Inhaltsverzeichnis:
Die wirtschaftlichen Fronten verschieben sich: Während die US-Bilanz unter Donald Trump, Russlands Banken und die deutsche Erholung für Schlagzeilen sorgen, treffen geopolitische Konflikte, steigende Kreditausfälle und Reformdebatten auf neue Infrastrukturpläne. Der Pressespiegel zeigt, wo Chancen entstehen – und wo die Risiken wachsen.
US-Wirtschaft unter Trump: Hohe Kurse, hohe Preise und eine umstrittene Bilanz
Fast zwei Jahre nach Donald Trumps Amtsantritt zieht das ZDFheute-Format „WISO – Wirtschaft erklärt“ eine wirtschaftspolitische Bilanz. Während Trump selbst gern von einem „Golden Age“ spricht, sieht der Beitrag vielerorts eine andere Realität und stellt die Frage, ob der US-Präsident die Wirtschaft belastet.
Der Beitrag ordnet die wirtschaftlichen Folgen der Trump-Politik vor den Midterms ein. Im Mittelpunkt steht eine umfassende „Trump-Rechnung“ für die Wirtschaft, ohne dass im vorliegenden Inhalt konkrete zusätzliche Kennzahlen zu Kursen oder Preisen genannt werden.
„Golden Age“
Infobox: ZDFheute stellt Trumps wirtschaftliche Bilanz vor den Midterms infrage und kontrastiert dessen positive Selbstdarstellung mit einer vielerorts schwierigeren Realität.
Russische Banken warnen vor steigenden Kreditausfällen
Russlands Banken geraten nach Angaben von FOCUS online wegen hoher Zinsen und eines schwächelnden Wirtschaftswachstums zunehmend unter Druck. Die Sberbank warnt vor immer mehr faulen Krediten, weil Unternehmen ihre Schulden nicht begleichen.
Taras Skworzow, Finanzvorstand der staatlich kontrollierten Sberbank, beobachtet demnach seit Monaten mehr überfällige Kredite und eine Verschlechterung der finanziellen Lage von Firmenkunden. Betroffen seien unter anderem Wohnungsbauprojekte, der Einzelhandel, Gewerbeimmobilien und Online-Marktplätze.
„Seit einigen Monaten beobachten wir einen stetigen Trend zu mehr überfälligen Krediten und einer Verschlechterung der finanziellen Lage von Firmenkunden.“ – Taras Skworzow
Die Bank of Finland stellte fest, dass der durchschnittliche Anteil der notleidenden Unternehmenskredite im gesamten Sektor weiterhin unter vier Prozent liegt. Der Anteil der Problemkredite soll unter zwölf Prozent des gesamten Kreditvolumens an Unternehmen liegen.
Gleichzeitig wächst das Volumen der notleidenden Kredite: Zwischen Juni 2025 und Juni 2026 nahm es um 13 Prozent zu. Die Bank of Finland weist zudem darauf hin, dass restrukturierte Kredite nicht immer in den Gesamtzahlen der russischen Zentralbank enthalten sind.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Anteil notleidender Unternehmenskredite im gesamten Sektor | unter vier Prozent |
| Anteil der Problemkredite am Unternehmenskreditvolumen | unter zwölf Prozent |
| Anstieg des Volumens notleidender Kredite zwischen Juni 2025 und Juni 2026 | 13 Prozent |
| Problematischer Anteil am Unternehmenskreditportfolio der Credit Bank of Moscow | etwa 27 Prozent |
| Voraussichtlich ausfallende Schulden der Credit Bank of Moscow | acht Milliarden US-Dollar |
Bei einzelnen Banken fällt die Belastung deutlich höher aus als im Durchschnitt. FOCUS online berichtet unter Berufung auf Bloomberg, dass die Credit Bank of Moscow etwa 27 Prozent ihres Unternehmenskreditportfolios als problematisch einstuft; dabei geht es um Schulden in Höhe von acht Milliarden US-Dollar, die aller Vermutung nach nie zurückgezahlt werden.
Als Belastungsfaktoren nennt der Bericht außerdem westliche Sanktionen, die fehlende Anbindung vieler Banken an das globale SWIFT-Nachrichtennetzwerk, eingefrorene russische Vermögenswerte im Westen und nahezu zum Erliegen gekommene internationale Portfolioinvestitionen. Der Ukraine-Krieg habe zudem zur Entstehung eines Grundstocks an „toxischen Krediten“ beigetragen, weil Unternehmen aus der Kriegswirtschaft Kredite zu nicht marktgerechten Konditionen erhalten hätten.
„Angesichts der zunehmenden Unternehmensinsolvenzen ist es unwahrscheinlich, dass dieses Problem in absehbarer Zeit verschwinden wird.“ – Bank of Finland
Infobox: Russlands Banken verzeichnen mehr überfällige und notleidende Unternehmenskredite. Besonders einzelne Institute sind stark betroffen; FOCUS online nennt für die Credit Bank of Moscow problematische Kredite von etwa 27 Prozent des Unternehmenskreditportfolios und Schulden in Höhe von acht Milliarden US-Dollar.
Ökonomen fordern Ende der Steuervorteile für Firmenerben
Führende Ökonomen sprechen sich laut n-tv.de für eine Reform der Erbschaftsteuer und die Abschaffung der Privilegien bei der Vererbung von Unternehmen aus. In wenigen Tagen soll das Bundesverfassungsgericht über die Vorteile beraten, die Firmenerben gegenüber anderen Erben haben.
Der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, plädiert für deutlich niedrigere Steuersätze, die Abschaffung von Ausnahmen für Betriebsvermögen und selbst genutzte Immobilien sowie Stundungsregeln. Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, hält die geltenden Sonderregeln ebenfalls für nicht mehr zeitgemäß.
„Eine Reform sollte die Steuersätze deutlich senken, Ausnahmen für Betriebsvermögen und selbst genutzte Immobilien abschaffen sowie Stundungsregeln vorsehen.“ – Clemens Fuest
Die derzeitigen Ausnahmen sollen verhindern, dass Unternehmen im Erbfall wegen einer hohen Steuerlast aufgegeben werden müssen. Fratzscher fordert dennoch die Abschaffung aller Ausnahmen, insbesondere für große Vermögen. Zum Schutz der Unternehmen könnten die Zahlungen gestundet werden.
Fuest hält die Sorgen der Unternehmen für übertrieben. Eine Steuer mit niedrigem Satz im Bereich von zehn Prozent und großzügigen Stundungsregelungen sei aus seiner Sicht tragbar. Für selbst genutzte Immobilien sei eine Steuerfreiheit nur noch beim Ehepartner begründet, der bislang bereits in der Immobilie wohne.
In der Debatte geht es außerdem um die Verteilung der Steuerlast. Fuest kritisiert, dass derzeit vor allem mittelgroße Erbschaften mit der Erbschaftsteuer belastet würden, während viele große Erbschaften in Form von Betriebsvermögen nicht oder nur geringfügig belastet würden.
- Deutlich niedrigere Steuersätze
- Abschaffung von Ausnahmen für Betriebsvermögen
- Abschaffung von Ausnahmen für selbst genutzte Immobilien
- Großzügige Stundungsregelungen zum Schutz von Unternehmen
Infobox: Ifo-Präsident Clemens Fuest und DIW-Präsident Marcel Fratzscher fordern eine grundlegende Reform der Erbschaftsteuer. Im Mittelpunkt stehen die Abschaffung weitreichender Ausnahmen und die Möglichkeit, Steuerzahlungen zu stunden.
Sperrballons sollen russische Raffinerien vor Drohnen schützen
Die Frankfurter Rundschau berichtet über eine ungewöhnliche russische Abwehrtaktik gegen ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien und andere Energieanlagen. Vor wichtigen Anlagen tauchen demnach große Sperrballons auf, an deren Hüllen Kevlar-Kabel befestigt sind.
Die Kabel sollen Drohnenpropeller erfassen, die Fluggeräte zum Absturz bringen oder sie vom Ziel ablenken. Damit greift Russland auf ein Konzept aus dem Zweiten Weltkrieg zurück, als Sperrballons Städte und Häfen vor tieffliegenden Kampfbombern schützen sollten.
Heute sollen die Kevlar-Geflechte vor allem propellergetriebene Kamikaze-Drohnen abfangen. Drohnen, die höher ausweichen, könnten nach der Darstellung des Berichts leichter vom russischen Radar erfasst werden.
Der Hersteller sei laut russischen Medienberichten zur Massenproduktion bereit. Für den Schutz einer Anlage würden jedoch mindestens zehn Ballons benötigt. Auch der Rüstungskonzern Rostec entwickle Ballonsysteme als Relaisstationen für Funk und Kommunikation.
| Historischer beziehungsweise aktueller Einsatz | Beschreibung |
|---|---|
| 1939–1945 | Sperrballons zwangen Kampfflugzeuge zu größerer Höhe und erschwerten Tiefflüge. |
| Heute | Kevlar-Kabel sollen propellergetriebene Drohnen abfangen oder deren Steuerflächen beschädigen. |
| Benötigte Ballons pro geschützter Anlage | mindestens zehn |
Die Taktik hat laut Frankfurter Rundschau deutliche Grenzen. Moderne Drohnen wichen zunehmend auf Jettriebwerke aus, gegen die Halteseile wirkungslos blieben. Außerdem seien die Ballons windanfällig und selbst durch Splitterwirkung verwundbar.
Die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur sollen die wirtschaftliche Grundlage der Kriegsfinanzierung treffen. Wenn Raffinerien beschädigt werden, kann dies den militärischen Nachschub beeinträchtigen, das Angebot an Diesel und Rohöl verknappen, die Frachtmärkte beeinflussen und die Inflation an europäischen Zapfsäulen erhöhen.
In der Nacht zum 10. Oktober brannte laut dem Bericht unter anderem das Öl-Verladeterminal Yug Rusi in Rostow am Don. Dort werden Petroleumprodukte der Nowoschachtinsk-Raffinerie für den Export abgewickelt. Russische Behörden bestätigten den Brand, machten aber keine Angaben zum genauen Ausmaß der Schäden.
Nach Angaben des Analysehauses Energy Aspects verarbeitete Russlands Raffinerieindustrie im August täglich 3,8 Millionen Barrel Öl. Im Vorjahresmonat waren es 5,0 Millionen Barrel.
| Raffinerieindustrie | Verarbeitungsmenge |
|---|---|
| August | 3,8 Millionen Barrel Öl täglich |
| Vorjahresmonat | 5,0 Millionen Barrel Öl täglich |
Zusätzliche Bedeutung erhält die Entwicklung durch eine von der Frankfurter Rundschau berichtete Ankündigung Donald Trumps. Er habe mit Wladimir Putin die Lieferung russischen Diesels an die USA und den Weltmarkt vereinbart: sofort 300.000 Tonnen, weitere 500.000 Tonnen im November und danach schrittweise bis zu vier Millionen Tonnen.
Das US-Finanzministerium habe dafür laut AFP eine temporäre Genehmigung bis April 2027 erteilt. Hintergrund sei der Preisdruck durch den Iran-Krieg; seit Ende Februar seien die Dieselpreise in den USA um mehr als 65 Prozent gestiegen.
„Mit ihren Angriffen auf unsere Energie müssen wir auf ihre Energie reagieren.“ – Wolodymyr Selenskyj
Infobox: Russland setzt Sperrballons mit Kevlar-Kabeln gegen Drohnenangriffe auf seine Energieanlagen ein. Die Raffinerieproduktion lag im August bei 3,8 Millionen Barrel Öl täglich gegenüber 5,0 Millionen Barrel im Vorjahresmonat; für den Ballonschutz werden mindestens zehn Ballons pro Anlage benötigt.
Deutsche Wirtschaft wächst wieder, doch die Skepsis bleibt
Die Bundesregierung hebt ihre Wachstumsprognose für Deutschland im Jahr 2026 deutlich an. Nach Angaben der Deutschen Handwerks Zeitung erwartet sie nun ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent, nachdem im April lediglich ein Plus von 0,5 Prozent prognostiziert worden war.
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche erklärte bei der Vorstellung der Herbstprognose, die deutsche Wirtschaft habe die Talsohle hinter sich gelassen und wachse wieder. Als Gründe für die bessere Entwicklung nennt das Wirtschaftsministerium vor allem Exporte, staatliche Investitionen und höhere Verteidigungsausgaben.
| Jahr | Prognostiziertes Wirtschaftswachstum | Prognostizierte Teuerungsrate |
|---|---|---|
| 2026 | 1,3 Prozent | 2,7 Prozent |
| 2027 | 1,1 Prozent | 3,0 Prozent |
| 2028 | 0,6 Prozent | 2,2 Prozent |
Für 2027 rechnet die Regierung mit einem Wachstum von 1,1 Prozent; bislang war sie von 0,9 Prozent ausgegangen. Für 2028 wird ein Wachstum von 0,6 Prozent prognostiziert.
Die Deutsche Handwerks Zeitung betont jedoch, dass der Optimismus der Bundesregierung auf Skepsis im Handwerk trifft. Handwerkspräsident Jörg Dittrich sieht in den besseren Prognosen keinen Grund zur Entwarnung, weil die strukturellen Voraussetzungen für dauerhaftes Wachstum weiterhin fehlten.
„Für dauerhaftes Wachstum fehlen weiter die nötigen strukturellen Voraussetzungen. Gerade jetzt kommt es darauf an, die wirtschaftliche Erholung durch die notwendigen Reformen zu verstetigen.“ – Jörg Dittrich
Dittrich kritisiert außerdem, dass nach dem Koalitionsausschuss kein überzeugender Reformzeitplan erkennbar sei. Die Umsetzung wichtiger Vorhaben rücke weiter in die Ferne und werde für große Teile der Reformvorhaben erst für das Frühjahr des kommenden Jahres in Aussicht gestellt.
Auch die Bundesregierung selbst sieht weiteren Handlungsbedarf. Reiche nennt Bürokratieabbau, schnellere Unternehmensgründungen, Sozialreformen und niedrigere Energiepreise als notwendige Maßnahmen, um das Wachstum zu sichern.
Eine weitere Herausforderung ist die Entwicklung des Arbeitsmarktes. Die Erwerbstätigkeit dürfte in den kommenden Jahren zurückgehen, während zusätzliche ausländische Beschäftigte den Rückgang der deutschen Beschäftigten derzeit nicht mehr auffangen.
- Die Wachstumsprognose für 2026 wurde auf 1,3 Prozent angehoben.
- Für 2027 werden 1,1 Prozent und für 2028 0,6 Prozent Wachstum erwartet.
- Die Inflationsprognose liegt für 2026 bei 2,7 Prozent.
- Handwerk und Bundesregierung sehen weiteren Reformbedarf.
- Die sinkende Zuwanderung verschärft nach Einschätzung der Bundesregierung den Fachkräftemangel.
Infobox: Die Bundesregierung erwartet für 2026 ein Wachstum von 1,3 Prozent statt zuvor 0,5 Prozent. Trotz der verbesserten Aussichten mahnt das Handwerk Reformen an; zugleich bleiben geopolitische Konflikte, Energiepreise und die Entwicklung des Arbeitskräftepotenzials zentrale Unsicherheiten.
Hamburg–Hannover: Neue Bahnstrecke soll Fahrgäste und Wirtschaft stärken
Das Hamburger Abendblatt berichtet über die geplante Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover und deren erwartete Bedeutung für Fahrgäste und Wirtschaft. Der vorliegende Quelleninhalt nennt jedoch keine konkreten Angaben zu Streckenverlauf, Bauzeit, Kosten, Fahrzeit oder Kapazitätssteigerungen.
Fest steht aus dem Titel und der Einordnung des Beitrags, dass die Bahnverbindung sowohl den Personenverkehr als auch wirtschaftliche Interessen betreffen soll. Weitergehende Daten und Fakten sind im bereitgestellten Inhalt nicht enthalten.
Infobox: Die geplante Neubaustrecke Hamburg–Hannover wird als Infrastrukturprojekt mit Vorteilen für Fahrgäste und Wirtschaft dargestellt. Konkrete Kennzahlen enthält der vorliegende Quelleninhalt nicht.
Einschätzung der Redaktion
Die Meldungen zeigen ein gemeinsames Muster: Wirtschaftliche Stabilität bleibt trotz positiver Signale fragil. Prognosen, staatliche Maßnahmen und technische Abwehrlösungen können kurzfristig entlasten, ersetzen jedoch keine strukturellen Reformen. Besonders kritisch sind steigende Kreditrisiken, anhaltender Reformstau und die hohe Abhängigkeit von geopolitischen Entwicklungen.
Zusammenfassung: Kurzfristige Verbesserungen dürfen nicht mit nachhaltiger Stabilität verwechselt werden. Entscheidend sind belastbare Reformen, tragfähige Finanzierungen und eine geringere Krisenanfälligkeit.
Quellen:
- Die Trump-Bilanz: Ruiniert der US-Präsident unsere Wirtschaft?
- Faule Kredite in Putins Banken – Sberbank warnt vor Schwierigkeiten russischer Unternehmen
- "Ausnahmen abschaffen": Ökonomen fordern Ende der Steuervorteile für Firmenerben
- Taktik aus dem Zweiten Weltkrieg: Warum vor Putins Raffinerien plötzlich riesige Ballons auftauchen
- Wirtschaft wächst wieder – aber die Skepsis bleibt
- Neubaustrecke Hamburg–Hannover: So sollen Fahrgäste und Wirtschaft profitieren



















