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Die deutsche Wirtschaft steht zwischen Rüstungsboom, wachsendem Hafenumschlag und rekordhohen Managergehältern vor großen Veränderungen. Der Pressespiegel zeigt, wo neue Dynamik entsteht, welche Grenzen sichtbar werden und warum bei Biontech in Mainz Unruhe herrscht.
Rüstungsindustrie wächst, ersetzt aber nicht automatisch die Autoindustrie
Die deutsche Rüstungsindustrie erlebt nach dem russischen Angriff auf die Ukraine eine deutlich gestiegene Nachfrage. Wie DIE ZEIT berichtet, investiert Rheinmetall mehr als 300 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Pulverfabrik in Aschau am Inn. Dort werden vor allem Treibsätze für Artilleriemunition und Panzergeschosse gefertigt.
Die Zahl der Beschäftigten in dem Werk soll in den kommenden Jahren von 800 auf 1.400 steigen. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder besichtigte die Erweiterung gemeinsam mit Rheinmetall-Chef Armin Papperger und sagte dabei: „Da lassen wir es krachen!“
Nach Darstellung der in dem Beitrag genannten IW-Studie können höhere Verteidigungsausgaben das Bruttoinlandsprodukt kurzfristig messbar erhöhen. Besonders der Süden Deutschlands und Niedersachsen könnten davon profitieren, allerdings flache der Effekt ab.
Als strukturelle Begrenzungen nennt der Artikel unter anderem zu kleine Stückzahlen für eine echte Serienfertigung und gescheiterte europäische Rüstungskooperationen. Außerdem würden hohe Importquoten, etwa bei F-35-Jets, die wirtschaftlichen Effekte einer stärkeren Verteidigungsproduktion begrenzen.
Auch bei Innovationen sieht DIE ZEIT Nachholbedarf. Der Innovationsanteil im Bundeswehretat sei nahezu absurd niedrig, während die USA bei künstlicher Intelligenz, Software und Raumfahrt bereits deutlich weiter seien. Mehr Wachstum könne daher vor allem durch heimische Produktion, Technologietransfer und eine engere Verbindung von Militär, Industrie und ziviler Forschung entstehen.
Zusammenfassung: Rheinmetall investiert mehr als 300 Millionen Euro in Aschau am Inn und plant dort einen Anstieg der Beschäftigtenzahl von 800 auf 1.400. Die Studie warnt jedoch davor, die Rüstungsindustrie als gleichwertigen Ersatz für die Autoindustrie zu betrachten.
Niedersächsische Seehäfen schlagen mehr Güter um
Die niedersächsischen Seehäfen haben im ersten Halbjahr 2026 mehr Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben von Niedersachsen Ports, über die SZ.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, stieg der seeseitige Umschlag um sieben Prozent auf 31,1 Millionen Tonnen.
Für das Plus waren vor allem Container und andere Stückgüter verantwortlich. Dazu gehörten Windenergiekomponenten, Stahl und rollende Ladung. Der Umschlag von Massengütern ging dagegen leicht zurück, während der Umschlag von Neufahrzeugen auf dem Niveau des Vorjahres blieb.
| Bereich | Entwicklung im ersten Halbjahr 2026 |
|---|---|
| Seeseitiger Güterumschlag | Sieben Prozent auf 31,1 Millionen Tonnen |
| Containerverkehr | 36 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 |
| Massengüter | Leicht zurückgegangen |
| Neufahrzeuge | Auf dem Niveau des Vorjahres |
Besonders stark entwickelte sich der Containerverkehr. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 wuchs er um 36 Prozent. Container und andere Stückgüter machen damit einen großen Teil des niedersächsischen Hafenumschlags aus.
Wilhelmshaven war in den ersten Monaten der mit Abstand stärkste Hafen des Landes. Dort legte der Umschlag vor allem bei Containern, Kohle, Baustoffen und Neufahrzeugen zu. Rückgänge gab es bei Rohöl und Mineralölprodukten.
Auch Stade und Papenburg verzeichneten Zuwächse. In Stade trugen insbesondere eine höhere Nachfrage der ansässigen Industrie sowie mehr Stück- und Projektladung zum Wachstum bei. In Papenburg nahm neben dem Seeverkehr auch der Gütertransport per Binnenschiff zu.
Schwächer war die Entwicklung in Brake, Cuxhaven, Emden und Nordenham. In Brake belasteten unter anderem Rückgänge bei Getreide und Futtermitteln sowie die US-Zollpolitik den Umschlag. In Cuxhaven fehlten Baustoffe, die im Vorjahr wegen umfangreicher Bauarbeiten für einen Sondereffekt gesorgt hatten.
In Emden konnten Zuwächse bei Windenergieanlagen und flüssigen Massengütern andere Rückgänge nicht ausgleichen. In Nordenham gingen vor allem Kohle- und Flüssiggüter zurück. Leer legte im kombinierten See- und Binnenschiffsverkehr zu, während Oldenburg wegen des Neubaus der Eisenbahnbrücke in Elsfleth weiterhin nicht mit Seeschiffen erreichbar war.
Infobox: Der Gesamtumschlag der niedersächsischen Seehäfen stieg um sieben Prozent auf 31,1 Millionen Tonnen. Der Containerverkehr wuchs gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 um 36 Prozent, während der Massengüterumschlag leicht zurückging.
Dax-Manager verdienen im Durchschnitt 42-mal so viel wie Beschäftigte
Die Vorstandsvorsitzenden der 40 Dax-Konzerne haben 2025 im Durchschnitt erneut höhere Vergütungen erhalten. Laut ntv.de ergab die jährliche Auswertung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz und der Technischen Universität München für einen Top-Manager im Dax durchschnittlich gut 3,9 Millionen Euro.
Damit stiegen die Bezüge gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent. Ein großer Teil der Vergütung besteht aus erfolgsabhängigen Boni, die mit Zeitverzug ausgezahlt werden.
Im Durchschnitt aller Dax-Konzerne erhielten die Vorstände 42-mal höhere Bezüge als die normalen Beschäftigten ihrer Unternehmen. Besonders groß war der Abstand beim Sportartikelhersteller Adidas: Dort verdiente die Vorstandsriege das 106-Fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters. Bei Volkswagen betrug das Verhältnis 75-fach, bei Fresenius 70-fach.
| Vergleich | Wert |
|---|---|
| Durchschnittliche Vergütung eines Dax-Top-Managers 2025 | Gut 3,9 Millionen Euro |
| Anstieg gegenüber dem Vorjahr | Vier Prozent |
| Verhältnis Vorstand zu Beschäftigten im Dax-Durchschnitt | 42-mal |
| Adidas | 106-fach |
| Volkswagen | 75-fach |
| Fresenius | 70-fach |
Die Bezüge der Dax-Chefs summierten sich der Analyse zufolge im Schnitt auf rund 6,14 Millionen Euro. Die von Aktionärsschützern als gesellschaftlich und innerhalb der Unternehmen noch vertretbar bezeichnete Grenze von 10 Millionen Euro wurde in zwei Fällen überschritten.
SAP-Chef Christian Klein erhielt eine Gesamtvergütung von rund 10,9 Millionen Euro. Rund 86 Prozent davon entfielen auf variable Bestandteile. Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing kam auf 10,5 Millionen Euro, wobei rund 64 Prozent aus kurz- und langfristigen Boni bestanden, die vom Geschäftserfolg abhängen.
Im internationalen Vergleich liegen die deutschen Vergütungen laut der Auswertung deutlich niedriger. Die Vorstandsvorsitzenden der Unternehmen im Euro Stoxx 50 erhielten für das Geschäftsjahr 2025 ohne die dort gelisteten deutschen Konzerne durchschnittlich 9,5 Millionen Euro. Die CEOs der 30 Unternehmen im Dow Jones Industrial Average kamen im Schnitt auf 30,5 Millionen Euro.
An der Spitze des DJIA-Rankings stand David M. Solomon von Goldman Sachs mit einer Gesamtvergütung von umgerechnet 105,3 Millionen Euro. Davon waren 93,3 Millionen Euro langfristig variabel. Es folgten Satya Nadella von Microsoft mit 85,5 Millionen Euro und Tim Cook von Apple mit 65,8 Millionen Euro.
28 der 30 DJIA-CEOs verdienten im vergangenen Jahr mehr als der bestverdienende Dax-Vorstandsvorsitzende Christian Klein. Im Euro Stoxx 50 lag Klein auf Rang sechs. Spitzenverdiener in diesem Index war Michel Doukeris vom Brauereikonzern AB InBev mit 63,9 Millionen Euro Gesamtvergütung.
„Eine hohe Vergütung kann angemessen sein - wenn sie Ausdruck außergewöhnlicher Wertschaffung ist“, sagte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler.
Tüngler verwies zugleich darauf, dass sich Deutschland bei der Vergütung nicht auf einer Insel befinde und sich die Konzerne einem internationalen Wettbewerb stellen müssten. Aus Sicht der DSW sei es positiv, dass langfristige variable Bestandteile im Dax an Bedeutung gewinnen. Vorstandsvergütung solle nachhaltigen Unternehmenserfolg und nicht kurzfristige Quartalsergebnisse belohnen.
Zusammenfassung: Dax-Vorstände erhielten 2025 im Durchschnitt gut 3,9 Millionen Euro, ihre Bezüge stiegen um vier Prozent. Im Verhältnis zu den Beschäftigten lagen die Vorstandsbezüge im Durchschnitt 42-mal höher; international waren die Vergütungen insbesondere im DJIA deutlich höher.
Biontech: Unruhe über mögliche Stellenreduzierungen in Mainz
In der mehrere Tausend Mitarbeiter starken Biontech-Zentrale in Mainz wächst nach Darstellung der Allgemeinen Zeitung die Unruhe. Hintergrund sind kursierende Zahlen zu einer möglichen Stellenreduzierung, die das Blatt einordnet.
Der veröffentlichte Beitrag enthält jedoch keine nutzbaren Angaben zur konkreten Höhe des möglichen Jobabbaus. Auch zu den Hintergründen, dem zeitlichen Ablauf oder den betroffenen Bereichen werden in den vorliegenden Inhalten keine belastbaren Daten genannt.
Die Allgemeine Zeitung verweist auf die Entwicklung innovativer Krebstherapien und darauf, dass Biontech auf dem Portal Linkedin Fortschritte bei solchen Therapien präsentiert habe. Zudem werden die Rückkehr des neuen Biontech-Chefs nach Mainz, der Rückzug der Gründer sowie die Rolle eines neuen Unternehmens von Sahin als Themen im Umfeld des Berichts genannt.
Infobox: In Mainz besteht Unruhe wegen möglicher Stellenreduzierungen bei Biontech. Konkrete Abbauzahlen sind in den vorliegenden nutzbaren Inhalten nicht belegt; zugleich verweist der Bericht auf Fortschritte bei innovativen Krebstherapien.
Wirtschaftssendungen vom 13.08.2026
Die ARD Mediathek führt die Sendung „Update Wirtschaft vom 13.08.2026“ auf. Die Ausgabe wurde am 13.08.2026 um 09:00 Uhr ausgestrahlt und mit Untertiteln angeboten.
Auch tagesschau.de weist auf „Update Wirtschaft vom 13.08.2026“ hin. Als Themen werden Midterms, USA, BAföG und Reform genannt; weitere verwertbare Angaben zu den einzelnen Beiträgen enthält die Quelle nicht.
Zusammenfassung: Die Wirtschaftssendung wurde am 13.08.2026 um 09:00 Uhr mit Untertiteln angeboten. Als Themen nennt die Quelle Midterms, USA, BAföG und Reform.
Einschätzung der Redaktion
Die deutsche Rüstungsindustrie kann kurzfristig industrielle Impulse setzen und regionale Wertschöpfung stärken. Sie ist jedoch kein gleichwertiger Ersatz für die Autoindustrie: Dafür fehlen breite zivile Anwendungen, ausreichende Seriengrößen und eine verlässlich integrierte europäische Produktionsbasis. Entscheidend wird sein, ob höhere Verteidigungsausgaben dauerhaft mit Innovation, heimischer Fertigung und Technologietransfer verbunden werden.
Kernaussage: Rüstungsinvestitionen sind wirtschaftlich relevant, ersetzen aber keine tragfähige Industriepolitik für den gesamten Standort.
Quellen:
- Rüstungsindustrie: Dann baut das Land eben Panzer statt Autos?
- Halbjahresbilanz - Erste Bilanz der Seehäfen: Mehr Container, weniger Massengut - Wirtschaft
- Geringverdiener im US-Vergleich: Dax-Manager kassieren 42 Mal so viel wie ihre Angestellten
- Update Wirtschaft - Update Wirtschaft vom 13.08.2026 - hier anschauen
- Biontech: Was ist an Jobabbau-Horrorzahlen für Mainz dran?
- Update Wirtschaft vom 13.08.2026



















