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Russlands Wirtschaft gerät nach dem gescheiterten Trump-Putin-Gipfel unter Druck, während die Börse Verluste in Milliardenhöhe verzeichnet. Im Kontrast dazu setzen Schweizer Unternehmen auf Brasiliens Wachstumskurs und investieren kräftig in den aufstrebenden Markt. Gleichzeitig gefährden Angriffe auf die Druschba-Pipeline die Energiesicherheit in Osteuropa, und die Deutsche Bundesbank steht wegen explodierender Baukosten in der Kritik. Regionale Entscheidungen setzen zudem neue Impulse für die lokale Wirtschaft.
Russlands Wirtschaft nach Trump-Putin-Gipfel unter Druck
Das mit Spannung erwartete Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin in Alaska hat für die russische Wirtschaft keine positiven Impulse gebracht. Nach dem vorzeitigen Ende der Gespräche und dem Ausbleiben konkreter Ergebnisse, insbesondere in Bezug auf den Ukraine-Krieg, reagierte die russische Börse mit deutlichen Verlusten. Der Moskauer Börsenindex fiel um rund zwei Prozent, was laut Moscow Times und Reuters einem Wertverlust von etwa 130 Milliarden Rubel beziehungsweise 1,3 Milliarden Euro entspricht. Besonders betroffen waren verstaatlichte Energieunternehmen: Gazprom verzeichnete ein Minus von 2,9 Prozent, Rosneft 2,6 Prozent und Sovcomflot drei Prozent (Stand 16. August). Auch Metallhersteller und Staatsbanken mussten Einbußen hinnehmen.
Vor dem Gipfel hatte die russische Börse noch Hoffnung auf Entspannung und mögliche wirtschaftliche Erleichterungen gesetzt. Der Moscow Exchange Index stieg zwischen dem 7. und 13. August um 8,3 Prozent. Diese Erwartungen wurden jedoch enttäuscht. Investment-Banker Yevgeni Kogan erklärte laut Moscow Times: „Die Märkte haben mehr erwartet – einen Waffenstillstand, irgendeine Art von Übereinkunft, sogar ein Memorandum über gegenseitiges Verständnis oder eventuell verschwindende Sanktionen.“ Trump kündigte an, in den kommenden „zwei oder drei“ Wochen über neue Sanktionen gegen Moskau nachzudenken.
Ein weiteres Thema war die mögliche Rückkehr westlicher Unternehmen nach Russland. Die Yale School of Management listete rund 1000 Unternehmen, die Russland nach der Invasion der Ukraine verlassen oder ihre Aktivitäten eingeschränkt hatten. Ein Wiedereinstieg könnte laut russischer Nachrichtenagentur TASS nur über Joint Ventures mit russischen Firmen erfolgen. Putin betonte, dass das Handelsvolumen zwischen den USA und Russland seit Trumps Amtsantritt um 20 Prozent gewachsen sei, während offizielle US-Zahlen einen Rückgang von 25 Prozent zwischen 2023 und 2024 zeigen.
Unternehmen | Kursverlust |
---|---|
Gazprom | -2,9 % |
Rosneft | -2,6 % |
Sovcomflot | -3,0 % |
- Russische Börse verliert 130 Milliarden Rubel (1,3 Milliarden Euro) an Marktkapitalisierung
- Handelsvolumen zwischen USA und Russland laut Putin um 20 % gestiegen, laut US-Zahlen aber um 25 % gesunken
Infobox: Die russische Wirtschaft leidet nach dem Trump-Putin-Gipfel unter massiven Kursverlusten und bleibt von westlichen Investitionen weitgehend abgeschnitten. (Quelle: Frankfurter Rundschau)
Brasilien: Schweizer Unternehmen setzen auf Wachstum
Brasiliens Wirtschaft erlebt nach Jahren der Stagnation einen deutlichen Aufschwung. Seit vier Jahren wächst das Bruttoinlandsprodukt jährlich um mehr als drei Prozent. Im Jahr 2024 zog das Land rund 71 Milliarden US-Dollar an ausländischen Direktinvestitionen an – weltweit nur von China und den USA übertroffen. Die Schweiz war 2024 der drittgrößte ausländische Investor in Brasilien. Laut PwC erwarten 82 Prozent der Chefs deutscher Firmen in Brasilien, dass sich das Wirtschaftswachstum in den nächsten zwölf Monaten beschleunigt.
Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli betreibt in Brasilien mittlerweile 90 eigene Läden und wächst dort seit Jahren zweistellig. Das Premiumsegment macht jedoch nur 15 Prozent des Schokoladenumsatzes aus. Auch der Medizintechnikhersteller Medartis setzt auf Brasilien und hat den lokalen Anbieter Neoortho übernommen, um eine Dual-Brand-Strategie zu verfolgen. Ein weiterer Vorteil des Standorts sind laut Unternehmensvertretern die motivierten und gut ausgebildeten Arbeitskräfte.
Im Bereich Infrastruktur werden bis 2027 Konzessionen im Wert von rund 50 Milliarden Euro erwartet. 2023 wurden bereits Projekte im Wert von 42 Milliarden Euro vergeben. Hitachi Energy investiert aktuell 200 Millionen Dollar in den Ausbau seines Werks in Brasilien. Das Land gilt als attraktiver Standort für globale Wachstumsindustrien wie Rechenzentren, grünen Wasserstoff, Offshore-Windkraftwerke und E-Mobilität.
Jahr | Wirtschaftswachstum | Direktinvestitionen (Mrd. USD) | Infrastruktur-Konzessionen (Mrd. EUR) |
---|---|---|---|
2024 | >3 % | 71 | 42 (2023), 50 (bis 2027 erwartet) |
- Schweizer Unternehmen wie Lindt & Sprüngli und Medartis expandieren in Brasilien
- Hitachi Energy investiert 200 Millionen Dollar in den Werksausbau
- Brasilien ist der sechstgrößte Schokoladenmarkt der Welt
Infobox: Brasilien entwickelt sich zum Wachstumsmarkt für Schweizer Unternehmen, mit starken Investitionen in Infrastruktur und Industrie. (Quelle: NZZ)
Öllieferungen aus Russland nach Ungarn und Slowakei unterbrochen
Die Öllieferungen aus Russland nach Ungarn und in die Slowakei sind offenbar durch einen Angriff auf eine Transformatorstation der Druschba-Pipeline unterbrochen worden. Ungarns Außenminister Péter Szijjártó teilte nach einem Gespräch mit dem russischen Vizeenergieminister Pawel Sorokin mit, dass Experten an der Wiederherstellung der Station arbeiten, jedoch sei unklar, wann die Lieferungen wieder aufgenommen werden können. Der slowakische Pipelinebetreiber Transpetrol bestätigte die Einstellung der Ölversorgung über die Druschba-Pipeline.
Bereits in der Vorwoche waren die Lieferungen nach Ungarn nach einem Drohnenangriff auf eine Ölpumpstation in der russischen Region Brjansk vorübergehend unterbrochen worden. Ungarn bezieht den Großteil seines Öls über die Druschba-Pipeline, die russisches Öl durch Belarus und die Ukraine nach Ungarn und in die Slowakei transportiert. Anders als viele EU-Länder hält Ungarn weiterhin an engen Beziehungen zu Russland fest und ist von russischer Energie abhängig.
- Öllieferungen nach Ungarn und Slowakei durch Angriff auf Druschba-Pipeline gestoppt
- Unklar, wann die Versorgung wieder aufgenommen werden kann
- Ungarn weiterhin stark abhängig von russischer Energie
Infobox: Die Energiesicherheit Ungarns und der Slowakei ist durch wiederholte Angriffe auf die Druschba-Pipeline gefährdet. (Quelle: Spiegel)
Bundesbank: Kritik an Kostenexplosion beim Bauprojekt
Die Deutsche Bundesbank steht wegen ausufernder Kosten bei ihrem zentralen Bauprojekt in der Kritik. Der Bundesrechnungshof bemängelte in zwei Stellungnahmen im April 2024 die Wirtschaftlichkeit des Umbaus und die mangelhafte Kooperation der Bundesbank. Ursprünglich war für den „Campus“ in Frankfurt Ginnheim ein Kostenrahmen von 3,59 Milliarden Euro vorgesehen. Aufgrund von Baupreissteigerungen stiegen die Kosten laut Rechnungshof bis Ende 2022 auf 4,6 Milliarden Euro. Das entspricht 1,02 Millionen Euro pro Büroarbeitsplatz. Die später abgespeckte Planung hätte immer noch rund 3,3 Milliarden Euro gekostet. Zum Vergleich: Der Neubau der EZB in Frankfurt kostete rund 1,3 Milliarden Euro.
Die Prüfer führen die hohen Kosten unter anderem auf zu großzügige Raumplanungen zurück, obwohl Geschäftsprozesse zunehmend digitalisiert werden. Die Bundesbank hatte lange mit festen Einzelbüros geplant und Neubauten vorgesehen, obwohl der Trend zum Homeoffice geht. Nach massiver Kritik wurde das Projekt 2024 gestoppt und auf die Sanierung der Bestandsgebäude beschränkt. Die Bundesbank verzeichnete 2024 zudem einen Bilanzverlust von 19,2 Milliarden Euro.
Projekt | Kosten (Mrd. EUR) | Kosten pro Arbeitsplatz (EUR) |
---|---|---|
Bundesbank Campus (ursprünglich) | 3,59 | – |
Bundesbank Campus (Schätzung 2022) | 4,6 | 1.020.000 |
Bundesbank Campus (abgespeckt) | 3,3 | – |
EZB-Neubau | 1,3 | – |
- Kritik an zu großzügigen Raumgrößen und fehlender Anpassung an Digitalisierung
- Bundesbank verzeichnete 2024 einen Bilanzverlust von 19,2 Milliarden Euro
Infobox: Die Bundesbank musste ihr Bauprojekt nach massiver Kritik und Kostenexplosionen deutlich verkleinern. (Quelle: SZ.de)
Regionale Wirtschaft: Entscheidung als wichtiges Signal
Der Landrat bezeichnete eine aktuelle Entscheidung als ein wichtiges Zeichen für die Region. Weitere Details zu den wirtschaftlichen Auswirkungen oder konkreten Maßnahmen wurden in der Quelle nicht genannt.
Infobox: Die regionale Politik setzt mit aktuellen Entscheidungen ein klares Signal für die wirtschaftliche Entwicklung vor Ort. (Quelle: hessenschau.de)
Einschätzung der Redaktion
Die deutlichen Kursverluste an der Moskauer Börse nach dem Trump-Putin-Gipfel unterstreichen die hohe Abhängigkeit der russischen Wirtschaft von geopolitischen Entwicklungen und internationalen Beziehungen. Das Ausbleiben konkreter Ergebnisse und die Aussicht auf weitere Sanktionen verstärken die Unsicherheit für Investoren und Unternehmen. Besonders betroffen sind strategisch wichtige, staatlich kontrollierte Sektoren wie Energie und Finanzen, was die strukturelle Verwundbarkeit der russischen Wirtschaft offenlegt. Die Diskrepanz zwischen offiziellen russischen und US-amerikanischen Angaben zum Handelsvolumen verdeutlicht zudem die mangelnde Transparenz und das Misstrauen im bilateralen Verhältnis. Die anhaltende Isolation von westlichen Investoren und die Unsicherheit über künftige Sanktionen könnten die wirtschaftliche Erholung Russlands weiter verzögern und die Abhängigkeit von wenigen Handelspartnern verstärken.
- Russlands Wirtschaft bleibt stark von politischen Risiken und internationalen Sanktionen geprägt.
- Die fehlende Perspektive auf Entspannung oder Investitionen erhöht die Unsicherheit für Unternehmen und Märkte.
- Strukturelle Schwächen und die Abhängigkeit von staatlich dominierten Branchen werden durch die aktuellen Entwicklungen weiter verschärft.
Quellen:
- Russlands Wirtschaft verliert Milliarden – Ernüchterung nach Trump-Putin-Treffen
- Deutsche Wirtschaft: Auftragspolster der Industrie stagniert – „Neue Hürden hinzugekommen“
- Brasilien als neuer Wachstumsmarkt: Chefs von Schweizer Firmen geben Einblicke
- Ukraine: Öllieferungen aus Russland nach Ungarn offenbar unterbrochen
- Die Geldverschwender von der Bundesbank
- Landrat: Entscheidung ein wichtiges Zeichen für die Region