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Börsen im Höhenflug, Milliarden-Übernahmen und wachsender Kostendruck: Der aktuelle Pressespiegel zeigt, welche Entscheidungen die Wirtschaft bewegen – von Teslas Robotaxi-Plänen und Ubers Delivery-Hero-Offerte bis zu Stellenabbau, Staatsinterventionen und neuen Konflikten im KI- und Pharmageschäft.
Pressespiegel Wirtschaft: Börsen, Übernahmen und wachsender Druck auf Unternehmen
Börsen-Schwergewichte geben am Mittwoch den Takt vor
Der Dax hat nach besser als erwarteten Konjunkturdaten und einer erneut freundlichen Wall Street die Marke von 25.000 Punkten überschritten. Wie n-tv.de berichtet, beendete der deutsche Börsenleitindex den Handel mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 25.011 Punkten.
Besonders gefragt waren erneut Technologiewerte dies- und jenseits des Atlantiks. Der Trend könnte sich laut n-tv.de zur Wochenmitte fortsetzen, während Anleger zugleich auf wichtige Unternehmensnachrichten blicken.
Beim Autobauer Porsche tagt der Aufsichtsrat. Im Mittelpunkt könnten Einsparungen und ein möglicher Stellenabbau stehen, wobei anders als bei Volkswagen kein formeller Beschluss des Gremiums notwendig ist. Ob und worauf sich die Sozialpartner geeinigt haben, soll in der kommenden Woche bekannt gegeben werden. Am 29. Juli informiert Porsche-Chef Michael Leiters über die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr.
Nach US-Börsenschluss stehen außerdem die Quartalszahlen von Alphabet und Tesla an. Tesla hat die Erholung vom Einbruch des vergangenen Jahres fortgesetzt, soll im zweiten Quartal nach Prognose von Analysten aber 3,3 Milliarden Dollar Barmittel verbrannt haben. Investoren zeigen sich laut n-tv.de zunehmend ungeduldig angesichts der hohen Investitionen in Künstliche Intelligenz, während Geschäfte mit Robotaxis und dem humanoiden Roboter Optimus bislang nicht vom Fleck kommen.
Bei Alphabet richten sich die Erwartungen auf das KI-Geschäft. Google Cloud wuchs in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres um 63 Prozent. Analysten rechnen im zweiten Quartal mit einem Umsatz von 22,21 Milliarden Dollar, etwa 70 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| Dax-Schlussstand | 25.011 Punkte |
| Dax-Veränderung | 0,7 Prozent |
| Erwarteter Tesla-Barmittelverbrauch im zweiten Quartal | 3,3 Milliarden Dollar |
| Google-Cloud-Wachstum im ersten Quartal | 63 Prozent |
| Analystenprognose Google-Cloud-Umsatz im zweiten Quartal | 22,21 Milliarden Dollar |
Zusammenfassung: Der Dax schloss bei 25.011 Punkten. Im Fokus stehen Porsche, Tesla und Alphabet sowie die Entwicklung der Technologie- und KI-Geschäfte.
Dollar legt im frühen Devisenhandel leicht zu
Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar geringfügig auf 163,08 Yen und legte leicht auf 6,7696 Yuan zu. Gegenüber dem Schweizer Franken rückte die US-Währung auf 0,8126 Franken vor.
Der Euro blieb dem Bericht von n-tv.de zufolge nahezu unverändert bei 1,1407 Dollar. Gegenüber dem Franken zog die Gemeinschaftswährung leicht auf 0,9268 Franken an.
| Währungspaar | Stand |
|---|---|
| Dollar/Yen | 163,08 Yen |
| Dollar/Yuan | 6,7696 Yuan |
| Dollar/Franken | 0,8126 Franken |
| Euro/Dollar | 1,1407 Dollar |
| Euro/Franken | 0,9268 Franken |
Zusammenfassung: Der Dollar gewann gegenüber Yen, Yuan und Franken leicht. Der Euro bewegte sich zum Dollar nahezu unverändert.
Tesla weitet Robotaxi-Dienst in Florida aus
Tesla will sein Robotaxi-Angebot in den USA ausbauen und den Dienst nun auch in Orlando und Tampa im US-Bundesstaat Florida anbieten. Nach Angaben von n-tv.de macht das Robotaxi-Geschäft inzwischen einen großen Teil der Unternehmensbewertung aus.
Unternehmenschef Elon Musk legt den Schwerpunkt zunehmend auf Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und humanoide Roboter. Tesla startete den Dienst im vergangenen Jahr in Austin und weitete ihn in diesem Jahr auf Dallas, Houston und Miami aus.
Investoren hatten zuletzt das Tempo der Expansion kritisiert, nachdem Tesla mehrere Ausbauziele verfehlt hatte. Musk begründete die vorsichtige Entwicklung mit strengen Sicherheitstests. Die Tesla-Aktie ist dennoch seit Jahresbeginn um rund 16 Prozent abgerutscht.
- Neue Robotaxi-Städte: Orlando und Tampa
- Bisherige Standorte: Austin, Dallas, Houston und Miami
- Rückgang der Tesla-Aktie seit Jahresbeginn: rund 16 Prozent
Zusammenfassung: Tesla erweitert den Robotaxi-Dienst um zwei Städte in Florida. Der Ausbau erfolgt trotz Kritik am Tempo und eines Aktienrückgangs von rund 16 Prozent seit Jahresbeginn.
Trump droht mit Zöllen auf Arznei-Generika
US-Präsident Donald Trump droht erneut mit Zöllen auf Arznei-Generika. Wie SZ.de berichtet, richtet sich der Druck gegen die Pharmabranche im Ausland, weil Trump erreichen will, dass Medikamente stärker in den USA produziert werden.
Zölle dienen dabei als politisches Druckmittel. Der Liveblog der Süddeutschen Zeitung ordnet die angekündigten Maßnahmen in Trumps wiederholte handelspolitische Drohungen gegenüber ausländischen Unternehmen ein.
Zusammenfassung: Die US-Regierung stellt mögliche Zölle auf Arznei-Generika in Aussicht. Ziel ist nach Darstellung von SZ.de eine stärkere Produktion von Medikamenten in den USA.
TKMS zieht Angebot für Kieler Werft zurück
Der Marinezulieferer TKMS will eine Kieler Werft nicht mehr übernehmen. Nach Angaben der FAZ wurde kein Einvernehmen erzielt.
Der Business-Liveticker der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet außerdem über zahlreiche weitere Unternehmensnachrichten. Dazu gehören neue Gewinnziele bei Airbus, der Streit zwischen Novo Nordisk und Eli Lilly, mögliche Veränderungen bei einer Volkswagen-Tochtergesellschaft sowie Entwicklungen bei Bitburger, Reifenunternehmen, JPMorgan, Warner, HHLA, Oettinger, Ryanair, Amazon, Teamviewer und dem Mietmarkt.
Bei Airbus geht es um neue Ziele, nach denen der Konzern bis 2029 deutlich mehr Gewinn erzielen will. Der Hamburger Hafenkonzern HHLA kassierte seine Prognose, während Ryanair wegen teuren Kerosins deutlich weniger Gewinn erwartet; der Aktienkurs sackte ab.
Amazon erhöht den Einstiegslohn an vielen Standorten auf 17 Euro je Stunde. Die Bafin verhängte eine Geldbuße gegen Teamviewer, während die Mieten um vier Prozent steigen.
Zusammenfassung: TKMS zieht sein Angebot für die Kieler Werft zurück. Der FAZ-Unternehmensüberblick zeigt zugleich neue Gewinnziele, Prognoseänderungen, Lohnentwicklungen und regulatorische Maßnahmen.
Russlands Bargeld-Boom belastet die Staatskasse
In Russland steigt die Nachfrage nach Bargeld, weil Kartenzahlungen im Zuge von Internetsperren in vielen Fällen nicht mehr funktionieren. Die Frankfurter Rundschau berichtet unter Berufung auf eine BBC-Analyse und Daten der russischen Zentralbank, dass seit Jahresbeginn 1,56 Billionen Rubel in Umlauf gebracht worden seien.
Das entspricht etwa 17,37 Milliarden Euro und stellt laut dem Bericht den größten Anstieg im entsprechenden Zeitraum außerhalb der Corona-Pandemie dar. Der Trend könnte Russlands Staatskasse zusätzlich belasten, weil bei Barzahlungen Einnahmen offenbar leichter nicht vollständig in den Büchern erfasst werden.
Unternehmen könnten dadurch versuchen, Steuererhöhungen zu umgehen. Der Kreml hatte im Januar angesichts gestiegener Kriegskosten die Mehrwertsteuer angehoben und zugleich die Grenze gesenkt, ab der kleine und mittlere Unternehmen diese zahlen müssen.
Auch Löhne würden dem Staat vorbei „unter der Hand“ ausgezahlt, zitiert die Frankfurter Rundschau Taras Skworzow, den Finanzchef der russischen Sberbank.
„Russlands Internetabschaltungen scheinen sich von Ausnahmefällen der Zensur zu einem routinemäßigen Instrument der Kriegsführung entwickelt zu haben.“
Diese Einschätzung stammt laut Frankfurter Rundschau vom Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft sieht die russische Kriegswirtschaft nach vier Jahren anhaltender Kämpfe an ihren Grenzen. Die Puffer seien erschöpft, die Finanzreserven weitestgehend aufgebraucht und das Wachstum zum Stillstand gekommen.
Steigende Ölpreise könnten kurzfristig helfen, doch das Institut rechnet nur mit einem vorübergehenden Effekt. Ein zunehmender Arbeitskräftemangel und Sanktionen, die den Zugang zu wichtigen Importen einschränken, erhöhten bei zusätzlichen Staatsausgaben die Gefahr von Inflation statt einer Steigerung der Militärproduktion.
| Entwicklung | Angabe |
|---|---|
| Seit Jahresbeginn neu in Umlauf gebrachte Rubel | 1,56 Billionen Rubel |
| Entsprechender Wert | etwa 17,37 Milliarden Euro |
| Mehrwertsteuer | Im Januar angehoben |
| Krieg | vier Jahre anhaltende Kämpfe |
Zusammenfassung: Seit Jahresbeginn wurden 1,56 Billionen Rubel, etwa 17,37 Milliarden Euro, zusätzlich in Umlauf gebracht. Der zunehmende Bargeldverkehr könnte Steuereinnahmen verringern und den finanziellen Druck auf Russlands Kriegswirtschaft verstärken.
Novo Nordisk verklagt Eli Lilly wegen Werbung für Abnehmmedikamente
Novo Nordisk hat vor einem US-Bundesgericht Klage gegen den amerikanischen Konkurrenten Eli Lilly eingereicht. Wie die Neue Zürcher Zeitung unter Berufung auf Reuters berichtet, wirft der dänische Arzneimittelhersteller Eli Lilly irreführende Werbung und unlauteren Wettbewerb vor.
Eli Lilly behaupte in Anzeigen, dass seine Medikamente zur Gewichtsreduktion besser wirkten als die Präparate von Novo Nordisk. Nach Darstellung von Novo Nordisk seien die Anzeigen irreführend, weil Lilly wissentlich veraltete klinische Studien heranziehe, in denen die höchsten Dosierungen der Lilly-Medikamente mit niedrigeren Dosierungen der Medikamente von Novo Nordisk verglichen würden.
Eli Lilly äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen. Beide Unternehmen kämpfen um die Vorherrschaft auf dem US-Markt für Medikamente gegen Fettleibigkeit. Die USA gehören zu den wenigen Ländern, in denen Pharmaunternehmen verschreibungspflichtige Medikamente direkt bei Konsumenten bewerben dürfen.
Zusammenfassung: Novo Nordisk wirft Eli Lilly irreführende Werbung vor und hat Klage eingereicht. Streitpunkt ist unter anderem der Vergleich unterschiedlicher Dosierungen in klinischen Studien.
Julius Bär meldet Rekordgewinn
Die Privatbank Julius Bär hat im ersten Halbjahr einen Gewinn von 673 Millionen Franken erwirtschaftet. Laut Neue Zürcher Zeitung ist das mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum.
Die Gewinnsteigerung wird auf höhere Erträge und den Wegfall von Sondereffekten zurückgeführt. Im Vorjahr musste Julius Bär Kreditverluste im Wert von 130 Millionen Franken abschreiben.
Im ersten Halbjahr sammelte die Bank Nettoneugeld im Umfang von 5,7 Milliarden Franken ein. Auf das Jahr gerechnet beträgt das Wachstum 2,2 Prozent. Die verwalteten Vermögen stiegen auf 547 Milliarden Franken, ein Anstieg von 5 Prozent seit Dezember.
Julius Bär profitierte außerdem von steigenden Aktienmärkten und setzte die Kosteneinsparungen fort. Die mittelfristigen Ziele bis 2028 wurden bestätigt; bis dahin soll das Neugeldwachstum bei 4 bis 5 Prozent liegen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gewinn im ersten Halbjahr | 673 Millionen Franken |
| Kreditverluste im Vorjahr | 130 Millionen Franken |
| Nettoneugeld im ersten Halbjahr | 5,7 Milliarden Franken |
| Wachstum auf das Jahr gerechnet | 2,2 Prozent |
| Verwaltete Vermögen | 547 Milliarden Franken |
| Anstieg der verwalteten Vermögen seit Dezember | 5 Prozent |
| Ziel für das Neugeldwachstum bis 2028 | 4 bis 5 Prozent |
Zusammenfassung: Julius Bär erzielte 673 Millionen Franken Gewinn. Die verwalteten Vermögen stiegen auf 547 Milliarden Franken, während das Institut seine Ziele bis 2028 bestätigte.
Uber bietet für Delivery Hero 41,50 Euro je Aktie
Der US-Fahrdienstleister Uber übernimmt den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero für eine Milliardensumme. Nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung bietet Uber je Delivery-Hero-Aktie 41,50 Euro; damit wird das Unternehmen insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro bewertet.
Uber hielt zuletzt knapp 25 Prozent an Delivery Hero und besaß zusätzlich Finanzinstrumente über knapp 12 Prozent. Der Delivery-Hero-Grossaktionär Prosus verkaufte seinen Anteil von knapp 17 Prozent.
Delivery Hero hat seinen Sitz in Berlin, ist seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway operativ aber nicht mehr im Land aktiv. Das Unternehmen ist wegen seiner Präsenz in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika einer der weltweit größten Essenslieferdienste.
Uber verpflichtet sich im Zuge des Kaufs, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft in der Bundeshauptstadt vorzunehmen.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Gebot je Delivery-Hero-Aktie | 41,50 Euro |
| Gesamtbewertung | knapp 13 Milliarden Euro |
| Zuletzt gehaltener Uber-Anteil | knapp 25 Prozent |
| Zusätzliche Finanzinstrumente | knapp 12 Prozent |
| Verkaufener Prosus-Anteil | knapp 17 Prozent |
| Beschäftigungszusage in Berlin | bis mindestens 2029 |
Zusammenfassung: Uber bietet 41,50 Euro je Delivery-Hero-Aktie und bewertet den Lieferdienst mit knapp 13 Milliarden Euro. Der Berliner Hauptsitz soll bis mindestens 2029 erhalten bleiben.
Italo plant ab 2028 Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland
Das italienische Bahnunternehmen Italo kann ab 2028 in das deutsche Bahnnetz eintreten. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet, dass die Bundesnetzagentur entschieden hat, ein Viertel der Kapazitäten auf dem Fernverkehrsnetz der Konkurrenz der Deutschen Bahn zu überlassen.
Italo plant, mit dreissig Hochgeschwindigkeitszügen durch Deutschland zu fahren. Vorgesehen sind Verbindungen im Stundentakt von München über Köln nach Dortmund sowie alle zwei Stunden von München über Berlin nach Hamburg.
Der Markteintritt soll den Wettbewerb auf der Schiene stärken und auch den Fahrgästen zugutekommen. Italo will der Deutschen Bahn bereits seit längerer Zeit Konkurrenz machen.
Zusammenfassung: Italo soll ab 2028 in Deutschland fahren. Geplant sind dreissig Hochgeschwindigkeitszüge sowie Verbindungen von München nach Dortmund und Hamburg.
EU verlangt Öffnung von Google für KI-Chatbots
Die EU will die Marktmacht großer Technologiekonzerne begrenzen und verlangt von Google, Android teilweise für Drittanbieter zu öffnen. Laut Neue Zürcher Zeitung geht es dabei unter anderem um Googles beherrschende Stellung bei Suchanfragen.
Der Marktanteil von Google bei Suchanfragen liegt bei über 90 Prozent. Um neuen Anbietern eine Chance zu geben, soll Google Daten aus Suchanfragen mit ihnen teilen. Das Unternehmen darf zunächst prüfen, ob die potenziellen Konkurrenten Datenschutz- und Cybersicherheitsstandards einhalten.
Darüber hinaus soll Android teilweise für KI-Chatbots von Konkurrenten geöffnet werden, etwa für Angebote von OpenAI oder Anthropic. Nutzer sollen bei der Verwendung von Google dadurch nicht automatisch an Googles Chatbot Gemini gebunden sein.
Google-Vertreter sehen in den Forderungen der EU ein Sicherheitsrisiko für Nutzer. Das Unternehmen kann die Vorgaben gerichtlich anfechten.
Zusammenfassung: Die EU fordert von Google mehr Offenheit bei Suchdaten und beim Android-System. Konkret sollen auch KI-Chatbots von OpenAI und Anthropic Zugang erhalten.
Großbritannien verstaatlicht British Steel
Die britische Regierung hat den Stahlproduzenten British Steel verstaatlicht. Nach Angaben der Neuen Zürcher Zeitung soll damit das letzte Primärstahlwerk des Landes längerfristig vor der Schließung bewahrt werden.
Das Hauptwerk in Scunthorpe im Nordosten Englands beschäftigt rund 3500 Menschen. Das Werk erzeugt Stahl aus Eisenerz, Koks und Kalkstein und ist das letzte im Vereinigten Königreich, das Primärstahl auf diese Weise produzieren kann.
Die chinesische Stahlfirma Jingye hatte British Steel Anfang 2020 aus der Insolvenz übernommen. Nach hohen Verlusten war im vergangenen Jahr die Stilllegung der Hochöfen beschlossen worden. Die britische Regierung übernahm daraufhin den Betrieb, nachdem die Suche nach einem Käufer erfolglos geblieben war.
Ob eine Entschädigung fällig wird und in welcher Höhe, soll geprüft werden. Angesichts der Konkurrenz aus Asien und der US-Zölle gilt als fraglich, ob British Steel wieder profitabel werden kann. Kritiker befürchten, die Verstaatlichung könne sich als Milliardengrab erweisen.
„Die Entscheidung heute sichert die Zukunft der Stahlproduktion in Grossbritannien, sichert qualifizierte Jobs und erhält eine lebenswichtige nationale Fähigkeit.“
Zusammenfassung: Großbritannien übernimmt British Steel, um das Primärstahlwerk in Scunthorpe und rund 3500 Arbeitsplätze zu sichern. Die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens bleibt dennoch unsicher.
Volkswagen bestätigt mögliches Abbauziel von 100.000 Stellen
Volkswagen-Chef Oliver Blume hat sich laut Medienberichten in einer internen Mitteilung an die Belegschaft zu einem möglichen Stellenabbau geäußert. Die Neue Zürcher Zeitung berichtet unter Berufung auf die Süddeutsche Zeitung und das Handelsblatt, dass Blume das vielfach genannte Abbauziel von 100.000 Stellen erläutert habe.
Die Gemeinkosten von Volkswagen seien demnach 20 Prozent höher als bei vergleichbaren Konkurrenten. Da die Hälfte der Gemeinkosten aus Personalkosten bestehe, ergebe eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit.
Zusammen mit dem bereits geplanten Abbau von 50.000 Stellen beim deutschen Autokonzern ergäbe sich ein möglicher Wegfall von 100.000 Jobs. Blume betonte jedoch, dass noch kein weiterer Stellenabbau beschlossen sei.
Die Konzernleitung prüft derzeit für alle Marken, Gesellschaften und Regionen, welche Anpassungen nötig und möglich sind. Für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm könne Volkswagen in den 2030er Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen.
Gleichzeitig erklärte Blume, es gebe intelligentere Lösungen als die Schließung ganzer Werke. Die Fabrikkosten an den deutschen Standorten seien im vergangenen Jahr durchschnittlich um 20 Prozent gesenkt worden. Für die Details des Sparplans liege noch keine Zustimmung des Aufsichtsrats vor; die Gespräche kämen aber gut voran. Die nächste Sitzung findet im September statt.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Gemeinkosten von Volkswagen über dem Niveau vergleichbarer Konkurrenten | 20 Prozent |
| Theoretisch abgeleiteter Stellenabbau weltweit | rund 50.000 Stellen |
| Bereits geplanter Stellenabbau beim deutschen Autokonzern | 50.000 Stellen |
| Möglicher Wegfall insgesamt | 100.000 Jobs |
| Senkung der Fabrikkosten an deutschen Standorten | durchschnittlich 20 Prozent |
Zusammenfassung: Ein Abbau von 100.000 Jobs ist laut Blumes Erläuterung eine theoretische Summe aus 50.000 Stellen durch Gemeinkosten und 50.000 bereits geplanten Stellen. Ein zusätzlicher Stellenabbau ist noch nicht beschlossen.
Apple verklagt OpenAI wegen mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen
Apple wirft OpenAI und zwei ehemaligen Mitarbeitern in einer Klage den Diebstahl von Firmengeheimnissen vor. Laut Neue Zürcher Zeitung betrifft die Klage unter anderem Tang Tan, einen früheren ranghohen Apple-Designer und heutigen Hardware-Chef von OpenAI.
OpenAI arbeitet an einem neuartigen Gerät, das auf die Nutzung mit Künstlicher Intelligenz ausgerichtet sein soll. Dafür verpflichtete das Unternehmen auch Jony Ive, den langjährigen Designchef von Apple, der maßgeblich die Form von iPhones und MacBook-Laptops prägte.
Apple kam nach eigenen Ermittlungen zu dem Schluss, dass Tan vertrauliche Informationen zum Nutzen von OpenAI missbraucht habe. Er soll Apple-Mitarbeiter unter anderem aufgefordert haben, zu Bewerbungsgesprächen für Arbeitsplätze bei OpenAI Bauteile des Konzerns mitzubringen.
Der zweite verklagte ehemalige Apple-Mitarbeiter soll über einen mitgenommenen Computer bereits als Beschäftigter von OpenAI auf vertrauliche Daten seines früheren Arbeitgebers zugegriffen haben. OpenAI weist die Vorwürfe zurück.
„Wir haben kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen.“
Zusammenfassung: Apple erhebt gegen OpenAI und zwei ehemalige Mitarbeiter Vorwürfe wegen des Umgangs mit vertraulichen Informationen. OpenAI weist die Anschuldigungen zurück.
Misenso ist zahlungsunfähig
Die Zürcher Hörgeräte- und Augenoptikkette Misenso ist zahlungsunfähig. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, wurden alle 18 Filialen geschlossen; mehr als 100 Mitarbeitende sind betroffen.
Misenso war ursprünglich eine Tochtergesellschaft der Migros und gehört inzwischen zur österreichischen Firma Neuroth. Das Unternehmen sei überschuldet, erklärte ein Sprecher des Mutterkonzerns. Misenso habe seit seiner Gründung vor sechs Jahren zu keinem Zeitpunkt schwarze Zahlen geschrieben.
Neuroth hatte beim Kauf 25 Standorte in der Schweiz übernommen. Wenige Monate später wurden vier weitere Filialen eröffnet, sodass das Netz auf 29 Läden wuchs. Veränderungen im operativen Management und die jüngste Reduzierung des Filialnetzes verbesserten die finanzielle Lage jedoch nicht.
Zusammenfassung: Misenso schließt alle 18 Filialen und betrifft damit mehr als 100 Mitarbeitende. Die Kette war überschuldet und schrieb seit ihrer Gründung vor sechs Jahren keine schwarzen Zahlen.
Hugo Boss lehnt Angebot der Frasers Group ab
Hugo Boss empfiehlt seinen Aktionären, das Übernahmeangebot der britischen Frasers Group nicht anzunehmen. Vorstand und Aufsichtsrat halten den gebotenen Preis von 38 Euro je Aktie für finanziell unangemessen.
Nach Darstellung der Neuen Zürcher Zeitung spiegle der Preis weder den eigenständigen Wert von Hugo Boss noch das mittel- bis langfristige Potenzial des Unternehmens wider. Frasers hält bereits rund einen Viertel an Hugo Boss.
Die britische Gruppe des Unternehmers Mike Ashley hatte vor knapp einem Monat ein Angebot vorgelegt. Hugo Boss geht davon aus, dass Frasers vor allem eine Beteiligung von mehr als 30 Prozent anstrebt. Gegen eine höhere Beteiligung stellt sich der Modekonzern nicht, da Frasers keine Änderungen an Strategie oder Management fordert.
Zusammenfassung: Hugo Boss weist das Angebot von 38 Euro je Aktie zurück. Der Konzern hält den Preis für zu niedrig, lehnt eine höhere Beteiligung von Frasers aber nicht grundsätzlich ab.
Weitere Unternehmens- und Finanzmeldungen
Eine US-Richterin hat die Übernahme von Warner Brothers durch Paramount zunächst für zwei Wochen ausgesetzt. Wie die Neue Zürcher Zeitung berichtet, soll in dieser Zeit eine Klage von zwölf Gliedstaaten geprüft werden, die den Zusammenschluss wegen möglicher Verstöße gegen das Kartellrecht kritisieren.
Die US-Regierung hatte das Geschäft zuvor ohne Auflagen genehmigt. Das Justizministerium war zu dem Schluss gekommen, dass die Fusion dem Wettbewerb und den Konsumenten weder im Fernseh- und Streaminggeschäft noch in der Filmproduktion schaden werde.
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet außerdem, dass SpaceX-Aktien erstmals unter den Ausgabepreis gefallen seien. Die Aktie gab um 1,7 Prozent auf 134 US-Dollar nach und rutschte damit unter den IPO-Preis von 135 Dollar. Zwischenzeitlich hatte sie einen Rekordwert von 225.64 Dollar erreicht.
Die Unsicherheit über die Zinspolitik der US-Notenbank Fed und Zweifel an der Nachhaltigkeit von Investitionen in die KI-Branche setzten die Wall Street unter Druck. SpaceX sei besonders anfällig, weil das Unternehmen keinen Gewinn erwirtschafte und die Bewertung bereits beim Börsengang sehr hoch gewesen sei.
Der Internationale Währungsfonds hat Silvana Tenreyro zur neuen Chefökonomin ernannt. Die britisch-argentinische Wissenschaftlerin übernimmt die Aufgabe ab dem 10. August; sie lehrt seit 2004 an der London School of Economics und gehörte von 2017 bis 2023 dem Zentralbankrat der Bank of England an.
| Meldung | Angabe |
|---|---|
| Aussetzung der Warner-Übernahme | zwei Wochen |
| US-Bundesstaaten mit Klage | zwölf Gliedstaaten |
| SpaceX-Aktie | 1,7 Prozent auf 134 US-Dollar |
| IPO-Preis der SpaceX-Aktie | 135 Dollar |
| Zwischenzeitlicher Rekordwert | 225.64 Dollar |
| Amtsantritt der neuen IWF-Chefökonomin | 10. August |
Zusammenfassung: Kartellrechtliche Bedenken bremsen die Warner-Übernahme, während die SpaceX-Aktie unter ihren Ausgabepreis fiel. Silvana Tenreyro übernimmt ab dem 10. August die Position der IWF-Chefökonomin.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung liegt in der zunehmenden Verbindung von technologischem Wandel, geopolitischem Druck und industrieller Neuordnung. Unternehmen müssen gleichzeitig hohe Zukunftsinvestitionen rechtfertigen, Kosten senken und regulatorische sowie handelspolitische Risiken bewältigen. Besonders Übernahmen, Stellenabbau und staatliche Eingriffe zeigen, dass Größe allein kein ausreichender Wettbewerbsvorteil mehr ist. Entscheidend werden belastbare Geschäftsmodelle, finanzielle Disziplin und die Fähigkeit sein, technologische Versprechen tatsächlich in nachhaltige Erträge zu überführen.
Infobox: Der wirtschaftliche Druck verschärft sich. Zukunftsfähigkeit hängt stärker von Profitabilität, Anpassungsfähigkeit und strategischer Unabhängigkeit ab.
Quellen:
- 06:00 Börsen-Schwergewichte als Taktgeber
- USA News: Trump droht mit Zöllen auf Arznei-Generika
- Update Wirtschaft vom 21.07.2026
- Business-Liveticker: TKMS zieht Angebot für Kieler Werft zurück
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