Inhaltsverzeichnis:
Der deutsche Arbeitsmarkt verliert an Dynamik, während Gesundheitsberufe gegen den Trend wachsen. Gleichzeitig steigen die finanziellen Belastungen für Stromkunden, Russlands Banken kämpfen mit einer Bargeldflucht – und selbst die Berufsorientierung wird zur Chefsache. Der Pressespiegel zeigt die wichtigsten wirtschaftlichen Entwicklungen und ihre Folgen.
Stellenmarkt fällt auf Fünf-Jahres-Tief – Gesundheitsberufe wachsen
Das Stellenangebot in Deutschland ist im zweiten Quartal 2026 um 3,9 Prozent zurückgegangen und liegt damit auf dem niedrigsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Das geht laut T-Online aus dem Arbeitsmarkt-Update des Jobportals Indeed für das zweite Quartal 2026 hervor.
Von 38 untersuchten Berufsgruppen verzeichneten nur sechs einen Zuwachs. Drei dieser Berufsgruppen stammen aus dem Gesundheitssektor. Der Indeed Arbeitsmarkt Index fiel zwischen dem 1. April und dem 30. Juni 2026 von 110 auf 106 Punkte. Der Rückgang lag damit in einer ähnlichen Größenordnung wie im Vorquartal mit minus 4,5 Prozent und im Vorjahresquartal mit minus 3,6 Prozent. Gegenüber dem Höchststand im Frühjahr 2022 waren 39 Prozent weniger Stellen ausgeschrieben.
Eine Ausnahme bildeten Sommer- und Ferienjobs. Während das Gesamtstellenangebot im Juni mehr als 10 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats lag, hielten sich saisonale Stellen auf dem Stand von Juni 2025. In den Vorjahren hatten auch Sommerjobs dem allgemeinen Abwärtstrend am Arbeitsmarkt gefolgt. Langfristig lag das Angebot an Sommerjobs jedoch weiterhin unter dem Niveau der Saisons 2023 und 2024.
| Bereich | Anteil an den Sommerjobs |
|---|---|
| Produktion und Fertigung | 17,7 Prozent |
| Verkauf | 15,4 Prozent |
| Kinder und Betreuung | 14,1 Prozent |
| Lager, Versand und Logistik | 10,5 Prozent |
| Bürotätigkeiten | 2,3 Prozent |
Indeed führte die Entwicklung auf die eingetrübten Konjunkturaussichten zurück. Der Energiepreisanstieg infolge des Irankriegs habe eine vorsichtige wirtschaftliche Erholung in Deutschland ausgebremst. Die Bundesregierung senkte ihre BIP-Prognose für 2026 im April von 1,0 auf 0,5 Prozent. Zusätzlich belasteten gestiegene Inflation und unterbrochene Handelswege die exportorientierte deutsche Industrie.
Besonders stark stieg das Stellenangebot in der Zahnmedizin. Insgesamt wurde ein Plus von 25,3 Prozent verzeichnet, darunter bei Zahnärzten und Zahnärztinnen ein Plus von 28,2 Prozent, bei zahnmedizinischen Fachangestellten und Assistenzen ein Plus von 26,1 Prozent sowie bei Ausbildungsplätzen in diesem Bereich ein Plus von 29 Prozent.
Auch im Bereich Therapie nahm die Nachfrage um 3,6 Prozent zu. Besonders gefragt waren Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen mit einem Plus von 11,5 Prozent sowie Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen mit einem Plus von 7,9 Prozent. Im Bereich Medizintechnik legte das Angebot ebenfalls um 3,6 Prozent zu. Dort wuchs die Nachfrage nach operationstechnischen Assistenzen um 23,6 Prozent, nach Augenoptikern und Augenoptikerinnen um 21,7 Prozent und nach Rettungssanitätern und Rettungssanitäterinnen um 19,2 Prozent.
Auch das Lohnwachstum kühlte sich ab. Das jährliche Nominallohnwachstum in Stellenausschreibungen sank laut dem Indeed Gehaltstracker zwischen März und Juni 2026 von 3,4 auf 2,8 Prozent. Bei einer Inflationsrate von bis zu 2,9 Prozent im April blieb das Reallohnplus mit 0,2 bis 0,4 Prozent minimal. Im Februar, vor Kriegsbeginn, hatte das reale Lohnwachstum noch 1,7 Prozent betragen.
Im Juni rutschte das Reallohnwachstum im Euroraum auf minus 0,3 Prozent. Deutschland lag bei einem Nominallohnwachstum von 2,5 Prozent und einer Inflation von 2,8 Prozent knapp im negativen Bereich. Für die kommenden Monate erwartet Indeed bei einer prognostizierten Inflation von 2,9 Prozent nur geringe Reallohngewinne.
Zusammenfassung: Der deutsche Stellenmarkt schrumpft weiter, während Gesundheitsberufe und saisonale Beschäftigung gegen den Trend wachsen. Gleichzeitig verlieren Beschäftigte durch das geringere Lohnwachstum einen Teil ihrer Kaufkraft.
Quelle: T-Online
NRW-Wirtschaftsministerin absolviert Praktikum bei Maschinenbauer
NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur hat bei ASS Maschinenbau in Overath eine Roboterhand gebaut. Wie die Kölnische Rundschau berichtet, arbeitete sie eine Stunde lang an einem Roboter-Greifarm und wurde dabei von dem 20-jährigen Mechatroniker-Auszubildenden Tom Stepanek angeleitet.
Neubaur schraubte filigrane mechanische Einzelteile des Greifarms zusammen. Zu dem Modul gehören Schiebevorrichtungen und Saugnäpfe. Später soll der Greifarm automatisiert eine handelsübliche Verkehrs-Pylone ansaugen und anheben können.
Stepanek absolviert bei ASS Maschinenbau eine Ausbildung zum Mechatroniker. Er zeigt auch anderen Praktikantinnen und Praktikanten, wie sein Beruf in der Realität aussieht. Während des Besuchs hörte Neubaur seinen Erklärungen genau zu und setzte die einzelnen Bestandteile des Greifarms anschließend zusammen.
Die Ministerin war nach Overath gekommen, um für die Ferienpraktikumswochen NRW zu werben. Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren können dabei ein bis drei Tage freiwillig in ein Berufsfeld ihrer Wahl hineinschnuppern.
„Ich finde spitze, dass das ein Peer-to-Peer-Ansatz ist, es läuft auf Augenhöhe ab, der Auszubildende ist sicher ein bisschen näher an der Lebenswelt der Leute, die hier ein Praktikum machen“, sagte Mona Neubaur laut Kölnischer Rundschau.
Zu ihrem einstündigen Mini-Praktikum erklärte Neubaur: „Man muss sich konzentrieren, man braucht Fingerspitzengefühl, man muss sich vorstellen, was man bauen will, damit man es im richtigen Winkel zusammensetzt.“
Zurzeit absolvieren eine Schülerin und ein Schüler aus Bergisch Gladbach ein solches Praktikum bei ASS. Geschäftsführer Dr. Andreas Külschbach erklärte, die technische Aufgabenstellung in der Industrie werde immer komplexer. Deshalb setze das Unternehmen darauf, eigene Kräfte auszubilden.
Von Berufsorientierungspraktika hält Külschbach viel, weil sie junge Menschen ansprechen, die sich wirklich für den Beruf interessieren. Bei den derzeit im Unternehmen tätigen jungen Menschen sehe man, dass es Personen gebe, die stark motiviert seien und eigene Ideen einbrächten. Genau nach solchen Kräften suche das Unternehmen. Im industriellen Bereich von ASS sind durchschnittlich sechs bis acht Auszubildende beschäftigt.
Zusammenfassung: Das Praktikum der Ministerin sollte auf die Ferienpraktikumswochen NRW aufmerksam machen. ASS Maschinenbau setzt bei der Berufsorientierung auf den direkten Austausch zwischen Auszubildenden und Jugendlichen.
Quelle: Kölnische Rundschau
Stromkunden müssen 2027 mit geringerer Entlastung bei Netzentgelten rechnen
Stromkunden müssen 2027 voraussichtlich mit einer geringeren Entlastung bei den Netzentgelten rechnen. Nach dem Regierungsentwurf zum Wirtschaftsplan des Klima- und Transformationsfonds soll der Zuschuss der Bundesregierung zu den Übertragungsnetzkosten im kommenden Jahr rund 5,5 Milliarden betragen, nach 6,5 Milliarden Euro in diesem Jahr. Das berichtet SZ.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.
Die geplante Kürzung entspräche fast 15 Prozent. Für Verbraucherinnen und Verbraucher dürfte die Entlastung bei den Netzentgelten 2027 wegen des geringeren Volumens etwas schwächer ausfallen als 2026, erklärte der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Wie sich die Strompreise im Einzelfall entwickelten, könne erst beurteilt werden, wenn die konkreten Netzentgelte berechnet worden seien und die übrigen Preisbestandteile feststünden.
Die Netzentgelte machen etwa ein Viertel des Strompreises aus. Der Zuschuss soll im Klima- und Transformationsfonds gekürzt werden, um den Kern-Bundeshaushalt zu entlasten.
| Verbrauchshaushalt | Jahresverbrauch | Voraussichtliche Mehrbelastung |
|---|---|---|
| Drei-Personen-Haushalt | 4.000 Kilowattstunden (kWh) | rund 12 Euro |
| Paar | 2.800 kWh | rund 8 Euro |
| Single-Haushalt | 1.500 kWh | rund 5 Euro |
Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox hatte der Zuschuss von 6,5 Milliarden Euro für 2026 die durchschnittlichen Niederspannungsnetzentgelte für Haushalte um rund 1,7 Cent pro Kilowattstunde netto sinken lassen. Wenn beim Zuschuss eine Milliarde Euro wegfalle, sei ein Anstieg von etwa 0,25 Cent netto pro Kilowattstunde zu erwarten. Das entspreche einem Anstieg der durchschnittlichen Stromnetzgebühren für Haushalte von rund 3 Prozent. Die durchschnittlichen Strompreise für Haushalte würden dadurch voraussichtlich um rund 1 Prozent steigen.
Die tatsächliche Belastung könne regional deutlich unterschiedlich ausfallen. Netzgebiete, in denen selbst viel Strom erzeugt werde, seien weniger abhängig von den Übertragungsnetzentgelten. In Netzgebieten mit geringerer Stromerzeugung könne die Mehrbelastung entsprechend stärker ausfallen.
Netzentgelte werden von Netzbetreibern für die Nutzung der Stromnetze erhoben und fließen vor allem in Betrieb, Wartung und Netzausbau. In den vergangenen Jahren seien sie deutlich gestiegen, insbesondere wegen der hohen Kosten für den Netzausbau. Im Zuge der Energiewende sind tausende Kilometer neue Stromleitungen geplant, damit der vor allem im Norden produzierte Windstrom in große Verbrauchszentren im Süden gelangt.
Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft erklärte, die konkrete Wirkung des staatlichen Zuschusses auf Haushalte, Gewerbe und Industrie lasse sich derzeit nicht pauschal beziffern. Der Zuschuss reduziere zunächst die Netzentgelte der Übertragungsnetze. Das wirke sich positiv auf direkt am Übertragungsnetz angeschlossene Industriekunden sowie auf nachgelagerte Verteilnetze aus. Die Verteilnetzbetreiber gäben die Kostensenkung über entsprechend geringere Netzentgelte weiter, allerdings regional unterschiedlich.
Für die Höhe der Netzentgelte seien außerdem die Entwicklung der Kapitalkosten für den Netzausbau und die Kosten für das Engpassmanagement relevant. Der Übertragungsnetzbetreiber Tennet erklärte, es wäre für Stromkunden „zuträglich“, wenn die Zuschüsse für Netzentgelte längerfristig zugesagt würden. Eine Prognose zu den Auswirkungen sei derzeit nicht möglich. Die vorläufigen Netzentgelte für 2027 sollen am 1. Oktober veröffentlicht werden.
Der BDEW forderte zudem eine Senkung der Stromsteuer für alle Verbraucher auf das europäische Mindestmaß von 0,1 Cent pro Kilowattstunde. Derzeit beträgt die Stromsteuer 2,05 Cent pro Kilowattstunde. Steuern, Abgaben und Umlagen machen für Endverbraucher durchschnittlich 34 Prozent des Strompreises aus.
Aus der Industrie kam Kritik an den geplanten Einschnitten. Kerstin Maria Rippel, Hauptgeschäftsführerin der Wirtschaftsvereinigung Stahl, erklärte, allein für die Stahlindustrie drohten zusätzliche Netzkosten von rund 50 Millionen Euro pro Jahr. Dies entspreche einem Anstieg um rund 20 Prozent.
„Gerade erst wurde der explosionsartige Anstieg der Netzentgelte wieder rückgängig gemacht und das Niveau des Jahres 2023 wiederhergestellt“, sagte Kerstin Maria Rippel laut SZ.de.
Zusammenfassung: Der geplante Zuschuss zu den Übertragungsnetzkosten soll 2027 von 6,5 Milliarden Euro auf rund 5,5 Milliarden sinken. Für Haushalte könnten dadurch zusätzliche Kosten entstehen, deren genaue Höhe jedoch von den regionalen Netzentgelten und weiteren Preisbestandteilen abhängt.
Quelle: SZ.de
Mehr Autofahrten unter Cannabiseinfluss im Südwesten
Seit der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 ist im Südwesten ein sprunghafter Anstieg von Autofahrten unter dem Einfluss der Droge verzeichnet worden. Das berichtet SZ.de unter Berufung auf das Innenministerium und Daten der vergangenen Jahre.
Die Zahl der sogenannten folgenlosen Cannabisfahrten, also Fahrten ohne Unfall, stieg zwischen April 2024 und März 2025 um 11 Prozent auf fast 6.900 Fälle. Im Zeitraum von April 2025 bis März 2026 gab es einen weiteren Zuwachs um 1,2 Prozent auf beinahe 7.000 dieser Delikte.
Auch bei Verkehrsunfällen unter Cannabiseinfluss wurde ein Anstieg registriert. Zwischen April 2024 und März 2025 wurde 450 Mal bekifft ein Unfall verursacht. Im folgenden Zeitraum von April 2025 bis März 2026 waren es 488 Fälle.
| Zeitraum | Folgenlose Cannabisfahrten | Unfälle unter Cannabiseinfluss |
|---|---|---|
| April 2024 bis März 2025 | fast 6.900 | 450 |
| April 2025 bis März 2026 | beinahe 7.000 | 488 |
Der Anstieg bei den Unfällen entspricht laut Innenministerium einem Plus von 8,4 Prozent. Die Angaben beziehen sich auf den Südwesten und wurden im Zusammenhang mit Verkehrskontrollen und Unfallstatistiken veröffentlicht.
Zusammenfassung: Nach der Teillegalisierung von Cannabis im April 2024 nahmen sowohl folgenlose Fahrten unter Cannabiseinfluss als auch entsprechende Verkehrsunfälle zu. Im Zeitraum April 2025 bis März 2026 wurden beinahe 7.000 folgenlose Cannabisfahrten und 488 Unfälle registriert.
Quelle: SZ.de
Russinnen und Russen heben mehr Bargeld ab – Banken geraten unter Druck
In Russland heben immer mehr Kundinnen und Kunden Bargeld von ihren Konten ab. Nach Angaben der Frankfurter Rundschau stieg die außerhalb der Banken gehaltene Bargeldmenge im Vergleich zum Vorjahr um 17,5 Prozent auf über 19 Billionen Rubel, rund 214 Milliarden Euro.
Die Entwicklung setzt die Kreditinstitute unter Druck, weil ihnen Geld entzogen wird, das sie unter anderem zur Finanzierung von Krediten benötigen. Der Bargeldboom fällt in eine Phase, in der sich die Stimmung in Russland deutlich verschlechtert hat.
In einer aktuellen Befragung des US-amerikanischen Meinungsforschungs- und Analyseunternehmens Gallup erklärten 60 Prozent der befragten Russinnen und Russen, dass sich die wirtschaftliche Lage in ihrem Land verschlechtert habe. Einen höheren Wert habe Gallup seit Beginn der Erhebungen in Russland vor 20 Jahren nicht gemessen. Nur 27 Prozent rechneten mit einer Verbesserung.
Als einen Grund für die vermehrten Bargeldabhebungen nennt der Bericht wiederholte Ausfälle des mobilen Internets. Seit einigen Monaten hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf die russische Infrastruktur verstärkt, darunter auf Treibstoffanlagen. In mehr als 55 Regionen kam es daraufhin zu Benzinengpässen und Rationierungen.
Um die Navigation weiterer ukrainischer Drohnen zu erschweren, schalten russische Behörden regional immer wieder das mobile Internet ab. Viele Menschen befürchten deshalb, dass Kartenterminals und andere digitale Bezahlsysteme zeitweise nicht funktionieren könnten. Sie heben Geld ab und legen Bargeldreserven für laufende Zahlungen im Alltag zurück.
| Entwicklung | Wert |
|---|---|
| Bargeldmenge außerhalb der Banken | über 19 Billionen Rubel |
| Anstieg gegenüber dem Vorjahr | 17,5 Prozent |
| Bargeldzunahme im März 2026 | 300 Milliarden Rubel |
| Bargeldzunahme im Juni 2026 | 500 Milliarden Rubel |
| Durchschnittlicher Liquiditätsbedarf der Banken | von 4,1 auf 4,7 Billionen Rubel |
Bereits im März 2026 nahm die Bargeldmenge innerhalb eines Monats um 300 Milliarden Rubel, rund 3,4 Milliarden Euro, zu. Die russische Zentralbank nannte als mögliche Ursache Einschränkungen des mobilen Internets, die mehrere Haushalte und Unternehmen dazu veranlasst hätten, Bargeldreserven für laufende Zahlungen anzulegen.
Im Juni 2026 setzte sich der Trend fort. Die Bargeldmenge nahm innerhalb eines Monats um weitere 500 Milliarden Rubel, rund 5,6 Milliarden Euro, zu. Zugleich stieg der durchschnittliche Liquiditätsbedarf der Banken zu Marktbedingungen von 4,1 auf 4,7 Billionen Rubel.
Das Liquiditätsdefizit im russischen Bankensystem erreichte im Juni rund zwei Billionen Rubel. Die Zentralbank sehe dennoch bislang keinen Anlass für zusätzliche Stützungsmaßnahmen. Sie erklärte gegenüber Reuters, sie stelle den Banken das notwendige Liquiditätsvolumen zur Verfügung und berücksichtige dabei die Bargeldnachfrage. Große Institute erfüllten die regulatorischen Anforderungen weiterhin mit einem ausreichenden Puffer.
Die Entwicklung trifft das Bankensystem jedoch in einer angespannten wirtschaftlichen Lage. Laut Gallup halten 58 Prozent der Russinnen und Russen ihre Region derzeit für einen schlechten Ort, um Arbeit zu finden. Nur 35 Prozent bewerten die Aussichten positiv. Das Vertrauen in die Regierung sank binnen eines Jahres um 14 Prozentpunkte auf 53 Prozent.
Nach Einschätzung von Gallup ist mehr als vier Jahre nach Beginn der großangelegten Invasion in der Ukraine der anfängliche Optimismus in Russland weitgehend verflogen. Der Pessimismus über die wirtschaftliche Entwicklung und den Lebensstandard habe einen Höchststand erreicht. Gleichzeitig seien die Erwartungen an den Arbeitsmarkt und das Vertrauen in zentrale staatliche Institutionen gesunken.
Zusammenfassung: Die außerhalb russischer Banken gehaltene Bargeldmenge stieg um 17,5 Prozent auf über 19 Billionen Rubel. Ausfälle des mobilen Internets, Sorgen über digitale Zahlungssysteme und eine verschlechterte wirtschaftliche Stimmung treiben die Nachfrage nach Bargeld und erhöhen den Liquiditätsdruck auf die Banken.
Quellen: Frankfurter Rundschau, dpa, Gallup, Reuters und Zentralbank Russland
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung signalisiert eine wachsende wirtschaftliche Unsicherheit: Beschäftigung, Kaufkraft und Energiepreise stehen gleichzeitig unter Druck. Besonders relevant ist die gegenläufige Stärke der Gesundheitsberufe, die den strukturellen Fachkräftebedarf sichtbar macht, den konjunkturelle Schwäche nicht beseitigt.
Kernaussage: Der Arbeitsmarkt verliert an Dynamik, während der Bedarf in systemrelevanten Bereichen weiter steigt.
Einschätzung der Redaktion
Der direkte Einblick in technische Berufe ist für die Nachwuchsgewinnung deutlich wirkungsvoller als abstrakte Informationskampagnen. Entscheidend wird sein, solche Praktika dauerhaft, niedrigschwellig und mit realen Ausbildungsperspektiven zu verknüpfen.
Kernaussage: Praktische Erfahrungen und Austausch auf Augenhöhe können die Berufsorientierung wirksam verbessern.
Einschätzung der Redaktion
Die geplante Kürzung erhöht die Unsicherheit für Haushalte und Unternehmen, auch wenn die unmittelbare Mehrbelastung zunächst begrenzt erscheinen mag. Problematischer ist die fehlende Planungssicherheit: Für die energieintensive Industrie erschweren wechselnde Entlastungen Investitionen und schwächen die Wettbewerbsfähigkeit.
Kernaussage: Kurzfristige Haushaltsentlastung kann langfristig höhere Kosten und weniger Investitionssicherheit erzeugen.
Einschätzung der Redaktion
Der Anstieg zeigt, dass die Teillegalisierung ohne konsequente Verkehrskontrollen und klare Präventionsarbeit erhebliche Risiken birgt. Im Straßenverkehr muss weiterhin eine eindeutige Grenze gelten: Cannabiskonsum und Fahren dürfen nicht als vereinbare Alltagshandlungen normalisiert werden.
Kernaussage: Die Verkehrssicherheit verlangt eine strengere Durchsetzung und kontinuierliche Aufklärung.
Einschätzung der Redaktion
Die wachsende Bargeldhaltung ist vor allem ein Vertrauenssignal. Wenn Menschen wegen Infrastrukturstörungen, wirtschaftlicher Sorgen und sinkender Zuversicht liquide Mittel außerhalb der Banken sichern, belastet das nicht nur die Kreditvergabe, sondern offenbart eine zunehmende Fragilität des wirtschaftlichen Alltags.
Kernaussage: Der Bargeldboom ist ein Warnzeichen für schwindendes Vertrauen in Stabilität und Funktionsfähigkeit des Systems.
Quellen:
- Stellenmarkt: Diese Josb sind im Trend
- Wirtschaft: Warum eine Ministerin ein Praktikum macht
- Strompreise - Womit Stromkunden 2027 bei den Netzentgelten rechnen müssen - Wirtschaft
- „Sprunghafter Anstieg“ - Bekifft am Steuer
- Angst treibt Russen zur Bank: Immer mehr horten Bargeld – und Putin hat ein riesiges Problem
- „Das ist doch verrückt“: Wirtschaftsministerin Reiche bekämpft laut Politiker Deutschlands letzte Boom-Branche













