Inhaltsverzeichnis:
Von strengeren eBay-Regeln über Deutschlands wachsende Schulden bis zur provisorischen Öl-Pipeline Saudi-Arabiens: Der Pressespiegel zeigt, welche wirtschaftlichen Entscheidungen Verbraucher, Unternehmen und Märkte derzeit bewegen. Dazu kommen Milliardenfragen beim Arbeitslosengeld und eine millionenschwere Investition in den sächsischen Mittelstand.
eBay verschärft Regeln für unbezahlte Käufe und Preisvorschläge
eBay will unzuverlässige Käufer künftig schneller sanktionieren. Nach einem Kauf bleiben weiterhin vier Kalendertage für die Zahlung. Wird diese Frist überschritten, kann der Verkäufer die Transaktion sofort abbrechen; außerdem erhält der Käufer einen Vermerk über die Nichtzahlung in seinem Kundenkonto, berichtet T-Online.
Wer durch eine übermäßige Anzahl unbezahlter Artikel oder durch Abbrüche wegen Nichtzahlung auffällt, muss laut eBay mit Kauflimits oder Einschränkungen für das eigene Konto sowie für alle verknüpften Konten rechnen. Damit richtet sich die Plattform ausdrücklich gegen sogenannte Spaßbieter.
Neu sind auch erweiterte Möglichkeiten bei Preisnachlässen. Händler können bei bestimmten Angeboten potenzielle Käufer ansprechen, die einen Artikel beobachten oder ihn bereits zwei Tage im Warenkorb liegen haben. Der Nachlass muss mindestens fünf Prozent unter dem Sofort-Kaufen-Preis liegen.
Ein angenommener Preisvorschlag reserviert den Artikel jedoch nicht automatisch. Den Zuschlag erhält der erste Käufer, der innerhalb eines Zeitfensters von maximal 96 Stunden den Kauf einschließlich Zahlung abschließt. Während dieser Zeit kann der Artikel weiterhin von anderen Käufern gekauft werden. Gewerbliche Händler können im Verkäufer-Cockpit Pro zudem Preisvorschläge für mehrere Angebote gleichzeitig versenden.
„Seller News: September 2026“
Infobox: Vier Kalendertage bleiben als Zahlungsziel bestehen. Bei Preisvorschlägen gilt ein Mindestnachlass von fünf Prozent, während der Abschluss des Kaufs innerhalb von maximal 96 Stunden erfolgen muss.
Kürzeres Arbeitslosengeld für Ältere könnte Milliarden sparen
Eine Reform beim Arbeitslosengeld für ältere Menschen könnte Einsparungen in Milliardenhöhe ermöglichen. Gleichzeitig besteht laut WEB.DE die Gefahr, dass ein Teil der Kosten lediglich an anderer Stelle wieder auftaucht.
Damit steht nicht nur das mögliche Einsparvolumen im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie sich eine kürzere Bezugsdauer auf andere Bereiche auswirken würde. Weitere konkrete Angaben zu Umfang, Zeitraum oder Ausgestaltung der Reform enthält die vorliegende Meldung nicht.
Infobox: Eine kürzere Bezugsdauer könnte mehrere Milliarden sparen. Ein Teil der Kosten könnte jedoch in andere Bereiche verlagert werden.
Saudi-Arabien baut provisorische Pipeline nach Schäden an Öl-Infrastruktur
Saudi-Arabien versucht, den Betrieb seiner wichtigen Ost-West-Pipeline möglichst schnell wiederherzustellen. Wie die WirtschaftsWoche unter Berufung auf aktuelle Satellitenaufnahmen des US-Unternehmens Vantor berichtet, wird südlich der schwer beschädigten Pumpstation Nummer 11 eine oberirdische provisorische Pipeline verlegt.
Die Leitung ist nach der Blockade der Straße von Hormus der wichtigste Weg, um Rohöl von den saudischen Ölfeldern am Persischen Golf in die Welt zu exportieren. Durch sie werden bis zu sieben Prozent der weltweit geförderten Ölmenge transportiert.
Auf einer Aufnahme vom Sonntag sind drei der fünf Pumpenhäuschen der Station Nummer 11 nur noch als Trümmer zu erkennen. Gleichzeitig waren mehr als 100 Bagger, Baufahrzeuge und Sattelschlepper auf dem Gelände sichtbar. An mehreren Stellen lagen Rohrteile, und eine neuere Aufnahme zeigte eine zweite Pipeline, die um die Station verlegt wurde.
Für Aramco ist die Wiederherstellung ein Wettlauf mit der Zeit. Die Öltanks in Yanbu am Roten Meer können den Ausfall der Pipeline nur wenige Tage abpuffern. Ohne Hilfspumpen dürfte der Betrieb zudem nicht auskommen, da Station 11 an einem Gebirgspass auf mehr als 1000 Metern liegt und der Druck der vorherigen Pumpstationen vermutlich nicht ausreicht.
Neben Station 11 wurde auch Pumpstation 9 beschädigt. Dort erscheinen zwar alle fünf Pumpenhäuschen auf den Aufnahmen zunächst weitgehend intakt, zwei davon sind jedoch stark verrußt. Vor den Pumpen der Hauptleitung wurden offenbar Leitungen beschädigt. Auch an dieser Station sind Lastwagen und Hebebühnen sowie eine im Boden vergrabene Umgehungsleitung zu erkennen.
Die Ost-West-Pipeline verfügt über zwei Stränge. Der größere kann täglich etwa fünf Millionen Barrel Rohöl transportieren; die kleinere Leitung, die zuvor Gaskondensat beförderte und für Rohöl umfunktioniert wurde, schafft etwa zwei Millionen Barrel am Tag.
Auch an Station 8 war auf einer niedrig aufgelösten Satellitenaufnahme ein dunklerer Fleck vor den Pumpenhäuschen zu sehen. Nach dieser Aufnahme scheint der Schaden dort, sofern er von einem Angriff stammt, jedoch kleiner zu sein.
„Das wird eine kurze und zeitlich begrenzte Unterbrechung sein“, sagte US-Energieminister Chris Wright am Dienstag dem US-Sender CNBC. Sie werde lediglich Tage dauern.
Die Entwicklung bleibt für den Ölmarkt dennoch relevant. Der Ölpreis war laut WirtschaftsWoche am Montag, nachdem er bereits in den vergangenen Wochen wieder über 100 US-Dollar gestiegen war, auf nahezu 109 Dollar je Barrel Brent geklettert. Nach dem Beschuss verschoben die Ölstaaten am Golf außerdem ein Treffen mit Vertretern aus Teheran über einen vorübergehenden Korridor in der Straße von Hormus.
| Transportkapazität des größeren Pipeline-Strangs | etwa fünf Millionen Barrel täglich |
| Transportkapazität des kleineren Pipeline-Strangs | etwa zwei Millionen Barrel täglich |
| Höhenlage des Gebirgspasses bei Station 11 | mehr als 1000 Meter |
| Ölpreis Brent | nahezu 109 Dollar je Barrel |
Infobox: Station 11 ist schwer beschädigt, Station 9 ebenfalls betroffen. Saudi-Arabien errichtet Umgehungsleitungen; die Pipeline transportiert über ihre beiden Stränge etwa fünf Millionen beziehungsweise etwa zwei Millionen Barrel Rohöl täglich.
Fallschirm-Hersteller Spekon investiert 8,3 Millionen Euro in Ostsachsen
Der Fallschirmspezialist Spekon baut im sächsischen Seifhennersdorf seine Produktionsflächen aus. Nach Angaben von SZ.de investiert das Unternehmen dafür rund 8,3 Millionen Euro.
Das Land unterstützt das Vorhaben mit 2,8 Millionen Euro. Nach Unternehmensangaben werden dadurch mehr als 40 Arbeitsplätze und zwei Lehrstellen gesichert; zusätzlich soll ein neuer Arbeitsplatz entstehen.
Spekon ist auf Fallschirmtechnik für militärische und zivile Anwendungen spezialisiert. Darüber hinaus fertigt das Unternehmen technische Textilien für andere Bereiche.
Die Produkte des Unternehmens werden den Angaben zufolge in mehr als 30 Länder geliefert. Für die kommenden Jahre erwartet Spekon vor allem bei Fallschirmen für militärische Anwendungen ein hohes Wachstumspotenzial.
„Wir hoffen, damit auch weiterhin international mitwirken und für den sächsischen Mittelstand eine Vorbildfunktion übernehmen zu können“, erklärte Geschäftsführer Serdar Kaya.
| Investition in Produktionsflächen | rund 8,3 Millionen Euro |
| Unterstützung durch das Land | 2,8 Millionen Euro |
| Gesicherte Arbeitsplätze | mehr als 40 |
| Gesicherte Lehrstellen | zwei |
| Neue Arbeitsplätze | ein |
| Absatzländer | mehr als 30 |
Infobox: Spekon investiert rund 8,3 Millionen Euro und erhält 2,8 Millionen Euro Unterstützung. Mehr als 40 Arbeitsplätze und zwei Lehrstellen sollen gesichert sowie ein neuer Arbeitsplatz geschaffen werden.
Deutschlands Staatsschulden steigen auf knapp 2,8 Billionen Euro
Deutschlands Staatsschulden belaufen sich inzwischen auf knapp 2,8 Billionen Euro. Das entspricht mehr als 33.000 Euro pro Einwohner, berichtet ZDFheute. Für das kommende Jahr sind laut Haushaltsentwurf neue Kredite in Höhe von mehr als 200 Milliarden Euro vorgesehen.
Finanzminister Lars Klingbeil plant für den kommenden Haushalt Ausgaben von 555 Milliarden Euro. Die höhere Neuverschuldung für 2027 wird laut Bericht vor allem mit steigenden Verteidigungsausgaben in Verbindung gebracht.
Der Schuldenstand ist nach Anstiegen infolge der Wiedervereinigung und der Finanzkrise 2008 zunächst zurückgegangen. Seit 2020 stiegen die Schulden jedoch rapide. Als Gründe nennt ZDFheute unter anderem Corona-Hilfen, Zahlungen während der Energiekrisen durch den Ukraine-Krieg und jüngst den Konflikt im Nahen Osten. Im vergangenen Jahr beschloss die Bundesregierung zudem ein Sondervermögen von 500 Milliarden Euro für Infrastruktur und Modernisierung; hinzu kommen Sonderausgaben für die Bundeswehr.
Im internationalen Vergleich liegt Deutschlands Schuldenquote weiterhin vergleichsweise niedrig. Sie beträgt 63,5 Prozent und liegt damit nur etwas über der für EU-Mitglieder vorgesehenen Grenze von 60 Prozent. In den USA beträgt die Quote mehr als 120 Prozent, in Italien mehr als 135 Prozent.
Der Staat nimmt Kredite auf, indem er Bundesanleihen ausgibt. Investoren kaufen diese Anleihen, leihen dem Staat damit Geld und erhalten Zinsen. 49 Prozent der Schulden werden vom Ausland gehalten; der größere Teil liegt bei deutschen Banken, Versicherungen und Fonds.
Größter einzelner Gläubiger ist die Bundesbank mit rund 605 Milliarden Euro, Stand 2025. Diese Summe wird im Bericht mit den massiven Anleihekäufen während der Euro-Krise in Verbindung gebracht. Ein Teil der Zinserträge kann über Gewinnausschüttungen der Bundesbank später wieder an den Staat zurückfließen.
Die Zinsen für deutsche Anleihen liegen je nach Laufzeit der Schuldscheine bei 2,5 bis rund 3,5 Prozent. 2021 zahlte der Bund vier Milliarden Euro Zinsen, aktuell sind es rund 30 Milliarden. Bis 2030 könnten die Zinsausgaben nach Berechnungen des Bundes der Steuerzahler 80 Milliarden Euro erreichen.
Deutschland gilt an den Finanzmärkten weiterhin als besonders kreditwürdig. Zugleich sind die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen laut ZDFheute in dieser Woche auf den höchsten Stand seit 17 Jahren gestiegen. Entscheidend für die Tragfähigkeit der zusätzlichen Kredite wird dem Bericht zufolge sein, ob diese das Wirtschaftswachstum stärken.
| Staatsschulden | knapp 2,8 Billionen Euro |
| Schulden pro Einwohner | mehr als 33.000 Euro |
| Geplante neue Kredite im kommenden Jahr | mehr als 200 Milliarden Euro |
| Geplante Ausgaben | 555 Milliarden Euro |
| Sondervermögen für Infrastruktur und Modernisierung | 500 Milliarden Euro |
| Schuldenquote Deutschlands | 63,5 Prozent |
| Auslandsanteil an den Schulden | 49 Prozent |
| Bundesbank-Forderungen, Stand 2025 | rund 605 Milliarden Euro |
| Zinsen für deutsche Anleihen | 2,5 bis rund 3,5 Prozent |
| Zinszahlungen 2021 | vier Milliarden Euro |
| Aktuelle Zinszahlungen | rund 30 Milliarden Euro |
| Mögliche Zinszahlungen bis 2030 | 80 Milliarden Euro |
Infobox: Deutschland hat knapp 2,8 Billionen Euro Staatsschulden. Die Schuldenquote liegt bei 63,5 Prozent, während die Zinszahlungen von vier Milliarden Euro im Jahr 2021 auf aktuell rund 30 Milliarden Euro gestiegen sind.
Wirtschaftsthemen im Update vom 18.09.2026
tagesschau.de bündelt im „Update Wirtschaft vom 18.09.2026“ die Themen Immobilien, Zinsen, Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie Spritpreise. Die Meldung ist als Wirtschaftssendung von tagesschau24 ausgewiesen.
Der vorliegende Quellenauszug nennt die Themenfelder, enthält jedoch keine weiteren Zahlen oder inhaltlichen Details zu den einzelnen Beiträgen. Daher lassen sich daraus keine zusätzlichen Angaben zu Entwicklungen oder Bewertungen ableiten.
Infobox: Das Wirtschafts-Update vom 18.09.2026 behandelt Immobilien, Zinsen, Wahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie Spritpreise.
Einschätzung der Redaktion
- eBay: Die strengere Durchsetzung der Zahlungspflicht dürfte die Verlässlichkeit des Marktplatzes erhöhen, verlangt von Käufern aber deutlich mehr Verbindlichkeit und Aufmerksamkeit.
- Arbeitslosengeld: Einsparungen wären nur dann nachhaltig, wenn die Reform nicht lediglich finanzielle Belastungen in andere Sicherungssysteme verschiebt.
- Saudi-Arabien: Die provisorische Reparatur zeigt die hohe Verwundbarkeit globaler Energieversorgung. Schon wenige Tage Unsicherheit können den Ölmarkt und damit Verbraucherpreise spürbar beeinflussen.
- Spekon: Die Investition stärkt einen spezialisierten ostsächsischen Industriestandort und zeigt, dass sicherheits- und verteidigungsnahe Produktion zunehmend wirtschaftliche Bedeutung gewinnt.
- Staatsschulden: Nicht die absolute Schuldenhöhe allein ist entscheidend, sondern ob die zusätzlichen Kredite produktive Investitionen finanzieren. Steigende Zinslasten begrenzen den politischen Handlungsspielraum jedoch zunehmend.
- Wirtschafts-Update: Die Themenauswahl unterstreicht, wie eng Immobilienmarkt, Zinsen, politische Entscheidungen und Alltagskosten miteinander verbunden sind.
Zusammenfassung: Die Meldungen zeigen zugleich wachsenden Regulierungsdruck, geopolitische Versorgungsrisiken und steigende öffentliche Finanzierungskosten. Nachhaltig tragfähig sind Entwicklungen vor allem dann, wenn sie Verlässlichkeit schaffen und langfristig Wachstum ermöglichen.
Quellen:
- eBay verschärft die Regeln: Das ändert sich für Bieter
- Kürzeres Arbeitslosengeld könnte mehrere Milliarden sparen
- Saudi-Arabien versucht hier eilig, seinen Ölexport zu retten – und damit den Spritpreis
- Unternehmen - Fallschirm-Hersteller investiert in Ostsachsen - Wirtschaft - SZ.de
- 33.000 Euro Schulden pro Kopf: Was steckt hinter Deutschlands Schuldenberg?
- Update Wirtschaft vom 18.09.2026



















