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Hohe Kontoführungsgebühren, ein schwankender russischer Aktienmarkt nach dem Trump-Putin-Gipfel, Qualitätsprobleme bei der deutschen Getreideernte, der Strukturwandel in Nordrhein-Westfalen und Indiens wachsende Bedeutung für die deutsche Wirtschaft – der aktuelle Pressespiegel beleuchtet zentrale Entwicklungen, die Verbraucher, Unternehmen und Märkte gleichermaßen betreffen.
Stiftung Warentest: Girokonten in Deutschland oft zu teuer
Die Zeitschrift „Stiftung Warentest Finanzen“ (Ausgabe 9/2025) hat mehr als 700 Angebote von 182 Banken und Sparkassen untersucht. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Kontoführungsgebühr liegt bei 125 Euro pro Jahr. Laut Stiftung Warentest sollte ein gutes Girokonto jedoch nicht mehr als 60 Euro jährlich kosten. Nur 66 Angebote bleiben unter dieser Grenze, davon sind 54 kostenpflichtig, überschreiten aber die 60 Euro nicht. 12 Konten sind komplett kostenfrei – inklusive Karte und Überweisung, ohne Bedingungen.
Die Tester empfehlen, nicht sofort die Bank zu wechseln, sondern zunächst nach günstigeren Kontenmodellen zu fragen. Ein Kontowechsel ist laut Bundesverband deutscher Banken weniger aufwendig als gedacht, da Banken gesetzlich verpflichtet sind, beim Umzug zu helfen. Neben den Kosten sollten Verbraucher auch auf Erreichbarkeit, Service und Zusatzleistungen achten.
Kriterium | Wert |
---|---|
Durchschnittliche Kontoführungsgebühr | 125 Euro/Jahr |
Empfohlene Obergrenze (Stiftung Warentest) | 60 Euro/Jahr |
Anzahl Angebote unter 60 Euro | 66 |
Davon kostenpflichtig | 54 |
Komplett kostenfrei | 12 |
- Viele Banken bieten mehrere Kontenmodelle an.
- Ein Kontowechsel wird durch gesetzliche Vorgaben erleichtert.
- Service und Erreichbarkeit sollten bei der Wahl des Kontos berücksichtigt werden.
Infobox: Stiftung Warentest sieht bei Girokonten erhebliches Sparpotenzial. Nur wenige Angebote sind wirklich günstig oder kostenlos. (Quelle: SZ.de)
Russlands Wirtschaft nach Trump-Putin-Gipfel unter Druck
Der Alaska-Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Kreml-Chef Wladimir Putin brachte keine greifbaren Ergebnisse. Die russische Börse reagierte mit einem Rückgang von rund zwei Prozent, was etwa 130 Milliarden Rubel oder 1,3 Milliarden Euro an Marktkapitalisierung vernichtete. Besonders betroffen waren verstaatlichte Energieunternehmen: Gazprom verlor 2,9 Prozent, Rosneft 2,6 Prozent und Sovcomflot drei Prozent (Stand 16. August). Auch Metallhersteller und Staatsbanken verzeichneten Einbrüche.
Vor dem Gipfel hatte der Moscow Exchange Index zwischen dem 7. und 13. August um 8,3 Prozent zugelegt, getrieben von Hoffnungen auf Fortschritte. Nach der Invasion der Ukraine hatten rund 1000 westliche Unternehmen Russland verlassen oder ihre Aktivitäten eingeschränkt. Eine Rückkehr westlicher Unternehmen ist laut russischer Nachrichtenagentur TASS nur über Joint Ventures mit russischen Firmen möglich. Das Handelsvolumen zwischen den USA und Russland ist seit der Trump-Administration um 20 Prozent gewachsen, die letzten offiziellen US-Zahlen zeigen jedoch einen Rückgang von 25 Prozent zwischen 2023 und 2024.
Unternehmen/Index | Veränderung |
---|---|
Moskauer Börsenindex | -2 % |
Marktkapitalisierung | -130 Mrd. Rubel (1,3 Mrd. Euro) |
Gazprom | -2,9 % |
Rosneft | -2,6 % |
Sovcomflot | -3 % |
Moscow Exchange Index (7.-13.8.) | +8,3 % |
„Die Märkte haben mehr erwartet – einen Waffenstillstand, irgendeine Art von Übereinkunft, sogar ein Memorandum über gegenseitiges Verständnis oder eventuell verschwindende Sanktionen“, so der Investment-Banker Yevgeni Kogan laut Moscow Times.
Infobox: Der Trump-Putin-Gipfel brachte keine Entspannung für Russlands Wirtschaft. Die Börse reagierte mit deutlichen Verlusten, insbesondere bei Staatsunternehmen. (Quelle: Frankfurter Rundschau)
Getreideernte: Qualität reicht oft nicht mehr für Brotgetreide
Das trockene Frühjahr und der verregnete Sommer haben die Qualität des in Deutschland geernteten Getreides negativ beeinflusst. Laut Martin Courbier, Geschäftsführer des Bundesverbands Agrarhandel, reicht die Qualität des Getreides häufiger nicht mehr aus, um als Brotweizen oder Braugerste verkauft zu werden. Der Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Getreide ist in den letzten Jahren rückläufig. Courbier warnt vor einer Importabhängigkeit und fordert eine nachhaltige Produktionssteigerung sowie Technologieoffenheit.
Biobetriebe kommen mit den Wetterkapriolen besser zurecht als konventionelle Betriebe. Peter Röhrig, Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), berichtet von insgesamt besseren Ernten bei Biobetrieben, wobei es regionale Unterschiede gibt. Die Bundesregierung gibt an, dass für die Ernte 2025 noch kein abschließendes Bild vorliegt. Der amtliche Erntebericht wird Anfang September erwartet.
- Qualität des Getreides reicht häufiger nicht mehr für Brotweizen oder Braugerste.
- Selbstversorgungsgrad Deutschlands mit Getreide sinkt.
- Biobetriebe melden stabilere Ernten als konventionelle Betriebe.
- Importabhängigkeit wird als Risiko gesehen.
Infobox: Die Getreidequalität in Deutschland ist 2025 vielerorts unzureichend für Brotgetreide. Biobetriebe schneiden besser ab, der Selbstversorgungsgrad sinkt. (Quelle: Spiegel)
NRW: Wirtschaft im Wandel
Nordrhein-Westfalens Wirtschaft steht vor großen Herausforderungen. Die WDR-Reportagereihe „Made in NRW“ beleuchtet, wie Unternehmen mit Energiekrise, Klimawandel, internationalen Konflikten und neuen Handelsbedingungen umgehen. Im Fokus stehen die Menschen hinter den Unternehmen und deren Strategien zur Bewältigung des Wandels.
- Energiekrise, Klimawandel und internationale Konflikte prägen die Wirtschaft in NRW.
- Die Reportagereihe zeigt Lösungsansätze und persönliche Geschichten aus der Wirtschaft.
Infobox: Die Wirtschaft in NRW befindet sich im Umbruch und muss sich vielfältigen Herausforderungen stellen. (Quelle: ARD Mediathek)
Indien: Wirtschaftliches Potenzial für Deutschland
Während die Welt auf die Ukraine und Friedensverhandlungen blickt, bereitet sich Indien auf den Sprung auf die Weltbühne vor. Das Land strebt wirtschaftliches Wachstum an und bietet auch für die deutsche Wirtschaft großes Potenzial.
- Indien will wirtschaftlich wachsen und sich international stärker positionieren.
- Für die deutsche Wirtschaft ergeben sich daraus neue Chancen.
Infobox: Indien entwickelt sich zu einem wichtigen Akteur auf dem Weltmarkt und ist für deutsche Unternehmen zunehmend interessant. (Quelle: ARD Mediathek, tagesschau.de)
Einschätzung der Redaktion
Die hohen durchschnittlichen Kontoführungsgebühren in Deutschland zeigen, dass viele Banken und Sparkassen ihre Preismodelle nicht ausreichend an den Bedürfnissen der Verbraucher ausrichten. Die geringe Zahl wirklich günstiger oder kostenloser Girokonten unterstreicht einen deutlichen Wettbewerbs- und Transparenzmangel im Markt. Für Verbraucher besteht ein erhebliches Sparpotenzial, das jedoch nur durch aktives Nachfragen und Vergleichen ausgeschöpft werden kann. Die gesetzlichen Erleichterungen beim Kontowechsel bieten eine Chance, den Wettbewerb zu beleben und Banken zu kundenfreundlicheren Angeboten zu bewegen. Dennoch bleibt die Verantwortung bei den Kunden, sich regelmäßig über Konditionen zu informieren und gegebenenfalls zu wechseln, um unnötige Kosten zu vermeiden.
- Wettbewerb und Transparenz im Girokontenmarkt sind ausbaufähig.
- Verbraucher sollten aktiv nach günstigeren Modellen suchen und Wechselmöglichkeiten nutzen.
- Die aktuelle Preispolitik vieler Banken steht im Widerspruch zu den Empfehlungen unabhängiger Tester.
Quellen:
- Bankgebühren im Fokus - Stiftung Warentest: Viele Girokonten sind zu teuer - Wirtschaft - SZ.de
- Ernüchterung nach Trump-Putin-Gipfel – Russlands Wirtschaft verliert Milliarden
- Deutschland: Getreide der aktuellen Ernte häufiger nicht mehr zum Brotbacken geeignet
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