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Der Pressespiegel zeigt, wie eng Geopolitik, Staatsfinanzen und Unternehmensentwicklung derzeit miteinander verknüpft sind: Während die USA ihren Einfluss auf Venezuelas Ölreserven ausweiten wollen, drohen Deutschland hohe Kosten aus dem EU-Corona-Fonds. Zugleich liefern steigende deutsche Exporte trotz Handelskonflikten einen Lichtblick, während Finnland nur verhalten wächst und der Ukraine-Krieg zunehmend Logistik- und Energieunternehmen trifft.
USA wollen Zugriff auf venezolanische Ölvorkommen sichern
Präsident Donald Trump hat nach Angaben von SZ.de erklärt, dass sich die USA im Rahmen einer Vereinbarung riesige Ölvorkommen in Venezuela gesichert hätten. Demnach bringen die USA mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven unter ihre Kontrolle; eine Bestätigung aus Venezuela lag zunächst nicht vor.
Trump zufolge wurde die Vereinbarung in Absprache mit der geschäftsführenden Präsidentin Venezuelas, Delcy Rodríguez, geschlossen. Auch die Privatwirtschaft sei beteiligt, nähere Einzelheiten zu dem Abkommen waren zunächst nicht bekannt.
Mit der Vereinbarung werde sich die Menge der US-Vorkommen mehr als verdoppeln, sagte Trump. Die US-Energiebehörde EIA bezifferte die US-Vorkommen Ende 2024 auf 46 Milliarden Barrel, wobei diese Angabe nicht nur Rohöl, sondern auch das bei der Förderung gewonnene Kondensat umfasst.
Der Meldung zufolge hatten US-Spezialkräfte Anfang des Jahres Venezuelas langjährigen Staatschef Nicolás Maduro gefangengenommen. Die USA erhoben gegen Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores unter anderem den Vorwurf des „Drogenterrorismus“, während Kritiker das Vorgehen als Verstoß gegen das Völkerrecht bezeichneten.
Venezuela wird inzwischen von der früheren Vizepräsidentin Rodríguez als geschäftsführende Präsidentin geführt. Sie arbeitet laut dem Bericht bereits seit Längerem mit Washington zusammen, unter anderem in Fragen der Erdölwirtschaft.
„Mit der Vereinbarung werde sich die Menge der US-Vorkommen mehr als verdoppeln“, sagte Donald Trump laut SZ.de.
Zusammenfassung: Laut SZ.de beanspruchen die USA durch eine Vereinbarung mit Venezuela den Zugriff auf mehr als 65 Milliarden Barrel nachgewiesener Ölreserven. Die politischen und wirtschaftlichen Details des Abkommens waren zunächst offen.
Corona-Wiederaufbaufonds könnte Deutschland bis zu 150 Milliarden Euro kosten
Der gemeinsame EU-Schuldenfonds zur Bewältigung der Corona-Krise könnte den deutschen Steuerzahler in den kommenden Jahrzehnten erheblich belasten. Nach Informationen von WELT summieren sich Tilgung und Zinsen des EU-Wiederaufbaufonds bis zum Jahr 2058 auf zwischen 649 und 681 Milliarden Euro.
Wird der aktuelle deutsche Anteil am EU-Haushalt von 22,6 Prozent fortgeschrieben, ergibt sich für Deutschland eine Belastung zwischen 145 und 154 Milliarden Euro. Rechnerisch entspricht dies etwa fünf Milliarden Euro pro Jahr.
| Zeitraum beziehungsweise Größe | Angabe |
|---|---|
| Gesamtkosten des Fonds bis 2058 | 649 bis 681 Milliarden Euro |
| Voraussichtliche Belastung Deutschlands | 145 bis 154 Milliarden Euro |
| Aktueller deutscher Anteil am EU-Haushalt | 22,6 Prozent |
| Rechnerische jährliche Belastung | etwa fünf Milliarden Euro |
| Belastung im EU-Haushaltszeitraum 2028 bis 2034 | 32 bis 38 Milliarden Euro für Deutschland |
Allein im EU-Haushaltszeitraum von 2028 bis 2034 werden für Zins und Tilgung zwischen 140 und 168 Milliarden Euro fällig. Der deutsche Anteil daran läge laut WELT zwischen 32 Milliarden und 38 Milliarden Euro.
Für den laufenden Haushalt von 2021 bis 2027 fallen bislang nur Zinsen, noch keine Tilgung, an. Die von Brüssel veranschlagten Kosten stiegen dafür bereits von 15 auf 28 Milliarden Euro.
Die endgültige Belastung lässt sich laut dem Bericht nicht exakt bestimmen. Sie hängt unter anderem von der Zinsentwicklung und vom künftigen deutschen Anteil am EU-Haushalt ab, der sich auch an der deutschen Wirtschaftskraft bemisst.
Der 2020 angekündigte und 2021 beschlossene Fonds trägt offiziell den Namen „NextGenEU“. Die EU nahm damit erstmals in ihrer Geschichte gemeinsam Schulden auf. Der ursprünglich zu damaligen Preisen mit einem Volumen von 750 Milliarden Euro konzipierte Fonds besteht aus Krediten und Zuschüssen.
Die Kredite müssen von den Empfängerstaaten einschließlich Tilgung zurückgezahlt werden. Mehr als die Hälfte der Gelder sind jedoch Zuschüsse, deren Rückzahlung an die Gläubiger an den Finanzmärkten zwischen 2028 und 2058 von der EU übernommen werden muss.
Zu den größten Nettozahlern zählen neben Deutschland Frankreich und die Niederlande. Die höchsten absoluten Summen erhalten Spanien und Italien; auch Portugal, Griechenland, Polen und Rumänien beziehen unter dem Strich vergleichsweise hohe Beträge. Die Berechnungen zur Gesamtbelastung basieren laut WELT auf einem Zuschussvolumen von 421 Milliarden Euro.
Der Fonds war von Beginn an umstritten. Die Verteilung der Hilfen richtet sich unter anderem nach den wirtschaftlichen Schäden durch die Corona-Krise, der Wirtschaftskraft sowie dem Nachholbedarf bei Digitalisierung und Umweltschutz.
„Deutschland haftet als größter Nettozahler mit zweistelligen Milliardenbeträgen, obwohl die deutsche Wirtschaft seit der Pandemie deutlich schlechter gelaufen ist als die vieler Empfängerländer“, sagte der FDP-Europaabgeordnete Moritz Körner laut WELT.
Auch die CSU-Europaabgeordnete Monika Hohlmeier kritisierte die Verwendung der Mittel. Ihrer Einschätzung zufolge könnte viel Geld in nationalen Haushalten versickert sein, anstatt künftige Krisenvorsorge zu finanzieren.
Viele Ökonomen sehen den Fonds dennoch als hilfreich bei der Bewältigung der Krise. Der erhoffte große wirtschaftliche Schub sei jedoch ausgeblieben. Für dieses Jahr rechnet die Kommission laut WELT mit einem Wachstum von 1,1 Prozent, deutlich weniger als in den USA und China.
Zusammenfassung: Der EU-Corona-Fonds könnte Deutschland bis 2058 zwischen 145 und 154 Milliarden Euro kosten. Die Belastung hängt vor allem von Zinsen und dem künftigen deutschen Anteil am EU-Haushalt ab.
„Mauritius“ schließt Filiale im Pforzheimer VolksbankHaus
Die Restaurant-Kette „Mauritius“ beendet zum Ende des Monats ihre Filiale im Pforzheimer VolksbankHaus. Wie PZ-news berichtet, ist am 31. August Schluss mit dem gastronomischen Angebot im Untergeschoss des Gebäudes.
Das Franchise-Unternehmen kündigte die Schließung wenige Tage zuvor auf seiner Facebook-Seite an und schrieb: „Manchmal fällt ein Abschied einfach schwer.“ Die Gastronomie-Kette verschwindet jedoch nicht vollständig aus Pforzheim.
Das „Mauritius Bowling Pforzheim“ in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße bleibt erhalten. Nach Angaben von PZ-news laufen außerdem Gespräche mit potenziellen Nachmietern für die frei werdenden Räume im VolksbankHaus.
Zusammenfassung: Die „Mauritius“-Filiale im Pforzheimer VolksbankHaus schließt am 31. August. Der Bowling-Standort in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße bleibt bestehen, während Gespräche mit möglichen Nachmietern laufen.
Deutsche Exporte steigen trotz Zollstreit und China-Schwäche
Die deutschen Exporte haben im ersten Halbjahr 2026 trotz schwächerer Geschäfte in den USA und China deutlich zugelegt. WELT berichtet, dass die Ausfuhren im Jahresvergleich um 3,9 Prozent beziehungsweise um zusätzliche 31 Milliarden Euro stiegen.
Das Exportwachstum wirkt sich auch auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung aus. Für das zweite Quartal meldete das Statistische Bundesamt ein BIP-Wachstum von 0,3 Prozent; aktuell wächst die deutsche Wirtschaft damit laut WELT mit Jahresraten von über einem Prozent.
Destatis-Präsidentin Ruth Brand führte den Anstieg vor allem auf die gute Exportentwicklung zurück. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche bezeichnete den wachsenden Außenhandel als maßgeblich für das Wachstum.
| Bereich | Entwicklung |
|---|---|
| Deutsche Exporte im ersten Halbjahr 2026 | plus 3,9 Prozent |
| Zusätzlicher Exportwert | 31 Milliarden Euro |
| BIP-Wachstum im zweiten Quartal | 0,3 Prozent |
| Exporterwartungen des Ifo-Index | von minus 2,8 auf plus 9,6 Punkte |
| Exporte in die USA | minus 6,1 Prozent |
| Exporte nach China | minus 12,2 Prozent |
| Exporte nach Frankreich | plus 7,6 Prozent |
| Exporte in die Niederlande | plus 9 Prozent |
Der Präsident des Außenhandelsverbands BGA, Dirk Jandura, warnte jedoch davor, bereits von einer nachhaltigen Trendwende zu sprechen. Das Exportplus werde auch von Großaufträgen, staatlich angestoßenen Investitionen sowie Impulsen aus Digitalisierung und künstlicher Intelligenz getragen.
Die Exporterwartungen haben sich zugleich deutlich verbessert. Das Ifo-Institut ermittelte im August den stärksten Anstieg seit über sechs Jahren; der Index stieg von minus 2,8 auf plus 9,6 Punkte. Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe sprach davon, dass die Exportwirtschaft Fahrt aufnehme.
Die Entwicklung ist besonders bemerkenswert, weil die USA weiterhin der wichtigste Exportmarkt für deutsche Unternehmen sind, die US-Zölle die deutschen Ausfuhren jedoch um 6,1 Prozent drückten. Nach China gingen die Exporte sogar um 12,2 Prozent zurück.
Insgesamt sank der Wert der deutschen Ausfuhren in die USA und nach China im ersten Halbjahr um zehn Milliarden Euro. Gleichzeitig stiegen die Exporte nach Mittel- und Osteuropa um elf Milliarden Euro.
Auch Frankreich und die Niederlande entwickelten sich positiv. Die Ausfuhren nach Frankreich lagen um 7,6 Prozent und jene in die Niederlande um neun Prozent über dem Vorjahreswert.
Bei den Produkten entwickelten sich die wichtigsten Exportbranchen unterschiedlich. Die Automobilindustrie exportierte 5,8 Prozent weniger, der Maschinenbau knapp ein Prozent weniger. Dagegen legten Elektronik, Optik und Datentechnik um 9,5 Prozent zu, während die Chemie ihre Ausfuhren um 1,4 Prozent steigern konnte.
Die Ifo-Umfrage weist laut WELT ebenfalls auf besonders optimistische Erwartungen in diesen Branchen hin. Die deutsche Industrie profitiere von Investitionen in künstliche Intelligenz; auch die Autoindustrie blicke inzwischen deutlich optimistischer auf ihre Exportaussichten.
„Unsere Unternehmen beweisen erneut ihre hohe Anpassungsfähigkeit“, sagte Dirk Jandura laut WELT. Sie erschlössen neue Märkte, diversifizierten ihre Absatzwege und reagierten flexibel auf geopolitische und wirtschaftliche Veränderungen.
Als wichtigen Stabilitätsanker bezeichnete Jandura Europa. Er forderte, den europäischen Binnenmarkt weiterzuentwickeln und neue EU-Handelsabkommen voranzutreiben.
Wirtschaftsministerin Reiche verwies ebenfalls auf das Potenzial des Binnenmarkts. Nach Angaben der Europäischen Zentralbank entsprächen die bestehenden Hindernisse im EU-Handel bei Waren Zöllen von 67 Prozent und bei Dienstleistungen von annähernd 100 Prozent.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt laut dem Bericht auf Mittel- und Osteuropa. In Ländern wie Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien treffen robuste Binnennachfrage, Modernisierungsbedarf und EU-finanzierte Investitionen auf enge wirtschaftliche und industrielle Verflechtungen mit Deutschland.
Michael Harms vom Ostausschuss der deutschen Wirtschaft plädierte dafür, auch die Wachstumsmärkte in der östlichen Nachbarschaft stärker zu berücksichtigen. Genannt werden der EU-Beitrittsprozess der westlichen Balkanstaaten, der Ukraine und Moldaus sowie eine engere Vernetzung mit Zentralasien und dem Südkaukasus.
Zusammenfassung: Deutschlands Exporte stiegen im ersten Halbjahr 2026 um 3,9 Prozent beziehungsweise 31 Milliarden Euro. Rückgänge in den USA und China wurden vor allem durch Zuwächse in Europa sowie durch Elektronik, Optik und Datentechnik ausgeglichen.
Finnlands Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 0,4 Prozent
Finnlands Bruttoinlandsprodukt ist im zweiten Quartal gegenüber dem Vorquartal um 0,4 Prozent gestiegen. Das berichtet Nordisch.info unter Berufung auf das finnische Statistikamt.
Die aktuelle Zahl liegt deutlich unter der ersten Schätzung von 0,9 Prozent. Das Statistikamt korrigierte die vorläufige Prognose damit auf weniger als die Hälfte des ursprünglich angenommenen Quartalswachstums.
Trotz der Abschwächung gegenüber dem Jahresbeginn sprach die Behörde weiterhin von einem deutlichen Wachstum. Die Nachfrage wurde demnach vor allem durch steigende Exporte und private Investitionen getragen.
| Wirtschaftsindikator | Angabe |
|---|---|
| BIP-Wachstum im zweiten Quartal | 0,4 Prozent |
| Erste Schätzung | 0,9 Prozent |
| Betrachtungszeitraum | April bis Juni |
Zusammenfassung: Finnlands Wirtschaft wuchs von April bis Juni um 0,4 Prozent. Die erste Schätzung von 0,9 Prozent wurde deutlich nach unten korrigiert, während Exporte und private Investitionen das Wachstum stützten.
Ukraine greift russische Logistik und Energieinfrastruktur an
Die Ukraine richtet ihre Drohnenangriffe nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau verstärkt gegen die russische Logistik und Energieinfrastruktur. Betroffen waren unter anderem Logistikzentren von Wildberries und Ozon sowie die Lukoil-Raffinerie NORSI im Gebiet Nischni Nowgorod.
In der Nacht zum 26. August wurde ein Wildberries-Logistikzentrum in Kotowsk im Gebiet Tambow angegriffen. Gouverneur Jewgeni Perwyschoow sprach von einem massiven Drohnenangriff, bei dem das Lager in Brand geriet und zwei Personen verletzt wurden.
Nach Angaben des Gouverneurs schoss die russische Luftabwehr 13 Drohnen ab, während mobile BARS-Einheiten weitere drei Drohnen abfingen. Drei Drohnen trafen demnach das Ziel.
Für Wildberries war es laut Frankfurter Rundschau der erste bestätigte Angriff seit dem 16. August. Damals war das größte Logistikzentrum des Unternehmens in der Oblast Moskau getroffen worden.
Seit Mitte Juli soll die Ukraine nach Angaben ihres Verteidigungsministeriums 15 der größten Wildberries-Lagerhubs angegriffen haben. Der Schaden für Russlands Wirtschaft wird auf mindestens eine Billion Rubel geschätzt.
Die Angriffe wurden anschließend auf den Konkurrenten Ozon ausgeweitet. Seit dem Wochenende wurden laut dem Bericht sechs Ozon-Logistikzentren getroffen, darunter Anlagen in Machatschkala in Dagestan, in Enem bei Krasnodar und im Gebiet Samara.
Im Logistikzentrum in Samara mussten laut Ozon mehr als 500 Mitarbeiter evakuiert werden. Die Aktie des Unternehmens fiel am Montag an der Moskauer Börse um fast 30 Prozent.
| Betroffener Bereich | Angabe |
|---|---|
| Getroffene Wildberries-Lagerhubs seit Mitte Juli | 15 |
| Geschätzter Schaden für Russlands Wirtschaft | mindestens eine Billion Rubel |
| Getroffene Ozon-Logistikzentren seit dem Wochenende | sechs |
| Evakuierte Mitarbeiter im Samara-Zentrum | mehr als 500 |
| Gemeinsamer Jahresumsatz von Wildberries, Ozon und Yandex Market | rund 140,3 Milliarden Dollar |
Das ukrainische Verteidigungsministerium erklärte, systematische Angriffe auf Lagerzentren mit Gütern mit doppeltem Verwendungszweck störten die Logistik und beeinträchtigten Russlands Wirtschaft insgesamt. Das Institut für Kriegsstudien in Washington bestätigte laut Frankfurter Rundschau eine Intensivierung der Angriffe auf Ozon-Lager.
Der kombinierte Jahresumsatz von Wildberries, Ozon und Yandex Market belief sich laut dem Ukrainian Security and Cooperation Center auf rund 140,3 Milliarden Dollar. Die Angriffe zielen damit auf Unternehmen mit hoher Bedeutung für den russischen Einzelhandel und die Lieferlogistik.
Russland reagierte mit einem Präsidialerlass. Dieser ermöglicht es dem Staat, vorübergehend die Kontrolle über Unternehmen zu übernehmen, die nach Ansicht der Behörden keine ausreichenden Schutzmaßnahmen für ihre Einrichtungen ergriffen haben.
Der Erlass gilt für Energie-, Industrie-, Transport- und Logistikinfrastruktur. Alexander Koljandr von der Eurasia Group wertete den Schritt laut Frankfurter Rundschau als Machtinstrument und erklärte, er gebe dem Staat weitreichende Möglichkeiten, profitable Unternehmen zu verstaatlichen.
„Es gibt dem Staat einen Blankoscheck, um im Grunde jedes profitable Unternehmen zu verstaatlichen, das es will“, sagte Alexander Koljandr laut Frankfurter Rundschau.
Aus kremlnahen Kreisen kam ebenfalls Kritik. Die Militärbloggerin Anastasia Kaschewarowa stellte infrage, wer mögliche Luftabwehrsysteme in Logistikzentren bedienen solle. Der russische Erste Vizepremier Denis Manturow bemühte sich hingegen um Beruhigung und erklärte, der Erlass beinhalte keine Verstaatlichung oder Änderung der Eigentumsform.
Finnlands Präsident Stubb stellte sich bei einem Besuch in Kiew hinter die ukrainische Strategie. Er bezeichnete die Angriffe als sinnvolle Militärstrategie, die Russlands Kriegskosten erhöhe und den Weg zu Friedensverhandlungen eröffnen könne.
Parallel zu den Angriffen auf den Einzelhandel wurde am 26. August die Lukoil-Nizhegorodnefteorgsintez-Raffinerie, bekannt als NORSI, im Gebiet Nischni Nowgorod getroffen. Die Anlage liegt rund 800 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt.
NORSI ist Russlands viertgrößte Raffinerie und der zweitgrößte Benzinproduzent des Landes. Ihre jährliche Verarbeitungskapazität beträgt rund 17 Millionen Tonnen Rohöl. Mehrere Verarbeitungseinheiten und die werksinterne Infrastruktur wurden beschädigt; wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, blieb zunächst unklar.
Damit waren laut dem Bericht alle großen Lukoil-Raffinerien in Russland gleichzeitig außer Betrieb. Die Anlage in Perm hatte nach einem Drohnenangriff am 21. August die Produktion eingestellt, jene in Wolgograd bereits am 31. Juli.
Die Angriffe auf die Energieinfrastruktur führten landesweit zu Treibstoffmangel und Schlangen an Tankstellen. Kasachstan kündigte an, russisches Rohöl zu verarbeiten und 70 Prozent seiner Diesel- und Benzinproduktion nach Russland zu liefern, um den Engpass zu lindern.
Zusammenfassung: Ukrainische Drohnenangriffe treffen russische Logistikunternehmen und Raffinerien. Russland reagiert mit einem Erlass zur möglichen zeitweisen Kontrolle über Unternehmen, während Schäden, Produktionsausfälle und Treibstoffengpässe die wirtschaftlichen Folgen des Krieges verschärfen.
Einschätzung der Redaktion
Die Nachricht ist geopolitisch und wirtschaftlich hochbrisant: Ein Zugriff der USA auf venezolanische Ölreserven würde Machtverhältnisse in der Energiepolitik verschieben und zugleich erhebliche völkerrechtliche sowie politische Konflikte auslösen. Wegen der fehlenden Bestätigung aus Venezuela bleibt die tatsächliche Reichweite der Vereinbarung jedoch unklar.
Kernaussage: Strategisch wäre der Vorgang weitreichend, seine politische und rechtliche Tragfähigkeit ist derzeit jedoch offen.
Einschätzung der Redaktion
Die mögliche Belastung macht sichtbar, dass gemeinsame EU-Schulden langfristige finanzielle Verpflichtungen schaffen. Entscheidend sind deshalb transparente Mittelverwendung, belastbare Rückzahlungspläne und eine klare Begrenzung solcher Instrumente auf außergewöhnliche Krisen.
Kernaussage: Der Fonds kann solidarische Krisenhilfe ermöglichen, erhöht aber den Rechtfertigungsdruck gegenüber den Nettozahlern erheblich.
Einschätzung der Redaktion
Die Schließung ist vor allem lokalwirtschaftlich relevant: Sie zeigt, wie stark einzelne Gastronomiestandorte von Frequenz, Kosten und Nutzungsbedingungen abhängen. Dass ein weiterer Standort bestehen bleibt und Nachmieter gesucht werden, begrenzt die Auswirkungen auf das Stadtbild.
Kernaussage: Kein vollständiger Rückzug, sondern eine Standortbereinigung mit offenem Ausgang für die frei werdende Fläche.
Einschätzung der Redaktion
Das Exportplus ist ein ermutigendes Signal, aber noch kein Beleg für eine stabile Erholung. Die Rückgänge in den USA und China zeigen die Verwundbarkeit des deutschen Außenhandels; die stärkere Nachfrage in Europa und bei technologieorientierten Produkten unterstreicht zugleich, wo neue Wachstumschancen liegen.
Kernaussage: Deutschlands Exportmodell passt sich an, bleibt jedoch stark von internationalen Risiken und einer erfolgreichen Diversifizierung abhängig.
Einschätzung der Redaktion
Das Wachstum ist positiv, bleibt nach der deutlichen Korrektur der ersten Schätzung aber fragil. Exporte und private Investitionen tragen die Erholung, während die Abhängigkeit von wenigen Impulsen die Anfälligkeit der finnischen Wirtschaft sichtbar macht.
Kernaussage: Finnland wächst, doch die Dynamik reicht noch nicht für eine belastbare wirtschaftliche Trendwende.
Einschätzung der Redaktion
Die Angriffe markieren eine strategische Ausweitung des Krieges auf wirtschaftlich zentrale Liefer- und Energieinfrastrukturen. Kurzfristig können sie Kosten, Versorgungsprobleme und politischen Druck erhöhen; zugleich steigern sie das Eskalationsrisiko und dürften Russlands Eingriffe in die Privatwirtschaft beschleunigen.
Kernaussage: Die Ukraine erhöht den wirtschaftlichen Druck, während Russland zwischen Schutzmaßnahmen, Kontrolle und wachsender Belastung seiner Infrastruktur steht.
Quellen:
- Erdöl - Trump: USA sichern sich riesige Ölvorkommen in Venezuela - Wirtschaft
- EU-Schulden: Corona-Fonds kostet Deutschland bis zu 150 Milliarden Euro
- "Mauritius" im Pforzheimer VolksbankHaus schließt – Gespräche mit potenziellen Nachmietern laufen
- Wirtschaft: Trotz Zollstreit und China-Flaute – Deutsche Exporte legen kräftig zu
- Finnlands Wirtschaft wächst leicht im 2. Quartal
- „Persönliches Leben“ treffen: Ukraine beschießt Wildberries und Ozon – Putin droht mit Verstaatlichung



















