Merck hebt Umsatzprognose für 2026 an – Trotz Rückgang im ersten Quartal
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Merck hebt die Umsatzprognose für 2026 auf bis zu 21,4 Milliarden Euro an, während die deutsche Wirtschaft mit Herausforderungen und steigenden Insolvenzzahlen kämpft.
Der Merck-Konzern hat einen vielversprechenden Jahresstart hingelegt und trotz negativer Wechselkurseffekte sowie Umsatzrückgängen bei wichtigen Medikamenten seine Prognose für 2026 angehoben. Vorstandschef Kai Beckmann zeigt sich optimistisch und erwartet einen Umsatz von bis zu 21,4 Milliarden Euro. Doch während Merck auf Wachstumskurs ist, stehen andere Wirtschaftssektoren, wie der Einzelhandel, vor ernsthaften Herausforderungen. In diesem Pressespiegel werfen wir einen Blick auf die aktuellen Entwicklungen in der deutschen und internationalen Wirtschaft, die von Inflation über Handelsbeziehungen bis hin zu Wachstumsprognosen reichen.
Merck rechnet nach gutem Jahresstart mit mehr
Der Darmstädter Merck-Konzern hat zum Jahresstart negative Wechselkurseffekte und Umsatzrückgänge bei wichtigen Medikamenten überwunden. Der neue Vorstandschef Kai Beckmann hat die Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben und erwartet nun einen Umsatz in der Bandbreite von 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro, im Vergleich zu zuvor 20,0 bis 21,1 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll bei 5,7 bis 6,1 Milliarden Euro liegen, statt wie zuvor geplant bei 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro.
Im ersten Quartal ging der Umsatz um 2,8 Prozent auf gut 5,1 Milliarden Euro zurück, was auch auf ungünstige Wechselkurse zurückzuführen ist. Organisch wuchs der Erlös jedoch um 2,9 Prozent, und das operative Ergebnis blieb mit 1,53 Milliarden Euro nahezu auf Vorjahresniveau. Der Gewinn fiel jedoch um gut 9 Prozent auf 669 Millionen Euro.
„Auf Grundlage unserer Leistung im ersten Quartal und der aktuellen Marktbedingungen heben wir unsere Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026 an“, sagte der neue Konzernchef Kai Beckmann.
Zusammenfassung: Merck hebt die Umsatzprognose für 2026 auf 20,4 bis 21,4 Milliarden Euro an, trotz eines Umsatzrückgangs im ersten Quartal. Der Gewinn fiel um 9 Prozent auf 669 Millionen Euro.
„Viel Zeit haben wir nicht mehr“ – Steht die deutsche Wirtschaft kurz vor dem Kollaps?
Die deutsche Wirtschaft sieht sich ernsthaften Herausforderungen gegenüber, da laut einer aktuellen Konjunkturumfrage des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (ifo) 8,1 Prozent aller Unternehmen in Deutschland ihren Fortbestand als gefährdet ansehen. Besonders betroffen ist der Einzelhandel, wo 17,4 Prozent der Unternehmen existenziell bedroht sind, was einen neuen Höchststand darstellt. Die Ursachen sind vielfältig, darunter Kaufzurückhaltung der Verbraucher und aggressive Billiganbieter aus dem Ausland.
Die Umfrage zeigt, dass 11,6 Prozent aller Handelsunternehmen, sowohl im Groß- als auch im Einzelhandel, befürchten, ihr Geschäft aufgeben zu müssen. Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen, äußerte, dass die wirtschaftliche Lage angespannt bleibt und die Insolvenzzahlen voraussichtlich hoch bleiben werden.
„Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt“, sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der ifo-Umfragen.
Zusammenfassung: 8,1 Prozent der deutschen Unternehmen sehen ihren Fortbestand gefährdet, besonders im Einzelhandel. Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, und die Insolvenzzahlen könnten steigen.
Iran-Krieg treibt die Preise - auch in Deutschland: Inflation erreicht neuen Höchststand
Der Iran-Krieg hat die Lebenshaltungskosten in Deutschland im April 2026 erheblich erhöht, mit einer Inflationsrate von 2,9 Prozent, dem höchsten Stand seit Januar 2024. Die Energiepreise stiegen um 10,1 Prozent, wobei Kraftstoffe um 26,2 Prozent und leichtes Heizöl um 55,1 Prozent teurer wurden. Im Gegensatz dazu sanken die Preise für Strom und Erdgas.
Die Preise für Lebensmittel stiegen ebenfalls, insbesondere Zucker und Schokolade, die um 6,6 Prozent bzw. 9,7 Prozent teurer wurden. Dienstleistungen verteuerten sich um 2,8 Prozent, was die Verbraucher zusätzlich belastet. Experten warnen, dass die Inflation möglicherweise die gesamte Wirtschaft erfassen könnte, da Unternehmen planen, die Preise zu erhöhen.
„Der erneute Anstieg der Energiepreise infolge des Irankriegs hat im zweiten Monat in Folge die Gesamtteuerung verstärkt“, sagt Ruth Brand, Präsidentin des Statistischen Bundesamtes.
Zusammenfassung: Die Inflation in Deutschland erreicht 2,9 Prozent, angetrieben durch steigende Energiepreise infolge des Iran-Kriegs. Lebensmittel und Dienstleistungen werden ebenfalls teurer.
Polen wichtiger Partner: Deutlich mehr deutscher Handel mit Ost-Staaten als mit USA und China zusammen
Im ersten Quartal 2026 haben die deutschen Unternehmen mit den osteuropäischen Ländern mehr Waren gehandelt als mit den USA und China zusammen. Der Außenhandelsumsatz mit den 29 Staaten wuchs um 3,5 Prozent auf 141 Milliarden Euro, während der Umsatz mit den beiden größten Volkswirtschaften nur 122 Milliarden Euro betrug. Die Exporte nach Mittel- und Osteuropa stiegen um 5,5 Prozent auf 75,2 Milliarden Euro.
Philipp Haußmann, stellvertretender Vorsitzender des Ost-Ausschusses der Deutschen Wirtschaft, betonte, dass der deutsche Osthandel mit viel Schwung ins Jahr 2026 gestartet ist. Besonders die Exporte in die vier größten Märkte Polen, Tschechien, Ungarn und Rumänien wuchsen um fast vier Milliarden Euro.
„Ohne das östliche Europa wäre der deutsche Außenhandel deutlich schwächer“, sagt Philipp Haußmann.
Zusammenfassung: Der Außenhandelsumsatz mit osteuropäischen Ländern wächst um 3,5 Prozent und übertrifft den Handel mit den USA und China. Polen festigt seine Position als viertgrößter deutscher Absatzmarkt.
Konjunktur: Umfrage: sächsische Wirtschaft weiter im Krisenmodus
Die konjunkturelle Lage in der sächsischen Wirtschaft hat sich nach dem Ölpreisschock infolge des Iran-Kriegs weiter verschlechtert. Eine Umfrage unter 1.697 Unternehmen zeigt, dass viele Firmen mit steigenden Kraftstoffpreisen und verhaltener Nachfrage konfrontiert sind. 29 Prozent der befragten Firmen planen mit sinkenden Budgets, und nur 11 Prozent beabsichtigen, Personal aufzubauen.
Die Unternehmen reagieren auf die schwache Konjunktur mit restriktiver Personalpolitik, was zu einem Rückgang der Beschäftigungspläne führt. Ohne spürbare Entlastungen bei Kosten und Bürokratie droht eine weitere Verfestigung der Wachstumsschwäche.
„Ohne spürbare Entlastungen bei Kosten, Energiepreisen und Bürokratie droht eher eine weitere Verfestigung der Wachstumsschwäche“, heißt es in der Umfrage.
Zusammenfassung: Die sächsische Wirtschaft bleibt im Krisenmodus, mit 29 Prozent der Unternehmen, die sinkende Budgets planen. Die Personalpolitik ist restriktiv, und eine Erholung ist nicht in Sicht.
Wirtschaft - Russland senkt Wachstumsprognose auf 0,4 Prozent
Die russische Regierung hat ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,4 Prozent gesenkt, nachdem das erste Quartal schwach verlief. Diese Anpassung spiegelt die anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen wider, mit denen Russland konfrontiert ist, einschließlich der Auswirkungen internationaler Sanktionen und geopolitischer Spannungen.
Die gesenkte Prognose deutet darauf hin, dass die russische Wirtschaft weiterhin unter Druck steht und die Erholung langsamer verläuft als erwartet. Die Unsicherheiten in der globalen Wirtschaft und die internen Herausforderungen könnten die Wachstumsdynamik weiter beeinträchtigen.
Zusammenfassung: Russland senkt die Wachstumsprognose für 2026 auf 0,4 Prozent aufgrund eines schwachen ersten Quartals und anhaltender wirtschaftlicher Herausforderungen.
Einschätzung der Redaktion
Die Anhebung der Umsatzprognose von Merck für 2026 ist ein positives Signal, das auf eine gewisse Resilienz des Unternehmens hinweist, trotz der Herausforderungen im ersten Quartal. Die Tatsache, dass der organische Umsatz gewachsen ist, zeigt, dass Merck in der Lage ist, sich in einem schwierigen Marktumfeld zu behaupten. Dies könnte das Vertrauen der Investoren stärken und die Marktposition des Unternehmens festigen.
Die alarmierenden Zahlen zur deutschen Wirtschaft, insbesondere die hohe Anzahl an Unternehmen, die ihren Fortbestand als gefährdet ansehen, deuten auf eine ernsthafte wirtschaftliche Krise hin. Der Einzelhandel ist besonders betroffen, was auf eine potenzielle Konsumflaute hindeutet. Dies könnte langfristige Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft haben, insbesondere wenn die Insolvenzzahlen steigen.
Die Inflation in Deutschland, die durch den Iran-Krieg und steigende Energiepreise angeheizt wird, könnte die Kaufkraft der Verbraucher weiter belasten. Dies könnte zu einer Abwärtsspirale führen, in der Unternehmen gezwungen sind, Preise zu erhöhen, was wiederum die Inflation weiter antreibt und die wirtschaftliche Stabilität gefährdet.
Die wachsende Handelsbeziehung zwischen Deutschland und den osteuropäischen Ländern ist ein positives Zeichen, das auf eine Diversifizierung der Märkte hinweist. Dies könnte Deutschland helfen, wirtschaftliche Risiken, die mit einer starken Abhängigkeit von den USA und China verbunden sind, zu mindern.
In Sachsen zeigt die Umfrage unter Unternehmen, dass die wirtschaftliche Lage angespannt bleibt, was auf eine anhaltende Krisensituation hinweist. Die restriktive Personalpolitik könnte die Erholung der Region weiter behindern.
Die gesenkte Wachstumsprognose für Russland ist ein weiteres Indiz für die anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten, die durch internationale Sanktionen und geopolitische Spannungen verstärkt werden. Dies könnte auch Auswirkungen auf die europäischen Märkte haben, die stark mit der russischen Wirtschaft verbunden sind.
Insgesamt stehen die deutschen Unternehmen vor einer Vielzahl von Herausforderungen, die sowohl interne als auch externe Faktoren umfassen. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, wie sich diese Dynamiken entwickeln und welche Maßnahmen ergriffen werden, um die wirtschaftliche Stabilität zu sichern.
Quellen:
- Pharmageschäft - Merck rechnet nach gutem Jahresstart mit mehr - Wirtschaft
- „Viel Zeit haben wir nicht mehr“ – Steht die deutsche Wirtschaft kurz vor dem Kollaps?
- Iran-Krieg treibt die Preise - auch in Deutschland: Inflation erreicht neuen Höchststand
- Polen wichtiger Partner Deutlich mehr deutscher Handel mit Ost-Staaten als mit USA und China zusammen
- Konjunktur: Umfrage: sächsische Wirtschaft weiter im Krisenmodus
- Wirtschaft - Russland senkt Wachstumsprognose auf 0,4 Prozent