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Die steigende Zahl von Insolvenzen in Brandenburg wirft ein Schlaglicht auf die wirtschaftlichen Herausforderungen des Bundeslandes. Während die Landesregierung auf milliardenschwere Infrastrukturinvestitionen setzt, fordert die Opposition einen radikalen Kurswechsel, um Energiepreise zu senken und Bürokratie abzubauen. Die Debatte über die richtigen Maßnahmen zur Stabilisierung der Wirtschaft gewinnt an Schärfe.
Mehr Insolvenzen in Brandenburg: Debatte über wirtschaftliche Maßnahmen
In Brandenburg stieg die Zahl der Insolvenzen im vergangenen Jahr um neun Prozent auf 3.680 Fälle. Besonders betroffen waren 3.176 Beschäftigte, deren Zahl sich mehr als verdoppelte. Die Wirtschaftsleistung des Bundeslandes schrumpfte ebenfalls, was zu einer intensiven Diskussion über mögliche Gegenmaßnahmen führte.
Wirtschaftsminister Daniel Keller (SPD) setzt auf Wachstumsimpulse, insbesondere durch ein milliardenschweres Sondervermögen des Bundes für Infrastruktur. Er betont, dass eine Belebung der Bauwirtschaft auch der Stahl- und Baustoffindustrie zugutekommen könnte. Die AfD hingegen fordert einen Kurswechsel, einschließlich des Endes der Russland-Sanktionen, um die Energiepreise zu senken und die Bürokratie zu reduzieren.
„Hohe Energiepreise, überbordende Bürokratie und fehlende Planungssicherheit treffen besonders kleine und mittelständische Betriebe“, so René Springer, AfD-Landesvorsitzender.
Zusätzlich plant Brandenburg, den Schwellenwert für die direkte Vergabe öffentlicher Aufträge von 1.000 Euro auf 100.000 Euro anzuheben, um bürokratische Hürden zu senken.
Jahr | Anzahl Insolvenzen | Betroffene Beschäftigte |
---|---|---|
2023 | 3.680 | 3.176 |
Zusammenfassung: Brandenburg verzeichnete 2023 einen deutlichen Anstieg der Insolvenzen. Während die SPD auf Infrastrukturinvestitionen setzt, fordert die AfD eine Abkehr von Russland-Sanktionen und Bürokratieabbau.
Hannover Messe: Hoffnung auf Besserung in der Elektroindustrie
Die deutsche Elektro- und Digitalindustrie sieht nach einem schwierigen Jahr 2024 Anzeichen für eine leichte Erholung. Laut Gunther Kegel, Präsident des Branchenverbandes ZVEI, sei die Talsohle erreicht, auch wenn die Konjunkturbelebung noch nicht dynamisch sei. Die Produktion elektrotechnischer Güter sank 2024 preisbereinigt um neun Prozent, für 2025 wird ein Rückgang von zwei Prozent erwartet.
Langfristig setzt die Branche auf die Megatrends Elektrifizierung, Digitalisierung und Automatisierung. Die Hannover Messe, die vom 31. März bis 4. April 2025 stattfindet, soll als Plattform dienen, um Optimismus zu verbreiten. Erwartet werden rund 4.000 Aussteller aus über 60 Ländern.
„Die Megatrends werden unser Geschäft wieder beleben - das ist sicher“, so Kegel.
Ein 500-Milliarden-Euro-Infrastrukturpaket des Bundes könnte der Branche ebenfalls Auftrieb geben. Allerdings bleibt das Auslandsgeschäft schwach, und die Zollpolitik der USA stellt eine zusätzliche Herausforderung dar.
Zusammenfassung: Die Elektroindustrie hofft auf eine leichte Erholung und setzt auf langfristige Megatrends. Die Hannover Messe bietet eine wichtige Plattform, um Optimismus zu verbreiten.
Bayerns Wirtschaft schrumpft überdurchschnittlich
Die Wirtschaftsleistung Bayerns sank 2024 um ein Prozent, deutlich stärker als der bundesweite Rückgang von 0,2 Prozent. Besonders betroffen war die Industrie, deren Wertschöpfung um 5,5 Prozent zurückging. Im Gegensatz dazu wuchs der Dienstleistungssektor leicht um 0,8 Prozent.
Die Krise der Industrie, insbesondere des verarbeitenden Gewerbes, wird als Hauptursache für den Rückgang gesehen. Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft, erwartet keine kurzfristige Besserung und fordert einen „wirtschaftlichen Befreiungsschlag“ der Bundesregierung.
Sektor | Wachstum 2024 |
---|---|
Industrie | -5,5% |
Dienstleistungen | +0,8% |
Zusammenfassung: Bayerns Wirtschaft schrumpfte 2024 überdurchschnittlich, vor allem aufgrund der Krise im verarbeitenden Gewerbe. Der Dienstleistungssektor konnte hingegen leicht zulegen.
EU plant Gegenmaßnahmen gegen US-Autozölle
Die EU reagiert auf die von Donald Trump angekündigten Autozölle mit einer 99 Seiten langen Liste potenzieller Gegenzölle. Diese zielen auf US-Wirtschaftssektoren wie Technologieunternehmen und die Landmaschinenindustrie ab. Ziel ist es, politischen Druck auf die US-Regierung auszuüben.
Zusätzlich erwägt die EU eine Digitalsteuer für US-Technologiekonzerne wie Google und Apple. Auch Elon Musk könnte mit seinen Unternehmen Tesla und SpaceX ins Visier geraten, da diese stark von internationalen Märkten abhängig sind.
„Die EU zeigt sich entschlossen, die eigenen wirtschaftlichen Interessen zu verteidigen“, heißt es aus Brüssel.
Zusammenfassung: Die EU plant gezielte Gegenzölle und eine mögliche Digitalsteuer als Antwort auf die US-Autozölle. Ziel ist es, den Druck auf die US-Regierung zu erhöhen.
Einschätzung der Redaktion
Der Anstieg der Insolvenzen in Brandenburg verdeutlicht die strukturellen Herausforderungen, mit denen die regionale Wirtschaft konfrontiert ist. Die vorgeschlagenen Maßnahmen, wie Investitionen in die Infrastruktur und die Anhebung der Schwellenwerte für öffentliche Aufträge, könnten kurzfristig Entlastung schaffen, adressieren jedoch nicht die tieferliegenden Probleme wie hohe Energiepreise und Bürokratie. Die Forderung nach einem Ende der Russland-Sanktionen ist politisch umstritten und birgt das Risiko, die außenpolitische Position Deutschlands zu schwächen. Langfristig wird es entscheidend sein, die Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittelständischer Unternehmen zu stärken, um die wirtschaftliche Basis des Bundeslandes zu stabilisieren.
Quellen:
- Firmenpleiten - Mehr Insolvenzen in Brandenburg - verschiedene Rezepte - Wirtschaft
- Weltgrößte Industrieschau - Industrie vor der Messe: Elektrobranche erwartet Besserung - Wirtschaft
- Wirtschaft vor acht
- Spitzenreiter wird Problemfall: Bayerns Wirtschaft schrumpft überdurchschnittlich
- Nach Trumps Autozöllen: EU plant Gegenoffensive – gegen Kern der US-Wirtschaft
- Deutsche Wirtschaft - Hamburg wächst dank Industrie - Bayern schrumpft wegen Verarbeitendem Gewerbe