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Zwischen Filialabbau, Konjunkturhoffnungen, geopolitischem Ölpreisdruck und einer möglichen Übernahme mit hunderten gefährdeten Arbeitsplätzen zeigt dieser Pressespiegel, wie stark Unternehmen und Verbraucher derzeit unter Veränderungsdruck stehen.
KiK plant Schließung von rund 150 Filialen in Deutschland
Der Textildiscounter KiK will sein Filialnetz in Deutschland deutlich verkleinern. Nach Angaben von T-Online sollen bis Jahresende insgesamt rund 150 Standorte aufgegeben werden; zugleich sind etwa 15 Neueröffnungen vorgesehen.
Europaweit sind 300 Schließungen und 75 Neueröffnungen geplant. Damit soll die Zahl der Geschäfte insgesamt um rund 225 sinken. Ende des Jahres soll KiK in Deutschland noch rund 2.200 Filialen betreiben.
Das Unternehmen begründet den Schritt mit einer Überprüfung seines Filialnetzes. Geschäftsführer und Finanzvorstand Christian Kümmel erklärte im März: „Wir trimmen unser Portfolio auf Profitabilität.“ Teilweise lägen Geschäfte weniger als einen Kilometer auseinander. „Wir haben zu dicht expandiert. Das bauen wir zurück“, sagte Kümmel.
Nach Angaben von KiK sollen Beschäftigte geschlossener Filialen möglichst in anderen Geschäften weiterbeschäftigt werden. Kündigungen seien im Zuge des Filialabbaus nicht geplant. KiK beschäftigt rund 32.000 Menschen, davon etwa 19.000 in Deutschland.
Eine vollständige Liste der betroffenen Filialen hat das Unternehmen nicht veröffentlicht. Die von T-Online zusammengetragene Übersicht umfasst mehr als 60 öffentlich bekannte Standorte und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
| Bundesland | Genannte Standorte und Schließungstermine |
|---|---|
| Baden-Württemberg | Bopfingen, Mengen, Östringen, Pfullendorf, Rottenburg, Stuttgart, Wutöschingen |
| Bayern | Bad Windsheim, Burgthann, Freyung, München-Aubing, Peißenberg, Schongau, Schweinfurt, Uffenheim, Wunsiedel |
| Berlin | Zwei Filialen, geschlossen im 1. Quartal |
| Brandenburg | Brandenburg an der Havel, Doberlug-Kirchhain, Forst, Lübbenau, Potsdam-Babelsberg, Vetschau |
| Hamburg | Bramfeld, Steilshoop |
| Hessen | Bad Soden-Salmünster, Bad Wildungen Innenstadt, Dreieich-Sprendlingen, Frankfurt, Oberursel |
| Mecklenburg-Vorpommern | Altentreptow, Hagenow, Stralsund |
| Niedersachsen | Bergen, Dassel, Dörpen, Emsbüren, Gieboldehausen, Nordenham Innenstadt, Pattensen, Salzgitter, Twistringen, Vechta |
| Nordrhein-Westfalen | Essen, Hamm, Marl, Ochtrup, Radevormwald, Troisdorf Mitte, Wassenberg |
| Sachsen | Dresden, Falkenstein, Gröditz, Plauen, Seiffen |
| Sachsen-Anhalt | Dessau, Halle Südstadt, Magdeburg |
| Schleswig-Holstein | Preetz, Büdelsdorf |
| Thüringen | Bad Frankenhausen, Hildburghausen, Meiningen |
Neu hinzugekommen sind unter anderem Plauen in Sachsen und Bad Frankenhausen in Thüringen. Die Filiale in der Plauener Güterstraße bleibt seit Donnerstag, 17. September, geschlossen; in Bad Frankenhausen läuft ein Räumungsverkauf. Zuletzt bestätigte KiK außerdem das Aus für Standorte in Wutöschingen, Mengen, Pfullendorf, Forst und Dassel.
Zusammenfassung: KiK plant bis Jahresende rund 150 Filialschließungen in Deutschland. Das Unternehmen will sein Netz profitabler aufstellen, kündigt zugleich etwa 15 Neueröffnungen an und plant nach eigenen Angaben keine Kündigungen im Zuge des Abbaus.
IMK erwartet stärkeres Wachstum der deutschen Wirtschaft
Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) rechnet mit einer besseren Entwicklung der deutschen Wirtschaft als bislang angenommen. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, prognostizieren die Düsseldorfer Wirtschaftsforscher inflationsbereinigte Zuwachsraten von 1,3 Prozent in diesem und 1,4 Prozent im nächsten Jahr.
Die Prognose für 2026 fällt damit doppelt so hoch aus wie noch im Frühjahr. IMK-Chef Sebastian Dullien sagte: „Der Standort Deutschland ist robuster als etliche Abgesänge der letzten Zeit suggerieren.“
Als Gründe für die verbesserten Aussichten nennt das IMK vor allem die überraschend starken Exporte in der ersten Jahreshälfte, eine höhere Produktivität der Unternehmen sowie staatliche Sonderprogramme zur Modernisierung der Bundeswehr und der Infrastruktur.
Von einem sich selbst tragenden Aufschwung könne jedoch noch keine Rede sein. Hohe Energiepreise und die Wirtschaftspolitik der Bundesregierung bremsten nach Einschätzung Dulliens die Konsumnachfrage.
Als Belastungen für die Verbraucher nennt der IMK-Chef unter anderem höhere Zuzahlungen zu Medikamenten und die angekündigte Anhebung der Tabaksteuer. Zusammengenommen könnten diese Maßnahmen dazu beitragen, die Inflationsrate 2027 auf über drei Prozent zu treiben.
„Es wäre ein Fehler, die Binnenwirtschaft in Deutschland durch Sozialkürzungen zu schwächen und die Unsicherheit mit Reformdiskussionen zu erhöhen.“
Dullien weist zudem die These zurück, die deutsche Wirtschaft habe vor allem ein Lohnkostenproblem. Die akuten Schwierigkeiten seien in erster Linie Folge externer Schocks bei den Energiepreisen sowie des Protektionismus in China und den USA.
„Die akuten Probleme sind in erster Linie die Folge externer Schocks – bei den Energiepreisen und durch den Protektionismus in China und den USA. Es sind keine klassischen Probleme preislicher Wettbewerbsfähigkeit.“
Die Exporte in die EU-Nachbarländer liefen nach Angaben des IMK gut. Die Zollpolitik der USA und die Subventionierung chinesischer Unternehmen ließen sich daher nicht durch fünf Prozent niedrigere Löhne bei Volkswagen bekämpfen. Wenn es in Deutschland ein massives Kostenproblem gebe, liege dieses beim Thema Energie.
Deutliche Kritik übt das IMK an der Europäischen Zentralbank. Diese habe ihren wichtigsten Leitzins in diesem Jahr wegen des Anstiegs der Inflationsrate bereits zweimal angehoben. „Wir halten die geldpolitische Reaktion der EZB für übertrieben“, sagte Dullien.
Externe Energiepreisschocks, die vor allem durch Kriege ausgelöst würden, könnten durch Zinserhöhungen nicht gelindert werden. Die Erhöhungen dämpften jedoch die wirtschaftliche Aktivität und insbesondere die Investitionen. Nach Einschätzung des IMK seien sie vor allem deshalb überflüssig, weil sich die gestiegenen Energiepreise bisher nicht in höheren Arbeitnehmerlöhnen niederschlügen.
- Eine weitere Eskalation des Iran-Krieges gilt als Konjunkturrisiko.
- Deutlich steigende Nahrungsmittelpreise infolge der Kriege am Golf und in der Ukraine könnten die Wirtschaft belasten.
- Hitzewellen und internationale Finanzmarktturbulenzen werden ebenfalls als Risiken genannt.
- Eine mögliche Blase bei amerikanischen Unternehmen im Bereich künstlicher Intelligenz könnte die Finanzmärkte destabilisieren.
- Die dramatisch steigenden Staatsschulden der USA werden als weiteres Risiko beschrieben.
Dullien plädiert dafür, den wirtschaftspolitischen Fokus auf Investitionen, Innovationen, den Umbau der Energieversorgung und die Stärkung der Binnenwirtschaft zu legen. Reformen, die durch Kürzungen Lasten auf Versicherte und Beschäftigte verlagerten und dadurch die private Nachfrage schwächten, wirkten aus Sicht des IMK in die falsche Richtung.
Zusammenfassung: Das IMK erwartet für dieses und das nächste Jahr ein Wachstum von 1,3 beziehungsweise 1,4 Prozent. Starke Exporte, höhere Produktivität und staatliche Sonderprogramme stützen die Aussichten, während Energiepreise, Sozialkürzungen, die EZB-Geldpolitik und internationale Konflikte Risiken bleiben.
Saudi-Arabien baut provisorische Pipeline nach Angriffen
Saudi-Arabien versucht, den Öltransport über seine wichtige Ost-West-Pipeline schnell wiederherzustellen. Nach Angaben der WirtschaftsWoche zeigen aktuelle Satellitenaufnahmen des US-Unternehmens Vantor, dass der saudische Ölkonzern Aramco eine provisorische Umleitung um eine schwer beschädigte Pumpstation errichtet.
Die Pipeline ist seit der Blockade der Straße von Hormus der wichtigste Weg, um Rohöl von den saudischen Feldern am Persischen Golf in die Welt zu exportieren. Über die Leitung werden bis zu sieben Prozent der weltweit geförderten Ölmenge transportiert.
Auf der Aufnahme ist die schwer beschädigte Pumpstation Nummer 11 zu sehen. Arbeiter verlegen wenige Meter südlich davon oberirdisch eine neue provisorische Pipeline um die Anlage herum. Von fünf Pumpenhäuschen liegen drei in Trümmern.
Die Geschwindigkeit der Reparaturarbeiten ist laut WirtschaftsWoche bemerkenswert. Auf dem Bild sind mehr als 100 Bagger, Baufahrzeuge und Sattelschlepper zu erkennen; zudem liegen an mehreren Stellen Rohrteile.
Für Aramco ist die Wiederherstellung dringend, weil die Öltanks in Yanbu am Roten Meer einen Ausfall der Pipeline nur wenige Tage abpuffern können. Danach käme der Ölexport aus Saudi-Arabien weitgehend zum Erliegen.
Ohne Hilfspumpen dürfte die Pipeline außerdem nicht auskommen. Die Station 11 liegt vor einem Gebirgspass, der auf mehr als 1000 Metern liegt. Der Druck der vorherigen Pumpstationen, die etwa alle 100 Kilometer aufgebaut sind, werde nicht ausreichen.
Auch die Pumpstation 9 wurde offenbar beschädigt. Von den fünf Pumpenhäuschen erscheinen dort zwar alle auf den ersten Blick halbwegs intakt, zwei davon sind jedoch extrem verrußt. Beschädigt sind dem Bericht zufolge offenbar die Leitungen direkt vor den Pumpen.
| Element | Angabe |
|---|---|
| Transportkapazität des größeren Pipeline-Strangs | täglich etwa fünf Millionen Barrel Rohöl |
| Transportkapazität des kleineren Pipeline-Strangs | etwa zwei Millionen Barrel am Tag |
| Höhe des Gebirgspasses vor Pumpstation 11 | mehr als 1000 Meter |
| Abstand der vorherigen Pumpstationen | etwa alle 100 Kilometer |
| Auf dem Bild erkennbare Fahrzeuge | mehr als 100 Bagger, Baufahrzeuge und Sattelschlepper |
Die Pipeline besteht aus zwei Strängen. Der größere kann täglich etwa fünf Millionen Barrel Rohöl transportieren; die kleinere Leitung beförderte vor dem Krieg Gaskondensat und wurde für Rohöl umfunktioniert. Sie schafft etwa zwei Millionen Barrel am Tag.
Der Ölpreis war bereits in den vergangenen Wochen wieder über die Marke von 100 US-Dollar gestiegen. Am Montag kletterte er weiter auf nahezu 109 Dollar je Barrel Brent.
US-Energieminister Chris Wright sagte dem US-Sender CNBC, die Unterbrechung werde kurz und zeitlich begrenzt sein und lediglich Tage dauern. Gleichzeitig bleibt laut WirtschaftsWoche offen, ob weitere Angriffe folgen und wie schnell die Leitung tatsächlich repariert werden kann.
Nach dem Beschuss verschoben die Ölstaaten am Golf ein Treffen mit Vertretern aus Teheran. Bei dem Treffen sollte es um die Einrichtung eines vorübergehenden Korridors in der Straße von Hormus gehen, um den Verkehr zunächst zu normalisieren.
Zusammenfassung: Saudi-Arabien versucht, mit einer provisorischen Pipeline und umfangreichen Reparaturarbeiten den Ausfall einer zentralen Exportleitung zu begrenzen. Die betroffenen Pumpstationen, die begrenzten Ölvorräte in Yanbu und ein Ölpreis von nahezu 109 Dollar je Barrel Brent erhöhen den Zeitdruck.
WKW.group in Velbert vor Übernahme – rund 500 Stellen möglicherweise betroffen
Die WKW.group in Velbert steht nach Angaben der WAZ vor einer Übernahme. Im Zusammenhang mit dem Vorgang könnten rund 500 Stellen wegfallen.
Der vorliegende Quellenausschnitt enthält darüber hinaus keine nutzbaren Angaben zu den möglichen Übernahmebedingungen, zum Zeitplan oder zu den betroffenen Unternehmensbereichen.
Zusammenfassung: Bei der WKW.group in Velbert steht eine Übernahme im Raum. Laut WAZ könnten davon rund 500 Stellen betroffen sein.
Einschätzung der Redaktion
Der Filialabbau ist vor allem ein Zeichen dafür, dass flächendeckende Präsenz im stationären Niedrigpreissegment wirtschaftlich nicht mehr automatisch trägt. Entscheidend wird sein, ob KiK die frei werdenden Ressourcen tatsächlich in produktivere Standorte, Logistik und digitale Vertriebskanäle lenkt. Für Beschäftigte und betroffene Innenstädte bleibt die angekündigte Weiterbeschäftigung zwar ein wichtiger Puffer, der Rückzug dürfte regional dennoch spürbare Lücken hinterlassen.
Kernaussage: KiK korrigiert eine zu dichte Expansion; der Schritt kann die Profitabilität stärken, verdeutlicht aber zugleich den anhaltenden Anpassungsdruck im stationären Einzelhandel.
Einschätzung der Redaktion
Die verbesserten Wachstumsaussichten sind ein ermutigendes Signal, sollten aber nicht mit einem breiten Aufschwung verwechselt werden. Die Erholung hängt stark von staatlichen Investitionen und externen Faktoren ab, während hohe Energiepreise und eine schwache Binnenwirtschaft die Stabilität begrenzen. Wirtschaftspolitisch wäre daher entscheidend, Investitionen zu beschleunigen, ohne private Nachfrage durch zusätzliche Belastungen weiter zu schwächen.
Kernaussage: Deutschlands Wirtschaft zeigt Widerstandskraft, bleibt jedoch anfällig; nachhaltiges Wachstum erfordert bessere Rahmenbedingungen für Energie, Investitionen und Konsum.
Einschätzung der Redaktion
Die provisorische Umleitung ist kurzfristig ein wichtiger Schadensbegrenzungsversuch, beseitigt aber nicht das strategische Risiko einer stark konzentrierten Exportinfrastruktur. Jede weitere Beschädigung könnte die globale Ölversorgung und damit Preise, Inflation und Wachstum erheblich belasten. Der Zeitdruck erhöht zugleich die geopolitische Bedeutung der Reparaturen und macht die Sicherheit alternativer Transportwege dringlicher.
Kernaussage: Die Reparatur kann den unmittelbaren Ausfall begrenzen, doch die Verwundbarkeit zentraler Energieinfrastruktur bleibt ein erhebliches globales Risiko.
Einschätzung der Redaktion
Eine mögliche Übernahme mit potenziellen Auswirkungen auf rund 500 Stellen wäre für Velbert und die regionale Industrielandschaft erheblich. Ohne Informationen zu Käufer, Finanzierung und Sanierungsplan lässt sich die Tragfähigkeit des Vorhabens jedoch nicht seriös bewerten. Entscheidend wird sein, ob ein Eigentümerwechsel langfristige Investitionen und Beschäftigung sichert oder primär kurzfristige Kostenreduzierungen verfolgt.
Kernaussage: Der Vorgang besitzt hohe regionale Bedeutung, ist in seiner wirtschaftlichen Tragweite aber noch nicht belastbar einzuschätzen.
Quellen:
- Kik schließt 150 Filialen – diese Standorte sind betroffen
- (S+) Wirtschaft: Katherina Reiche - Beirat warnt vor Protektionismus gegen China
- Ein Quäntchen Trost für Friedrich Merz - Wirtschaft - SZ.de
- Gewerkschaft sieht Ziel verfehlt: Studie: Gastronomie-Steuersenkung kommt bei Gästen nicht an
- Ölpreis: Hier versucht Saudi-Arabien gerade im Eiltempo, den Spritpreis zu retten
- Wirtschaft in Velbert: WKW.group vor Übernahme, rund 500 Stellen fallen wohl weg




















