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Deutschland erlebt einen bemerkenswerten Anstieg ausländischer Investitionen, der in einem unsicheren globalen Umfeld für Aufsehen sorgt. Im Jahr 2025 flossen erstmals mehr Mittel aus dem Ausland in die deutsche Wirtschaft als umgekehrt, was auf eine wachsende Berechenbarkeit und Rechtssicherheit als Standortvorteil hinweist. Diese Entwicklungen werfen ein neues Licht auf die Attraktivität Deutschlands für internationale Investoren und die strategischen Herausforderungen, vor denen die Bundesregierung steht. Lesen Sie weiter, um mehr über die aktuellen Trends und die Meinungen führender Experten zu erfahren.
Konjunktur: Standort mit Gewähr – Milliarden fließen nach Deutschland
In einem unsicheren globalen Umfeld, geprägt von Zolldrohungen und Handelskonflikten, verzeichnet Deutschland einen Anstieg ausländischer Investitionen. Laut einer Analyse haben ausländische Unternehmen im Jahr 2025 erstmals seit Langem mehr Geld in Deutschland investiert als deutsche Unternehmen im Ausland. Jürgen Matthes, Handelsexperte des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), betont, dass in einer zunehmend unsicheren Welt Berechenbarkeit für Investoren entscheidend ist.
Die ausländischen Direktinvestitionen in Deutschland haben sich von 43 Milliarden Euro im Jahr 2024 auf 96 Milliarden Euro im Jahr 2025 mehr als verdoppelt. Im Gegensatz dazu investierten deutsche Unternehmen nur 86 Milliarden Euro im Ausland. Diese Zahlen basieren auf den Daten der Deutschen Bundesbank für die ersten elf Monate des Jahres 2025.
„Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit werden im globalen Wettbewerb zum Standortvorteil für Deutschland.“ – Jürgen Matthes, IW
Zusammenfassung: Deutschland profitiert von einem Anstieg ausländischer Investitionen, die sich 2025 auf 96 Milliarden Euro verdoppelt haben, während deutsche Unternehmen nur 86 Milliarden Euro im Ausland investierten.
IfW-Präsident Moritz Schularick sieht USA nicht mehr als verlässlichen Partner
Moritz Schularick, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft, äußert sich besorgt über die Verlässlichkeit der USA als Partner für Deutschland. Er betont, dass die Bundesregierung sich nicht von den „labilen Launen eines einzelnen Politikers“ abhängig machen sollte. Schularick sieht in der Entwicklungspolitik Chancen für Deutschland, um geopolitische Stabilität zu fördern.
Die Bundesregierung hat in den letzten Jahren die Ausgaben für Entwicklungshilfe reduziert. Für 2026 stehen nur noch 9,94 Milliarden Euro zur Verfügung, was einen Rückgang im Vergleich zu über elf Milliarden Euro vor zwei Jahren darstellt. Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan kündigte an, dass die Mittel gezielt nach deutschen Wirtschaftsinteressen verteilt werden sollen.
„Wir müssen klug in Partnerländer investieren und Handelswege eröffnen, um auch das Wachstum bei uns zu fördern.“ – Moritz Schularick
Zusammenfassung: Schularick warnt vor der Unzuverlässigkeit der USA und fordert eine strategische Neuausrichtung der deutschen Entwicklungspolitik, während die Ausgaben für Entwicklungshilfe sinken.
„Nicht alles neu erfinden“ – Wirtschaft und Politik wollen Kräfte für Initiative „anhalt+“ bündeln
Die Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau hat eine neue Unternehmerinitiative ins Leben gerufen, die die Region Anhalt-Dessau-Wittenberg als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum fördern soll. Ziel ist es, Menschen für die Region zu begeistern und Zuzug sowie Rückkehr zu fördern.
Die Initiative soll die Kräfte von Wirtschaft und Politik bündeln, um die Region sichtbarer zu machen und die Lebensqualität zu steigern. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die Region als Standort für Unternehmen und Fachkräfte gestärkt werden soll.
Zusammenfassung: Die Initiative „anhalt+“ zielt darauf ab, die Region Anhalt-Dessau-Wittenberg als attraktiven Lebens- und Arbeitsraum zu positionieren und den Zuzug zu fördern.
Kritik an Teilzeit-Vorstoß – „Würde der deutschen Wirtschaft großen Schaden zufügen“
Der Vorschlag des Wirtschaftsflügels der CDU, den Rechtsanspruch auf Teilzeit einzuschränken, stößt auf heftige Kritik. Ökonomen und Politiker warnen, dass eine solche Maßnahme der deutschen Wirtschaft erheblichen Schaden zufügen würde. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratzscher, äußert, dass viele Beschäftigte in Vollzeit eine reduzierte Arbeitszeit wünschen.
Die Teilzeitquote in Deutschland hat im dritten Quartal 2025 einen Rekordwert von 40,1 Prozent erreicht. Kritiker befürchten, dass eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit vor allem Frauen aus dem Job drängen und die Einkommensungleichheit verschärfen könnte.
„Eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit würde vielen Unternehmen und der deutschen Wirtschaft großen Schaden zufügen.“ – Marcel Fratzscher
Zusammenfassung: Der Vorschlag zur Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit wird von Experten als schädlich für die deutsche Wirtschaft angesehen, insbesondere in Anbetracht der hohen Teilzeitquote von 40,1 Prozent.
Digitaler Euro: EZB erklärt Vorteile und Herausforderungen
Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Vorteile und Herausforderungen des digitalen Euro erläutert. EZB-Direktor Piero Cipollone betont, dass der digitale Euro eine unkomplizierte Zahlungsmethode darstellt, die überall im Euro-Raum genutzt werden kann. Händler, die digitale Zahlungen akzeptieren, werden verpflichtet sein, auch den digitalen Euro anzunehmen.
Ein zentrales Argument für den digitalen Euro ist die Reduzierung der Abhängigkeit von US-Zahlungsanbietern. Kritiker befürchten jedoch, dass der digitale Euro Bargeld verdrängen und zu einer staatlichen Überwachung führen könnte. Cipollone stellt klar, dass niemand gezwungen wird, den digitalen Euro zu nutzen, und dass Bargeld weiterhin verfügbar bleibt.
„Niemand wird gezwungen, den digitalen Euro zu nutzen.“ – Piero Cipollone
Zusammenfassung: Die EZB hebt die Vorteile des digitalen Euro hervor, während Bedenken hinsichtlich der Überwachung und der Verdrängung von Bargeld geäußert werden. Der digitale Euro soll eine zusätzliche Option im Zahlungsverkehr bieten.
Einschätzung der Redaktion
Die aktuellen Entwicklungen in Deutschland, insbesondere der Anstieg ausländischer Investitionen, sind ein positives Signal für die wirtschaftliche Stabilität des Landes. In einem globalen Umfeld, das von Unsicherheiten geprägt ist, zeigt sich, dass Deutschland als Standort an Attraktivität gewinnt. Die Verdopplung der ausländischen Direktinvestitionen auf 96 Milliarden Euro im Jahr 2025 unterstreicht die Bedeutung von Rechtssicherheit und Kalkulierbarkeit, wie von Jürgen Matthes hervorgehoben. Dies könnte langfristig zu einer Stärkung der deutschen Wirtschaft führen und das Vertrauen in den Standort Deutschland festigen.
Die Warnungen von Moritz Schularick bezüglich der Verlässlichkeit der USA als Partner sind ebenfalls von Bedeutung. Die sinkenden Ausgaben für Entwicklungshilfe könnten die geopolitische Stabilität gefährden und die Position Deutschlands in internationalen Beziehungen schwächen. Eine strategische Neuausrichtung in der Entwicklungspolitik könnte notwendig sein, um zukünftige Herausforderungen besser zu bewältigen.
Die Initiative „anhalt+“ zur Förderung der Region Anhalt-Dessau-Wittenberg ist ein weiterer Schritt in die richtige Richtung, um regionale Attraktivität zu steigern und Fachkräfte anzuziehen. Solche regionalen Initiativen sind entscheidend, um dem demografischen Wandel entgegenzuwirken und die wirtschaftliche Basis zu stärken.
Die Diskussion um den Teilzeit-Vorstoß der CDU zeigt, wie sensibel das Thema Arbeitszeitregelungen ist. Eine Einschränkung des Rechtsanspruchs auf Teilzeit könnte nicht nur die Gleichstellung der Geschlechter gefährden, sondern auch die wirtschaftliche Flexibilität der Unternehmen beeinträchtigen. Die hohe Teilzeitquote von 40,1 Prozent spricht dafür, dass viele Beschäftigte diese Arbeitsform wünschen, was eine Berücksichtigung der Bedürfnisse der Arbeitnehmer erfordert.
Schließlich ist die Einführung des digitalen Euro ein bedeutender Schritt in der digitalen Transformation des Zahlungsverkehrs. Die EZB hebt die Vorteile hervor, während gleichzeitig Bedenken hinsichtlich der Überwachung und der Verdrängung von Bargeld bestehen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Akzeptanz des digitalen Euro entwickeln wird und welche Auswirkungen dies auf die Zahlungsgewohnheiten der Bürger haben könnte.
Insgesamt zeigen die aktuellen Entwicklungen, dass Deutschland vor wichtigen Herausforderungen steht, aber auch Chancen nutzen kann, um seine wirtschaftliche Position zu festigen und auszubauen.
Quellen:
- Konjunktur: Standort mit Gewähr – Milliarden fließen nach Deutschland
- IfW-Präsident Moritz Schularick sieht USA nicht mehr als verlässlichen Partner
- „Nicht alles neu erfinden“- Wirtschaft und Politik wollen Kräfte für Initiative „anhalt+" bündeln
- Alle Artikel in „Wirtschaft“ vom 25.01.2026
- Vorschlag aus der CDU: Kritik an Teilzeit-Vorstoß – „Würde der Wirtschaft großen Schaden zufügen“
- Digitaler Euro: EZB erklärt Vorteile und Herausforderungen













