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Japans Wirtschaft wächst, bleibt aber deutlich hinter den Erwartungen zurück – während schwacher Konsum und sinkende Investitionen die Konjunktur bremsen. Zugleich zeigen die weiteren Meldungen, wo Deutschland auf Förderung, Verteidigungsausgaben und widerstandsfähige Infrastruktur setzt – und welche Risiken damit verbunden sind.
Japans Wirtschaft wächst schwächer als erwartet
Japans Wirtschaftsleistung ist im zweiten Quartal hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Wie das Manager Magazin berichtet, stieg das Bruttoinlandsprodukt in den drei Monaten bis Ende Juni auf das Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent. Von Bloomberg befragte Experten hatten mit einem Anstieg um 2,0 Prozent gerechnet.
Im ersten Quartal war die Wirtschaft noch um revidierte 1,9 Prozent gewachsen. Die Unternehmensinvestitionen gingen im zweiten Quartal um 1,2 Prozent zurück und sanken damit stärker als von Fachleuten erwartet.
Auch der private Konsum entwickelte sich schwach. Die privaten Ausgaben sanken im Quartalsvergleich um 1,2 Prozent. Der Konsum gilt seit längerer Zeit als Schwachstelle der viertgrößten Volkswirtschaft der Welt.
Die Exporte legten zwar weiter zu, wuchsen aber nur noch um 0,5 Prozent. Als wichtige Treiber nennt das Manager Magazin die globale Nachfrage nach japanischen Autos und Halbleitern. Japan ist unter anderem Heimat der Konzerne Toyota und Honda; zugleich profitiert die Chipnachfrage von der weltweit starken Investitionswelle rund um künstliche Intelligenz.
Belastend wirkt der schwache Yen auf unterschiedliche Weise. Einerseits steigt bei den großen Exportkonzernen der Wert der Auslandserlöse bei der Umrechnung in Yen. Andererseits verteuert die japanische Währung die Rohstoffimporte, was die Verbraucherpreise erhöht und die Konsumlaune belastet.
Am Devisenmarkt bewegte sich der Dollar zuletzt nahe 160 Yen, während es vor einem Jahr etwa 145 Yen waren. Nach der Veröffentlichung der Wirtschaftsdaten notierte der Dollar bei rund 159 Yen. Die Bank of Japan hob ihre Wachstumsprognose für das laufende Fiskaljahr bis Ende März auf 0,6 Prozent an; zuvor hatte sie 0,5 Prozent erwartet.
„Gerät zunehmend in Erklärungsnot“: Japans Ministerpräsidentin Sanae Takaichi will mit einer starken Wirtschaft punkten.
Zusammenfassung: Das japanische BIP wuchs im zweiten Quartal auf das Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent statt der erwarteten 2,0 Prozent. Schwacher Konsum und rückläufige Investitionen belasten die Konjunktur, während Exporte weiter stützen.
Japans Konsum und Investitionen bleiben unter Druck
Auch die WirtschaftsWoche berichtet von einem schwächeren Wachstum der japanischen Wirtschaft im Frühjahr. Das BIP legte von April bis Juni auf das Jahr hochgerechnet um 1,1 Prozent zu; die mittlere Schätzung der Analysten hatte bei einem Plus von 2,0 Prozent gelegen.
Im Vergleich zum Vorquartal wuchs die Wirtschaft um 0,3 Prozent. Experten hatten für diesen Zeitraum einen Anstieg von 0,5 Prozent erwartet. Der private Konsum, der mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung ausmacht, stagnierte.
Nach Darstellung der WirtschaftsWoche wurde der Konsum durch höhere Rohstoffkosten und Lieferengpässe im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten belastet. Die Unternehmensinvestitionen schrumpften um 1,2 Prozent.
Die Exporte stützten das Wachstum. Sie profitierten von einer soliden Nachfrage aus den USA nach japanischen Hybridfahrzeugen sowie von weltweiten Investitionen in künstliche Intelligenz.
Im vorangegangenen Quartal war die Wirtschaft um nach oben revidierte 1,9 Prozent gewachsen. Damit verzeichnete Japan das dritte Quartal in Folge ein Plus.
Die Entwicklung von Konsum und Löhnen ist nach Einschätzung der WirtschaftsWoche entscheidend für die japanische Zentralbank, wenn es um weitere Zinserhöhungen geht. Analysten warnten zugleich, dass steigende Importkosten und der Preisdruck den Konsum im weiteren Jahresverlauf belasten könnten.
Die Nachfrage nach langlebigen Gütern wie Autos und Klimaanlagen könnte im dritten Quartal wieder zurückgehen. Im Frühjahr war sie durch regulatorische Änderungen vorübergehend angekurbelt worden.
| Indikator | Wert |
|---|---|
| BIP-Wachstum auf das Jahr hochgerechnet | 1,1 Prozent |
| Mittlere Analystenschätzung | 2,0 Prozent |
| BIP-Wachstum im Vergleich zum Vorquartal | 0,3 Prozent |
| Erwartetes Wachstum im Vergleich zum Vorquartal | 0,5 Prozent |
| Rückgang der Unternehmensinvestitionen | 1,2 Prozent |
| Wachstum im vorangegangenen Quartal | revidierte 1,9 Prozent |
Infobox: Japans Wirtschaft wuchs im Frühjahr zwar das dritte Quartal in Folge, blieb mit einem auf das Jahr hochgerechneten Plus von 1,1 Prozent aber hinter den Erwartungen zurück. Besonders der stagnierende Konsum und die gesunkenen Unternehmensinvestitionen gelten als Belastungsfaktoren.
Bundesfinanzminister Klingbeil will Startups steuerlich unterstützen
Bundesfinanzminister Klingbeil will Startups in Deutschland mit besseren steuerlichen Bedingungen unterstützen. Das berichtet der Deutschlandfunk in seiner Wirtschaftsmeldung.
Weitere Einzelheiten zu den geplanten steuerlichen Bedingungen nennt der vorliegende Bericht nicht. Im Mittelpunkt steht die Absicht, die Rahmenbedingungen für Startups in Deutschland zu verbessern.
Zusammenfassung: Bundesfinanzminister Klingbeil kündigt bessere steuerliche Bedingungen für Startups an. Konkrete Maßnahmen werden in der Meldung nicht genannt.
Thüringen erleichtert Zugang zur GRW-Investitionsförderung
Thüringen erleichtert den Zugang zur GRW-Investitionsförderung. Darauf verweist die IHK Ostthüringen zu Gera in ihrem aktuellen Finanzierungshinweis.
Die Meldung führt das Programm „GRW-Investitionsförderung“ als zentrales Angebot an. Weitere Angaben zu den konkreten Änderungen oder zu den Förderbedingungen enthält der vorliegende Inhalt nicht.
Infobox: Thüringen erleichtert nach Angaben der IHK den Zugang zur GRW-Investitionsförderung. Details zu Umfang und Ausgestaltung der Erleichterungen werden in der Meldung nicht ausgeführt.
Rüstungsausgaben bringen laut IW nur begrenzte Wirtschaftsimpulse
Die deutschen Rüstungsausgaben bringen nach einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft nur wenig Wachstum. Das berichtet Oiger unter Berufung auf Berechnungen von Volkswirten des IW.
Die Verteidigungsindustrie wachse derzeit zwar stark, sei aber zu klein, um die deutsche Wirtschaft zu tragen. Zudem seien die Impulse regional sehr unterschiedlich verteilt.
„Panzer sind nicht die neuen Autos für die deutsche Wirtschaft“, schätzt IW-Forscher Klaus-Heiner Röhl ein.
Einfluss auf die lokale Wirtschaftslage habe die deutsche Aufrüstung vor allem dort, wo große Panzerfabriken, Luftfahrtunternehmen und deren Zulieferer konzentriert sind. Ostdeutschland gehe an diesem kleinen Rüstungsboom weitgehend vorbei, da sich dort seit der Wende kaum entsprechende Strukturen entwickelt hätten. Auf diesen regionalen Unterschied hatten laut Oiger bereits Dresdner Ifo-Forscher hingewiesen.
Laut IW will der Bund von 2026 bis 2030 rund 95 Milliarden Euro zusätzlich für Verteidigung ausgeben. Das Bruttoinlandsprodukt steige dadurch 2026 und 2027 um 0,7 und 0,9 Prozent. Danach flache der Effekt ab, verweisen die Forscher auf ihre Simulationen.
Positive Folgeeffekte, wie sie etwa Investitionen in die Infrastruktur auslösen könnten, seien gering. Weitere Impulse könnten Innovationen im Militärbereich bringen, die in die zivile Wirtschaft ausstrahlen und dauerhaft die Produktivität erhöhen.
Allerdings fließe dafür zu wenig Geld in Forschung und Entwicklung. 2025 gingen laut dem Bericht nur rund zwei Prozent der deutschen Verteidigungsausgaben in diesen Bereich. In den USA liege der Anteil bei 16 Prozent.
Statt Innovationen anzuschieben, schließe die Bundeswehr vorerst vor allem Ausrüstungslücken. Zunächst müsse sie ihren Nachholbedarf beim Material decken, wird Ökonom Röhl von Oiger wiedergegeben.
Gleichzeitig wachsen die Staatsschulden stark an. Riskant werde die Entwicklung, wenn das Wachstum schwächer ausfalle oder ausbleibe. Dann stiegen die Schulden weiter, ohne dass die Wirtschaftsleistung mithalte.
„Dadurch könnte die Spitzenbonität der Bundesrepublik verloren gehen – und die Zinslast würde noch weiter wachsen.“
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Zusätzliche Verteidigungsausgaben des Bundes von 2026 bis 2030 | rund 95 Milliarden Euro |
| Erwarteter BIP-Anstieg 2026 | 0,7 Prozent |
| Erwarteter BIP-Anstieg 2027 | 0,9 Prozent |
| Anteil der Verteidigungsausgaben für Forschung und Entwicklung 2025 | rund zwei Prozent |
| Vergleichbarer Anteil in den USA | 16 Prozent |
Zusammenfassung: Die zusätzlichen Verteidigungsausgaben sollen das BIP 2026 um 0,7 Prozent und 2027 um 0,9 Prozent erhöhen, danach soll der Effekt abflachen. Das IW sieht nur geringe Infrastruktur- und Innovationseffekte und warnt vor steigender Schulden- und Zinslast.
Wirtschaft fordert Maßnahmen gegen Niedrigwasser am Rhein
Der niedrige Rheinpegel wirkt sich zunehmend auf die Wirtschaft in Köln aus. Besonders betroffen sind Unternehmen, die auf Baustoffe wie Sand und Kies angewiesen sind, berichtet Radio Köln unter Berufung auf die Industrie- und Handelskammer zu Köln.
Für diese Unternehmen ist der Rhein die wichtigste Transportstraße. IHK-Vertreter Alexander Felsch sagt, die normalerweise über den Rhein transportierte Gütermenge passe in keinen Lastwagen.
Felsch fordert deshalb politische Maßnahmen, damit auch bei wenig Wasser mehr Güter umweltfreundlich und zuverlässig über den Rhein transportiert werden können. Auch die Kölner Hafengesellschaft HGK verlangt eine Reaktion auf das Niedrigwasser.
Nach Angaben der HGK werden bis zu 1.000 neue Güterschiffe benötigt, die auch bei niedrigen Wasserständen fahren können.
„Die normalerweise über den Rhein transportierte Gütermenge passe in keinen Lastwagen“, sagt IHK-Vertreter Alexander Felsch.
Infobox: Der niedrige Rheinpegel belastet in Köln insbesondere Baustoffunternehmen. Die HGK beziffert den Bedarf auf bis zu 1.000 neue Güterschiffe für niedrige Wasserstände.
Einschätzung der Redaktion
Japans Wachstumsschwäche ist wirtschaftspolitisch besonders relevant, weil der entscheidende Binnenmotor weiterhin keine verlässliche Dynamik entwickelt. Solange Konsum und Investitionen unter Druck bleiben, stützt sich die Erholung zu stark auf externe Nachfrage und ist damit anfällig für globale Konjunktur- und Währungsschwankungen.
Für die Bank of Japan wird der Spielraum für weitere Zinserhöhungen dadurch kleiner: Ein anhaltender Importpreisdruck bei gleichzeitig schwachem Konsum könnte die wirtschaftliche Stabilität stärker gefährden als eine vorsichtige geldpolitische Straffung sie verbessern würde. Entscheidend wird daher sein, ob steigende Löhne tatsächlich dauerhaft die Kaufkraft stärken.
Kernaussage: Die Zahlen sprechen eher für eine fragile Erholung als für einen selbsttragenden Aufschwung.
Einschätzung der Redaktion
Die angekündigte steuerliche Unterstützung kann ein wichtiges Signal für den Gründerstandort sein, reicht allein aber nicht aus. Startups benötigen vor allem planbare Regeln, schnellen Zugang zu Kapital und weniger bürokratische Hürden. Ohne konkrete Maßnahmen bleibt die Ankündigung daher politisch positiv, wirtschaftlich jedoch zunächst folgenarm.
Kernaussage: Entscheidend ist nicht das Versprechen besserer Bedingungen, sondern dessen schnelle und messbare Umsetzung.
Einschätzung der Redaktion
Ein erleichterter Zugang zur Investitionsförderung kann Thüringen kurzfristig attraktiver für Unternehmen machen und regionale Investitionen beschleunigen. Die Wirkung hängt jedoch maßgeblich davon ab, ob Antragstellung, Bewilligung und Auszahlung tatsächlich einfacher und schneller werden. Ohne transparente Kriterien besteht zudem das Risiko, dass die formale Erleichterung in der Praxis kaum ankommt.
Kernaussage: Der wirtschaftliche Nutzen entsteht erst, wenn aus dem Förderzugang auch zeitnahe Investitionen werden.
Einschätzung der Redaktion
Rüstungsausgaben sind primär sicherheitspolitisch begründet und kein Ersatz für eine breit angelegte Wachstumsstrategie. Die erwarteten Impulse können kurzfristig Nachfrage schaffen, lösen aber weder die strukturellen Probleme der deutschen Industrie noch die regionale Ungleichheit. Langfristig wäre der wirtschaftliche Nutzen deutlich größer, wenn ein höherer Anteil in Forschung, Entwicklung und dual nutzbare Technologien fließen würde.
Gleichzeitig verschärft eine kreditfinanzierte Aufrüstung die Anforderungen an die Haushaltsplanung. Bleibt das zusätzliche Wachstum hinter den Erwartungen zurück, steigt der fiskalische Druck, ohne dass daraus automatisch eine produktivere Volkswirtschaft entsteht.
Kernaussage: Verteidigungsausgaben können die Wirtschaft begrenzt stützen, ersetzen aber keine Investitions- und Innovationspolitik.
Einschätzung der Redaktion
Das Niedrigwasser macht sichtbar, wie verletzlich eine zentrale deutsche Transportachse gegenüber klimatischen und infrastrukturellen Risiken ist. Eine Verlagerung auf Lastwagen ist angesichts der transportierten Mengen weder kurzfristig realistisch noch ökologisch sinnvoll. Investitionen in geeignete Schiffe, Häfen und eine bessere Vernetzung mit Schiene und Straße sind deshalb keine Sonderlösung, sondern Teil einer notwendigen Resilienzstrategie.
Kernaussage: Die Lieferfähigkeit des Rheins ist eine gesamtwirtschaftliche Infrastrukturfrage und sollte nicht erst in der akuten Krise behandelt werden.
Quellen:
- Japan: Wirtschaft wächst schwächer als erwartet – Konsum bleibt hinter Prognosen
- Wirtschaft - Bundesfinanzminister Klingbeil will Startups mit besseren steuerlichen Bedingungen unterstützen
- Konjunktur: Japans Wirtschaft wächst im Frühjahr schwächer als erwartet
- Thüringen erleichtert Zugang zur GRW-Investitionsförderung
- „Panzer sind nicht die neuen Autos für die deutsche Wirtschaft“
- Wirtschaft fordert Maßnahmen wegen Niedrigwasser



















