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Von der Erholung an den asiatischen Börsen bis zu Chinas Konjunkturflaute, steigenden KI-Investitionen und den Milliardenkosten der Waldbrände: Der Pressespiegel zeigt, wo Märkte, Unternehmen und Staatshaushalte aktuell unter Druck stehen – und wo neue Chancen entstehen.
Börsen und Konjunktur im Fokus: Asien erholt sich, China verliert an Schwung
Die asiatischen Aktienmärkte haben sich nach den jüngsten Verlusten deutlich erholt. Nach Angaben von n-tv.de legte der japanische Nikkei um 4,5 Prozent zu, während der südkoreanische Kospi nach einem massiven Ausverkauf zu Wochenbeginn um mehr als zehn Prozent stieg. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans gewann 4,6 Prozent.
Auch chinesische Technologiewerte profitierten von der verbesserten Stimmung. Der CSI-Index für KI-Werte stieg um mehr als sieben Prozent, der Hang-Seng-Tech-Index in Hongkong verbuchte ein Plus von 0,5 Prozent. Als Treiber galten eine starke Wall Street und nachlassende Sorgen über hohe Investitionen in Künstliche Intelligenz.
Gleichzeitig trübten neue Konjunkturdaten das Bild in China ein. Der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe fiel im Juli von 50,3 auf 49,2 Punkte und rutschte damit unter die Marke von 50 Punkten, die Wachstum von Schrumpfung trennt. Auch der Index für Dienstleistungen und Baugewerbe sank von 50,2 auf 49,0 Punkte.
Quelle: n-tv.de und WELT
| Indikator | Vorher | Juli |
|---|---|---|
| Chinesische Industrie | 50,3 Punkte | 49,2 Punkte |
| Dienstleistungen und Baugewerbe | 50,2 Punkte | 49,0 Punkte |
| Übergreifender Einkaufsmanagerindex | 50,6 Punkte | 49,3 Punkte |
Zusammenfassung: Die Aktienmärkte in Asien legten deutlich zu, während die chinesischen Stimmungsindikatoren auf eine nachlassende wirtschaftliche Dynamik hindeuten.
Japans Notenbank hält Leitzins bei 1,0 Prozent
Die japanische Zentralbank hat ihren Leitzins unverändert bei 1,0 Prozent belassen. Die Entscheidung fiel mit acht zu eins Stimmen, wie n-tv.de berichtet. Das Vorstandsmitglied Hajime Takata stimmte gegen den Beschluss und forderte eine Anhebung auf 1,25 Prozent.
Die Bank of Japan signalisierte zugleich ihre Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen, um wachsenden Inflationsrisiken entgegenzuwirken. Der Leitzins war im Juni auf 1,0 Prozent angehoben worden und lag damit auf dem höchsten Stand seit 1995.
Im Mittelpunkt stand außerdem der Yen. Japans Währung war nach dem durch den Iran-Krieg ausgelösten Energieschock auf ein 40-Jahres-Tief gefallen. Im frühen asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,7 Prozent auf 160,61 Yen.
„Der Zeitpunkt kam früher als erwartet, da ich eher mit einer Intervention nach der BOJ-Sitzung gerechnet hatte“, sagte Chefökonom Toru Suehiro von Daiwa Securities laut n-tv.de.
Quelle: n-tv.de
Zusammenfassung: Japans Leitzins bleibt bei 1,0 Prozent, zugleich hält die Notenbank weitere Zinsschritte zur Bekämpfung der Inflation offen.
Dax mit Wochengewinn, Adidas belastet den Börsenabschluss
Der Dax steuert laut n-tv.de auf einen deutlichen Wochengewinn zu. Am Vortag schloss der deutsche Börsenleitindex mit einem Stand von 25.612 Zählern 0,6 Prozent im Plus.
Der Anstieg hätte dem Bericht zufolge noch größer ausfallen können. Adidas reagierte mit einem Kursrutsch auf frische Geschäftszahlen, nachdem ein Ergebnis unter den Erwartungen die Anleger verschreckt hatte.
Bei den anstehenden Verbraucherpreisdaten für die Eurozone erwarten Experten im Juli eine Teuerungsrate von 2,9 Prozent nach 2,8 Prozent im Juni. Die Europäische Zentralbank beobachtet die Entwicklung genau, da sich die Inflation damit weiter von ihrem Stabilitätsziel von 2,0 Prozent entfernen dürfte.
Unternehmensseitig richtet sich der Blick auf Siemens Healthineers. Offen ist unter anderem, wann Siemens Healthineers mit einem Verkauf des Laborstraßen-Geschäfts ernst macht und wann Siemens grünes Licht von den Steuerbehörden erhält, um weitere 30 Prozent an Healthineers an die eigenen Aktionäre weiterzureichen. Bei der Zwischenbilanz nach dem dritten Quartal 2025/26 interessiert die Anleger außerdem, ob und wie stark der chinesische Markt wieder anzieht.
Quelle: n-tv.de
- Dax: 25.612 Zähler
- Tagesgewinn: 0,6 Prozent
- Erwartete Teuerungsrate in der Eurozone im Juli: 2,9 Prozent
- Teuerungsrate im Juni: 2,8 Prozent
- Stabilitätsziel der EZB: 2,0 Prozent
Zusammenfassung: Der Dax bleibt auf Wochenkurs, während Adidas mit enttäuschenden Geschäftszahlen die Stimmung dämpfte und die Inflation in der Eurozone wieder stärker steigen könnte.
Amazon erhöht KI-Ausgaben wegen teurer Speicherchips
Amazon will in diesem Jahr wegen stark gestiegener Speicherchip-Preise 20 Milliarden Dollar zusätzlich in den Ausbau seiner KI-Infrastruktur investieren. Wie SZ.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, erhöhte Konzernchef Andy Jassy die Prognose für die Kapitalausgaben von 200 auf 220 Milliarden Dollar.
Selbst mit diesen höheren Ausgaben werde Amazon nicht genügend Kapazitäten haben, um die Nachfrage der Kunden nach Rechenleistung zu erfüllen. Nach Einschätzung des Konzerns dürfte sich die angespannte Kapazitätssituation auch 2027 nicht ändern.
Der Online-Handels- und Technologiekonzern profitiert vom KI-Boom vor allem über die Cloud-Sparte AWS. Der AWS-Umsatz stieg im vergangenen Quartal im Jahresvergleich um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit Erlösen von rund 40,5 Milliarden Dollar gerechnet.
Jassy sprach von einer „bemerkenswerten“ Nachfrage, die sich bereits für 2028 abzeichne. Amazon halte es inzwischen für möglich, dass AWS beim jährlichen Umsatz mit der Zeit auch die Billionen-Marke überschreiten könne. Die Amazon-Aktie stieg im nachbörslichen Handel zeitweise um zehn Prozent.
Der gesamte Amazon-Quartalsumsatz erhöhte sich im Jahresvergleich um 20 Prozent auf 200,6 Milliarden Dollar. Der Gewinn stieg von 18,1 Milliarden Dollar im Vorjahr auf knapp 62,65 Milliarden Dollar. Darin enthalten waren zusätzliche Buchgewinne, unter anderem aus der Neubewertung der Beteiligung an der KI-Firma Anthropic. Diese beliefen sich vor Steuern auf 53,4 Milliarden Dollar.
Amazon baut seine Rechenzentren derzeit von Grund auf neu. Nach Angaben des Konzernchefs sollen die Gebäude mehr als 30 halten, während die Computertechnik darin nur alle 5 bis 6 Jahre erneuert werde.
Quelle: SZ.de, dpa
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Geplante Kapitalausgaben | 220 Milliarden Dollar |
| Erhöhung der Kapitalausgaben | 20 Milliarden Dollar |
| AWS-Umsatz | 42,2 Milliarden Dollar |
| AWS-Wachstum | 37 Prozent |
| Amazon-Quartalsumsatz | 200,6 Milliarden Dollar |
| Quartalsgewinn | knapp 62,65 Milliarden Dollar |
| Buchgewinne aus der Neubewertung der Anthropic-Beteiligung vor Steuern | 53,4 Milliarden Dollar |
Zusammenfassung: Amazon erhöht seine geplanten Kapitalausgaben auf 220 Milliarden Dollar und setzt auf ein stark wachsendes Cloud-Geschäft, obwohl hohe Speicherchip-Preise den KI-Ausbau verteuern.
Polen gewinnt beim Weltexport an Bedeutung
Polen hat sich zwischen 2000 und 2024 zu einer der 20 größten Exportnationen der Welt entwickelt. Nach Angaben von DIE ZEIT stieg der polnische Anteil an den weltweiten Ausfuhren in diesem Zeitraum von rund 0,5 Prozent auf 1,8 Prozent.
Die Entwicklung wurde durch den EU-Beitritt, eingesetzte Strukturfonds und einen breit aufgestellten Branchenmix unterstützt. Dieser reicht laut dem Bericht von Fleisch, Möbeln und Tabak bis zu Batterien, Maschinen und Luxusjachten.
Deutschland bleibt beim Anteil am Weltexport deutlich größer. 2024 entfielen 7,6 Prozent der weltweiten Exporte auf Deutschland. Gleichzeitig verlaufen die Trends in unterschiedliche Richtungen: Während Deutschlands Anteil am Weltexport seit Jahren tendenziell sinkt, gewinnt Polen kontinuierlich hinzu.
Als Gründe für Polens Entwicklung nennt DIE ZEIT unter anderem die Schockreformen nach 1989, den großen Binnenmarkt, die Nähe zu Deutschland, stabile Institutionen und eine junge Generation. Zugleich wird darauf hingewiesen, dass Polen bei Forschung und Entwicklung noch Nachholbedarf habe.
Der Bericht benennt auch Risiken für den weiteren Aufstieg. Dazu gehören die demografische Entwicklung, die Abhängigkeit von Kohle, hohe Defizite und die enge Verflechtung mit der europäischen Konjunktur.
Quelle: DIE ZEIT
| Land | Anteil am Weltexport | Zeitraum |
|---|---|---|
| Polen | von rund 0,5 Prozent auf 1,8 Prozent | 2000 bis 2024 |
| Deutschland | 7,6 Prozent | 2024 |
Zusammenfassung: Polen hat seinen Anteil am Weltexport seit 2000 deutlich ausgebaut, während Deutschland Marktanteile verliert.
Waldbrände belasten Spaniens Wirtschaft und Staatshaushalt
Die Waldbrände in Spanien verursachen Schäden in Milliardenhöhe und treffen insbesondere Tourismus, Infrastruktur und Staatshaushalt. Nach Angaben von DW.com sind in diesem Jahr bereits 206.000 Hektar Waldfläche nach Angaben des EU-Erdbeobachtungssystems Copernicus in Flammen aufgegangen.
Welche wirtschaftlichen Folgen großflächige Brände haben können, zeigte das Jahr 2022. Damals wurden in Spanien rund 300.000 Hektar Fläche durch Waldbrände vernichtet. Nach Angaben der EU-Kommission summierte sich der wirtschaftliche Schaden auf 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Die Brände beeinträchtigen laut DW.com Wirtschaft und Handel in den betroffenen Regionen. Wenn der Tourismus aus den vom Feuer betroffenen Gebieten verschwinde, habe dies gravierende Auswirkungen für ganz Spanien.
Eine Studie der Klimaökonomin Sarah Meier von der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich kommt zu dem Ergebnis, dass sich in Regionen mit mindestens einem Waldbrand die Wachstumsrate um 0,11 bis 0,18 Prozent verringerte. Bei mehreren Waldbränden gleichzeitig stiegen die Wachstumsverluste je nach Ausdehnung auf bis zu 4,5 Prozent.
Auch die Europäische Umweltagentur berechnete die Folgen vergangener Waldbrände. 2017 verbrannten im Süden Europas knapp 990.000 Hektar Fläche, die Verluste beliefen sich auf knapp zehn Milliarden Euro. Zu den Schäden gehören neben Einbußen im Tourismus auch der Verlust von Biodiversität, Einnahmeverluste aus der Forstwirtschaft, Bodenerosion, zerstörte Infrastruktur und Immobilien sowie Kosten für die Brandbekämpfung.
In Spanien gingen die Ausgaben für die Waldbrandprävention zwischen 2009 und 2024 von 364 Millionen Euro auf 144 Millionen Euro zurück. Die jährlichen Ausgaben für direkte Löscharbeiten blieben im gleichen Zeitraum stabil bei 417 Millionen Euro.
„Prävention ist nachgewiesenermaßen die beste langfristige Investition. Sie ist deutlich günstiger als die Bekämpfung von bereits ausgebrochenen Waldbränden“, sagte Wirtschaftswissenschaftler Emilio Vizuete Luciano laut DW.com.
Nach Angaben des spanischen Forst-Dienstleistungsunternehmens Forescat kostet die Bekämpfung und Löschung von Waldbränden rund 19.000 Euro pro Hektar. Angesichts der knapp 400.000 Hektar Waldfläche, die 2025 in Spanien in Flammen aufging, ergaben sich Kosten in Höhe von rund 7,6 Milliarden Euro.
Quelle: DW.com
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| In diesem Jahr verbrannte Waldfläche in Spanien | 206.000 Hektar |
| Verbrannte Fläche in Spanien 2022 | rund 300.000 Hektar |
| Wirtschaftlicher Schaden 2022 | 4,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts |
| Wachstumsverlust bei mindestens einem Waldbrand | 0,11 bis 0,18 Prozent |
| Verluste bei mehreren Waldbränden | bis zu 4,5 Prozent |
| Ausgaben für Prävention 2009 | 364 Millionen Euro |
| Ausgaben für Prävention 2024 | 144 Millionen Euro |
| Jährliche Ausgaben für direkte Löscharbeiten | 417 Millionen Euro |
| Kosten pro Hektar für Bekämpfung und Löschung | rund 19.000 Euro |
| Kosten bei knapp 400.000 Hektar Waldfläche 2025 | rund 7,6 Milliarden Euro |
Zusammenfassung: Spaniens Waldbrände verursachen hohe wirtschaftliche Schäden, während die Ausgaben für Prävention von 364 Millionen Euro auf 144 Millionen Euro gesunken sind.
ARD-Magazin beleuchtet Krankenstände, Psychotherapie und Mehrwertsteuerbetrug
Die ARD Mediathek kündigt eine Ausgabe des Magazins „mehr/wert“ an, die sich mit wirtschaftlichen und sozialen Themen beschäftigt. Im Mittelpunkt stehen unter anderem die Frage nach einem Attest ab dem ersten Tag und mögliche Mittel gegen hohe Krankenstände.
Weitere Themen sind ein Studiogespräch mit dem Arbeitsmarktforscher Prof. Enzo Weber, die Frage „Psychotherapeut – Lohnt sich das?“ sowie ein Milliardenbetrug mit der Mehrwertsteuer.
Quelle: ARD Mediathek
- Attest ab dem ersten Tag
- Mittel gegen hohe Krankenstände
- Studiogespräch mit Arbeitsmarktforscher Prof. Enzo Weber
- Wirtschaftlichkeit des Berufs Psychotherapeut
- Milliardenbetrug mit der Mehrwertsteuer
Zusammenfassung: Die angekündigte Sendung verbindet Fragen des Arbeitsmarkts mit Gesundheits- und Steuerbetrugsthemen.
Einschätzung der Redaktion
Die Märkte zeigen derzeit vor allem eine hohe Anfälligkeit für Stimmungswechsel. Erholungen an den Börsen dürfen deshalb nicht mit einer nachhaltigen wirtschaftlichen Stabilisierung verwechselt werden. Besonders China bleibt ein zentraler Unsicherheitsfaktor für die globale Nachfrage.
Japans Zinspolitik steht vor einem schwierigen Balanceakt: Die Notenbank muss Inflationsrisiken begrenzen, ohne die konjunkturelle Erholung oder den Yen zusätzlich zu belasten. Auch in Europa dürfte der Inflationsdruck den Spielraum für eine schnelle geldpolitische Lockerung einschränken.
Amazon bestätigt, dass der KI-Boom inzwischen ein Infrastruktur- und Kostenproblem ist. Die hohen Investitionen können das Wachstum von AWS stärken, erhöhen aber zugleich den Kapitalbedarf und die Abhängigkeit von dauerhaft hoher Nachfrage. Entscheidend wird sein, ob die erwarteten Erträge mit dem Ausbautempo Schritt halten.
Polens Aufstieg zeigt, dass wirtschaftliche Dynamik in Europa weiterhin möglich ist. Für die nächste Entwicklungsstufe muss das Land jedoch stärker in Forschung, Innovation und demografische Stabilität investieren, um nicht dauerhaft von kostengünstiger Produktion und der Nähe zu Deutschland abhängig zu bleiben.
Die Waldbrände sind nicht nur eine ökologische, sondern zunehmend eine finanzpolitische und gesamtwirtschaftliche Belastung. Der Rückgang der Präventionsausgaben bei gleichzeitig hohen Löschkosten deutet auf eine strukturell ineffiziente Prioritätensetzung hin. Vorbeugung ist wirtschaftlich sinnvoller als die immer teurere Schadensbegrenzung.
Kernaussage: Die Entwicklungen verbinden kurzfristige Marktchancen mit erheblichen strukturellen Risiken: schwache Konjunktur, hohe Investitionskosten, Inflationsdruck und unzureichende Krisenprävention bleiben die entscheidenden Belastungsfaktoren.
Quellen:
- 06:00 Ein Kursrutsch als Stimmungsbremse
- Handel und KI - Hohe Speicherkosten machen Amazons KI-Ausbau noch teurer - Wirtschaft
- Stimmung in Chinas Wirtschaft trübt sich ein
- Deutschland und Polen: Wo Polen Deutschland längst überholt hat
- Spanien: Wie Waldbrände der Wirtschaft schaden
- Vorschau: mehr/wert • Das Magazin für Wirtschaft und Soziales













