Ungarn verzeichnet schwächstes Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa

Ungarn verzeichnet schwächstes Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Ungarns Wirtschaft wächst mit nur 0,3 Prozent am langsamsten in Mittel- und Osteuropa, während deutsche Exporte um fünf Prozent sanken und Investitionen stark zurückgingen. Dies könnte langfristig das Vertrauen der Investoren gefährden und die wirtschaftliche Stabilität der Region beeinträchtigen.

Die ungarische Wirtschaft steht unter erheblichem Druck, wie eine aktuelle Analyse des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft zeigt. Mit einem Wachstum von lediglich 0,3 Prozent im vergangenen Jahr ist Ungarn das Schlusslicht in Mittel- und Osteuropa. Während die deutschen Exporte in die Region insgesamt zugenommen haben, verzeichnet Ungarn einen Rückgang um fünf Prozent. Diese Entwicklungen werfen Fragen zur Stabilität der ungarischen Wirtschaftspolitik auf und beleuchten die sinkende Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen. Erfahren Sie mehr über die Herausforderungen, vor denen Ungarn steht, und die Auswirkungen auf die wirtschaftlichen Beziehungen zu Deutschland.

Ungarische Wirtschaft unter Druck

Die nationalistische Wirtschaftspolitik von Ungarns Ministerpräsident Viktor Orbán hat dazu geführt, dass das Land im vergangenen Jahr das schwächste Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa verzeichnete. Mit einem Wachstum von nur 0,3 Prozent ist Ungarn das Schlusslicht in der Region. Dies geht aus einer neuen Auswertung des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft hervor, die die wirtschaftlichen Beziehungen Deutschlands zu Ländern in Mittel- und Osteuropa analysiert.

Die deutschen Exporte nach Ungarn sanken um fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr, was als erheblich angesehen wird, da die Exporte in nahezu alle anderen Länder gestiegen sind. Die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen in Ungarn ist ebenfalls gesunken; nur noch 19 Prozent der Unternehmen planen, in den kommenden zwölf Monaten in Ungarn zu investieren, was eine Halbierung gegenüber dem Vorjahr darstellt. Quelle: Handelsblatt

„Die Investitionssicherheit in strategischen Sektoren ist für ausländische Unternehmen beeinträchtigt“, so der stellvertretende Ost-Ausschuss-Vorsitzende Philipp Haußmann.

Zusammenfassung: Ungarn verzeichnet das schwächste Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa mit nur 0,3 Prozent. Die deutschen Exporte sanken um fünf Prozent, und die Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen ist stark gesunken.

Positive Entwicklung im deutschen Außenhandel

Der Außenhandel Deutschlands mit Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien ist 2025 überdurchschnittlich gestiegen. Das Handelsvolumen mit den 29 Zielländern des Ost-Ausschusses wuchs um 3,4 Prozent auf über 550 Milliarden Euro. Die deutschen Exporte in die Region stiegen um 3,3 Prozent auf 288 Milliarden Euro, wobei Polen und Tschechien die größten Zuwächse verzeichneten.

Polen hat sich als viertgrößter Absatzmarkt Deutschlands etabliert, und die deutsche Güterausfuhr nach Polen überstieg die Lieferungen nach China um fast 19 Milliarden Euro. Im Gegensatz dazu sanken die Exporte nach Ungarn um 1,6 Milliarden Euro oder 5 Prozent. Quelle: Berliner Zeitung

„Die Gegenwart heißt Mittel- und Osteuropa“, sagte die Ost-Ausschuss-Vorsitzende Cathrina Claas-Mühlhäuser.

Zusammenfassung: Der Außenhandel Deutschlands mit Mittel- und Osteuropa wuchs um 3,4 Prozent auf über 550 Milliarden Euro. Polen ist der viertgrößte Absatzmarkt, während die Exporte nach Ungarn gesunken sind.

Deutsche Wirtschaft zeigt Wachstum, aber mit Defiziten

Dank des besten Quartals seit drei Jahren legte die deutsche Wirtschaft im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent zu. Dennoch sind die Haushaltslöcher im Staatshaushalt größer als zunächst angenommen, mit einem Defizit von 2,7 Prozent der Wirtschaftsleistung. Die Bundesbank erwartet, dass sich die Defizitquote bis 2027 auf viereinhalb Prozent erhöhen wird, da der Staat massive Investitionen in Infrastruktur und Verteidigung plant.

Im Jahr 2025 gab der Fiskus 119,1 Milliarden Euro mehr aus, als er einnahm, was das Defizit um rund vier Milliarden Euro höher als im Vorjahr macht. Die Bundesbank warnt, dass ohne Gegensteuern die Defizitquote bis 2028 weiter steigen könnte. Quelle: Nordkurier

„Vorübergehend höhere Defizite sind nachvollziehbar, um die Herausforderungen bei Verteidigung und Infrastruktur schnell zu bewältigen“, so die Bundesbank.

Zusammenfassung: Die deutsche Wirtschaft wuchs im vierten Quartal 2025 um 0,3 Prozent, jedoch ist das Haushaltsdefizit auf 2,7 Prozent gestiegen. Die Bundesbank warnt vor weiter steigenden Defiziten ohne Gegenmaßnahmen.

Defizit im deutschen Staatshaushalt 2025

Das Defizit im deutschen Staatshaushalt 2025 ist größer als zunächst angenommen. Die Bundesbank rechnet mit einer Defizitquote von viereinhalb Prozent bis 2027, was auf die hohen Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung zurückzuführen ist. Im Jahr 2025 betrugen die Ausgaben 119,1 Milliarden Euro mehr als die Einnahmen, was das Defizit um rund vier Milliarden Euro erhöhte.

Die Bundesbank fordert eine verlässliche Perspektive, wie die hohen Defizite wieder zurückgeführt werden können. Die Uneinigkeit innerhalb der Bundesregierung über die Zukunft der Schuldenbremse könnte die Situation weiter komplizieren. Quelle: Deutschlandfunk

„Ohne ein Gegensteuern des Bundes zur Einhaltung der Schuldenbremse würde die Defizitquote 2028 weiter Richtung fünf Prozent steigen“, warnt die Bundesbank.

Zusammenfassung: Das Defizit im deutschen Staatshaushalt 2025 ist auf 2,7 Prozent gestiegen, und die Bundesbank erwartet eine Erhöhung auf viereinhalb Prozent bis 2027. Es besteht Uneinigkeit über die Reform der Schuldenbremse.

Einschätzung der Redaktion

Die wirtschaftliche Lage Ungarns ist alarmierend und könnte weitreichende Konsequenzen für die Region und die europäischen Märkte haben. Das schwächste Wirtschaftswachstum in Mittel- und Osteuropa mit nur 0,3 Prozent zeigt, dass die nationalistische Wirtschaftspolitik von Viktor Orbán nicht die gewünschten Ergebnisse liefert. Der Rückgang der deutschen Exporte um fünf Prozent und die drastisch gesunkene Investitionsbereitschaft deutscher Unternehmen sind Indikatoren für ein sinkendes Vertrauen in die ungarische Wirtschaft. Dies könnte langfristig zu einer Abwanderung von Kapital und Know-how führen, was die wirtschaftliche Erholung weiter erschwert.

Die positive Entwicklung des deutschen Außenhandels mit anderen Ländern der Region, insbesondere Polen, verstärkt den negativen Trend für Ungarn. Während andere Länder von einem Anstieg der Exporte profitieren, bleibt Ungarn zurück und könnte als unattraktiver Standort für Investitionen wahrgenommen werden. Dies könnte nicht nur die ungarische Wirtschaft belasten, sondern auch die gesamte Stabilität in Mittel- und Osteuropa gefährden.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Ungarns wirtschaftliche Herausforderungen nicht isoliert betrachtet werden können. Sie sind Teil eines größeren Bildes, das die geopolitischen und wirtschaftlichen Dynamiken in Europa beeinflusst. Die ungarische Regierung muss dringend Maßnahmen ergreifen, um das Vertrauen der Investoren zurückzugewinnen und die wirtschaftliche Stabilität zu sichern.

Quellen: