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Die aktuelle Wirtschaftspresse beleuchtet zentrale Risiken und Wendepunkte: von den Folgen der AfD-Pläne und steigenden Mobilitätskosten über das kräftige US-Wachstum bis zu Verkehrsproblemen und der Insolvenz eines traditionsreichen Herstellers. Der Pressespiegel zeigt, wo Politik, Unternehmen und Verbraucher besonders unter Druck stehen.
AfD-Wirtschaftspolitik: SZ warnt vor Folgen für Wohlstand und Industrie
Die Süddeutsche Zeitung bewertet in einem Kommentar die wirtschaftspolitischen Vorstellungen der AfD kritisch. Im Mittelpunkt stehen ein möglicher Euro-Ausstieg, eine De-Industrialisierung und eine Rückkehr zu russischem Gas. Nach Einschätzung des Autors Thomas Fromm könnten diese Pläne für Deutschland verheerende Folgen haben.
Der Beitrag ordnet die wachsende Nähe einiger Mittelständler und Unternehmer zur AfD politisch ein. Als einen Grund nennt die SZ die verbreitete Meinung, andere könnten wirtschaftliche Probleme besser lösen, weil sie lauter aufträten. Der Artikel ist als Meinung gekennzeichnet und trägt den Titel „Ein Programm zur Zerstörung der Wirtschaft“.
„Euro-Ausstieg, De-Industrialisierung, russisches Gas: Die Pläne der AfD hätten für das Land verheerende Folgen.“
Infobox: Die SZ stellt den möglichen Euro-Ausstieg, die De-Industrialisierung und russisches Gas als zentrale wirtschaftspolitische Streitpunkte dar und warnt vor negativen Folgen für den Wohlstand.
Spritpreise: Kaufkraft verändert den historischen Vergleich
Die Frankfurter Rundschau berichtet, dass die Bewertung von Diesel- und Benzinpreisen stark davon abhängt, welche Berechnung zugrunde gelegt wird. Nominal betrachtet gibt es beim Diesel einen historischen Höchststand; zeitweise lagen die Preise im September über 2,50 Euro, nachdem der Liter Diesel Mitte Juni etwa 1,73 Euro gekostet hatte.
Beim Benzin kostete der Liter Super im Jahr 1972 umgerechnet auf den Euro etwa 70 Pfennig (35 Cent) pro Liter. Der durchschnittliche Bruttomonatslohn lag damals bei etwa 700 Euro. Die FR verweist außerdem auf Berechnungen des IFO und des RWI Essen, die bei den realen Preisen zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.
| Vergleich | Angabe |
|---|---|
| Diesel Mitte Juni | etwa 1,73 Euro |
| Diesel im September | über 2,50 Euro |
| Super im Jahr 1972 | etwa 70 Pfennig (35 Cent) pro Liter |
| Bruttomonatslohn im Jahr 1972 | etwa 700 Euro |
| Arbeitszeit für einen Liter Benzin im Jahr 1960 | mehr als 14 Minuten |
| Arbeitszeit im Jahr 2020 | 3,7 Minuten |
| Arbeitszeit aktuell bei 2,30 Euro pro Liter | etwa 5,4 Minuten |
Nach der IFO-Zeitreihe, die vom Jahr 2000 bis Anfang August dieses Jahres reicht, liegen die jüngsten Dieselpreise bei einer Fortschreibung bis September auf einem Höchststand. Die realen Benzinpreise bewegen sich demnach auf dem Niveau von 2022; die damaligen Belastungen standen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie und dem russischen Überfall auf die Ukraine. Die Höchstpreise des Jahres 1981 zur zweiten Ölkrise werden in den IFO-Daten nicht erfasst, dürften aber unter den Werten von 2022 liegen.
Die RWI-Berechnung zeichnet ein anderes Bild: Sowohl die realen Benzin- als auch die Dieselpreise liegen dort noch unter früheren Höchstpreisen. Die FR erklärt die Abweichung mit unterschiedlichen Berechnungsgrundlagen, da das RWI unter anderem Saisoneffekte nicht herausrechnet.
Besonders aussagekräftig sei laut FR die Kaufkraftbetrachtung. Nach Daten des ADAC, des Statistischen Bundesamtes und des Instituts der Deutschen Wirtschaft mussten Beschäftigte 1960 im Schnitt mehr als 14 Minuten für einen Liter Benzin arbeiten. Im Jahr 2020 waren es 3,7 Minuten; aktuell sind es ausgehend von einem Preis von 2,30 Euro pro Liter etwa 5,4 Minuten.
Die Zeitung weist zugleich auf die Belastung durch schnelle Preissteigerungen hin. Wenn innerhalb weniger Wochen oder Monate plötzlich 30 Euro mehr für das Volltanken anfallen, werde dies auch für Besserverdienende spürbar. Höhere Transportkosten könnten zudem Waren wie Lebensmittel, Verpackungen und Baustoffe verteuern.
Als mögliche Entlastung nennt die FR ein Mobilitäts- oder Klimageld, über dessen Verwendung die Menschen selbst entscheiden könnten. Eine direkte oder indirekte Verbilligung des Tankens könne dagegen das Preissignal schwächen, das den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr oder auf Elektroautos fördern soll. RWI-Ökonom Manuel Frondel bezeichnete einen Tankrabatt im „Spiegel“ als „sowohl ökologisch als auch ökonomisch bedenklich“.
Auch die soziale Wirkung einer Sprit-Subvention wird kritisch bewertet. Je größer das Auto und je höher der Verbrauch, desto höher sei die jeweilige Ersparnis. Beim Strompreis verweist die FR darauf, dass dieser trotz der Preissteigerungen der vergangenen Jahre seit den 1950ern real stark zurückgegangen sei.
Infobox: Die FR kommt zu dem Ergebnis, dass die historische Belastung durch Spritpreise je nach Betrachtung unterschiedlich ausfällt. Bei einer Kaufkraftbetrachtung liegt der Aufwand aktuell bei etwa 5,4 Minuten Arbeit pro Liter gegenüber mehr als 14 Minuten im Jahr 1960.
Tagesschau: US-Wirtschaft wächst im September so stark wie seit über fünf Jahren nicht
In „Wirtschaft vor acht“ vom 23.09.2026 berichtet tagesschau.de über ein starkes Wachstum der US-Wirtschaft im September. Der Einkaufsmanagerindex für den Privatsektor, der Industrie und Dienstleister zusammenfasst, stieg von 56,0 Zählern im August auf 58,4 Punkte.
Nach Angaben des Finanzdienstleisters S&P Global ist dies der höchste Wert seit Juli 2021. Ein Wert über 50 signalisiert Wachstum. Ein sprunghafter Anstieg der Neuaufträge trieb die Entwicklung, wobei der entsprechende Teilindex den höchsten Stand seit März 2022 erreichte.
Das starke Wachstum geht zugleich mit erheblichen Belastungen bei den Lieferketten einher. S&P-Global-Chefökonom Chris Williamson sprach von einigen der schwersten Lieferengpässen in der fast zwanzigjährigen Geschichte der Umfrage außerhalb der Pandemie-Zeit.
Die Lieferengpässe seien größtenteils eine Folge des seit sieben Monaten andauernden Krieges zwischen den USA und dem Iran. Die Auftragsrückstände erreichten den höchsten Stand seit Mai 2022, was auf Kapazitätsengpässe hindeutet.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Einkaufsmanagerindex im August | 56,0 Zähler |
| Einkaufsmanagerindex im September | 58,4 Punkte |
| Höchster Wert seit | Juli 2021 |
| Höchster Stand des Neuauftrags-Teilindex seit | März 2022 |
| Höchster Stand der Auftragsrückstände seit | Mai 2022 |
Infobox: Der US-Einkaufsmanagerindex stieg im September auf 58,4 Punkte. Die Expansion wird von neuen Aufträgen getragen, gleichzeitig belasten Lieferengpässe und Kapazitätsengpässe die Unternehmen.
Nordbrücke in Bonn: IHK fordert weitere Maßnahmen für die Wirtschaft
Der General-Anzeiger Bonn berichtet über die Folgen der Sperrung der Nordbrücke. Drei Monate nach Beginn der Sperrung lobt die Industrie- und Handelskammer in einem Brandbrief an Oberbürgermeister Déus und den Stadtrat zwar die Arbeit der Verkehrs-Taskforce, sieht bei den bisherigen Maßnahmen jedoch noch viel Luft nach oben.
Die IHK warnt vor weiteren Folgen für die Wirtschaft, falls zusätzliche Schritte ausbleiben. Der Bericht stellt damit die Verkehrssituation als Belastung für Unternehmen in Bonn und der Region dar.
Die Taskforce wird von der IHK grundsätzlich anerkannt, die bisherige Arbeit reicht aus Sicht der Wirtschaft jedoch nicht aus. Der Brandbrief richtet sich an die politische Stadtspitze und den Stadtrat und verbindet das Lob für die Koordination mit der Forderung nach weitergehenden Maßnahmen.
Infobox: Die Bonner IHK sieht die Sperrung der Nordbrücke als wirtschaftliches Risiko. Sie lobt die Taskforce, fordert aber zusätzliche Maßnahmen zur Begrenzung der Folgen.
Höhbauer: Bayerischer Fenster- und Türenhersteller stellt Insolvenzantrag
T-Online berichtet über den Insolvenzantrag des Fenster- und Türenherstellers Höhbauer aus Luhe-Wildenau in Bayern. Das Amtsgericht Weiden ordnete dem Bericht zufolge am Montag die vorläufige Insolvenzverwaltung an und bestellte den Nürnberger Rechtsanwalt Volker Böhm zum vorläufigen Insolvenzverwalter.
Mit der Anordnung ist laut T-Online noch kein Verfahren über das Vermögen des Unternehmens eröffnet. Zunächst soll die wirtschaftliche Lage geprüft werden. Höhbauer fertigt am Standort Luhe-Wildenau Fenster, Haustüren, Wintergärten und weitere Bauelemente.
Nach eigenen Angaben beschäftigt das Unternehmen rund 330 Mitarbeiter. Der Betrieb wurde 1950 als Zimmerei gegründet und feierte im vergangenen Jahr sein 75-jähriges Bestehen.
Die Geschäftsführung hatte laut dem von T-Online zitierten Portal oberpfalzecho.de bereits im Lagebericht für das Geschäftsjahr 2023/24 auf schwierige wirtschaftliche Rahmenbedingungen und einen starken Gewinnrückgang hingewiesen. Geschäftsführer Christoph Höhbauer erklärte, der Schritt sei dem Unternehmen nicht leichtgefallen und man wolle die Auswirkungen für Kunden und Unternehmen so gering wie möglich halten.
„Der Geschäftsbetrieb geht auch nach dem Insolvenzantrag weiter“, erklärte der Insolvenzverwalter Volker Böhm.
Die Löhne und Gehälter der Beschäftigten sollen bis einschließlich November über die Bundesagentur für Arbeit als Insolvenzgeld gezahlt werden. Böhm will sich in den kommenden Wochen gemeinsam mit seinem Team und in enger Abstimmung mit der Geschäftsführung ein genaues Bild von der wirtschaftlichen Situation machen und die Sanierungsoptionen prüfen.
| Angabe | Information |
|---|---|
| Gründung | 1950 |
| Beschäftigte | rund 330 |
| Firmenjubiläum | 75-jähriges Bestehen |
| Insolvenzgeld | bis einschließlich November |
Infobox: Höhbauer hat einen Insolvenzantrag gestellt, der Geschäftsbetrieb läuft jedoch weiter. Für rund 330 Mitarbeiter soll das Insolvenzgeld bis einschließlich November gezahlt werden, während die wirtschaftliche Lage und Sanierungsoptionen geprüft werden.
Presseschau im Überblick
- SZ.de: Kritik an den wirtschaftspolitischen Plänen der AfD und Warnung vor Folgen für Wohlstand und Industrie.
- Frankfurter Rundschau: Historische Spritpreise unterscheiden sich je nach nominaler, realer und kaufkraftbezogener Betrachtung.
- tagesschau.de: Der US-Einkaufsmanagerindex steigt im September auf 58,4 Punkte, zugleich nehmen Liefer- und Kapazitätsengpässe zu.
- General-Anzeiger Bonn: Die IHK warnt nach der Sperrung der Nordbrücke vor weiteren wirtschaftlichen Folgen und fordert zusätzliche Maßnahmen.
- T-Online: Der bayerische Fenster- und Türenhersteller Höhbauer beantragt Insolvenz; der Geschäftsbetrieb soll fortgeführt werden.
Einschätzung der Redaktion
Die wirtschaftspolitischen Themen zeigen ein gemeinsames Muster: Politische Entscheidungen, Infrastrukturprobleme und externe Schocks wirken unmittelbar auf Unternehmen, Beschäftigte und Verbraucher. Besonders relevant ist, dass kurzfristige Entlastungen zwar sozialen Druck mindern können, zugleich aber langfristige Anpassungen und Investitionen erschweren. Entscheidend bleiben daher verlässliche Rahmenbedingungen, belastbare Infrastruktur und wirtschaftspolitische Maßnahmen, die Wettbewerbsfähigkeit und soziale Abfederung miteinander verbinden.
Zusammenfassung: Die Meldungen verdeutlichen die hohe Verwundbarkeit von Wirtschaft und Gesellschaft gegenüber politischen Fehlentscheidungen, Engpässen und Kostensteigerungen.
Quellen:
- Wie die Wirtschaftspolitik der AfD den Wohlstand in Deutschland gefährdet - Wirtschaft - SZ.de
- Spritpreis: 1960 mussten Beschäftigte 14 Minuten für einen Liter arbeiten
- Wirtschaft vor acht vom 23.09.2026
- Sperrung der Nordbrücke: Bonner Wirtschaft sieht bei Verkehrs-Taskforce noch viel Luft nach oben
- Kurz nach Jubiläum: Bayerischer Familienbetrieb ist insolvent
- Der Börsen-Tag: US-Wirtschaft mit stärkstem Wachstum seit über fünf Jahren



















