Ölpreis und Krisen belasten Märkte, während Asien langfristig an Wirtschaftskraft gewinnt

Ölpreis und Krisen belasten Märkte, während Asien langfristig an Wirtschaftskraft gewinnt

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

Veröffentlicht:

Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: lpreise, geopolitische Konflikte und Sanktionen belasten Börsen, Russlands Energieversorgung und Berlins Wirtschaft, während Asien und Afrika langfristige Chancen bieten.

Steigende Ölpreise, geopolitische Konflikte und wachsende Abhängigkeiten setzen die Wirtschaft weltweit unter Druck. Der Pressespiegel zeigt, wie unterschiedlich die Folgen ausfallen: von Börsenturbulenzen und Russlands Krisensignalen bis zu Berlins Problemen und den langfristigen Wachstumschancen in Asien und Afrika.

Berliner Wirtschaft zwischen Chancen und Problemen

Die Berliner Morgenpost widmet sich der wirtschaftlichen Lage in Berlin und stellt Chancen sowie Probleme der Hauptstadt gegenüber. Der Beitrag ordnet das Thema im Rahmen der Serie „Berlins Probleme: Die große Morgenpost-Wahlserie“ ein und verweist auf Franziska Giffey.

Im vorliegenden Quelltext stehen jedoch überwiegend Navigations-, Abo- und Angebotsbereiche der Zeitung. Konkrete wirtschaftliche Kennzahlen, ausführliche Aussagen zu einzelnen Branchen oder detaillierte politische Maßnahmen sind daraus nicht nutzbar.

Zusammenfassung: Die Berliner Morgenpost behandelt Berlins wirtschaftliche Chancen und Probleme, liefert im übermittelten Inhalt jedoch keine verwertbaren Detaildaten.

Ölpreis belastet asiatische Börsen und den DAX

Nach Angaben von n-tv.de stehen die Aktienmärkte am Freitag, dem 24. Juli 2026, unter Druck. Der Anstieg des Ölpreises auf über 100 Dollar belastet die Börsen in Asien; zusätzlich verunsichert der sich erneut zuspitzende Iran-Krieg die Anleger.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fällt um ein Prozent. Der japanische Nikkei-Index gibt um 3,0 Prozent nach, während der südkoreanische Kospi 3,7 Prozent verliert.

Die Finanzmärkte rechnen laut n-tv.de mit einem strafferen Zinskurs. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed bereits in der kommenden Woche wird auf eins zu drei geschätzt. Dies stellt eine Kehrtwende im Vergleich zur Vorwoche dar.

Markt beziehungsweise UnternehmenEntwicklung
MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japansminus ein Prozent
Nikkei-Indexminus 3,0 Prozent
Kospiminus 3,7 Prozent
Advantestminus 6,33 Prozent
Tokyo Electronminus 5,43 Prozent
Kioxiaminus 4,4 Prozent

Auch Sorgen um die hohen Ausgaben für die KI-Infrastruktur belasten den Technologiesektor. In Japan reagierten Anleger auf den starken Rückgang der Alphabet-Aktie in den USA; Chipwerte gerieten dadurch ebenfalls unter Druck.

Zwei der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt sind im selben Monat bedroht, und die Märkte fangen gerade erst an zu begreifen, was das bedeutet.

Das Zitat stammt laut n-tv.de von Nigel Green, dem Chef der Finanzberatung deVere Group.

Für den DAX war der vorherige Wochenverlauf ebenfalls von hoher Schwankungsintensität geprägt. Auf einen Aufschlag von 1,3 Prozent am Dienstag und Mittwoch folgte am Vortag ein Minus von 1,6 Prozent. Der deutsche Leitindex fiel damit wieder unter die Marke von 25.000 Punkten und schloss bei 24.769 Zählern.

Als wesentlicher Belastungsfaktor werden erneut gestiegene Ölpreise genannt, die inzwischen auf einem Sechswochenhoch notieren. Zusätzlich richtet sich der Blick auf das deutsche Konsumklima und auf die Geschäftszahlen von Volkswagen.

Experten erwarten, dass das Konsumklima-Barometer der GFK-Marktforscher und des Nürnberg-Instituts für Marktentscheidungen im August auf minus 28,5 Punkte steigt, nach minus 29,2 Zählern im Juli. Es wäre der dritte Anstieg in Folge.

Für Volkswagen erwarten Analysten im zweiten Quartal einen Umsatz von 81 Milliarden Euro und ein Betriebsergebnis von 3,85 Milliarden Euro. Im Mittelpunkt dürften daneben die Diskussionen über Einsparungen, Stellenstreichungen und mögliche Standortschließungen stehen.

Zusammenfassung: Steigende Ölpreise, geopolitische Spannungen und Zinssorgen belasten die Aktienmärkte. Der DAX schloss bei 24.769 Zählern, während für das Konsumklima im August minus 28,5 Punkte erwartet werden.

Drohnenschläge erhöhen Druck auf Russlands Energie- und Logistikwirtschaft

Die Frankfurter Rundschau berichtet über weitere Drohnenangriffe auf russische Regionen in der Nacht auf den 23. Juli 2026. Im Mittelpunkt standen demnach vor allem Öl- und Energieinfrastruktur sowie ein Logistikzentrum des russischen Online-Händlers Wildberries.

In der Siedlung Nowospasskoje im Gebiet Uljanowsk schlugen Drohnen offenbar in eine Flüssiggas-Basis der Firma NS-Oil ein. Gouverneur Alexej Russkich sprach laut The New Voice of Ukraine von einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Brennstoff- und Energiekomplex, ohne weitere Details zu nennen.

NS-Oil wird von der Frankfurter Rundschau unter Berufung auf The Kyiv Independent und Ukrinform als vergleichsweise kleine Raffinerie beschrieben. Der Komplex stellt Benzin, Diesel und Flüssiggas her, lagert diese Produkte und liefert sie per Lastkraftwagen aus.

AngabeWert
Entfernung der Anlage von der russisch-ukrainischen Grenzerund 650 Kilometer
Rohölverarbeitungskapazität600.000 Tonnen pro Jahr

Der Flüssiggas-Terminal dient der Lagerung von Propan-Butan-Gas, der Bevorratung von Treibstoffen sowie der Belieferung von Verbrauchern per Lkw. Über der Stadt Tuymazy in Baschkortostan stieg zudem dichter schwarzer Rauch auf; laut dem Telegram-Kanal Exilnova+ wurde dort offenbar eine Ölpumpstation getroffen. Das Ausmaß der Schäden war zunächst unklar.

Bereits zuvor war Woronesch Ziel eines massiven Drohnenangriffs. Nach Angaben von Augenzeugen soll erneut ein Logistikzentrum von Wildberries getroffen worden sein. In sozialen Netzwerken veröffentlichte Fotos und Videos zeigten laut Bericht eine große Explosion und anschließend einen Brand im Bereich des Logistikzentrums.

Der Angriff steht demnach im Zusammenhang mit einer Serie von Attacken auf Wildberries-Standorte. Das Unternehmen hatte am 22. Juli angekündigt, die Lager in Woronesch nachts nicht mehr zu betreiben, nachdem es in der vorherigen Woche wiederholt ukrainische Angriffe gegeben hatte.

Die Frankfurter Rundschau berichtet außerdem über ein neues Sanktionspaket der EU-Staaten. Vorgesehen seien weitere Maßnahmen gegen den russischen Finanz- und Energiesektor sowie ein Einreiseverbot für russische Soldaten.

Um Russlands Einnahmen aus Ölexporten zu begrenzen, soll die automatische Anpassung des Ölpreisdeckels für zwölf Monate ausgesetzt werden. Das Paket ist laut Bericht das 21. Sanktionspaket gegen Russland wegen des Ukraine-Krieges; das 20. Paket trat im April in Kraft.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj rechtfertigte die Angriffe auf die Logistikzentren mit deren Bedeutung für die russische Armee. Die Lagerhäuser würden unter anderem Navigationsausrüstung, Komponenten für die Drohnenproduktion und weitere Versorgungsgüter für die russische Armee bereitstellen.

Das sind russische Logistikeinrichtungen, insbesondere Lagerhäuser, die zur Versorgung mit Kriegsmaterial genutzt werden: Navigationsausrüstung, Komponenten für die Drohnenproduktion und andere Versorgungsgüter für die russische Armee.

Die Aussage wird von der Frankfurter Rundschau Selenskyj zugeschrieben. Wildberries führe laut Kyiv Independent tatsächlich militärische Ausrüstung wie Drohnenbauteile und Körperschutzwesten auf seiner Website. Das Unternehmen und seine Gründerin Tatjana Kim stehen dem Bericht zufolge wegen des Ukraine-Kriegs unter internationalen Sanktionen und Handelsbeschränkungen.

Die Angriffe auf Ölanlagen verschärfen laut Kyiv Independent eine innerrussische Treibstoffkrise. Diese habe bereits zu Exportverboten, Preiserhöhungen und Verkaufsbeschränkungen geführt; in verschiedenen russischen Regionen werde weiterhin von stundenlangen Wartezeiten an Tankstellen berichtet.

Zusammenfassung: Drohnenangriffe treffen laut Frankfurter Rundschau russische Energieanlagen und Wildberries-Logistikzentren. Die Folgen reichen von zusätzlichem Druck auf die Treibstoffversorgung bis zu neuen EU-Sanktionsplänen.

„Wirtschaft vor acht“ kündigt Einordnung von Börse und Wirtschaft an

Die ARD Mediathek beschreibt „Wirtschaft vor acht“ als Format über Ereignisse aus der Wirtschaftswelt und Aktuelles von der Frankfurter Börse. Das Team um Markus Gürne und Anja Kohl erklärt laut Programmhinweis Nachrichten der Wirtschaft, neue Trends und komplexe Zusammenhänge.

Für den vorliegenden Eintrag ist kein Video verfügbar. Weitere konkrete Zahlen, Daten oder wirtschaftliche Einzelmeldungen enthält der übermittelte Programmhinweis nicht.

Zusammenfassung: Die ARD Mediathek kündigt ein Wirtschafts- und Börsenformat an, stellt im übermittelten Inhalt aber keine konkreten Marktdaten bereit.

Russische Börse fällt, Gazprom auf tiefstem Stand seit 2006

Der Merkur berichtet über wachsenden Druck auf Russlands Kriegswirtschaft. Der Leitindex IMOEX2 der Moskauer Börse fiel am 16. Juli erstmals seit Dezember 2022 unter 2100 Punkte. Nach Angaben des Berichts verzeichnete Russland an diesem Tag ein Minus von 4,24 Prozent, den schwärzesten Handelstag seit fast vier Jahren.

Am 20. Juli fiel der Leitindex erstmals unter 1900 Punkte. Zum Vergleich: Ein Jahr zuvor hatte er noch über 2800 Punkten gelegen. Der Ausverkauf an der russischen Börse halte laut Merkur bereits seit fünf Monaten an.

Indikator beziehungsweise WertAngabe
IMOEX2 am 16. Juliunter 2100 Punkte
Tagesverlust am 16. Juli4,24 Prozent
IMOEX2 am 20. Juliunter 1900 Punkte
IMOEX2 vor einem Jahrüber 2800 Punkte
Leitzins der russischen Zentralbank14,25 Prozent
Rückgang des Geschäftsklimaindex im Juli4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler

Als Gründe für die Talfahrt nennt der Bericht unter anderem den Stillstand in den Ukraine-Verhandlungen sowie den verstärkten Sanktionsdruck aus Europa und den USA. Zusätzlich belastet die Treibstoffkrise den Markt, nachdem ukrainische Drohnenangriffe russische Erdölanlagen getroffen haben und Russland den Dieselexport verboten hat.

Der Wirtschaftsprofessor Jewgeni Kogan von der Moskauer Higher School of Economics warnte, die Kraftstoffkrise könne den Preisauftrieb beschleunigen und die Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Eine solche Verbindung von Inflation und Rezession wird als Stagflation bezeichnet.

Die russische Zentralbank steht laut Merkur vor einem Dilemma. Der Leitzins liegt bei 14,25 Prozent und erschwert Investitionen, während Unternehmen und Konsumenten belastet werden. Die Zentralbank senkte die Zinsen zuletzt um 0,25 Prozentpunkte; erwartet worden waren 0,5 Prozentpunkte.

Der Geschäftsklimaindex der russischen Zentralbank fiel im Juli um 4,5 Punkte auf minus 3,6 Zähler. Dies sei der niedrigste Stand seit Mitte 2022. Seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 2002 habe es laut Jewgeni Kogan nur fünf Monate gegeben, in denen sich der Indikator schneller verschlechtert habe.

Diese Schwierigkeiten sind nicht kritisch.

Diese Einschätzung wird im Merkur Dmitri Peskow zugeschrieben. Der Kreml-Sprecher erklärte demnach, Wladimir Putin wisse, was zur Verbesserung der Lage zu tun sei.

Besonders deutlich zeigt sich der Druck bei einzelnen Großunternehmen. Laut Merkur erreichten unter anderem die zweitgrößte Bank VTB, Rostelekom, Alrosa, En+ und Gazprom historische Tiefststände.

Die Gazprom-Aktie fiel am 16. Juli um fünf Prozent auf unter 84 Rubel. Damit erreichte sie den tiefsten Stand seit dem Handelsbeginn im Jahr 2006. Als Belastungsfaktoren werden die allgemeine Wirtschaftslage, mögliche US-Strafzölle für Importeure russischen Gases und die geplante zweite Gaspipeline nach China genannt.

Durch den Bau von Power of Siberia 2 seien auch künftig keine Dividendenzahlungen möglich. Da Europa als Abnehmer weitgehend weggefallen sei, habe Gazprom keine Alternative zu China. Hinweise verdichteten sich laut Merkur zudem, dass China beim Bau auf billige innerrussische Gastarife bestehe.

Auch Sberbank und VTB belasteten den Index durch Dividendenabschläge. Zusammen machen die beiden Banken laut Bericht fast 20 Prozent der Marktkapitalisierung im IMOEX2 aus.

Ein europäischer Geheimdienstbericht warnt außerdem vor einer drohenden Bankenkrise. Dem Reuters vorliegenden Bericht zufolge wurden Banken dazu gedrängt, subventionierte Kredite an Rüstungsunternehmen und Immobilienkäufer zu vergeben. Zehn Prozent der Unternehmenskredite seien ausfallgefährdet.

Einige Großbanken meldeten demnach im vergangenen Jahr eine Quote notleidender Privatkredite von bis zu 15 Prozent. Zudem hätten 2025 mehr als 500.000 Russen Privatinsolvenz angemeldet, fast ein Drittel mehr als im Vorjahr. Staatliche Programme hätten darüber hinaus mehr als 13 Millionen Menschen dazu ermutigt, mindestens drei Kredite gleichzeitig aufzunehmen.

Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds sanken laut der Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und des Stockholm Institute of Transition Economics von 6,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu Kriegsbeginn auf aktuell 1,8 Prozent. Gleichzeitig gingen die Öl- und Gaseinnahmen im ersten Quartal um 45 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück.

In den ersten Jahren des Krieges gegen die Ukraine hat sich die russische Wirtschaft als widerstandsfähiger erwiesen, als viele erwartet hatten. Doch nun sind die Reserven aufgebraucht.

Diese Aussage wird im Merkur Moritz Schularick, dem Präsidenten des Kieler Instituts für Weltwirtschaft, zugeschrieben. Russland sei zunehmend auf China angewiesen; die Volksrepublik mache mittlerweile etwa 35 Prozent des russischen Außenhandels aus.

Russland hat einen wirtschaftlichen Rettungsanker erhalten, aber China hat an Einfluss gewonnen.

Die Aussage stammt laut Merkur von Alicia Garcia-Herrero, der Co-Autorin der Studie.

Zusammenfassung: Die russische Börse steht unter erheblichem Druck: Der IMOEX2 fiel unter 1900 Punkte, Gazprom notierte unter 84 Rubel und der Leitzins liegt bei 14,25 Prozent. Sinkende Reserven, rückläufige Öl- und Gaseinnahmen sowie die wachsende Abhängigkeit von China verschärfen die wirtschaftlichen Risiken.

Prognose bis 2045: Wirtschaftswachstum verschiebt sich Richtung Asien und Afrika

Die vbw – Die bayerische Wirtschaft stellt in ihrer Pressemitteilung zum „vbw Prognos Report Wirtschaft 2045“ eine Verschiebung der globalen wirtschaftlichen Machtverhältnisse zugunsten der Schwellenländer fest. Länder wie Indien, Indonesien und afrikanische Staaten profitieren demnach von einer jungen Bevölkerung und einer wachsenden Binnenwirtschaft.

Die Schwellenländer sollen aufgrund ihres höheren Wachstumspotenzials wirtschaftlich besser aus Krisen und Konflikten kommen als die Industrieländer. Diese können ihre Schwächephase laut Studie erst in den 2030er Jahren stoppen. Ab den 2040er Jahren nähern sich die Wachstumsraten langsam an, wobei der strukturelle Vorsprung der Industriestaaten bestehen bleibt.

Prognose beziehungsweise ZeitraumWert
Anstieg der globalen Wirtschaftsleistung zwischen 2020 und 204550 Prozent
Anteil Chinas am Wachstum im betrachteten Zeitraumknapp ein Drittel
Durchschnittliches Wachstum Deutschlands bis 20450,9 Prozent pro Jahr
Wachstum der bayerischen Wirtschaft mittelfristig1,1 Prozent pro Jahr
Weltwirtschaftliches Wachstum 2026 und 20272,5 Prozent

China ist laut Report der größte Treiber des globalen Wachstums und für ein knappes Drittel des Wachstums im betrachteten Zeitraum verantwortlich. Gleichzeitig verliert die Volksrepublik an Dynamik.

Deutschland wird der Prognose zufolge langsamer wachsen als andere Industrieländer. Das durchschnittliche Wachstum bis 2045 wird mit 0,9 Prozent pro Jahr angegeben. Dieses Wachstum werde nur erreicht, wenn Strukturreformen erfolgreich umgesetzt werden.

Wegen des Rückgangs des Erwerbspotenzials sei der technische Fortschritt die einzige Wachstumsquelle. Genannt werden insbesondere Rationalisierungen, Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Unternehmen müssten dafür zu umfassenden Investitionen befähigt werden.

Als entscheidende Zukunftsfelder nennt die vbw neben KI auch Halbleiter, Quantencomputing und Cybersicherheit. Europa müsse in diesen Bereichen wieder Anschluss finden. Dafür seien eine deutliche Verbesserung der Standortbedingungen und eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit notwendig.

Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der vbw, fordert in diesem Zusammenhang niedrigere Kosten, insbesondere niedrigere Arbeitskosten, sowie weniger Bürokratie. Die aktuellen Planungen der Koalition gingen dabei in die richtige Richtung.

Für Bayern fällt die Prognose etwas günstiger aus. Die bayerische Wirtschaft soll sich bis 2045 aufgrund ihrer starken industriellen Basis sowie des guten Forschungs- und Innovationsumfelds etwas besser entwickeln und mittelfristig ein Wachstum von 1,1 Prozent pro Jahr erzielen.

Kurzfristig bleibt die weltwirtschaftliche Entwicklung angespannt. Die Jahre 2026 und 2027 werden laut Report maßgeblich durch geopolitische Spannungen und handelspolitische Maßnahmen bestimmt. Mit einem Wachstum von 2,5 Prozent könnte das globale Wirtschaftswachstum Ende der 2020er Jahre das niedrigste seit den 1960er Jahren sein.

Als Ursachen werden vor allem die geringen Wachstumsraten der Industrieländer, die schwache Produktivitätsentwicklung und die demografische Entwicklung genannt. Langfristig sollen Globalisierung, Klimawandel, Demografie und Technologie die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen bestimmen.

Die vbw sieht zudem die liberale Weltwirtschaftsordnung unter erheblichem Druck. Der Krieg in der Ukraine, die zweite Amtszeit von US-Präsident Trump und die zunehmende Fragmentierung der Weltwirtschaft hätten die Rahmenbedingungen gegenüber dem vbw Prognos Report 2021 grundlegend verändert.

Die multilaterale regelbasierte Ordnung unter dem Dach der WTO verliere weiter an Bedeutung. Dies stelle exportorientierte und internationalisierte Volkswirtschaften wie Bayern und Deutschland vor besonders große Herausforderungen.

Dr. Michael Böhmer von der Prognos AG weist darauf hin, dass langfristige Szenarien bis 2045 mit Unsicherheiten verbunden sind. Die Szenarien zeigten jedoch, unter welchen Bedingungen sich die Wirtschaft entwickeln könne und welche Stellschrauben Wirtschaft und Politik zur Überwindung der Wachstumsschwäche hätten.

Zusammenfassung: Die globale Wirtschaftsleistung soll zwischen 2020 und 2045 um 50 Prozent steigen, wobei China für ein knappes Drittel des Wachstums verantwortlich ist. Deutschland werden 0,9 Prozent Wachstum pro Jahr, Bayern 1,1 Prozent pro Jahr und der Weltwirtschaft 2026 und 2027 jeweils 2,5 Prozent Wachstum prognostiziert.

Einschätzung der Redaktion

Die zentrale Bedeutung liegt in der Gleichzeitigkeit mehrerer Belastungen: Energiepreisschocks, geopolitische Konflikte, hohe Zinsen und strukturelle Wachstumsschwächen verstärken sich gegenseitig. Für Deutschland und Berlin erhöht das den Reformdruck, weil geringe Produktivität und demografische Engpässe nicht dauerhaft durch kurzfristige Konjunkturmaßnahmen ausgeglichen werden können.

Besonders relevant ist die zunehmende wirtschaftliche Verschiebung nach Asien und Afrika. Wer bei Digitalisierung, KI, Halbleitern und Energieversorgung nicht investiert, riskiert langfristig Wettbewerbsfähigkeit und politischen Einfluss. Die Entwicklung der russischen Wirtschaft zeigt zugleich, dass Sanktionen und militärische Angriffe zwar erheblichen Druck erzeugen, aber auch internationale Märkte und Versorgungslagen destabilisieren können.

Infobox: Die Nachrichtenlage macht deutlich, dass wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit künftig vor allem von Energieunabhängigkeit, technologischer Innovationskraft, soliden Staatsfinanzen und verlässlichen Rahmenbedingungen abhängt.

Quellen: