Krisen kosten Deutschland fast 1 Billion Euro: IW-Analyse zeigt massive Verluste

Krisen kosten Deutschland fast 1 Billion Euro: IW-Analyse zeigt massive Verluste

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Die IW-Analyse zeigt, dass Deutschland seit 2020 durch Krisen fast 1.000 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren hat, was erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen mit sich bringt. Katherina Reiche lehnt die Bevorzugung europäischer Unternehmen ab und fordert stattdessen internationale Kooperationen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit.

Die aktuelle Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) offenbart alarmierende ökonomische Kosten, die Deutschland seit 2020 durch anhaltende Krisen erlitten hat. Mit fast 1.000 Milliarden Euro an Wertschöpfungsverlusten, verursacht durch die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg und Zollstreitigkeiten, wird deutlich, wie gravierend die Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft sind. Diese Analyse beleuchtet nicht nur die finanziellen Einbußen, sondern auch die Herausforderungen, vor denen Unternehmen und Arbeitnehmer stehen. Ein Blick auf die Hintergründe und die Prognosen für die Zukunft ist unerlässlich, um die Dimension dieser Krisen zu verstehen.

IW-Analyse: Krisen kosten Deutschland fast 1.000 Milliarden Euro

Die ökonomischen Kosten der Dauerkrisen in Deutschland, die seit 2020 durch die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg und Zollstreitigkeiten mit den USA verursacht wurden, summieren sich auf fast eine Billion Euro. Laut einer Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) ergibt sich für die letzten sechs Jahre ein Ausfall an preisbereinigtem Bruttoinlandsprodukt (BIP) von insgesamt 940 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Wertschöpfungsverlust von mehr als 20.000 Euro pro Erwerbstätigen.

Ein Viertel dieser enormen Summe ist auf die Zollkonflikte mit der US-Regierung unter Donald Trump zurückzuführen. IW-Forscher Michael Grömling betont, dass die aktuelle Dekade von außergewöhnlichen ökonomischen Schocks geprägt ist, die die Belastungen früherer Krisen deutlich übertreffen.

„Die laufende Dekade ist bislang von außergewöhnlichen Schocks und gewaltigen ökonomischen Anpassungslasten geprägt, die mittlerweile das Belastungsniveau früherer Krisen deutlich übertreffen“, so IW-Forscher Michael Grömling.

Zusammenfassung: Die deutschen Krisenkosten seit 2020 belaufen sich auf fast 1.000 Milliarden Euro, was zu einem signifikanten Wertschöpfungsverlust pro Erwerbstätigen führt.

Coronapandemie, Ukrainekrieg, Zollstreit mit den USA: Dauerkrisen kosten Deutschland fast eine Billion Euro

Die IW-Analyse zeigt, dass die deutschen Unternehmen unter den Auswirkungen der Krisen leiden, die die Wirtschaftsleistung stark beeinträchtigt haben. Die ökonomischen Kosten der Stagnationsperiode von 2001 bis 2004 betrugen rund 360 Milliarden Euro, während die Finanzmarktkrise 2008/2009 Wertschöpfungsausfälle von etwa 525 Milliarden Euro verursachte. Im Vergleich dazu sind die aktuellen Verluste erheblich höher.

Die deutsche Wirtschaft hat 2025 nur knapp einem dritten Jahr ohne Wirtschaftswachstum entkommen können, mit einem realen Anstieg der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent. Die Schere zwischen den tatsächlichen und hypothetischen Wirtschaftswachstumsraten öffnet sich weiter, was die wirtschaftlichen Verluste in den letzten Jahren verstärkt hat.

Zusammenfassung: Die IW-Analyse verdeutlicht die enormen wirtschaftlichen Einbußen durch die Krisen, die die deutsche Wirtschaft in den letzten Jahren stark belastet haben.

Wirtschaft, Migration, Sozialstaat: Da geht ja doch was!

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat den Vorschlag des EU-Industriekommissars abgelehnt, bei der Vergabe öffentlicher Gelder europäische Unternehmen zu bevorzugen. Sie betont, dass Europa einfache Regeln, mehr Investitionen und internationale Partnerschaften benötigt, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Reiche plädiert für einen Ansatz, der auf den eigenen Stärken Europas basiert und diese mit verlässlichen Handelspartnern weltweit verbindet.

Der EU-Sondergipfel zur Wettbewerbsfähigkeit am 12. Februar wird die Herausforderungen und Strategien zur Stärkung der europäischen Wirtschaft diskutieren. Der Vorschlag von Stéphane Séjourné, dass Unternehmen, die öffentliche Gelder erhalten, einen Teil ihrer Produktion in Europa ansiedeln müssen, wird von Reiche als nicht zielführend angesehen.

Zusammenfassung: Katherina Reiche lehnt den Vorschlag zur Bevorzugung europäischer Unternehmen ab und fordert stattdessen internationale Partnerschaften und Investitionen.

Kuka: Hier sieht man, wie sich die Macht beim Maschinenbauer nach China verlagert

Die Übernahme von Kuka durch den chinesischen Konzern Midea hat zu einem signifikanten Technologietransfer geführt. Während Kuka formal als eigenständige Einheit agiert, werden entscheidende Entwicklungen und Investitionen zunehmend in China getätigt. Der Umsatz von Kuka ist von 4,1 Milliarden Euro auf 3,7 Milliarden Euro gesunken, was die Herausforderungen verdeutlicht, mit denen das Unternehmen konfrontiert ist.

In der neuen Roboterfabrik in Foshan werden Kuka-Roboterarme in großen Stückzahlen produziert, während die deutsche Zentrale in Augsburg kaum noch eine Rolle spielt. Midea hat massive Investitionen in die chinesische Kuka-Sparte getätigt, was die Verlagerung der Macht und der technologischen Entwicklungen nach China verdeutlicht.

Zusammenfassung: Die Übernahme von Kuka durch Midea hat zu einem Verlust an technologischer Kontrolle in Deutschland geführt, während die Entwicklungen zunehmend in China stattfinden.

„Schock“ für Russlands Wirtschaft: Experte zeigt, welche Sanktionen wirken – und das zentrale Problem

Die Sanktionen gegen Russland haben zwar Auswirkungen, jedoch kann das Land weiterhin Drohnen und Raketen in die Ukraine liefern. Der Ökonom Vasily Astrov erklärt, dass der Preisdeckel auf russisches Öl wenig bewirkt hat, während das Import-Embargo in Europa effektiver war. Der Marktanteil Russlands auf dem europäischen Gasmarkt ist auf 20 Prozent gefallen, was ein ernsthaftes Problem darstellt.

Die neuen US-Sanktionen gegen die größten russischen Ölkonzerne haben zu einem Anstieg des Preisabschlags für russisches Öl geführt. Trotz dieser Herausforderungen hat Russland in den letzten Jahren stark gewirtschaftet und kann weiterhin hohe Militärausgaben finanzieren.

Zusammenfassung: Die Sanktionen gegen Russland zeigen Wirkung, jedoch bleibt das Land in der Lage, seine militärischen Aktivitäten aufrechtzuerhalten.

Industriepolitik: Katherina Reiche will europäische Unternehmen nicht bevorzugen

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche hat den Vorschlag zur Bevorzugung europäischer Unternehmen bei der Vergabe öffentlicher Gelder abgelehnt. Sie fordert stattdessen einfache Regeln und internationale Partnerschaften, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas zu stärken. Der EU-Sondergipfel am 12. Februar wird sich mit diesen Themen befassen.

Reiche betont, dass die europäische Antwort auf globale Wettbewerbsherausforderungen nicht in einer Abschottung bestehen kann. Der Vorschlag von Stéphane Séjourné, dass Unternehmen, die öffentliche Gelder erhalten, einen Teil ihrer Produktion in Europa ansiedeln müssen, wird als nicht zielführend angesehen.

Zusammenfassung: Katherina Reiche lehnt den Vorschlag zur Bevorzugung europäischer Unternehmen ab und fordert stattdessen internationale Kooperationen.

Einschätzung der Redaktion

Die IW-Analyse, die die ökonomischen Kosten der Krisen in Deutschland auf fast 1.000 Milliarden Euro beziffert, verdeutlicht die gravierenden Auswirkungen, die anhaltende Krisen auf die Wirtschaft haben können. Diese enormen Verluste, die sich auf über 20.000 Euro pro Erwerbstätigen summieren, sind ein alarmierendes Signal für die wirtschaftliche Stabilität des Landes. Die Tatsache, dass ein Viertel dieser Kosten auf Zollkonflikte mit den USA zurückzuführen ist, zeigt, wie stark internationale Handelsbeziehungen die nationale Wirtschaft beeinflussen können.

Die Vergleiche mit früheren Krisen, wie der Stagnationsperiode von 2001 bis 2004 und der Finanzmarktkrise, unterstreichen, dass die aktuellen Herausforderungen in ihrer Schwere und Dauer beispiellos sind. Dies könnte langfristige Folgen für das Wirtschaftswachstum und die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands haben, insbesondere wenn die Schere zwischen tatsächlichem und hypothetischem Wachstum weiter auseinandergeht.

Zusätzlich ist die Ablehnung von Katherina Reiche, europäische Unternehmen bei der Vergabe öffentlicher Gelder zu bevorzugen, ein Hinweis darauf, dass die deutsche Wirtschaft auf internationale Partnerschaften und Investitionen setzt, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Dies könnte sowohl Chancen als auch Risiken mit sich bringen, da eine zu starke Abhängigkeit von externen Märkten auch die Verwundbarkeit erhöhen kann.

Insgesamt zeigt die Analyse, dass Deutschland vor erheblichen wirtschaftlichen Herausforderungen steht, die nicht nur kurzfristige Maßnahmen erfordern, sondern auch eine langfristige Strategie zur Stabilisierung und Stärkung der Wirtschaft notwendig machen.

Quellen: