedrohungen. Während IT-Sicherheit und digitale Infrastruktur häufiger gestärkt werden, bestehen laut IW Lücken bei Energieversorgung, Notfallplanung, Werkschutz und der Zusammenarbeit mit Sicherheitsbehörden.
Einschätzung der Redaktion
Deutschlands Strukturwandel ist real, aber keineswegs stabil. Neue Gründungen, Investitionen und Exportmärkte zeigen Anpassungsfähigkeit; zugleich belegen Insolvenzen, geplante Verlagerungen und der industrielle Stellenabbau, dass die Erneuerung mit erheblichen sozialen und regionalen Kosten verbunden ist.
Besonders kritisch ist die Verbindung aus Standortkosten, Fachkräftemangel, geopolitischen Risiken und unzureichender Krisenvorsorge. Sachsen-Anhalt steht dabei exemplarisch für Regionen, in denen wirtschaftliche Schwäche, demografischer Rückgang und politische Entfremdung einander verstärken. Wachstum allein wird diese Entwicklung nicht umkehren.
Entscheidend sind daher verlässliche Energiepreise, schnellere Genehmigungen, bessere Qualifizierung und eine widerstandsfähige Infrastruktur. Gelingt dies nicht, droht aus dem Strukturwandel eine dauerhafte Erosion industrieller Wertschöpfung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts zu werden.
Kernaussage: Deutschland verfügt über substanzielle Erneuerungskräfte, verliert aber Zeit. Die wirtschaftliche Stabilisierung hängt davon ab, ob Standortprobleme und Sicherheitsrisiken schneller gelöst werden als Unternehmen und Fachkräfte ausweichen.
Quellen:
- Deutschlands Strukturwandel gelingt besser als gedacht
- Investorensuche zweimal knapp gescheitert: Autozulieferer ROKU gibt auf – 145 Jobs weg
- Verlagerungen: Immer mehr deutsche Mittelständler wollen ins Ausland
- Es geht (nicht) um die Wirtschaft, Dummkopf!
- Landtagswahl: Diese Grafiken zeigen, wie es um die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt steht
- Wie verwundbar ist Deutschlands Wirtschaft gegenüber Angriffen aus dem Ausland?



















