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Wie gelingt es, Innenstädte in Hessen wiederzubeleben, warum sind ausländische Arbeitskräfte für Europas Wirtschaft unverzichtbar und welche Herausforderungen prägen aktuell die Konjunktur in Deutschland und Russland? Der Pressespiegel liefert einen kompakten Überblick über zentrale wirtschaftliche Entwicklungen, von lokalen Initiativen wie „Heimat Shoppen“ bis hin zu globalen Trends und politischen Weichenstellungen.
„Heimat Shoppen“: Aktionen zur Belebung der Innenstädte in Hessen
Mit gezielten Aktionen, besonderen Angeboten und einer Tour durch zahlreiche Städte wollen die hessischen Industrie- und Handelskammern in diesem Jahr erneut das Einkaufen vor Ort stärken. Die Kampagne „Heimat Shoppen“ hebt die Rolle von Handel, Gastronomie und Dienstleistungen für attraktive Innenstädte hervor. Höhepunkt sind die Aktionstage am 12. und 13. September. In einigen Städten hat die Kampagne bereits begonnen, in anderen steht sie unmittelbar bevor. In Frankfurt stellt die IHK ihr Programm am 25. August vor.
Amir Nimer von der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern betont, dass „Heimat Shoppen“ neben der unmittelbaren Belebung vor allem auf den PR-Effekt für den lokalen Einzelhandel und die Gastronomie abzielt. Dort läuft die Aktion seit 2021, im vergangenen Jahr beteiligten sich 22 Kommunen. Auch die IHK Kassel-Marburg, die seit 2017 dabei ist, berichtet von hoher Resonanz und spürbar belebten Innenstädten, wie Sprecher Thomas Rudolff erklärt.
- Aktionstage am 12. und 13. September
- Bereits 22 Kommunen in Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern beteiligt (2023)
- Positive Effekte auf Einzelhandel und Gastronomie
Infobox: Die Kampagne „Heimat Shoppen“ setzt auf lokale Aktionen, um die Innenstädte Hessens zu beleben und die Bedeutung des stationären Handels hervorzuheben. (Quelle: SZ.de)
EZB: Ausländische Arbeitskräfte stützen die Wirtschaft
Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank, hebt den positiven Einfluss ausländischer Arbeitskräfte auf die deutsche und europäische Wirtschaft hervor. Ohne deren Beitrag wäre das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland um etwa sechs Prozent niedriger als 2019. Auch das starke Wachstum der spanischen Wirtschaft nach der Pandemie sei größtenteils dem Beitrag ausländischer Arbeitskräfte zu verdanken.
Lagarde betont, dass Migration eine entscheidende Rolle bei der Linderung des Arbeitskräftemangels spielen kann. Dennoch werde die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter im Euroraum voraussichtlich weiter schrumpfen, selbst bei hoher Migration. Wirtschaftspolitische Zwänge könnten die Zuwanderung zudem zunehmend einschränken. Entscheidend sei, wie gut die Qualifikationen der Migranten mit den freien Stellen in Schlüsselsektoren zusammenpassten.
| Fakt | Wert |
|---|---|
| BIP-Verlust ohne ausländische Arbeitskräfte (Deutschland) | 6 % (gegenüber 2019) |
Infobox: Ausländische Arbeitskräfte sind laut EZB für das Wirtschaftswachstum in Deutschland und Europa unverzichtbar, können aber den demografischen Wandel nicht vollständig ausgleichen. (Quelle: DIE ZEIT)
Russische Zentralbank fordert „Atempause“ für die Wirtschaft
Die russische Wirtschaft hat laut Andrei Gangan, Direktor der geldpolitischen Abteilung der russischen Zentralbank, alle verfügbaren Produktionskapazitäten, Logistik- und Infrastrukturressourcen ausgeschöpft und die Humanressourcen nahezu vollständig aufgebraucht. Gangan fordert eine Pause und eine Überarbeitung der Ansätze zur Steigerung der Arbeitsproduktivität. Andernfalls werde jeder Lohnzuwachs von der Inflation aufgezehrt.
Für das Jahr 2025 erwartet die Zentralbank ein BIP-Wachstum von 1–2 Prozent. Die Frühjahrsprognose des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung lag mit plus 2,5 Prozent etwas höher. Der Geschäftsklima-Indikator, der auf monatlichen Befragungen von etwa 15.000 Unternehmen basiert, blieb im Juli im positiven Bereich. Ende Juli senkte die Zentralbank den Leitzins von 20 Prozent auf 18 Prozent pro Jahr und plant, die straffe Geldpolitik beizubehalten, um die Inflation bis 2026 auf das Zielniveau zu bringen.
| Prognose | Wert |
|---|---|
| BIP-Wachstum 2025 | 1–2 % |
| Frühjahrsprognose Ministerium | +2,5 % |
| Leitzins (Ende Juli) | 18 % (vorher 20 %) |
Infobox: Die russische Zentralbank sieht die Wirtschaft am Limit und setzt auf eine straffe Geldpolitik, um Inflation und Einkommenswachstum im Gleichgewicht zu halten. (Quelle: russland.CAPITAL)
Russland: Versteckte Arbeitslosigkeit trotz Rekordtief
Russlands Arbeitslosigkeit befindet sich auf einem historischen Tiefstand. Die Zahl der registrierten Arbeitslosen stieg von 274.000 im Januar auf 300.000 im August, die offizielle Arbeitslosenquote liegt bei 2,2 Prozent. Dennoch spricht Wirtschaftsminister Maxim Reschetnikow von einer „anomal entwickelten“ Situation. Viele Unternehmen klagen über Personalmangel, verursacht durch geburtenschwache Jahrgänge, Auswanderung und den Ukraine-Krieg. Seit der Mobilmachung 2022 verließen laut Forbes bis zu eine Million Menschen das Land, Schätzungen des Demografen Alexej Rakscha gehen von 700.000 aus.
Gleichzeitig wächst die Zahl der Beschäftigten, die offiziell weiter Lohn beziehen, aber nicht arbeiten – eine Form der „versteckten Arbeitslosigkeit“. Die Zahl der Betroffenen stieg von 98.000 Anfang 2025 auf 153.000 Ende Juni und erreichte am 8. August bereits 199.000. Präsident Putin forderte Gegenmaßnahmen, um eine „übermäßige Abkühlung der Wirtschaft“ zu verhindern. Zudem ziehen sich Investitionen aus dem privaten Sektor zurück und fließen in staatlich geförderte Industrien.
| Monat/Jahr | Versteckt Arbeitslose | Registrierte Arbeitslose | Arbeitslosenquote |
|---|---|---|---|
| Januar 2025 | 98.000 | 274.000 | 2,2 % |
| Ende Juni 2025 | 153.000 | – | – |
| 8. August 2025 | 199.000 | 300.000 | 2,2 % |
Infobox: Trotz niedriger Arbeitslosigkeit wächst in Russland die versteckte Arbeitslosigkeit, während der Arbeitskräftemangel und Investitionsverschiebungen die Wirtschaft belasten. (Quelle: Merkur)
Deutsche Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der deutschen Wirtschaft sank im zweiten Quartal 2025 um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Zunächst war ein Rückgang um 0,1 Prozent berechnet worden. Während sowohl der private als auch der staatliche Konsum zulegten, gingen die Investitionen in Bauten, Maschinen und Fahrzeuge deutlich zurück. Auch vom Außenhandel blieben positive Impulse aus, was vor allem auf die erratische Handelspolitik der USA zurückgeführt wird.
Die Kassenlage des deutschen Staates hat sich verbessert: Im ersten Halbjahr 2025 lag das Defizit von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung bei 1,3 Prozent der Wirtschaftsleistung. Im zweiten Quartal mussten viele Unternehmen Umsatzeinbußen im Geschäft mit den USA und China hinnehmen, nachdem seit dem 7. August für die meisten Importe aus der EU in die USA Zölle von 15 Prozent gelten.
| Zeitraum | BIP-Veränderung | Defizit (in % der Wirtschaftsleistung) | Zölle auf EU-Importe in die USA |
|---|---|---|---|
| Q2 2025 | -0,3 % | 1,3 % | 15 % (ab 7. August) |
Infobox: Die deutsche Wirtschaft verzeichnete im zweiten Quartal 2025 einen stärkeren Rückgang als erwartet, belastet durch Investitionsrückgänge und neue US-Zölle. (Quelle: Berliner Morgenpost)
Kommentar: Neuer Tiefpunkt für die deutsche Wirtschaft
Die deutsche Wirtschaft schrumpfte im zweiten Quartal 2025 um 0,3 Prozent – stärker als zunächst berechnet. Das Statistische Bundesamt musste seine ursprünglichen Berechnungen von minus 0,1 Prozent nach unten korrigieren. Besonders das Geschäft in der Industrie und im Export lief schlechter als erwartet. Solche Korrekturen der Wiesbadener Behörde sind selten und unterstreichen die aktuelle Wachstumsschwäche.
Der Kommentar hebt hervor, dass kurzfristige Maßnahmen wie Managertreffen im Kanzleramt nicht ausreichen, um die Konjunktur in Schwung zu bringen. Es wird ein dringender Stimmungsumschwung gefordert, um die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
- BIP-Rückgang im Q2 2025: -0,3 %
- Industrie und Export besonders betroffen
- Statistisches Bundesamt korrigiert Zahlen selten nach unten
Infobox: Die deutsche Wirtschaft befindet sich laut Kommentar auf einem neuen Tiefpunkt und benötigt dringend einen Stimmungsumschwung, um die Wachstumsschwäche zu überwinden. (Quelle: SZ.de)
Einschätzung der Redaktion
Die Initiative „Heimat Shoppen“ ist ein wichtiger Impuls, um die Attraktivität und Vitalität der Innenstädte in Hessen zu stärken. Solche Aktionen fördern nicht nur die lokale Wirtschaft, sondern tragen auch zur Identifikation der Bevölkerung mit ihrem Wohnort bei. Die gezielte Einbindung von Handel, Gastronomie und Dienstleistungen kann nachhaltige Effekte erzielen, wenn sie von einer langfristigen Strategie begleitet wird. Entscheidend bleibt, dass die Kampagne über kurzfristige PR-Effekte hinausgeht und strukturelle Herausforderungen wie Leerstand, Digitalisierung und verändertes Konsumverhalten adressiert. Die hohe Beteiligung und positive Resonanz zeigen, dass lokale Initiativen ein wirksames Mittel gegen die Erosion der Innenstädte sein können.
- Lokale Aktionen stärken die Bindung an den stationären Handel.
- Langfristige Strategien sind notwendig, um nachhaltige Effekte zu erzielen.
- Die hohe Beteiligung spricht für die Relevanz des Themas in Hessen.
Quellen:
- „Heimat Shoppen“ soll Leben in Hessens Innenstädte bringen
- Europäische Zentralbank: Wirtschaft profitiert Lagarde zufolge von ausländischen Arbeitskräften
- Zentralbank bittet um „Atempause” die russische Wirtschaft
- Nächster Tiefschlag für Russlands Wirtschaft: „anomal entwickelte“ Lage aufgedeckt
- BIP sinkt deutlich: Deutsche Wirtschaft schrumpft stärker als erwartet
- Kommentar: Neuer Tiefpunkt für die deutsche Wirtschaft, es braucht dringend einen Stimmungsumschwung













