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    Frankreichs Schulden, Energiepreise und KI-Boom prägen Europas Wirtschaftslage

    KI-generiert
    30.08.2026 50 mal gelesen 2 Kommentare

    Frankreichs steigende Finanzierungskosten, anhaltend hohe Energiepreise und die weltweit höchsten G20-Strompreise zeigen den wachsenden Druck auf Europas Wirtschaft. Zugleich treiben Milliardeninvestitionen in KI-Rechenzentren den Strukturwandel voran, während sich in Deutschland erste vorsichtige Signale für eine Überwindung der Stagnation abzeichnen.

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    Frankreichs Schulden werden zum neuen Risiko für Europa

    Frankreich muss für zehnjährige Staatsanleihen seit August erstmals wieder eine Rendite von über vier Prozent zahlen. Mitte August lagen die Renditen französischer Staatsanleihen zwischen 4,04 und 4,14 Prozent und damit über den Vergleichswerten griechischer Papiere von 3,82 bis 3,93 Prozent.

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    Deutschland zahlte für zehnjährige Anleihen zuletzt zwischen 3,20 und 3,26 Prozent. Frankreichs Finanzierungskosten lagen damit knapp einen Prozentpunkt über denen Deutschlands. Nach Darstellung von ntv.de gilt dies als Warnsignal, weil Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft Europas und politischer Taktgeber neben Deutschland inzwischen als riskanter eingestuft wird.

    Die jährliche Neuverschuldung Frankreichs lag zuletzt bei gut fünf Prozent der Wirtschaftsleistung. In der Eurozone sind nach den Fiskalregeln drei Prozent erlaubt. Italien liegt inzwischen bei rund drei Prozent, während Griechenland Primärüberschüsse erzielt.

    Frankreichs Schuldenquote beträgt inzwischen knapp 116 Prozent der Wirtschaftsleistung. 2025 stieg sie um fast vier Prozentpunkte, fast zwei davon allein im letzten Quartal. Zum Vergleich: Italiens Schuldenquote sank von knapp 155 Prozent 2020 auf zuletzt rund 137 Prozent, während die griechische Quote zuletzt um über neun Punkte in nur einem Jahr zurückging.

    Die Zinslast Frankreichs beträgt in diesem Jahr rund 59 Milliarden Euro und liegt damit über dem gesamten Verteidigungshaushalt. Deutschland zahlt rund 50 Milliarden Euro Zinsen. Der Durchschnittszins liegt bei beiden Ländern noch unter zwei Prozent, doch auslaufende Anleihen mit einem Prozent Zinsen müssen zunehmend durch neue Anleihen mit derzeit über vier Prozent Verzinsung ersetzt werden.

    Als Ursache der französischen Haushaltsprobleme nennt der Bericht unter anderem die hohen Sozialausgaben. Paris wendet fast 14 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Renten auf. In Deutschland liegt das reguläre Renteneintrittsalter bei bis zu 67 Jahren, während es in Frankreich bei 62 Jahren und neun Monaten festgeschrieben wurde. Die geplante Anhebung auf 64 Jahre wurde auf 2028 verschoben.

    „Früher war Italien das größte Risiko für Europa ... aber Frankreich holt jetzt ziemlich schnell auf“, zitiert ntv.de den Chefstrategen bei T. Rowe Price, Tomasz Wieladek.

    Eine akute Euro-Krise sieht der Bericht derzeit nicht. Nach vorläufigen Eurostat-Zahlen vom Juli liegt die Schuldenquote der gesamten Eurozone bei knapp 89 Prozent; die Finanzierung der Staaten funktioniere geordnet, und die Zinsabstände seien im historischen Vergleich gering.

    Die nächste Bewährungsprobe wird laut ntv.de am 30. September erwartet. Dann soll der neue Haushaltsentwurf in der Nationalversammlung beraten werden. Das Ziel liegt bei knapp fünf Prozent Defizit.

    Zusammenfassung: Frankreichs Schuldenquote steigt weiter, während die Renditen französischer Staatsanleihen über denen Griechenlands liegen. Eine akute Euro-Krise besteht laut Quelle nicht, jedoch wächst der Druck auf Paris, die Defizite zu senken.

    Öl- und Gaspreise könnten Inflation in Deutschland bis 2027 belasten

    Der ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski erwartet langwierige wirtschaftliche Folgen des Iran-Kriegs und des Konflikts um die Straße von Hormus. Im Gespräch mit t-online warnt er vor hohen Öl- und Gaspreisen, einer steigenden Inflation und zusätzlichen Belastungen für Unternehmen in Deutschland.

    Im Basisszenario sieht Brzeski den Ölpreis im dritten Quartal zunächst bei ungefähr 90 Dollar je Barrel. Zum Jahresende könnte er sich Richtung 80 Dollar bewegen, sofern es nach den Midterm-Wahlen Fortschritte bei Verhandlungen gibt und sich die Straße von Hormus langsam wieder weiter öffnet.

    Ein Ölpreis von rund 90 Dollar je Barrel könnte nach Einschätzung des Ökonomen zu Spritpreisen von mehr als 2,30 Euro führen. Einen neuen Tankrabatt lehnt Brzeski ab, da dieser beim letzten Mal schon nicht besonders viel gebracht habe.

    Auch zum Jahresende 2026 erwartet der Ökonom keine vollständige Rückkehr zur Lage vor dem Krieg. Er rechnet damit, dass etwa 15 Prozent weniger Schiffe die Straße von Hormus passieren als vor dem Krieg.

    Für Deutschland prognostiziert Brzeski bis zum Jahresende eine Inflationsrate von mehr als drei Prozent. Die Inflationsrate im August könnte die Drei-Prozent-Marke knacken, andernfalls spätestens im September. Anschließend dürfte die Inflation leicht über drei Prozent bleiben und sich bis in das Jahr 2027 hinein auf diesem erhöhten Niveau bewegen.

    Als weiteren Preistreiber nennt der ING-Chefvolkswirt steigende Gaspreise bei niedrigen Speicherständen. Die höheren Kosten würden bei Verbrauchern häufig erst zum Jahreswechsel ankommen, wenn Verträge angepasst werden. Zur Jahresmitte 2027 könnte die Inflation wieder bei ungefähr zwei Prozent liegen, sofern es nicht zu sogenannten Zweitrundeneffekten kommt.

    Brzeski erwartet eine Art Verbraucherstreik: Die Verbraucher seien weder in der Lage noch bereit, immer höhere Preise zu bezahlen. Unternehmen könnten ihre gestiegenen Energiekosten deshalb nicht vollständig weitergeben, wodurch ihre Gewinnmargen schrumpfen würden.

    Dadurch könnte sich auch der Anstieg der Insolvenzen verlängern. Der mögliche Wendepunkt könnte sich laut dem Gespräch um ein halbes Jahr verschieben. Besonders kleinere Energieversorger könnten erneut unter Druck geraten, wenn sie hohe Marktpreise nicht sofort an ihre Kunden weitergeben können.

    Beim Gaspreis rechnet Brzeski mit einer Bewegung in Richtung 70 Euro je Megawattstunde. Verglichen mit dem Frühjahr wäre das ungefähr ein Plus von 30 Prozent. Die knapp 70 Euro könnten bis in das erste Quartal 2027 anhalten; ab dem zweiten Quartal 2027 würden nur noch etwas mehr als 30 Euro je Megawattstunde erwartet.

    Die Gasspeicher liegen laut Interview derzeit ungefähr bei 50 Prozent, womöglich sogar etwas darunter. Bei einem normalen Winter erwartet Brzeski keine Engpässe. Mehrere sehr kalte Monate hintereinander könnten jedoch bis hin zu einer Gasmangellage führen.

    Im negativen Szenario einer weiteren militärischen Eskalation könnte der Ölpreis zum Jahresende und auch im ersten Quartal 2027 bei mehr als 100 Dollar je Barrel liegen. Im zweiten Quartal 2027 wären dann weiterhin Ölpreise um 80 Dollar möglich.

    Das optimistische Szenario wäre eine schnelle politische Lösung und eine weitgehende Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Der Ölpreis könnte dann relativ schnell Richtung 70 Dollar je Barrel fallen.

    „Viel wird davon abhängen, wie kalt der Winter wird“, sagte ING-Chefökonom Carsten Brzeski laut t-online.

    Zusammenfassung: Brzeski erwartet bis 2027 erhöhte Energiepreise und eine Inflation von mehr als drei Prozent bis zum Jahresende. Bei einem normalen Winter seien keine Gasengpässe zu erwarten, bei einem außergewöhnlich kalten Winter könne es jedoch zu einer Gasmangellage kommen.

    Deutschland hat die höchsten Strompreise unter den G20-Staaten

    Deutschland hat laut einer Analyse des Vergleichsportals Verivox auf Basis von Daten des Energiedienstes Global Petrol Prices die höchsten Strompreise unter den G20-Staaten. Eine Kilowattstunde kostet hierzulande 35,6 Cent.

    Auf Deutschland folgen Italien mit 34,5 Cent pro Kilowattstunde und Großbritannien mit 32,4 Cent. Der Durchschnitt der G20-Staaten liegt bei rund 16,3 Cent. Damit ist Strom in Deutschland mehr als doppelt so teuer wie im G20-Durchschnitt, berichtet DIE ZEIT.

    Staat beziehungsweise GruppeStrompreis je Kilowattstunde
    Deutschland35,6 Cent
    Italien34,5 Cent
    Großbritannien32,4 Cent
    G20-Durchschnitt16,3 Cent
    Frankreich23,3 Cent
    USA18,3 Cent

    Auch gegenüber anderen großen Volkswirtschaften ist der Abstand erheblich. In Frankreich kostet eine Kilowattstunde 23,3 Cent, in den USA werden 18,3 Cent fällig.

    Verivox-Energieexperte Thorsten Storck führt die hohen deutschen Haushaltsstrompreise vor allem auf die Preisstruktur zurück. Die Stromproduktion selbst mache nur etwa ein Drittel des Strompreises aus, während aktuell über 60 Prozent auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte entfielen.

    Zu den weiteren Bestandteilen zählen Kosten für Beschaffung, Vertrieb, Service und andere Dienstleistungen des Lieferanten. Wirtschaftsverbände fordern seit Langem, die Stromsteuer für alle Unternehmen sowie für Haushalte zu senken.

    Union und SPD hatten laut DIE ZEIT im Koalitionsvertrag vereinbart, die Stromsteuer möglichst schnell „für alle“ zu senken. Die Bundesregierung entschied dann allerdings im Juni vergangenen Jahres, die Steuer zunächst nur für bestimmte Unternehmen zu verringern.

    Zusammenfassung: Deutschland liegt mit 35,6 Cent je Kilowattstunde an der Spitze der G20-Strompreise. Laut Verivox entfallen über 60 Prozent des Strompreises auf Steuern, Umlagen, Abgaben und Netzentgelte.

    KI-Rechenzentren treiben Ausbau der digitalen Infrastruktur voran

    Der Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz nimmt in Deutschland an Fahrt auf. Im Mittelpunkt steht unter anderem ein Großprojekt der Schwarz-Gruppe an der A20 südlich von Rostock bei Dummerstorf, berichtet die WirtschaftsWoche.

    Die Schwarz-Gruppe investiert seit Jahren in digitale Infrastruktur und betreibt Rechenzentren sowohl für die eigene Datenverarbeitung als auch zur Vermietung von Rechenleistung. Das neue Projekt soll nach Darstellung der Quelle das benachbarte Amazon-Logistikzentrum in den Schatten stellen.

    Digitalminister Karsten Wildberger hatte im März die Bedeutung von Rechenzentren für das Zeitalter der Künstlichen Intelligenz hervorgehoben. Die Kapazitäten in Deutschland sollen bis 2030 mindestens verdoppelt werden, während die Kapazitäten für KI und High-Performance-Computing gar vervierfacht werden sollen.

    Die hiesige Leistung könnte dadurch 5000 Megawatt erreichen. In diesem Jahr hat sie erstmals die Grenze von 3000 Megawatt überschritten. Aktuell sind gut 2000 Rechenzentren in Betrieb oder kurz davor.

    Nach einem Medienbericht auf Grundlage von Daten mehrerer Nichtregierungsorganisationen befinden sich derzeit 99 Rechenzentren in der Entstehung, davon sind 41 bereits im Bau. Mehr als ein Drittel der neuen Projekte wird von Unternehmen geplant oder gebaut, die nicht aus der EU stammen; US-Techkonzerne bilden dabei die größte Gruppe.

    Zu den in Deutschland aktiven Betreibern zählen neben Amazon und Microsoft auch Digital Realty und Stack Infrastructure. Digital Realty aus Texas baut allein an einer Frankfurter Adresse elf neue Rechenzentren.

    Frankfurt stößt durch den Boom an infrastrukturelle Grenzen. Rechenzentren benötigen Leitungen und Umspannwerke, die entsprechend erweitert werden müssen. Experten empfehlen, Projekte nicht allein wegen zunächst nicht verfügbarer Spitzenlasten abzusagen, sondern schrittweise zu beginnen und technische Lösungen zur Abfederung von Lastspitzen weiterzuentwickeln.

    Der VDE-Experte Damian Dudek sieht Chancen für deutsche Unternehmen bei energieeffizienteren Anlagen, die besser zu den räumlichen Bedingungen Deutschlands passen. In Deutschland bestünden andere Voraussetzungen als in China und den USA.

    „Eine dezentrale Infrastruktur an moderner Informationstechnik ist wichtig, um nicht alle Datenströme über den Atlantik transportieren zu müssen“, sagte Damian Dudek laut WirtschaftsWoche.

    Die digitale Souveränität bleibt jedoch eine zentrale Herausforderung. Microsoft errichtet ein Rechenzentrum im Rheinischen Revier und betont seine Unterstützung für die Souveränität Deutschlands und Europas, bleibt aber ein US-Konzern.

    In Lübbenau im Spreewald investiert die Schwarz-Gruppe elf Milliarden Euro. Das Rechenzentrum soll bereits im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Mit der Cloud-Plattform Stackit der Schwarz-Tochter Digits soll Lübbenau zum Kern einer souveränen deutschen Infrastruktur werden.

    35 Kilometer südlich plant Amazon im Ort Massen bei Finsterwalde einen weiteren Standort. Dieser soll im globalen Rechenzentrumsnetz der Amazon-Tochter AWS als erster Standort der European Sovereign Cloud eine besondere Rolle übernehmen. Die Infrastruktur soll vollständig in und aus der EU gesteuert werden und für Daten ausgelegt sein, die im europäischen Rechtsraum bleiben.

    Auch deutsche Industrie- und Bauunternehmen profitieren. Siemens erzielte mit dem Bau und der Ausrüstung von Rechenzentren Rekord-Auftragseingänge und ein Viertel mehr Gewinn im Industriegeschäft. Baukonzerne wie Hochtief profitieren ebenfalls vom Boom.

    Siemens-Chef Roland Busch warnt allerdings vor langen Genehmigungsprozessen. Wenn ein Hyperscaler zwei bis drei Jahre warten müsse, werde das Rechenzentrum womöglich an einem anderen Ort gebaut.

    Zusammenfassung: Deutschland will seine Rechenzentrumskapazitäten bis 2030 mindestens verdoppeln und die Kapazitäten für KI und High-Performance-Computing vervierfachen. Der Ausbau schafft Chancen für heimische Unternehmen, bleibt wegen ausländischer Betreiber, Energiebedarf und langsamer Genehmigungen aber mit Herausforderungen verbunden.

    Kleine Signale nähren Hoffnung auf eine Überwindung der deutschen Stagnation

    Die deutsche Wirtschaft zeigt nach Einschätzung der SZ.de erste kleine Anzeichen einer möglichen Überwindung der Stagnation. Für Euphorie bestehe jedoch weiterhin kein Anlass.

    Der Kommentar von Caspar Busse ordnet die Entwicklung als vorsichtiges positives Signal ein. Die Hoffnung ergibt sich demnach aus einzelnen Beobachtungen, ohne dass bereits von einer nachhaltigen wirtschaftlichen Wende gesprochen werden könne.

    Die Quelle betont damit vor allem den vorläufigen Charakter der Erholungserwartung. Die deutsche Wirtschaft steht weiterhin vor Herausforderungen, doch die beobachtbaren Anzeichen lassen laut SZ.de erstmals wieder etwas mehr Zuversicht zu.

    Zusammenfassung: Nach Einschätzung der SZ gibt es erste Hinweise auf eine mögliche Überwindung der deutschen Stagnation. Eine belastbare Trendwende oder Anlass für Euphorie sieht der Kommentar jedoch noch nicht.

    Einschätzung der Redaktion

    Frankreichs wachsende Zinslast ist vor allem politisch relevant: Ohne glaubwürdige Haushaltskonsolidierung dürfte der finanzielle Spielraum für Investitionen und Krisenreaktionen weiter schrumpfen. Für Europa steigt damit der Druck, französische Reformen nicht nur zu fordern, sondern ihre Umsetzung eng zu begleiten.

    Kernaussage: Frankreichs Haushaltsentwicklung wird zunehmend zu einem Stabilitäts- und Vertrauensproblem für die gesamte Eurozone.

    Einschätzung der Redaktion

    Der Energieschock würde die deutsche Wirtschaft an ihrer empfindlichsten Stelle treffen: bei bereits hohen Standortkosten und schwacher Nachfrage. Selbst ohne akute Versorgungskrise drohen anhaltender Kaufkraftverlust, Margendruck und weitere Insolvenzen. Entscheidend sind deshalb nicht kurzfristige Preisbremsen, sondern widerstandsfähigere Energieversorgung und geringere strukturelle Belastungen.

    Kernaussage: Hohe Energiepreise könnten die wirtschaftliche Erholung bis 2027 verzögern und den Anpassungsdruck auf Unternehmen deutlich erhöhen.

    Einschätzung der Redaktion

    Die hohen Strompreise sind ein unmittelbares Wettbewerbsrisiko, insbesondere für energieintensive Unternehmen und einkommensschwache Haushalte. Eine Entlastung bei Steuern, Abgaben und Netzkosten wäre wirtschaftlich wirkungsvoller als politische Appelle an niedrigere Preise. Bleibt sie aus, wird die Elektrifizierung von Industrie und Verkehr unnötig erschwert.

    Kernaussage: Deutschlands Stromkosten untergraben Wettbewerbsfähigkeit und Klimainvestitionen zugleich.

    Einschätzung der Redaktion

    Der Ausbau von KI-Rechenzentren kann Deutschland technologisch und industriell stärken, sofern Energieversorgung, Netze und Genehmigungen Schritt halten. Die Abhängigkeit von US-Anbietern bleibt jedoch ein strategischer Schwachpunkt. Digitale Souveränität entsteht nicht durch den Standort eines Rechenzentrums, sondern durch europäische Kontrolle über Daten, Software und kritische Infrastruktur.

    Kernaussage: Rechenzentren sind eine Wachstumschance, aber nur mit ausreichender Infrastruktur und echter europäischer Handlungsfähigkeit.

    Einschätzung der Redaktion

    Die vorsichtigen positiven Signale sind wirtschaftlich erst dann bedeutsam, wenn sie sich in Investitionen, Beschäftigung und einer breiteren Nachfrage niederschlagen. Deutschlands größtes Risiko bleibt, aus einzelnen Verbesserungen vorschnell eine Trendwende abzuleiten. Gefragt sind deshalb verlässliche Rahmenbedingungen statt kurzfristiger Konjunkturzuversicht.

    Kernaussage: Die Hoffnung auf Erholung ist berechtigt, aber eine nachhaltige Wende muss sich erst noch bestätigen.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Die Kombination aus Frankreichs Schulden, hohen Energiepreisen und dem KI-Ausbau zeigt eigentlich ganz gut, wo Europas Probleme und Chancen gleichzeitig liegen. Bei Frankreich wird seit Jahren diskutiert, dass die Ausgaben zu hoch sind, aber politisch ist es natürlich extrem schwierig, bei Renten und Sozialleistungen wirklich dauerhaft zu kürzen. Trotzdem kann man nicht dauerhaft mehr ausgeben als einnehmen und hoffen, dass die Zinsen schon irgendwie niedrig bleiben. Dass französische Anleihen inzwischen schlechter bewertet werden als griechische, ist da schon ein ziemlich deutliches Signal. Griechenland hat offenbar schmerzhafte Reformen gemacht, während Frankreich den unangenehmen Entscheidungen eher aus dem Weg geht.

    Was mir dabei fehlt, ist die Frage, wofür die Schulden eigentlich aufgenommen werden. Schulden für Investitionen in Netze, Bildung, Digitalisierung oder Energieversorgung sind etwas anderes als Schulden, die vor allem laufende Ausgaben finanzieren. Das gilt für Frankreich genauso wie für Deutschland. Wenn der Staat aber einen immer größeren Teil des Haushalts für Zinsen ausgeben muss, bleibt am Ende gerade für solche Investitionen weniger übrig. Dann wird aus einem finanziellen Problem irgendwann auch ein Wachstumsproblem.

    Bei den Energiepreisen muss man sich ebenfalls ehrlich machen. Über 35 Cent pro Kilowattstunde sind für Haushalte schon heftig, für viele Unternehmen aber ein echter Standortnachteil. Wenn mehr als die Hälfte des Preises aus Steuern, Abgaben und Netzkosten besteht, kann man nicht so tun, als sei allein der Weltmarkt verantwortlich. Natürlich kosten Netze und Versorgung Geld, aber die politische Entscheidung, wie stark Strom belastet wird, spielt eben eine große Rolle. Besonders widersprüchlich ist das bei der gewünschten Elektrifizierung: Wärmepumpen, Elektroautos und industrielle Prozesse sollen auf Strom umsteigen, gleichzeitig bleibt Strom so teuer, dass sich die Umstellung für viele kaum rechnet.

    Der Hinweis auf die möglichen Preise bis 2027 macht auch klar, dass kurzfristige Rabatte keine dauerhafte Lösung sind. Ein Tankrabatt verteilt im besten Fall Geld, ändert aber nichts an der Abhängigkeit von importierter Energie. Sinnvoller wären Investitionen in Speicher, Netze und verschiedene Bezugsquellen. Und vielleicht müsste man auch stärker darüber reden, wie viel Energie wir insgesamt effizienter einsetzen können, statt jede Krise nur über Preisnachlässe abzufedern. Der angekündigte Verbraucherstreik klingt etwas zugespitzt, aber wenn die Menschen wegen hoher Mieten, Lebensmittel- und Energiekosten weniger kaufen, trifft das die Wirtschaft natürlich direkt.

    Der KI-Rechenzentren-Boom ist dann die interessante Gegenbewegung. Einerseits entstehen neue Aufträge für Bauunternehmen, Netztechnik und Maschinenbauer, andererseits verbrauchen diese Zentren enorme Mengen an Strom. Es wäre ziemlich kurzsichtig, Rechenzentren mit öffentlichen Mitteln anzulocken und gleichzeitig die Stromversorgung für alle anderen immer teurer zu machen. Außerdem ist ein Rechenzentrum allein noch keine digitale Souveränität. Wenn Hardware, Cloudsysteme und die wichtigsten Plattformen von amerikanischen Konzernen kontrolliert werden, bleibt Europa abhängig, auch wenn die Server physisch in Deutschland stehen.

    Trotzdem ist der Ausbau grundsätzlich eine Chance. Gerade Deutschland könnte mit effizienter Kühlung, guter Netzinfrastruktur und verlässlichen Datenschutzregeln punkten. Dafür müssen Genehmigungen aber schneller werden. Zwei oder drei Jahre Wartezeit auf einen Netzanschluss sind im internationalen Wettbewerb tatsächlich kaum zu erklären. Am Ende braucht es bei all diesen Themen weniger Symbolpolitik und mehr langfristige Planung. Die kleinen positiven Signale bei der deutschen Wirtschaft sollte man deshalb nicht überbewerten, aber auch nicht sofort schlechtreden. Vielleicht ist das derzeit schon realistisch: keine große Wende, sondern erstmal ein paar vorsichtige Schritte in die richtige Richtung.
    Beim letzten Kommentar wurde ja schon sehr viel zu Schulden, Strompreisen, Energieabhängigkeit und der allgemeinen digitalen Souveränität gesagt. Was mir noch fehlt ist der ganz praktische Blick darauf, wie diese ganzen grossen Zahlen eigentlich bei normalen Leuten ankommen. 59 Milliarden Zinsen in Frankreich klingt erstmal wie eine Zahl aus einer anderen Galaxie, aber am Ende bedeutet das doch weniger Geld für Schulen, Krankenhäuser oder eben auch für die Modernisierung von Stromleitungen. Und wenn dann gleichzeitig alle Parteien versprechen, dass niemand verzichten muss, wird es irgendwann rechnerisch etwas schwierig. Irgendwo muss das Geld ja herkommen, ausser man druckt es einfach, was bekanntlich meistens auch nicht die super Lösung ist.

    Interessant finde ich auch den Vergleich mit Griechenland. Das Land wird in Europa immer noch schnell als Pleitebeispiel genannt, obwohl sich dort offenbar bei der Schuldenquote einiges verbessert hat. Das zeigt vielleicht, dass nicht nur die absolute Schuldenhöhe entscheidend ist, sondern auch ob Investoren glauben, dass eine Regierung ihre Pläne tatsächlich umsetzen kann. Vertrauen ist an den Finanzmärkten wohl fast so wichtig wie Mathematik, wobei die Mathematik am Ende dann doch die Rechnung schreibt. Frankreich hat natürlich eine viel grössere Wirtschaft und ganz andere politische Strukturen, aber gerade deshalb wäre ein dauerhaftes Wegschieben der Probleme nicht besonders beruhigend.

    Der 30. September wird darum vermutlich nicht nur für Frankreich spannend. Wenn der Haushaltsentwurf wieder mit irgendwelchen Sonderregeln, Verschiebungen und kreativen Buchungen gerettet werden soll, merken sich die Märkte das bestimmt. Die drei Prozent aus den Euroregeln wirken sowieso manchmal wie eine Hausnummer, an die sich einige halten und andere nur erinnern, wenn es gerade politisch passt. Vielleicht müsste man stärker zwischen guten und schlechten Schulden unterscheiden, aber dafür bräuchte es klare Regeln und nicht nur neue Ausnahmen für jedes aktuelle Lieblingsprojekt.

    Beim Energie-Thema wird oft so getan, als könne man die Preise einfach durch einen Knopf runterdrehen. Dabei sind gerade die niedrigen Gasspeicher ein Problem, weil Deutschland im Winter nicht nur den heutigen Verbrauch bezahlen muss, sondern auch früh genug einkaufen sollte. Wenn dann alle gleichzeitig kaufen wollen, wird es natürlich teurer. Das ist ungefähr wie wenn man erst am Heiligabend merkt, dass man noch Geschenke braucht, und sich dann wundert, warum alles ausverkauft und doppelt so teuer ist. Nur dass es beim Gas nicht um einen Pullover geht, sondern um Heizung und Industrie.

    Die mögliche Gasmangellage bei mehreren kalten Monaten sollte man nicht dramatisieren, aber auch nicht als reine Panikmache abtun. Wetter lässt sich nicht zuverlässig politisch bestellen. Ein normaler Winter ist vielleicht das wahrscheinlichste Szenario, aber Infrastruktur muss ja auch für weniger wahrscheinliche Fälle funktionieren. Besonders kleinere Energieversorger könnten dabei zwischen Einkaufspreisen und langfristigen Kundentarifen eingeklemmt werden. Wenn ein Anbieter pleitegeht, ist das für Kunden ausserdem nicht einfach nur ein abstraktes Marktproblem, sondern plötzlich ein neuer Vertrag, neue Preise und viel Papierkram.

    Spannend ist auch der sogenannte Verbraucherstreik. Viele Menschen kaufen nicht weniger, weil sie aus Protest gegen die Wirtschaftslage demonstrieren wollen, sondern weil nach Miete, Versicherung, Lebensmitteln und Strom schlicht nicht mehr so viel übrig bleibt. Das wird dann in Statistiken als schwache Nachfrage sichtbar, fühlt sich für Betroffene aber eher wie normales Haushalten an. Unternehmen können Preise nicht beliebig erhöhen, wenn die Kunden schon jetzt wegbleiben. Dann sinken Margen, Investitionen werden verschoben und am Ende werden vielleicht Stellen gestrichen. So kann sich eine Krise selbst verstärken, obwohl jeder einzelne nur versucht, irgendwie über den Monat zu kommen.

    Bei den Rechenzentren sollte man meiner Meinung nach nicht nur die Investitionssumme betrachten. Elf Milliarden Euro in Lübbenau hört sich beeindruckend an, aber entscheidend ist doch auch, wie viele dauerhafte Arbeitsplätze entstehen und wieviel Wertschöpfung wirklich in Deutschland bleibt. Ein Rechenzentrum ist hochautomatisiert und beschäftigt nicht zehntausende Menschen wie ein altes Stahlwerk. Dafür können drumherum neue Firmen entstehen, etwa bei Kühlung, Netztechnik, Sicherheit und Software. Ob das klappt, hängt aber davon ab, ob diese Unternehmen auch Zugang zu den Projekten bekommen oder ob am Ende nur die großen internationalen Anbieter profitieren.

    Der Strombedarf ist dabei ein ziemlich grosser Elefant im Raum. Wenn die Rechenleistung bis 2030 so stark wachsen soll, muss jemand erklären, wo der zusätzliche Strom herkommt und wer den Netzausbau bezahlt. Es kann nicht sein, dass die Allgemeinheit neue Leitungen finanziert und normale Haushalte dann trotzdem die höchsten Preise der G20 bezahlen, während große Serverparks Sonderkonditionen bekommen. Rechenzentren könnten immerhin flexibler betrieben werden als Krankenhäuser oder private Heizungen. Vielleicht müsste man sie stärker nach dem Stromangebot steuern, also besonders dann rechnen lassen, wenn viel erneuerbarer Strom verfügbar ist. Das klingt technisch vermutlich einfacher als es in echt ist, aber einfach alles jederzeit laufen lassen wird auch nicht gehen.

    Bei der digitalen Souveränität ist ausserdem die Softwarefrage wichtig. Selbst wenn die Daten in einem Rechenzentrum in Brandenburg liegen, können sie noch von Programmen, Chips und Wartungsverträgen abhängen, die ausserhalb Europas kontrolliert werden. Ein Servergebäude mit EU-Zaun drumherum macht noch keine unabhängige Technologie. Andererseits sollte man auch nicht erwarten, dass Europa von heute auf morgen eigene Alternativen zu jedem amerikanischen Dienst entwickelt. Vielleicht ist eine Mischung realistischer: europäische Anbieter für besonders sensible Daten, offene Standards und mehrere Lieferanten, damit nicht ein einzelner Konzern den Zugang abschalten kann. Das wäre dann zumindest etwas mehr Unabhängigkeit statt nur ein neues Etikett auf derselben Abhängigkeit.

    Die Genehmigungszeiten sind ebenfalls ein Punkt, der oft unterschätzt wird. Zwei oder drei Jahre können in der Politik noch als normal gelten, in der Technologiebranche ist das quasi eine halbe Ewigkeit. Bis der Bau fertig ist, kann die geplante Hardware schon wieder veraltet sein oder der Bedarf sich verschoben haben. Beschleunigung darf aber nicht heissen, dass Sicherheitsprüfungen und Umweltauflagen komplett egal sind. Sinnvoller wären wahrscheinlich feste Fristen, digitale Verfahren und eine Behörde, die die verschiedenen Netz-, Bau- und Umweltfragen koordiniert, statt dass jeder Antrag durch zehn Schreibtische wandert.

    Und bei der deutschen Stagnation würde ich wirklich gerne mal konkreter wissen, welche kleinen Signale gemeint sind. Mehr Zuversicht allein ist schön, bezahlt aber noch keine Rechnung. Vielleicht sind es steigende Auftragseingänge, vielleicht weniger schlechte Nachrichten oder nur die Hoffnung, dass es nach mehreren miesen Jahren statistisch langsam wieder aufwärts gehen muss. Eine Erholung braucht jedenfalls nicht nur exportierende Großkonzerne, sondern auch Handwerk, Mittelstand und private Nachfrage. Wenn die Leute wegen der hohen Kosten weiter sparen müssen, kann sich die Wirtschaft nicht allein durch neue Rechenzentren gesund wachsen.

    Unterm Strich hängen die Themen ziemlich direkt zusammen. Frankreich braucht Vertrauen in seine Staatsfinanzen, Deutschland braucht bezahlbare Energie und Europa braucht eigene digitale Fähigkeiten. Gleichzeitig kosten alle nötigen Investitionen erstmal Geld, wodurch die ohnehin angespannte Haushaltslage noch schwieriger wird. Deshalb wäre ein bisschen weniger gegenseitiges Schönreden und mehr ehrliche Prioritätensetzung wahrscheinlich hilfreich. Man kann nicht gleichzeitig die Steuern senken, alle Sozialleistungen ausbauen, Netze erneuern, Verteidigung erhöhen, KI fördern und Schulden abbauen, jedenfalls nicht ohne irgendwann festzustellen, dass der Taschenrechner kaputt ist. Die kleinen Hoffnungssignale sollte man mitnehmen, aber vielleicht noch keinen Konfettiwagen bestellen.

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    Autor Napoleon Hill
    Erscheinungsjahr 1937 / 2021 (aktuelle Ausgabe)
    Verlag Napoleon Hill
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