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    Wirtschaft im Wandel: Globale Netzwerke, Energiepreise und Fachkräftemangel

    KI-generiert
    04.10.2026 33 mal gelesen 1 Kommentare

    Von Manchester Citys globalem Abu-Dhabi-Netzwerk über steigende Energie- und Investitionsrisiken bis zum Fachkräftemangel: Der Pressespiegel zeigt, wie eng wirtschaftliche Entscheidungen mit Politik, Geopolitik und regionaler Entwicklung verknüpft sind. Zudem geht es um den Strukturwandel im Handwerk, strengere Regeln für ausländische Übernahmen und die Zukunft der Arbeitskräftegewinnung in Sachsen.

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    Manchester City als Teil eines weit verzweigten Wirtschafts- und Politikgeflechts

    Hinter dem englischen Fußballklub Manchester City steht laut n-tv.de ein eng verflochtenes Netzwerk aus Fußballvereinen, staatlichen Unternehmen, Investitionsfonds und politischen Entscheidungsträgern aus Abu Dhabi. Anlass der Analyse ist das Urteil einer unabhängigen Kommission, wonach Manchester City zwischen 2009 und 2018 gegen die finanziellen Regeln der britischen Premier League verstoßen habe.

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    Der Klub soll in diesem Zeitraum regelwidrig mehr als eine Milliarde Euro aus Abu Dhabi erhalten haben. Diese Zahlungen seien unter anderem als reguläre Einnahmen aus Werbeverträgen mit emiratischen Unternehmen verbucht worden; zudem seien Kosten falsch ausgewiesen worden. Der Geschäftsführer der Premier League, Richard Masters, sprach von einem Klub, der „fast ein Jahrzehnt lang systematisch gegen die Regeln der Premier League verstoßen“ habe.

    Ökonomisch betrachtet sei Manchester City jedoch nur der sichtbarste Teil eines deutlich größeren Komplexes. Der Verein gehört zur City Football Group, die nach eigenen Angaben an zwölf Klubs weltweit beteiligt ist. Dazu zählen neben Manchester City unter anderem der spanische Girona FC, Zweitligaklubs in Belgien, Frankreich und Italien sowie der New York City FC, an dem die Gruppe die Mehrheit hält. Weitere Beteiligungen bestehen in Südamerika, Australien, Japan und China.

    Die Vereine nutzen ein gemeinsames Netzwerk zur Talentsichtung, und Spieler wechseln regelmäßig zwischen den Klubs. Den Unternehmenswert der City Football Group beziffert sie nach Angaben von n-tv.de mittlerweile auf rund zehn Milliarden Dollar.

    Bis 2015 gehörte die Gruppe vollständig Scheich Mansour bin Zayid Al Nahyan. Der Vize-Premier der Vereinigten Arabischen Emirate ist der Halbbruder des regierenden Kronprinzen. Heute hält er noch vier Fünftel der City Football Group, während ein gutes Sechstel dem US-Investor Silver Lake gehört. An Silver Lake ist wiederum der emiratische Investitionsfonds Mubadala beteiligt.

    Eine zentrale Rolle im Netzwerk spielt Khaldoon al-Mubarak. Der 51 Jahre alte, in Abu Dhabi geborene und in Boston ausgebildete Manager ist Vereinschef von Manchester City und Vorsitzender des Führungsgremiums der City Football Group. Zugleich leitet er Mubadala, steht einer großen emiratischen Bank sowie den staatlichen Aluminium- und Nuklearunternehmen vor und sitzt im Verwaltungsrat eines staatlichen Ölkonzerns und der in Abu Dhabi ansässigen KI-Firma G42.

    Al-Mubarak bekleidet außerdem mehrere Spitzenämter in der Regierung Abu Dhabis. Auch weitere Funktionäre der City Football Group sind mit politischen Institutionen des Emirats verbunden. Die Executive Affairs Authority, eines der zentralen Regierungsorgane Abu Dhabis, wird von Al-Mubarak geleitet; CFG-Funktionär Abdullah Khoury ist dort Direktor für Regierungsangelegenheiten, während CFG-Verwaltungsratsmitglied Simon Pearce die Behörde berät.

    Die wirtschaftliche Größenordnung des Emirats relativiert die mutmaßlich regelwidrige Zahlung an Manchester City. Wirtschaftsforscher von SWF schätzen das von emiratischen Staatsfonds verwaltete Vermögen auf rund 1,7 Billiarden Dollar. Die über ein Jahrzehnt hinweg geflossene Milliarde Euro wirke vor diesem Hintergrund wie eine vergleichsweise kleine Investition.

    Das Netzwerk reicht zugleich tief in die Stadt Manchester hinein. Eine Verbindungsperson ist der New Yorker Anwalt Martin Edelman, der laut US-Medien ein wichtiger Berater des Kronprinzen Tahnoun bin Zayed al Nahyan ist. Edelman sitzt im Führungsgremium der City Football Group und führt außerdem den Vorsitz des Wohnungsbauprojekts Manchester Life, das Abu Dhabi 2014 gemeinsam mit der Stadt Manchester gründete.

    Im Rahmen von Manchester Life verpachtete die Stadt Scheich Mansour Brachflächen für 999 Jahre. Dessen Gesellschaften bereiteten das Land auf und errichteten dort Trainingskomplexe sowie eine große Konzerthalle. Aus Industriebrachen entstanden Gewerbe- und Wohnquartiere. Die Stadt bezifferte das Geschäft damals mit einer Milliarde Pfund.

    Eine Analyse der Universität Sheffield bewertete die Vorteile des Geschäfts jedoch als „asymmetrisch verteilt“. Die Stadt habe Land günstig an Institutionen abgegeben, „die am Ende Abu Dhabi gehören“. Die Forschenden konnten laut n-tv.de keine Einkünfte identifizieren, die die Stadt aus dem Projekt erzielt habe, obwohl sie teilweise die Risiken trage.

    Der frühere Bürgermeister von Manchester, Andy Burnham, erklärte der BBC anlässlich des Urteils, er sei über einen möglichen Verlust der emiratischen Eigentümer „wirklich besorgt“. Diese seien „ein enorm wichtiger Partner beim Aufbau des modernen Manchester“.

    Die wirtschaftlichen Beziehungen reichen über Manchester hinaus. Die Vereinigten Arabischen Emirate sind Großbritanniens wichtigster Handelspartner am Golf. Abu Dhabi erklärte im April, über den Fonds Mubadala seien Investitionen im Wert von mehr als 35 Milliarden Euro in Großbritannien geplant. Nach Angaben des Emirats entstanden im Rahmen der Zusammenarbeit beider Länder bereits rund 48.000 Arbeitsplätze.

    AspektAngabe aus der Quelle
    Zeitraum der Regelverstöße2009 bis 2018
    Mutmaßlich regelwidrig empfangener Betragmehr als eine Milliarde Euro
    Beteiligungen der City Football Groupzwölf Vereine weltweit
    Unternehmenswert der City Football Grouprund zehn Milliarden Dollar
    Anteil von Scheich Mansourvier Fünftel
    Verpachtung im Projekt Manchester Life999 Jahre
    Investitionsplanung von Mubadala in Großbritannienmehr als 35 Milliarden Euro
    Entstandene Arbeitsplätzerund 48.000

    Infobox: Manchester City ist laut n-tv.de nicht isoliert zu betrachten, sondern als Schaufenster eines Abu-Dhabi-Netzwerks aus zwölf Fußballvereinen, Staatsunternehmen, Investitionsfonds und politischen Verbindungen. Im Mittelpunkt stehen mutmaßlich regelwidrige Zahlungen von mehr als einer Milliarde Euro sowie weitreichende Immobilien- und Wirtschaftsprojekte in Manchester.

    Eberswalder Wurstwaren verlagern Schwerpunkt nach Zerbst

    Die Wurstmarke Eberswalder erhält in Zerbst einen neuen Schwerpunkt. Wie die Volksstimme berichtet, werden Eberswalder-Produkte bereits seit einiger Zeit am Standort der Anhalter Fleischwaren GmbH hergestellt; künftig soll die Produktion dort deutlich an Bedeutung gewinnen.

    Zerbst wird demnach zum Haupt-Produktionsstandort der Marke. Dies wurde bei der offiziellen Einführung der Marke am 3. Oktober von den Geschäftsführern betont. Die Entscheidung folgt auf die Schließung des Produktionsstandorts in Britz.

    Eberswalder gilt in den neuen Bundesländern einschließlich Berlin als die meistverkaufte Wurstmarke. In Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sei die Marke nahezu jedem bekannt.

    Mit der Verlagerung nach Zerbst verbindet sich damit nicht nur eine Veränderung des Produktionsstandorts, sondern auch eine Absicherung der weiteren Herstellung in der Region. Die Produktion in der Anhalter Fleischwaren GmbH soll künftig eine zentrale Rolle für die Marke übernehmen.

    Infobox: Zerbst wird laut Volksstimme zum Haupt-Produktionsstandort von Eberswalder. Die Marke ist nach Angaben der Quelle die meistverkaufte Wurstmarke der neuen Bundesländer einschließlich Berlin.

    Freigabe von G7-Reserven soll Spritpreise nur kurzfristig entlasten

    Die G7-Staaten wollen in den kommenden vier Monaten 100 Millionen Barrel Rohöl und Diesel aus ihren Reserven freigeben. Das entspricht 15,9 Milliarden Litern. Nach Einschätzung der Ökonomin Samina Sultan vom Institut der deutschen Wirtschaft dürfte die Maßnahme die Preise an den Tankstellen jedoch allenfalls für kurze Zeit senken.

    Sultan verglich die Freigabe mit dem Tankrabatt und bezeichnete sie als ein Pflaster, das kurzfristig Linderung verschaffen könne. Die grundlegende Problematik bleibe jedoch bestehen. Entscheidend sei außerdem, wie groß der Dieselanteil der freigegebenen Reserven tatsächlich ist, da dies aus der Mitteilung der G7 nicht hervorgehe.

    Hintergrund ist die Lage in der Straße von Hormus. Dort wird nach Angaben des Spiegel nicht nur der Ölexport eingeschränkt; auch wichtige Raffinerien sind vom Weltmarkt abgeschnitten. Für eine dauerhafte Normalisierung der Energiepreise sei deshalb eine Öffnung der Straße von Hormus erforderlich.

    Die britische Behörde für Sicherheit in der Schifffahrt, UKMTO, meldete erneut unter Beschuss geratene Tanker. Sultan warnte, dass die Reserve bei einer weiteren Eskalation und einem vollständigen Stillstand des Verkehrs in der Straße von Hormus „ein Tropfen auf den heißen Stein“ wäre.

    Zu den G7-Staaten gehören Deutschland, die USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan und Kanada. In die Entscheidung waren außerdem EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und die Internationale Energieagentur einbezogen. Die G7 kündigten an, in den kommenden Tagen zusätzlich über weitere Dieselfreigaben zu beraten.

    Unklar ist laut Spiegel, in welchem Umfang die 100 Millionen Barrel über die bereits im März beschlossene Freigabe hinausgehen. Damals hatte die Internationale Energieagentur eine Menge von bis zu 400 Millionen Barrel vorgeschlagen. Nach Angaben der IEA waren bisher 325 der 400 Millionen Barrel freigegeben worden, sodass aus dem März-Beschluss noch 75 Millionen Barrel offen wären.

    Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte, die Energieversorgung sei durch die Freigabe nicht gefährdet. Die 100 Millionen Barrel würden über vier Monate koordiniert über die IEA mobilisiert; eine erhebliche Dieselfreigabe sei bereits in den ersten 20 Tagen vorgesehen. Dabei bleibe jederzeit ausreichend Reserve zur Sicherung der Versorgung im System.

    Die Entscheidung steht auch im Zusammenhang mit dem politischen Druck aus den USA. US-Präsident Donald Trump hatte Europa zur Freigabe von Reserven aufgefordert und mit einem Exportstopp für Diesel aus den USA gedroht. Er wolle die hohen Spritpreise vor den Midtermwahlen in den USA Anfang November senken.

    Der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner kritisierte die Entscheidung scharf. Der Wahlkampf von Trump sei „kein Notfall“, die Freigabe sei eine „politische Dummheit“, und die EU mache sich „klein und schwach“.

    KennzahlAngabe aus der Quelle
    Freizugebende Menge100 Millionen Barrel
    Umgerechnete Menge15,9 Milliarden Liter
    Zeitraum der Freigabevier Monate
    Im März vorgeschlagene Gesamtmengebis zu 400 Millionen Barrel
    Bislang freigegebene Menge325 Millionen Barrel
    Noch offener Anteil des März-Beschlusses75 Millionen Barrel
    Geplante erhebliche Dieselfreigabein den ersten 20 Tagen

    Infobox: Die G7-Reserven könnten den Spritpreis nach Einschätzung der Expertin Samina Sultan nur vorübergehend dämpfen. Für eine nachhaltige Entlastung sei entscheidend, ob sich die Lage in der Straße von Hormus normalisiert.

    Weniger Metzgereien in Sachsen und viele offene Ausbildungsstellen

    In Sachsen gibt es deutlich weniger Metzgereien als vor zehn Jahren. Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, über die die Süddeutsche Zeitung berichtet, waren im Vorjahr 287 Betriebe mit dem Schwerpunkt Fleischverarbeitung registriert. Zehn Jahre zuvor waren es noch 438.

    Auch die Zahl der Fleischereien mit dem Schwerpunkt Verkauf ging zurück. Sie sank um ein Drittel auf 206 Betriebe. In den Berufen der Herstellung und im Verkauf von Fleisch waren im Vorjahr 6.338 Frauen und Männer beschäftigt. Das waren 1.577 Menschen weniger als zehn Jahre zuvor.

    Besonders angespannt ist die Lage auf dem Ausbildungsmarkt. Bis August wurden im Freistaat 89 Berufsausbildungsstellen für Fleischer gemeldet, davon waren noch 34 unbesetzt. Im Bereich der Fachverkäuferin beziehungsweise des Fachverkäufers in der Fleischerei blieben von 209 Lehrstellen noch 81 unbesetzt.

    Lars Bubnick, Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das sächsische Fleischerhandwerk, bestätigte den Rückgang der Betriebe. Daraus folge jedoch nicht, dass das Fleischerhandwerk aussterbe.

    „Das heißt aber nicht, dass das Fleischerhandwerk ausstirbt.“

    Als wesentliche Gründe für Betriebsaufgaben nannte Bubnick fehlende Nachfolgerinnen und Nachfolger sowie den zunehmenden Mangel an Arbeitskräften. Hinzu kämen steigende Kosten, die insbesondere seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs zu einer zusätzlichen Belastung geworden seien.

    Nach Angaben des Innungsverbandes waren unter anderem die Preise für Rindfleisch so hoch wie noch nie. Die größte Herausforderung sei die personelle Situation in den Betrieben, die mit den derzeit steigenden Kosten verbunden sei.

    Eine weitere Belastung besteht laut Bubnick darin, dass kleinere Fleischereibetriebe nicht vom Industriestrompreis profitieren. Dieser komme nur industriellen Betrieben zugute. Unter diesen Bedingungen sei es schwierig, gewinnbringend zu arbeiten.

    Der Fleischkonsum pro Kopf in Deutschland sei zuletzt wieder auf knapp 55 Kilogramm gestiegen. Damit steht dem Rückgang der Betriebe eine weiterhin vorhandene Nachfrage gegenüber.

    KennzahlAngabe aus der Quelle
    Betriebe mit Schwerpunkt Fleischverarbeitung im Vorjahr287
    Betriebe mit Schwerpunkt Fleischverarbeitung zehn Jahre zuvor438
    Fleischereien mit Schwerpunkt Verkauf206
    Beschäftigte im Vorjahr6.338
    Rückgang der Beschäftigten gegenüber vor zehn Jahren1.577
    Gemeldete Ausbildungsstellen für Fleischer89
    Davon unbesetzt34
    Gemeldete Lehrstellen im Verkauf209
    Davon unbesetzt81
    Fleischkonsum pro Kopfknapp 55 Kilogramm

    Infobox: Sachsen verlor innerhalb von zehn Jahren zahlreiche Metzgereien und 1.577 Beschäftigte in Herstellung und Verkauf. Fehlende Nachfolger, Arbeitskräftemangel und steigende Kosten belasten die Branche, während zugleich viele Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben.

    Reiche plant strengere Prüfung ausländischer Übernahmen

    Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche will ausländische Übernahmen in Deutschland künftig strenger prüfen. Im Mittelpunkt steht nach Darstellung von heise online insbesondere der Einfluss Chinas, wobei der Gesetzentwurf ausdrücklich allgemein auf Staaten mit autoritären Strukturen und Risiken für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit zielt.

    Der Entwurf für ein Investitionsprüfgesetz soll bestehende Regeln bündeln und verschärfen. Die Begründung des Ministeriums lautet, die geopolitische Sicherheitslage und die Risiken für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit in Deutschland hätten sich erheblich verschärft.

    In sicherheitsrelevanten Sektoren soll eine Prüfung bei börsennotierten Unternehmen künftig bereits ab einem Einstieg von 15 Prozent greifen. Bisher liegt die genannte Schwelle bei 20 Prozent. Hintergrund ist, dass bei Hauptversammlungen mit geringer Aktionärspräsenz bereits kleinere Beteiligungen zu einer faktischen Sperrminorität führen können.

    Eine weitere Neuerung betrifft Komplettübernahmen. Künftig soll das Ministerium auch dann prüfen, wenn ein Investor seinen Anteil von mehr als 75 Prozent auf 100 Prozent erhöht. Dadurch könnten Vetorechte anderer Anteilseigner wegfallen.

    Investoren aus EFTA-Staaten sollen künftig wie Käufer aus China oder den USA geprüft werden. Dazu zählen die Schweiz, Island, Liechtenstein und Norwegen. Das europäische Recht lasse die bisherige Sonderregel laut dem Bericht nicht mehr zu.

    Außerdem sollen Verfahren beschleunigt werden. Untersagungen sollen ohne Kabinettsbeschluss möglich sein, wenn sich die beteiligten Ministerien einig sind. Die Vorprüfungsfrist soll auf 45 Tage verkürzt werden.

    In der Ressortabstimmung wird laut heise online zudem diskutiert, bei besonders sensiblen Bereichen künftig auch Investoren aus der EU zu prüfen. Dies wäre ein Novum.

    • Prüfung in sicherheitsrelevanten Sektoren ab 15 Prozent statt 20 Prozent.
    • Prüfung bei einer Aufstockung von mehr als 75 Prozent auf 100 Prozent.
    • Gleichstellung von Investoren aus EFTA-Staaten.
    • Verkürzung der Vorprüfungsfrist auf 45 Tage.
    • Mögliche Prüfung auch von Investoren aus der EU bei kritischer Infrastruktur.

    Der Fall des Hamburger Hafens gilt als Beispiel für die politische Sensibilität ausländischer Beteiligungen. Die chinesische Staatsreederei Cosco sicherte sich 2023 ein Viertel der Anteile am Containerterminal des Hafenbetreibers HHLA. Das Kabinett entschied sich für eine Teiluntersagung und begrenzte den Anteil auf 24,99 Prozent, also knapp unterhalb der Schwelle für gesellschaftsrechtliche Vetorechte.

    Gleichzeitig genehmigte das Bundeswirtschaftsministerium im Juni nach einem Investitionsprüfverfahren die Übernahme des Elektronikhändlers Ceconomy durch den chinesischen E-Commerce-Konzern JD.com. Die Freigabe erfolgte unter dem Vorbehalt der Datensicherheit und einer Kontrollbefugnis der Bundesregierung. Im August kündigte die EU eine eingehendere Untersuchung an.

    Deutschland verfügt bereits über Regelungen zur Kontrolle ausländischer Investitionen. Die Außenwirtschaftsverordnung regelt seit 2009 Beteiligungen von Investoren außerhalb der EU. Bei kritischer Infrastruktur oder Rüstung greift die Prüfung ab 10 Prozent, bei anderen sicherheitsrelevanten Sektoren ab 20 Prozent und in übrigen Bereichen ab 25 Prozent.

    Eine deutliche Verschärfung erfolgte nach der Übernahme des Augsburger Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Investor Midea im Jahr 2016. Der Kaufpreis betrug 4,5 Milliarden Euro. Die Übernahme löste in Berlin eine Debatte über den Ausverkauf deutscher Spitzentechnologie aus.

    Nach einer 2025 aktualisierten Analyse des Branchenportals Die Deutsche Wirtschaft befinden sich 264 deutsche Unternehmen in chinesischer Hand. Im Länderranking entspricht dies Platz 10. Gemessen am kumulierten Umsatz von rund 55 Milliarden Euro belegt China Rang 9.

    Zum Vergleich: Deutsche Unternehmen in US-amerikanischem Besitz kommen zusammen auf 333 Milliarden Euro. 77 Prozent der chinesisch kontrollierten Firmen gehören zur Industrie. Zu den genannten Schwerpunkten zählen 36 Automobilzulieferer und 28 Unternehmen des Maschinenbaus.

    Zu den Beispielen gehören Linde Material Handling, das zum mehrheitlich vom chinesischen Weichai-Power-Konzern kontrollierten Kion-Konzern gehört, sowie der Nürnberger Automobilzulieferer LEONI, der an Luxshare Precision Industry ging. Weitere Beispiele sind Grammer, Preh und SEG Automotive.

    Auch Medion, Pirelli Deutschland, Putzmeister, Kiekert und ista werden im Bericht genannt. 2023 übernahm Huadong Medicine eine strategische Beteiligung an der Heidelberg Pharma AG. Ams Osram verkaufte sein Digitalgeschäft an Inventronics in Hangzhou.

    Zu den jüngeren Beteiligungen zählt der fränkische Sportartikelhersteller Puma. Im Januar veräußerte die französische Pinault-Familie 29 Prozent der Anteile für 1,5 Milliarden Euro an Anta Sports aus Fujian.

    Eine Analyse des ARD-Magazins Plusminus untersuchte im Juni 2026 rund 50 deutsche Unternehmen mit chinesischen Mehrheitseignern. Fünf Jahre nach dem Einstieg lagen die Umsätze im Schnitt sechs Prozent über dem Niveau des Übernahmejahres. Die Beschäftigtenzahlen erholten sich nach einem Corona-Einbruch wieder.

    „Keine Hinweise auf einen systematischen Ausverkauf“

    So bewertete DIW-Ökonom Martin Gornig die Ergebnisse. Rund 70 Prozent der befragten Firmen berichteten zwar von Know-how-Transfer nach China; mehr als die Hälfte gab zugleich an, selbst von chinesischem Wissen profitiert zu haben.

    Die Eigentumsverhältnisse deutscher börsennotierter Unternehmen zeigen außerdem, dass der größte ausländische Einfluss nicht aus China kommt. Eine EY-Analyse von 2025 ergab, dass 52,6 Prozent der DAX-Aktien in ausländischen Händen liegen. Deutsche Anleger hielten 33,1 Prozent.

    Bei 24 der 40 DAX-Konzerne stellen Ausländer die Mehrheit der Aktionäre. Nordamerikanische Anleger steigerten ihren Anteil seit 2010 von 17,1 auf 25,4 Prozent, während europäische Investoren von 25,7 auf 22,9 Prozent zurückfielen.

    Von den 54 Milliarden Euro Dividenden, die DAX-Konzerne für das vergangene Geschäftsjahr ausschütten, fließen mindestens 26,9 Milliarden Euro ins Ausland. An deutsche Aktionäre gehen 21,7 Milliarden Euro, drei Prozent weniger als im Vorjahr.

    Der Fall des Berliner Energiesoftware-Anbieters PSI zeigt laut heise online, dass auch Übernahmen durch US-Investoren sicherheitspolitisch geprüft werden können. Ende Juni 2026 genehmigte das Ministerium die Mehrheitsübernahme durch den US-Finanzinvestor Warburg Pincus, allerdings unter nicht veröffentlichten Auflagen.

    PSI gilt als „SAP der Energiebranche“. Branchenangaben zufolge nutzen rund 90 Prozent aller großen und mittleren Strom- und Gasnetzbetreiber in Deutschland die Software. In der Branche bestanden deshalb erhebliche Sicherheitsbedenken hinsichtlich eines möglichen Zugriffs von US-Behörden.

    Der Grünen-Politiker Michael Kellner bezeichnete die Auflagen als Beleg dafür, dass die Politik bei US-Investitionen in kritische Infrastrukturen sensibler geworden sei. Ob das geplante Gesetz ausländische Einflüsse tatsächlich unabhängig von ihrer Herkunft gleich behandelt, bleibt laut Quelle offen. Der Entwurf war zum Zeitpunkt des Berichts noch nicht zwischen den Ressorts abgestimmt.

    KennzahlAngabe aus der Quelle
    Neue Prüfschwelle in sicherheitsrelevanten Sektoren15 Prozent
    Bisher genannte Prüfschwelle20 Prozent
    Vorprüfungsfrist45 Tage
    Bestehende Prüfschwelle bei kritischer Infrastruktur oder Rüstung10 Prozent
    Chinesisch kontrollierte deutsche Unternehmen264
    Kumulierte Umsätze dieser Unternehmenrund 55 Milliarden Euro
    Deutsche Unternehmen in US-Besitz333 Milliarden Euro Umsatz
    Anteil chinesisch kontrollierter Industrieunternehmen77 Prozent
    Automobilzulieferer36 Unternehmen
    Maschinenbauunternehmen28 Unternehmen
    Übernahmepreis von Kuka4,5 Milliarden Euro
    Anteil ausländischer DAX-Aktionäre52,6 Prozent
    Anteil deutscher DAX-Anleger33,1 Prozent
    DAX-Konzerne mit ausländischer Aktionärsmehrheit24 von 40
    Dividenden der DAX-Konzerne54 Milliarden Euro
    Davon ins Auslandmindestens 26,9 Milliarden Euro
    Davon an deutsche Aktionäre21,7 Milliarden Euro

    Infobox: Der Gesetzentwurf von Katherina Reiche soll Investitionsprüfungen verschärfen und beschleunigen. Die vorliegenden Zahlen zeigen zugleich, dass der ausländische Einfluss auf deutsche Unternehmen insgesamt stärker aus Nordamerika als aus China kommt; offen bleibt, ob die neuen Regeln alle ausländischen Investoren gleich behandeln.

    Wirtschaft in Sachsen wirbt für verlässlichere Integration von Fachkräften

    Die Dresdner Unternehmerin Sylvia Pfefferkorn fordert mehr Verlässlichkeit bei der Integration ausländischer Fachkräfte. Im Gespräch mit der Sächsischen Zeitung erklärt sie, dass die deutsche Wirtschaft künftig nicht ohne Zuwanderung auskommen werde.

    Pfefferkorn kritisiert zugleich die Abschiebepolitik Sachsens. Nach ihrer Einschätzung gefährdet ein Vorgehen, das integrierte Arbeitskräfte wieder aus dem Land bringt, die wirtschaftliche Stabilität. Sie formuliert dies mit deutlichen Worten.

    „Dann würde die deutsche Wirtschaft kollabieren.“

    Im Mittelpunkt ihrer Forderungen stehen verlässliche Rahmenbedingungen für Menschen, die aus dem Ausland nach Sachsen kommen und dort als Fachkräfte arbeiten. Integration müsse aus ihrer Sicht langfristig planbar sein, damit Unternehmen Beschäftigte gewinnen und halten können.

    Die Aussagen ordnet die Sächsische Zeitung in die Debatte über Arbeitsmarkt, Migration und Wirtschaftspolitik ein. Dabei geht es insbesondere um die Folgen der Abschiebungspolitik für Betriebe und um die Frage, wie Sachsen seinen Bedarf an Arbeitskräften künftig decken kann.

    Infobox: Sylvia Pfefferkorn verbindet die wirtschaftliche Zukunft Sachsens mit Zuwanderung und einer verlässlichen Integration ausländischer Fachkräfte. Sie warnt, dass Abschiebungen die deutsche Wirtschaft erheblich belasten könnten.

    Einschätzung der Redaktion

    Die zentrale wirtschaftspolitische Herausforderung besteht darin, Zuwanderung nicht nur zu ermöglichen, sondern dauerhaft planbar zu machen. Unternehmen investieren in Einarbeitung, Qualifizierung und Integration – diese Investitionen verlieren ihren Wert, wenn Beschäftigte trotz beruflicher und gesellschaftlicher Einbindung kurzfristig abgeschoben werden.

    Eine verlässliche Regelung für bereits beschäftigte und integrierte Fachkräfte wäre daher kein Sondervorteil, sondern ein Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen, betrieblichem Wissen und wirtschaftlicher Stabilität. Entscheidend ist, rechtliche Verfahren schneller, transparenter und stärker an nachweisbarer Integration auszurichten.

    Zusammenfassung: Eine inkonsistente Abschiebepolitik verschärft den Fachkräftemangel und schwächt das Vertrauen von Unternehmen und Beschäftigten. Verlässlichkeit ist damit ein wesentlicher Standortfaktor.

    Quellen:

    Hinweis zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz auf dieser Webseite

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    Bei den vielen offenen Ausbildungsstellen im Fleischerhandwerk sieht man doch, dass Zuwanderung allein nicht reicht – die Betriebe brauchen auch bessere Arbeitsbedingungen und Planungssicherheit. Wenn gleichzeitig gut integrierte Fachkräfte abgeschoben werden, ist das wirklich völlig kontraproduktiv und am Ende zahlen die Unternehmen und Kunden drauf.

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