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    Deutsche Wirtschaft wächst, doch Krisen und strukturelle Risiken bremsen die Erholung

    KI-generiert
    26.08.2026 67 mal gelesen 3 Kommentare

    Deutschlands Wirtschaft wächst wieder, doch hinter den besseren BIP-Zahlen zeigen sich erhebliche Risiken: Unternehmen klagen über Bürokratie und fehlende Planungssicherheit, während hohe Staatsdefizite, Energiepreise, Niedrigwasser und der internationale Krisendruck die Erholung gefährden. Zugleich wächst die Sorge, dass Deutschland und Europa bei Künstlicher Intelligenz den Anschluss verlieren.

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    Deutsche Wirtschaft wächst, doch Krisen und strukturelle Risiken bleiben

    Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2026 stärker gewachsen als zunächst erwartet. Zugleich warnen Unternehmen vor langsamen Genehmigungen, fehlenden verlässlichen Rahmenbedingungen und einer möglichen Rückständigkeit Deutschlands und Europas bei Künstlicher Intelligenz.

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    Raketenangriffe belasten die ukrainische Wirtschaft

    Die tagesschau berichtet unter dem Titel „Russlands Raketen zerstören die ukrainische Wirtschaft“ über die wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Der Beitrag ist im Zusammenhang mit dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine am 24.08.2026 veröffentlicht worden.

    Im bereitgestellten Inhalt finden sich neben dem Titel und dem Veröffentlichungsdatum keine weiteren verwertbaren Angaben zu den konkreten wirtschaftlichen Schäden, betroffenen Branchen oder den Folgen für Unternehmen. Die Meldung ordnet die Raketenangriffe jedoch als Belastung für die ukrainische Wirtschaft ein.

    „Kapitulation? Kommt nicht in Frage“

    Diese Aussage wird in der Quellenübersicht als weiterer Beitrag zum Unabhängigkeitstag der Ukraine genannt. Außerdem verweist die tagesschau auf eine Audio-Meldung mit dem Titel „Ukraine feiert 35. Unabhängigkeitstag“ sowie auf einen Beitrag, in dem Selenskyj auf die „Kraft der Gemeinschaft“ setzt.

    Infobox – tagesschau.de: Die tagesschau thematisiert die Zerstörung der ukrainischen Wirtschaft durch russische Raketenangriffe. Die Meldung steht im Kontext des 35. Unabhängigkeitstags der Ukraine am 24.08.2026.

    Wirtschaft warnt vor Rückständigkeit bei Künstlicher Intelligenz

    Auf der Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg haben Vertreter der Wirtschaft davor gewarnt, dass Deutschland und Europa bei Künstlicher Intelligenz ins Hintertreffen geraten könnten. Das berichtet der Deutschlandfunk unter dem Titel „Kabinettsklausur – Wirtschaft warnt vor Rückständigkeit bei Künstlicher Intelligenz“.

    Im Mittelpunkt steht damit die Sorge, dass Deutschland und Europa bei der Entwicklung und Nutzung Künstlicher Intelligenz gegenüber anderen Regionen zurückfallen könnten. Der Beitrag stellt diese Warnung in den Zusammenhang der Kabinettsklausur und der wirtschaftspolitischen Debatte.

    Weitere konkrete Zahlen, Investitionssummen oder Aussagen einzelner Wirtschaftsvertreter sind im bereitgestellten Artikelinhalt nicht enthalten. Deshalb lassen sich aus der Quelle keine näheren Angaben zu Umfang, Ursachen oder möglichen politischen Maßnahmen ableiten.

    Infobox – Deutschlandfunk: Wirtschaftsvertreter warnen auf der Kabinettsklausur auf Schloss Neuhardenberg vor einer Rückständigkeit Deutschlands und Europas bei Künstlicher Intelligenz.

    Rheinland-pfälzische Unternehmen ziehen nach 100 Tagen eine durchwachsene Bilanz

    Seit 100 Tagen regiert in Rheinland-Pfalz eine große Koalition aus CDU und SPD. Unternehmen im Land bewerten den Start der Landesregierung laut SWR durchwachsen und kritisieren vor allem fehlendes Tempo bei der Umsetzung angekündigter Vorhaben.

    Werner Kaiser, Chef des Unternehmens Kaiser Ingenieurbau aus Andernach, beschreibt eine angespannte Geschäftslage. Seit der Corona-Zeit müsse man sich um jeden einzelnen Auftrag bemühen, zudem sei die Zurückhaltung bei Investitionen spürbar.

    „Die Wirtschaft braucht schnelle Genehmigungen und sie braucht verlässliche Rahmenbedingungen. Das fehlt“, sagt Werner Kaiser.

    Sein Unternehmen baut vor allem Hallen für Gewerbe, Industrie oder Freizeitaktivitäten. Bauanträge würden teilweise Monate dauern, während festgelegte Fristen manchmal nicht eingehalten würden. Dadurch würden Bauvorhaben am Ende nicht verwirklicht, obwohl Investoren, Bauunternehmer und unterstützende Gemeinden daran interessiert seien.

    Als weiteres Problem nennt Kaiser sich verändernde Rahmenbedingungen während der Wartezeit. Bedürfnisse könnten sich ändern und Mieter abspringen, wenn eine Genehmigung nicht rechtzeitig erteilt werde.

    IHK Koblenz fordert mehr Umsetzung statt Ankündigungen

    Arne Rössel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Koblenz, wirft der Landesregierung vor, bislang nicht ausreichend gehandelt zu haben. Die Absicht zur Staatsmodernisierung sei zwar erkennbar, konkrete Vorhaben seien jedoch noch nicht umgesetzt worden.

    „Leider hat die Landesregierung es bislang verpasst, Dinge umzusetzen“, sagt Arne Rössel.

    Als Beispiel nennt Rössel einen möglichen Gesetzentwurf zur Abschaffung von Berichts- und Dokumentationspflichten, die durch Landesrecht entstehen. Einen solchen Entwurf hätte die Regierung nach seiner Einschätzung parallel vorlegen können, stattdessen sei es bei Ankündigungen geblieben.

    Aus Sicht der Wirtschaft fehlt es der Politik vor allem an Geschwindigkeit. Rössel fordert, liebgewonnene Gewohnheiten und Abstimmungsprozesse über Bord zu werfen und unkonventionell schnell zu vertrauensbildenden Entscheidungen zu kommen.

    Unternehmerverbände sehen richtige Ansätze, verlangen aber konkrete Verbesserungen

    Johannes Heger, Präsident der Landesvereinigung Unternehmerverbände Rheinland-Pfalz, erkennt bei Staatsmodernisierung, Bürokratieabbau und Investitionen „wichtige und richtige Ansätze“. Entscheidend sei nun, dass daraus schnell konkrete Verbesserungen für Unternehmen entstünden.

    Auch der Deutsche Gewerkschaftsbund Rheinland-Pfalz/Saarland äußert Kritik. Nach Angaben des DGB fehlt ein klarer Kurs beim industriepolitischen Profil des Landes.

    • Die Wirtschaft fordert schnelle Genehmigungen.
    • Unternehmen verlangen verlässliche Rahmenbedingungen.
    • Staatsmodernisierung und Bürokratieabbau sollen umgesetzt werden.
    • Die Landesregierung soll Investitionen und Ansiedlungen beschleunigen.
    • Der DGB vermisst ein klares industriepolitisches Profil.

    Wirtschaftsminister Michael Ebling erklärt, die ersten 100 Tage seien für ihn vor allem Ansporn und Auftrag, weiter Tempo zu machen. Investitionen und Ansiedlungen zu beschleunigen, sei ein zentraler Schwerpunkt; dabei solle eine neue Standortgesellschaft helfen.

    Kaiser bewertet die ersten 100 Tage zurückhaltend. Die Welt könne in dieser Zeit nicht verändert werden, er hätte aber erwartet, dass von der neuen Landesregierung bereits etwas mehr zu spüren sei.

    Infobox – SWR: Nach 100 Tagen großer Koalition in Rheinland-Pfalz ist die Wirtschaft enttäuscht über die langsame Umsetzung. Gefordert werden schnellere Genehmigungen, weniger Bürokratie, verlässliche Rahmenbedingungen sowie mehr Investitionen.

    Bruttoinlandsprodukt steigt im zweiten Quartal um 0,3 Prozent

    Die deutsche Wirtschaft ist von April bis Juni 2026 um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal gewachsen. Das teilte das Statistische Bundesamt mit; eine frühere Schätzung war von einem Plus von 0,2 Prozent ausgegangen.

    Damit ist die deutsche Wirtschaft bereits drei Quartale in Folge gewachsen. Ende 2025 lag das Wachstum bei 0,3 Prozent, in den ersten drei Monaten 2026 bei 0,4 Prozent.

    IndikatorWert
    Wachstum des BIP im zweiten Quartal 20260,3 Prozent
    Frühere Schätzung0,2 Prozent
    Wachstum Ende 20250,3 Prozent
    Wachstum im ersten Quartal 20260,4 Prozent
    Wachstum der Exporte im zweiten Quartal 20262,0 Prozent

    Nach Angaben der Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand, setzte sich die Wachstumsdynamik vom Jahresbeginn fort. Der Anstieg ging erneut auf die gute Exportentwicklung zurück.

    Insgesamt wurden im zweiten Quartal 2,0 Prozent mehr Waren und Dienstleistungen exportiert als im ersten Quartal 2026. Gleichzeitig gingen die Investitionen in Ausrüstungen, also vor allem in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge, gegenüber dem Vorquartal um 1,4 Prozent zurück.

    Die Bauinvestitionen stiegen um 0,1 Prozent. Ein stärkerer Anstieg nach dem schwachen Jahresbeginn blieb jedoch aus, wobei auch die ungewöhnlich kalte Witterung zum schwachen Jahresbeginn beigetragen hatte.

    Die Konsumausgaben entwickelten sich verhalten. Sowohl die privaten als auch die staatlichen Konsumausgaben stiegen gegenüber dem Vorquartal um jeweils 0,1 Prozent.

    Infobox – Spiegel: Das BIP wuchs im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent und damit stärker als zunächst geschätzt. Träger des Wachstums waren vor allem die Exporte, während Ausrüstungsinvestitionen um 1,4 Prozent sanken und der Konsum nur leicht zulegte.

    Staatsdefizit steigt im ersten Halbjahr auf 71,3 Milliarden Euro

    In den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 gab der Staat 71,3 Milliarden Euro mehr aus, als er einnahm. Das staatliche Defizit war damit um 36,6 Milliarden Euro höher als im Vorjahreszeitraum.

    Gemessen an der Wirtschaftsleistung lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung im ersten Halbjahr 2026 bei 3,1 Prozent. Damit lag es über den drei Prozent, die europäische Vorgaben zum Haushaltsdefizit erlauben.

    StaatsfinanzenWert
    Defizit im ersten Halbjahr 202671,3 Milliarden Euro
    Anstieg gegenüber dem Vorjahreszeitraum36,6 Milliarden Euro
    Defizitquote im ersten Halbjahr 20263,1 Prozent
    Europäische Vorgabe zum Haushaltsdefizit3 Prozent
    Defizit der Sozialversicherung im ersten Halbjahr 20261,8 Milliarden Euro
    Überschuss der Sozialversicherung im ersten Halbjahr 20253,8 Milliarden Euro

    Der größte Teil des Defizits entfiel auf den Bund. Dort vergrößerte sich die Lücke um 29 Milliarden auf etwas mehr als 48 Milliarden Euro. Auch bei den Ländern stieg das Minus, während die Gemeinden ihr Defizit gegenüber dem Vorjahreszeitraum verringern konnten.

    Die Sozialversicherung verzeichnete im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von 1,8 Milliarden Euro. Im ersten Halbjahr 2025 hatte sie noch einen Überschuss von 3,8 Milliarden Euro erzielt. Als Grund werden vor allem höhere Ausgaben in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung genannt.

    Infobox – Logistik Heute: Das Staatsdefizit lag im ersten Halbjahr 2026 bei 71,3 Milliarden Euro beziehungsweise 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung. Besonders stark wuchs die Lücke beim Bund, während die Sozialversicherung vom Überschuss in ein Defizit wechselte.

    Milliardeninvestitionen stützen, Schulden belasten die Staatsfinanzen

    Der Staat steckt schuldenfinanziert Milliarden in Straßen, Schienen und Verteidigung. Experten erwarten deshalb, dass die Defizitquote von 2,7 Prozent im Gesamtjahr 2025 auf mehr als vier Prozent 2027 steigen wird.

    Nach Einschätzung mancher Ökonomen erhöht der wachsende Schuldenberg die Gefahr einer Herabstufung der deutschen Kreditwürdigkeit. Sollte Deutschland die Bestnote AAA, das sogenannte „Triple A“, verlieren, könnte sich der Staat bei Investoren am Markt teurer frisches Geld beschaffen.

    Höhere Zinskosten würden den Staatshaushalt zusätzlich belasten. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen stiegen zuletzt bereits auf den höchsten Stand seit 2011.

    Infobox – Staatsfinanzen: Die staatlichen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung stützen die Konjunktur, erhöhen aber zugleich den Finanzierungsbedarf. Für 2027 wird eine Defizitquote von mehr als vier Prozent erwartet.

    Rhein-Niedrigwasser könnte Erholung im dritten Quartal bremsen

    Das Rekord-Niedrigwasser am Rhein gilt als zusätzliches Risiko für die wirtschaftliche Erholung. Da der Warentransport über den Fluss eingeschränkt ist, kann die Produktion in Branchen wie der Chemieindustrie gedämpft werden.

    Die Bundesbank erwartet, dass die Folgen der niedrigen Pegelstände auf wichtigen Wasserstraßen die Erholung im dritten Quartal vorübergehend ausbremsen. Die deutsche Wirtschaft dürfte von Juli bis September allenfalls noch leicht zulegen.

    Begrenzte Transportwege und kräftig steigende Transportkosten könnten laut der im Spiegel wiedergegebenen Einschätzung der Bundesbank die Industrieproduktion und das Exportwachstum deutlich beeinträchtigen.

    Infobox – Logistik und Konjunktur: Das Rekord-Niedrigwasser am Rhein gefährdet den Warentransport und belastet insbesondere die Industrie. Für das dritte Quartal wird deshalb höchstens ein leichtes Wachstum erwartet.

    Hohe Energiepreise und Iran-Konflikt bleiben Belastungsfaktoren

    Hohe Energiepreise belasten weiterhin Unternehmen und Verbraucher. Nach dem Auslaufen des Tankrabatts stieg die Inflationsrate im Juli um 0,5 Prozentpunkte auf 2,8 Prozent.

    In den kommenden Monaten könnte die Teuerung weiter anziehen. Als Ursache wird der ungelöste Konflikt zwischen den USA und dem Iran genannt; zudem sei die für den weltweiten Öl- und Gashandel wichtige Straße von Hormus faktisch blockiert.

    Trotz dieser Belastungen verwiesen die Quellen auf mehrere positive Konjunktursignale. Der Einkaufsmanagerindex für das deutsche Verarbeitende Gewerbe stieg im August auf den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren.

    Die Industrie profitiert demnach unter anderem von staatlichen Großaufträgen für Infrastruktur und Verteidigung. Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken verdoppelte seine Wachstumsprognose für das deutsche Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr von 0,5 auf 1,0 Prozent.

    Infobox – Ausblick: Die Exportentwicklung, Unternehmensgewinne, staatliche Großaufträge und eine Belebung am Bau verbessern die Konjunkturaussichten. Energiepreise, der Iran-Konflikt und das Niedrigwasser am Rhein bleiben jedoch zentrale Risiken.

    Einschätzung der Redaktion

    Die Entwicklung zeigt eine fragile Erholung ohne ausreichende binnenwirtschaftliche Dynamik. Exportzuwächse und staatliche Ausgaben können kurzfristig stabilisieren, ersetzen aber weder private Investitionen noch verlässliche politische Rahmenbedingungen. Entscheidend ist daher, ob Genehmigungen, Bürokratieabbau, Digitalisierung und Infrastruktur tatsächlich schneller umgesetzt werden. Andernfalls droht Deutschland trotz positiven Wachstums bei Produktivität, Innovation und Künstlicher Intelligenz weiter zurückzufallen.

    Kernaussage: Die Erholung ist real, bleibt aber anfällig. Nachhaltiges Wachstum erfordert jetzt vor allem Umsetzung statt weiterer Ankündigungen.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Die 0,3 Prozent Wachstum klingen erstmal besser als erwartet, aber bei genauerem Hinsehen ist das doch ziemlich wackelig. Wenn vor allem die Exporte ziehen, während die Ausrüstungsinvestitionen um 1,4 Prozent zurückgehen und der private Konsum kaum vom Fleck kommt, dann ist das keine Erholung, die sich schon selbst trägt. Das erinnert eher an Anschubhilfe von außen und an staatliche Ausgaben, die kurzfristig etwas auffangen.

    Was mich dabei besonders beschäftigt, ist der ganz praktische Teil mit den Genehmigungen. Man kann über Bürokratieabbau ja endlos reden, aber wenn ein Bauantrag monatelang liegen bleibt, ist das für ein Unternehmen keine abstrakte Statistik, sondern bares Geld und irgendwann ein geplatztes Projekt. Gerade kleinere und mittlere Betriebe können nicht jahrelang Personal und Kapital bereithalten, nur weil vielleicht irgendwann eine Behörde entscheidet. Dass Investoren oder Mieter in der Zwischenzeit abspringen, ist deshalb absolut nachvollziehbar.

    Auch beim Thema Staatsausgaben sollte man genauer hinschauen. Investitionen in Schienen, Brücken und Verteidigung können sinnvoll sein, keine Frage. Aber schuldenfinanziert heißt eben nicht kostenlos. Wenn gleichzeitig die Zinsen steigen und die Sozialversicherungen vom Überschuss ins Minus rutschen, wird der Spielraum für kommende Krisen immer kleiner. Geld ausgeben ist nicht automatisch falsch, nur sollte man ehrlich sagen, welche Projekte wirklich die Produktivität erhöhen und wo lediglich alte Probleme teuer überdeckt werden.

    Das Niedrigwasser am Rhein zeigt außerdem, wie verletzlich unsere Infrastruktur ist. Deutschland diskutiert seit Jahren über resiliente Lieferketten, und dann kann ein niedriger Pegelstand ganze Produktionsabläufe ausbremsen. Wenn Chemiewerke oder andere Industriebetriebe auf zuverlässige Transporte angewiesen sind, braucht es endlich einen Plan, der Straße, Schiene und Wasserwege zusammendenkt. Nicht erst dann, wenn der nächste Engpass da ist.

    Bei der künstlichen Intelligenz sehe ich ebenfalls ein ziemlich großes Risiko. Wir haben gute Hochschulen und viele kluge Leute, aber daraus entstehen noch lange keine erfolgreichen Anwendungen. Wenn jede Einführung monatelang geprüft und jedes Projekt durch unzählige Zuständigkeiten geschoben wird, gehen Unternehmen eben dorthin, wo Entscheidungen schneller fallen. KI ist kein Modewort, sondern wird in Produktion, Verwaltung und Forschung darüber entscheiden, wer künftig effizienter arbeitet. Da hilft es wenig, wenn man auf jeder Konferenz die Bedeutung der Technologie betont, aber bei der Umsetzung wieder im Schneckentempo unterwegs ist.

    Und natürlich darf man bei all dem die Ukraine nicht ausblenden. Raketenangriffe zerstören dort nicht nur Gebäude, sondern auch Unternehmen, Verkehrswege und die wirtschaftliche Grundlage vieler Menschen. Für Deutschland sollte das auch eine Erinnerung sein, dass wirtschaftliche Stabilität nicht selbstverständlich ist. Energie, Lieferketten und Sicherheit hängen viel enger zusammen, als es in normalen Zeiten wirkt.

    Unterm Strich ist das Wachstum also eine gute Nachricht, aber noch kein Grund zum Durchatmen. Entscheidend wäre jetzt, dass aus den vielen Ankündigungen tatsächlich schnellere Genehmigungen, digitale Behörden und verlässliche Energiebedingungen werden. Sonst feiern wir jedes kleine Plus beim BIP, während die Substanz langsam weiter wegbröckelt. Der größte Standortnachteil ist am Ende vielleicht gar nicht eine einzelne Steuer oder ein einzelner Preis, sondern das Gefühl, dass alles zu lange dauert.

    Bagger_Berta
    Was mir in den bisherigen Kommentaren noch fehlt, ist die Rolle der Sozialversicherung: Wenn sie innerhalb eines Jahres vom Überschuss ins Minus rutscht, zeigt das doch, wie dringend nachhaltige Reformen bei Kranken- und Pflegeversicherung werden.
    Was mir in den bisherigen Kommentaren noch fehlt, ist der Blick darauf, wie sehr sich diese Probleme gegenseitig verstärken. Es geht ja nicht nur darum, dass eine Genehmigung zu lange dauert oder Energie gerade teuer ist. Wenn ein Unternehmen monatelang auf eine Entscheidung wartet, steigen in der Zeit oft schon die Baukosten, die Finanzierung wird teurer und am Ende ist vielleicht auch der Auftraggeber weg. So wird aus einem einzelnen Verwaltungsproblem schnell ein Standortproblem.

    Gerade deshalb finde ich den Punkt mit den 100 Tagen in Rheinland-Pfalz interessant. Natürlich kann eine neue Regierung nicht innerhalb von drei Monaten das ganze Land umkrempeln. Aber Unternehmen beurteilen Politik nun einmal nicht nur nach großen Programmen, sondern danach, ob im Alltag überhaupt etwas schneller oder einfacher wird. Ein Gesetzentwurf zur Abschaffung überflüssiger Berichts- und Dokumentationspflichten wäre vielleicht kein spektakuläres Vorzeigeprojekt, aber ein sichtbares Signal gewesen: Wir meinen es ernst und fangen bei den Dingen an, die sofort machbar sind.

    Dabei sollte man meiner Meinung nach auch zwischen Bürokratie und sinnvoller Kontrolle unterscheiden. Nicht jede Vorschrift ist überflüssig, gerade bei Umwelt, Sicherheit oder Arbeitsrecht. Das Problem ist eher, dass niemand mehr den gesamten Ablauf überblickt und sich Zuständigkeiten gegenseitig im Kreis schicken. Wenn drei Behörden dieselben Unterlagen in leicht anderer Form verlangen, ist das keine bessere Kontrolle, sondern einfach schlechte Organisation. Ein einheitliches digitales Verfahren mit klaren Fristen würde wahrscheinlich mehr bringen als die nächste Kommission zum Bürokratieabbau.

    Auch die neue Standortgesellschaft klingt erstmal vernünftig, darf aber nicht nur eine weitere Ebene zwischen Unternehmen und Verwaltung werden. Davon gibt es schon genug. Entscheidend wäre, dass so eine Stelle tatsächlich Entscheidungen beschleunigen kann, Ansprechpartner benennt und Probleme aus dem Weg räumt. Sonst bekommt man am Ende nur eine neue Internetseite und ein Logo, aber keinen schnelleren Bauantrag.

    Beim Thema Investitionen wird mir ebenfalls zu wenig über die Qualität gesprochen. Straßen, Schienen und Brücken sind dringend nötig, keine Frage. Trotzdem ist nicht jede Milliarde automatisch eine gute Investition. Wenn Projekte jahrelang geplant, umgeplant und am Ende viel teurer werden, verpufft ein Teil des Effekts. Vielleicht wäre es sinnvoller, weniger Einzelprojekte gleichzeitig anzukündigen und dafür einige wirklich konsequent fertigzustellen. Eine halbfertige Strecke hilft niemandem, auch wenn sie in mehreren Haushalten bereits als Investition auftaucht.

    Der DGB-Hinweis auf ein fehlendes industriepolitisches Profil ist in diesem Zusammenhang ebenfalls wichtig. Es reicht nicht, allgemein von Wachstum und Ansiedlungen zu sprechen. Unternehmen brauchen eine Vorstellung davon, welche Branchen in Deutschland künftig überhaupt noch gute Bedingungen vorfinden sollen. Wollen wir vor allem energieintensive Grundstoffindustrie halten, stärker auf Maschinenbau und Mittelstand setzen oder neue Bereiche wie Halbleiter, Biotechnologie und KI aufbauen? Natürlich kann der Staat nicht jede Entwicklung planen, aber er kann schon entscheiden, ob er bestimmte Voraussetzungen schafft oder alles dem Zufall überlässt.

    Bei der Künstlichen Intelligenz sollte man außerdem nicht nur auf spektakuläre Start-ups und Sprachmodelle schauen. Der größte Nutzen könnte vielleicht in ganz normalen Betrieben entstehen: bessere Wartung von Maschinen, weniger Ausschuss, schnellere Bearbeitung von Anträgen oder Unterstützung bei medizinischen Diagnosen. Dafür braucht man aber verlässliche Daten, funktionierende Netze und Mitarbeiter, die mit den Systemen umgehen können. Wenn jede Firma erstmal monatelang klären muss, welche Daten sie überhaupt verwenden darf, wird aus einer möglichen Produktivitätssteigerung schnell ein Pilotprojekt ohne Fortsetzung.

    Deutschland hat den Vorteil, dass viele Unternehmen sehr spezialisiert sind und über großes praktisches Wissen verfügen. Das darf man nicht unterschätzen. Aber Erfahrung allein reicht nicht, wenn andere Länder neue Technologien schneller in den Alltag bringen. Vielleicht liegt unsere Schwäche auch darin, dass wir Innovation oft erst dann akzeptieren, wenn alle Risiken ausgeschlossen sind. Das klingt verantwortungsvoll, führt in der Praxis aber dazu, dass andere längst Erfahrungen sammeln, während wir noch über Zuständigkeiten diskutieren.

    Der Blick auf die Exporte macht die Lage zusätzlich kompliziert. Ein Plus von zwei Prozent ist erfreulich, aber es zeigt auch die Abhängigkeit von der Nachfrage im Ausland. Wenn die Binnennachfrage schwach bleibt und gleichzeitig die Ausrüstungsinvestitionen sinken, fehlt ein wichtiger Teil der wirtschaftlichen Stabilität. Unternehmen investieren schließlich nicht nur dann, wenn sie exportieren können, sondern auch, wenn sie Vertrauen in den eigenen Standort und die Nachfrage der nächsten Jahre haben.

    Dieses Vertrauen entsteht nicht durch eine einzelne Steuersenkung. Es entsteht, wenn Energieversorgung, Infrastruktur, Fachkräfte und Regeln halbwegs berechenbar sind. Genau daran hapert es offenbar an vielen Stellen gleichzeitig. Für einen Betrieb ist es am Ende ziemlich egal, ob die Ursache beim Bund, beim Land, bei der Kommune oder bei einer europäischen Vorschrift liegt. Er erlebt nur, dass ein Projekt nicht vorankommt und niemand sich zuständig fühlt.

    Die steigenden Sozialversicherungsausgaben sollte man ebenfalls nicht als reines Finanzproblem behandeln. Wenn Kranken- und Pflegeversicherung dauerhaft stärker wachsen als die Einnahmen, werden Beiträge für Arbeitnehmer und Arbeitgeber weiter steigen. Das verteuert Beschäftigung und schmälert gleichzeitig das Geld, das private Haushalte für Konsum zur Verfügung haben. Der schwache Konsum ist dann nicht überraschend, sondern teilweise auch politisch mitverursacht. Hier braucht es mehr als immer neue Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt, denn damit wird das Problem nur verschoben.

    Und beim Niedrigwasser zeigt sich, dass Klimarisiken inzwischen ganz konkrete wirtschaftliche Risiken sind. Man kann das nicht mehr als seltene Ausnahme abtun. Wenn wichtige Wasserstraßen regelmäßig nur eingeschränkt nutzbar sind, müssen Firmen ihre Logistik umstellen können. Dazu gehören bessere Bahnverbindungen, alternative Umschlagplätze und vermutlich auch Investitionen in die Anpassung der Wasserwege. Das kostet Geld, aber Produktionsausfälle und Nottransporte sind am Ende ebenfalls teuer.

    Trotz allem finde ich den positiven Einkaufsmanagerindex und die besseren Prognosen nicht bedeutungslos. Es gibt offenbar Unternehmen, die Chancen sehen und Aufträge bekommen. Nur darf man aus einem guten Monatswert noch keine Trendwende ableiten. Eine Erholung wird erst dann belastbar, wenn auch kleinere Betriebe wieder investieren, Beschäftigte einstellen und Verbraucher ohne große Sorge Geld ausgeben. Bis dahin bleibt das Wachstum eher ein vorsichtiges Lebenszeichen als ein kräftiger Neustart.

    Mein Eindruck ist deshalb: Deutschland hat nicht zu wenig Ideen, sondern zu wenig Umsetzungskraft. Die immer neuen Ankündigungen sind wahrscheinlich nicht einmal böse gemeint, aber sie ersetzen keine Entscheidung. Wenn die Politik bei einigen wenigen Vorhaben sichtbar Tempo macht, könnte das mehr Vertrauen schaffen als ein weiteres umfangreiches Reformpaket. Der Artikel zeigt jedenfalls ziemlich deutlich, dass die Wirtschaft nicht auf Wunder wartet, sondern auf normale Dinge: klare Regeln, erreichbare Behörden, bezahlbare Energie und Projekte, die tatsächlich fertig werden.

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