Wirtschaft unter Druck: Steuerstreit, Hitzewelle und Russlands Börsenrutsch
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt wachsenden wirtschaftlichen Druck durch Steuerstreit, Hitzewelle und Russlands Bargeldboom, während Unternehmen ihre Prognosen senken.
Steuerstreit, Hitzewelle und die wirtschaftlichen Belastungen in Russland prägen diesen Pressespiegel. Während ein Klingbeil-Video heftige Kritik auslöst, geraten Frankreichs Energieversorgung und Landwirtschaft unter Druck. Zugleich liefert der Blick auf Börse, Bargeldboom und Konjunkturerwartungen ein widersprüchliches Bild der aktuellen Wirtschaftslage.
Pressespiegel Wirtschaft: Steuerstreit, Hitzewelle und zunehmender Druck auf Russlands Wirtschaft
Kritik an Klingbeils Video zum Kampf gegen Steuerbetrug
Die Bundesregierung will verstärkt gegen Steuerbetrug vorgehen. Finanzminister Lars Klingbeil und Justizministerin Stefanie Hubig, beide SPD, stellten dazu in Berlin einen Aktionsplan mit insgesamt 26 Punkten vor. Ziel sei es, das Risiko für Steuerkriminelle zu erhöhen, entdeckt zu werden, und dem Staat zusätzliche Einnahmen zu verschaffen.
Um die Botschaft auch über soziale Medien zu verbreiten, veröffentlichte Klingbeil ein Video auf TikTok. Darin kündigt er denjenigen, die den Staat betrügen, den Kampf an. Die Aufnahme endet mit den Worten: „und dann sind die Rolex und der Porsche erst mal weg“.
Nach Angaben der WELT wurde das Video bis Dienstagnachmittag 11.300 Mal aufgerufen. Es erhielt 319 Likes und verzeichnete 162 Kommentare, von denen laut dem Bericht weit überwiegend ablehnend und teilweise vernichtend ausfielen.
Auch auf X wurde insbesondere der Verweis auf Rolex und Porsche diskutiert. Hubert Aiwanger, stellvertretender bayerischer Ministerpräsident und Wirtschaftsminister, fragte, ob Klingbeil sich so unerbittlich gegen Steuerbetrug einsetze, damit mehr Spielraum beim Sozialbetrug bleibe. Der neue FDP-Vorsitzende Wolfgang Kubicki bezeichnete das Video als „kalkulierte populistische Boshaftigkeit“ und erklärte, Klingbeil solle sich schämen.
Unternehmer Frank Thelen lobte den grundsätzlichen Fokus auf Steuerbetrug, kritisierte aber die Aussage über Rolex und Porsche. Diese dokumentiere Klingbeils Haltung als „gegen Wirtschaft, gegen Wachstum, gegen Freiheit“. Der Unternehmer und Investor Christian Miele bezeichnete das Video ebenfalls als grotesk und schrieb, Klingbeil gehe mit populistischen Botschaften auf Wählerfang am linken Rand.
„Zum Glück ist die SPD bald einstellig...“ – Christian Miele laut WELT
Auch der Wirtschaftswissenschaftler Jan Schnellenbach kritisierte nicht den Versuch, etwas gegen Steuerbetrug zu unternehmen, sondern Form und Ansprache des Videos. Angesichts der jahrelangen Stagnation in Deutschland hätten möglicherweise zunächst andere Prioritäten im Mittelpunkt stehen sollen.
Zusammenfassung: Der Aktionsplan gegen Steuerbetrug umfasst 26 Punkte. Im Mittelpunkt der Kritik steht jedoch die Kommunikation des Vorhabens in einem TikTok-Video, das 11.300 Aufrufe, 319 Likes und 162 Kommentare verzeichnete.
Quelle: WELT
Hitzewelle bringt Frankreichs Stromversorgung und Landwirtschaft an ihre Grenzen
Eine extreme Hitzewelle belastet in Frankreich die Stromversorgung. Erstmals musste ein Gaskraftwerk abgeschaltet werden, während insgesamt elf Atomkraftwerke ihre Leistung drosselten.
Die hohen Temperaturen führen zugleich dazu, dass Menschen Zuflucht in kühlen Gebäuden suchen. Die Kathedrale von Saint-Denis bietet sich laut dem Bericht als Aufenthaltsort für Menschen an, die unter der Hitze leiden. Auf ihrer Website wird auf die natürliche Kühle der Basilika und der halb unterirdischen Krypta hingewiesen.
| Bereich | Temperatur |
|---|---|
| Innenraum der Basilika | zwischen 20 und 24 Grad |
| Halb unterirdische Krypta | zwischen 19 und 21 Grad |
Die Kathedrale ist zugleich eine Nekropole, in der 40 Könige, 26 Königinnen sowie 60 Prinzen und Prinzessinnen bestattet sind. Die Website wirbt mit der natürlichen Kühle des Monuments auch während sehr hoher Hitze und Hitzewellen.
Der Bericht beschreibt die Situation als Belastungsprobe für das französische Energiesystem. Neben den Einschränkungen bei Kraftwerken suchen die Menschen in Kirchen und Hotels Schutz vor den extremen Temperaturen.
Auch die Landwirtschaft ist von der Hitzewelle betroffen. Der Titel des Beitrags verweist auf Stromversorgung und Landwirtschaft als Bereiche, die am Limit stehen; im vorliegenden Inhalt werden jedoch keine konkreten Ernteverluste oder weiteren landwirtschaftlichen Kennzahlen genannt.
Zusammenfassung: Die Hitzewelle führt zur Abschaltung eines Gaskraftwerks und zur Drosselung von elf Atomkraftwerken. In der Kathedrale von Saint-Denis liegen die Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad, in der Krypta zwischen 19 und 21 Grad.
Quelle: SZ.de
Russlands Bargeld-Boom könnte Steuereinnahmen weiter schwächen
In Russland greifen die Menschen infolge wiederholter Internetausfälle offenbar häufiger auf Bargeld zurück. Hintergrund ist, dass Kartenzahlungen bei Ausfällen des mobilen Internets in vielen Fällen nicht mehr funktionieren.
Eine BBC-Analyse auf Grundlage von Daten der russischen Zentralbank kommt zu dem Ergebnis, dass seit Jahresbeginn 1,56 Billionen Rubel in Umlauf gebracht wurden. Dies entspricht laut der Frankfurter Rundschau etwa 17,37 Milliarden Euro und stellt den größten Anstieg im entsprechenden Zeitraum außerhalb der Corona-Pandemie dar.
| Entwicklung | Wert |
|---|---|
| Seit Jahresbeginn zusätzlich in Umlauf gebrachte Bargeldmenge | 1,56 Billionen Rubel |
| Umrechnung laut Bericht | etwa 17,37 Milliarden Euro |
Für den russischen Staat könnte die stärkere Nutzung von Bargeld erhebliche Einnahmeausfälle bedeuten. Unternehmen würden bei Barzahlungen laut dem Bericht Einnahmen in ihren Büchern teilweise niedriger ausweisen, um den von der Regierung veranlassten Steuererhöhungen zu entgehen.
Der Kreml hatte im Januar im Zuge der gestiegenen Kriegskosten die Mehrwertsteuer angehoben. Gleichzeitig wurde die Grenze gesenkt, ab der kleine und mittlere Unternehmen Mehrwertsteuer zahlen müssen. Auch Löhne würden am Staat vorbei „unter der Hand“ ausgezahlt, wird Taras Skworzow, Finanzchef der russischen Sberbank, von der BBC zitiert.
Die Internetsperren stehen nach Darstellung des Berichts im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg. Das Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien erklärte, Russlands Internetabschaltungen hätten sich von Ausnahmefällen der Zensur zu einem routinemäßigen Instrument der Kriegsführung entwickelt.
Die wirtschaftliche Lage Russlands wird zusätzlich durch den Krieg, Sanktionen und einen steigenden Arbeitskräftemangel belastet. Das Kiel Institut für Weltwirtschaft erklärte, die Puffer der russischen Kriegswirtschaft seien nach vier Jahren anhaltender Kämpfe erschöpft. Finanzreserven seien weitestgehend aufgebraucht, während das Wachstum zum Stillstand gekommen sei.
„In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als robuster erwiesen als erwartet, doch nun sind die Puffer erschöpft.“ – Moritz Schularick, Präsident des Kiel Instituts für Weltwirtschaft
Zusätzliche Finanzmittel könnten zwar mobilisiert werden. Nach Einschätzung von Matthew C. Klein besteht angesichts des rekordhohen Arbeitskräftemangels und der Sanktionen jedoch zunehmend die Gefahr, dass höhere Ausgaben Inflation statt einer Steigerung der Militärproduktion auslösen.
Zusammenfassung: Seit Jahresbeginn wurden 1,56 Billionen Rubel beziehungsweise etwa 17,37 Milliarden Euro zusätzlich in Umlauf gebracht. Der wachsende Bargeldanteil könnte Steuerhinterziehung erleichtern und die ohnehin angespannte Finanzlage des russischen Staates weiter verschärfen.
Quellen: Frankfurter Rundschau, ZDF, Reddit, BBC, Kiel Institut für Weltwirtschaft und ZOiS
FAZ-Business-Liveticker: HHLA senkt Prognose
Im Business-Liveticker der FAZ steht der Hamburger Hafenkonzern HHLA im Mittelpunkt. Das Unternehmen kassierte seine Prognose, nähere Angaben zu den veränderten Erwartungen enthält der vorliegende Inhalt jedoch nicht.
Der Liveticker führt daneben zahlreiche weitere Unternehmensnachrichten auf. Dazu gehören der Rückzug von TKMS aus dem Angebot für eine Kieler Werft, neue Gewinnziele von Airbus bis 2029, eine Klage von Novo Nordisk gegen Eli Lilly sowie ein möglicher Einstieg eines indischen Konzerns bei einer VW-Tochtergesellschaft.
- HHLA kassiert seine Prognose.
- TKMS will eine Kieler Werft nicht mehr übernehmen und erklärt: „Kein Einvernehmen erzielt“.
- Airbus setzt sich neue Ziele und will bis 2029 deutlich mehr Gewinn erzielen.
- Novo Nordisk verklagt den US-Rivalen Eli Lilly wegen Abnehmspritzen.
- Bitburger profitiert von der Fußball-WM.
- Amazon erhöht den Einstiegslohn an vielen Standorten auf 17 Euro je Stunde.
- Die Mieten steigen um vier Prozent.
Weitere Meldungen betreffen eine Millionen-Geldbuße wegen Preisabsprachen von Reifenunternehmen, den Wechsel eines M&A-Experten von der Deutschen Bank zu JPMorgan sowie eine vorläufige Verzögerung der Warner-Übernahme durch eine US-Richterin.
Zusammenfassung: Der Liveticker berichtet über die gesenkte HHLA-Prognose und weitere Entwicklungen bei Unternehmen aus den Bereichen Hafenwirtschaft, Luftfahrt, Pharma, Automobilindustrie, Handel und Banken.
Quelle: FAZ
Deutsche Konjunkturerwartungen verbessern sich im Juli
Die Konjunkturerwartungen für Deutschland haben sich im Juli stärker verbessert als erwartet. Das Stimmungsbarometer des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung stieg gegenüber dem Vormonat um 15,8 Punkte auf plus 26,3.
Volkswirte hatten im Durchschnitt lediglich einen Anstieg auf 15,3 Punkte erwartet. ZEW-Präsident Achim Wambach erklärte, das Reformpaket der Bundesregierung scheine Wirkung zu zeigen. Insbesondere die exportorientierten Sektoren und die Binnennachfrage verzeichneten stabile Zuwächse.
| Indikator | Entwicklung |
|---|---|
| ZEW-Konjunkturerwartungen | plus 26,3 |
| Veränderung gegenüber dem Vormonat | um 15,8 Punkte gestiegen |
| Erwartung der Volkswirte | 15,3 Punkte |
| ZEW-Konjunkturerwartungen im Februar | plus 58,3 Punkte |
| Beurteilung der aktuellen Lage | minus 77,6 Punkte |
| Veränderung der Lagebeurteilung | um 3,4 Punkte gestiegen |
| Erwartung der Ökonomen für die Lagebeurteilung | minus 77,7 Punkte |
Der Indikator für die Konjunkturerwartungen verbesserte sich damit den dritten Monat in Folge und erreichte den höchsten Stand seit Februar. Damals, vor dem Irankrieg, hatten die Erwartungen noch bei plus 58,3 Punkten gelegen.
Die Einschätzung der aktuellen Wirtschaftslage verbesserte sich deutlich weniger. Der entsprechende Indikator stieg um 3,4 Punkte auf minus 77,6 Punkte. Die von Ökonomen erwartete Bewertung lag bei minus 77,7 Punkten.
„Das Reformpaket scheint Wirkung zu zeigen.“ – Achim Wambach, Präsident des ZEW
Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, verwies auf die zuletzt veröffentlichten harten Konjunkturdaten. Im Mai hätten Einzelhandelsumsätze, Auftragseingänge und Industrieproduktion zugelegt. Er sprach von einer vollzogenen Trendwende und erklärte, die Lage sei deutlich besser als die Stimmung.
Felicitas Henze, Volkswirtin bei der Deutschen Bank, führte die erneute Verbesserung der Erwartungen darauf zurück, dass die Sorgen über die wirtschaftlichen Folgen des Nahostkonflikts zuletzt etwas nachgelassen hätten. Die geopolitische Lage bleibe jedoch fragil. Eine weitere Eskalation könne die deutsche Wirtschaft erheblich belasten.
Zusammenfassung: Die ZEW-Konjunkturerwartungen stiegen um 15,8 Punkte auf plus 26,3 und verbesserten sich damit den dritten Monat in Folge. Die Bewertung der aktuellen Lage blieb mit minus 77,6 Punkten deutlich negativ.
Quelle: Spiegel
Russische Börse fällt, Gazprom auf tiefstem Stand seit 2006
Russlands Kriegswirtschaft gerät nach Darstellung des Merkur zunehmend unter Druck. Der Leitindex IMOEX2 der Moskauer Börse fiel am 16. Juli erstmals seit Dezember 2022 unter die Marke von 2100 Punkten.
Der Handelstag endete mit einem Minus von 4,24 Prozent und war laut dem Bericht der schwärzeste Handelstag seit fast vier Jahren. Am 20. Juli fiel der Leitindex erstmals unter 1900 Punkte. Vor einem Jahr hatte er noch bei über 2800 Punkten gestanden.
| Marktdatum | Entwicklung |
|---|---|
| 16. Juli | IMOEX2 erstmals seit Dezember 2022 unter 2100 Punkten |
| 16. Juli | Tagesminus von 4,24 Prozent |
| 20. Juli | IMOEX2 erstmals unter 1900 Punkten |
| Vor einem Jahr | über 2800 Punkte |
Als Gründe für die Talfahrt werden unter anderem der Stillstand bei den Ukraine-Verhandlungen und ein stärker eingepreister Sanktionsdruck aus Europa und den USA genannt. Zusätzlich belastet eine Treibstoffkrise den Markt. Ukrainische Drohnenangriffe auf russische Erdölanlagen hätten die Versorgung gestört, während Russland den Dieselexport verboten habe.
Der Wirtschaftsprofessor Jewgeni Kogan warnte, die Kraftstoffkrise könne den Preisanstieg beschleunigen und die Wirtschaft zugleich in eine Rezession stürzen. Eine solche Kombination wird als Stagflation bezeichnet.
Die russische Zentralbank steht dadurch vor einem Dilemma. Der Leitzins liegt bei 14,25 Prozent und belastet Investitionen, Unternehmen sowie Konsumenten. Zuletzt senkte die Zentralbank den Zinssatz nur um 0,25 Prozentpunkte, obwohl 0,5 Prozentpunkte erwartet worden waren.
Der Geschäftsklimaindex der russischen Zentralbank fiel im Juli um 4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler. Dies war der niedrigste Stand seit Mitte 2022. Nach Angaben Kogans gab es seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002 nur fünf Monate, in denen sich der Indikator schneller verschlechtert hatte.
„Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch.“ – Kreml-Sprecher Dmitri Peskow
Besonders stark fiel die Aktie von Gazprom. Am 16. Juli verlor sie fünf Prozent und sank auf unter 84 Rubel. Dies war der tiefste Stand seit Handelsbeginn im Jahr 2006.
Als Belastungsfaktoren gelten die allgemeine wirtschaftliche Lage, mögliche US-Strafzölle für Importeure russischen Gases und der Bau der zweiten Gaspipeline nach China, Power of Siberia 2. Wegen des Projekts seien künftig keine Dividendenzahlungen möglich. China bestehe beim Bau offenbar auf billigen innerrussischen Gastarifen. Da Europa als Abnehmer weitgehend weggefallen sei, habe Gazprom keine Alternative zu China.
| Unternehmen oder Indikator | Wert beziehungsweise Entwicklung |
|---|---|
| Gazprom-Aktie am 16. Juli | fünf Prozent Verlust |
| Gazprom-Aktie | unter 84 Rubel |
| Leitzins | 14,25 Prozent |
| Geschäftsklimaindex im Juli | minus 3,6 Zähler |
| Veränderung des Geschäftsklimaindex | minus 4,5 Punkte |
| Ausfallgefährdete Unternehmenskredite | zehn Prozent |
| Privatinsolvenzen im Jahr 2025 | mehr als 500.000 |
Auch die Banken Sberbank und VTB drückten den Leitindex durch Dividendenabschläge. Beide Institute machen gemeinsam fast 20 Prozent der Marktkapitalisierung im IMOEX2 aus.
Ein europäischer Geheimdienstbericht warnt zudem vor einer möglichen Bankenkrise. Die Banken seien dazu gedrängt worden, subventionierte Kredite an Rüstungsunternehmen und Immobilienkäufer zu vergeben. Zehn Prozent der Unternehmenskredite seien ausfallgefährdet.
Einige Großbanken meldeten im vergangenen Jahr eine Quote notleidender Privatkredite von bis zu 15 Prozent. Außerdem hätten 2025 mehr als 500.000 Russen Privatinsolvenz angemeldet, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr.
Zusammenfassung: Der IMOEX2 fiel am 20. Juli erstmals unter 1900 Punkte, nachdem er am 16. Juli bereits unter 2100 Punkte gesunken war. Gazprom notierte mit unter 84 Rubel auf dem tiefsten Stand seit Handelsbeginn im Jahr 2006; zugleich warnen Berichte vor Stagflation und einer Bankenkrise.
Quellen: Merkur, WELT, Kiel Institut für Weltwirtschaft, Stockholm Institute of Transition Economics und Reuters
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung der Meldungen liegt in der wachsenden Diskrepanz zwischen politischer Zuversicht und wirtschaftlicher Belastbarkeit. Deutschland zeigt bei den Erwartungen einen Aufwärtstrend, doch die weiterhin deutlich negative Lagebeurteilung mahnt zur Nüchternheit. Reformen müssen sich nun in dauerhaft höherer Produktion, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit beweisen.
Besonders kritisch ist die Entwicklung in Russland: Börsenverluste, steigender Inflationsdruck, hohe Zinsen und zunehmende Kreditrisiken deuten auf schwindende wirtschaftliche Puffer hin. Eine kurzfristige Stabilisierung durch staatliche Ausgaben könnte die strukturellen Probleme eher verschärfen, wenn sie vor allem Inflation statt produktiver Kapazität erzeugt.
Die Hitzewelle macht zugleich sichtbar, wie verwundbar kritische Infrastruktur und Landwirtschaft gegenüber extremen Wetterlagen sind. Der Druck auf Energieversorgung und öffentliche Räume dürfte den Anpassungsbedarf bei Netzen, Kraftwerksplanung und Gebäudekühlung dauerhaft erhöhen.
Die Kommunikation des Steuerplans ist schließlich ein politisches Warnsignal: Der Kampf gegen Steuerbetrug ist sachlich relevant, verliert aber an Glaubwürdigkeit, wenn er über abwertende Symbolik statt über nachvollziehbare Maßnahmen vermittelt wird. Entscheidend werden messbare Vollzugserfolge, nicht mediale Zuspitzung.
Infobox: Die Nachrichten markieren keinen einheitlichen Trend, sondern eine Übergangsphase: vorsichtige Hoffnung in Deutschland, zunehmende systemische Risiken in Russland und wachsenden Anpassungsdruck durch den Klimawandel.
Quellen:
- Kritik an Klingbeil-Video: „Zum Glück ist die SPD bald einstellig“
- Hitzewelle in Frankreich: Stromversorgung und Landwirtschaft am Limit
- „Unter der Hand“ ausgezahlt: Russlands Bargeld-Boom lässt Putins Staatskasse schmelzen
- Business-Liveticker: Hamburger Hafenkonzern HHLA senkt seine Prognose
- Konjunktur in Deutschland: Erwartungen verbessern sich
- Reserven weg, Börse im freien Fall: Russlands Kriegswirtschaft steht vor dem Abgrund