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Steigende US-Schulden, Rekordvermögen mit begrenztem realem Zuwachs, mehr Preistransparenz in Kroatien und das Ende einer Brautradition: Der Pressespiegel zeigt, wie eng globale Finanzrisiken, private Vermögen und konkrete Veränderungen im Alltag miteinander verbunden sind.
USA-Schuldenproblem erhöht den Druck auf Europa und die Finanzmärkte
Die Vereinigten Staaten sind so hoch verschuldet wie nie zuvor. Nach Angaben von SZ.de steigen die Anleiherenditen, wodurch auch Kredite in Europa teurer werden könnten. Zugleich besteht die Sorge, dass US-Präsident Donald Trump seine Macht nutzen könnte, um Banken und Anleger weiter unter Druck zu setzen.
Für das Haushaltsjahr 2026 werden Nettozinsausgaben von rund einer Billion Dollar erwartet. Diese Summe dürfte laut dem Bericht in etwa so hoch sein wie die Ausgaben der US-Regierung für Bildung und Verteidigung zusammen.
Der britisch-amerikanische Historiker Niall Ferguson vergleicht die Entwicklung mit früheren Großmächten. Anhand des spanischen Habsburgerreichs, des Osmanischen Reichs und des britischen Empires beschreibt er eine Schwelle, an der die Kosten für die Bedienung der Schulden die Ausgaben für die Verteidigung übersteigen. Dieses sogenannte „Ferguson-Limit“ sei für die USA inzwischen keine abstrakte Schwelle mehr.
Ferguson sieht darin eine ernste Bedrohung für den dauerhaften Bestand der amerikanischen Macht. Besonders relevant sei dies vor dem Hintergrund der Rivalität mit China.
„Wenn ein Imperium für die Bedienung seiner Schulden mehr bezahlen muss, als es für seine Verteidigung aufbringen kann“, ist das laut Niall Ferguson ein Indiz für den schleichenden Niedergang einer Großmacht.
Zusammenfassung: Steigende US-Nettozinsausgaben und höhere Anleiherenditen könnten nach Darstellung von SZ.de die Finanzierungskosten in Europa erhöhen und zugleich die globale Finanzmarktstabilität belasten.
Private Geldvermögen erreichen Rekordniveau – Inflation schmälert reale Zugewinne
Die Privathaushalte weltweit verfügen nach einer Berechnung der Allianz über so viel Vermögen wie nie zuvor. Wie n-tv.de berichtet, stieg das weltweite Brutto-Geldvermögen im vergangenen Jahr um 8,6 Prozent auf 268,4 Billionen Euro.
Für das laufende Jahr prognostizieren die Volkswirte des Versicherers in der 17. Auflage des „Global Wealth Report“ ein weiteres Plus von 9 Prozent. Besonders stark profitierten 2025 Menschen, die ihr Geld in Aktien und andere Wertpapiere investiert hatten: Vier von fünf Euro des Vermögenszuwachses in den 57 untersuchten Ländern gingen auf Wertsteigerungen an den Kapitalmärkten zurück.
Auf die USA entfiel 51,4 Prozent des globalen Wachstums der Finanzvermögen. Nordamerikanische Haushalte haben fast zwei Drittel ihres Geldvermögens, genauer 60,7 Prozent, an der Börse angelegt.
Auch in Deutschland überholten Wertpapiere nach den Allianz-Daten erstmals die Bestände auf Bankkonten wie Tages- und Festgeld. Ihr Anteil lag bei 37,1 Prozent und damit weiterhin unter dem internationalen Durchschnitt von 46,9 Prozent.
Die Brutto-Geldvermögen in Deutschland legten 2025 um 4,9 Prozent auf 9,9 Billionen Euro zu. Damit fiel das Wachstum hierzulande geringer aus als im globalen Durchschnitt und lag auch unter dem Wert des Vorjahres, als die Geldvermögen in Deutschland um 7,4 Prozent gewachsen waren.
Allianz-Chefvolkswirt Ludovic Subran weist zugleich auf die Wirkung der Inflation hin. Seit 2019 sei das nominale Geldvermögen um 50 Prozent gestiegen, real – also inflationsbereinigt – jedoch nur um 23 Prozent. In Westeuropa lag das reale Geldvermögen demnach lediglich 0,5 Prozent über dem Niveau von 2019. Für Nordamerika werden 21 Prozent und für China 70 Prozent genannt.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Weltweites Brutto-Geldvermögen | 268,4 Billionen Euro |
| Anstieg des Brutto-Geldvermögens | 8,6 Prozent |
| Prognose für das laufende Jahr | 9 Prozent |
| Deutsches Brutto-Geldvermögen 2025 | 9,9 Billionen Euro |
| Wertpapieranteil in Deutschland | 37,1 Prozent |
| Internationaler Durchschnitt beim Wertpapieranteil | 46,9 Prozent |
Nach Abzug der Schulden belief sich das Netto-Geldvermögen Ende 2025 in den betrachteten Ländern auf 211,5 Billionen Euro. Das waren 10,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die untersuchten Länder stehen laut Allianz für 91 Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung und 72 Prozent der Weltbevölkerung.
Beim Netto-Geldvermögen pro Kopf lagen die USA mit 296.950 Euro an der Spitze. Es folgten die Schweiz mit 275.980 Euro und Dänemark mit 197.510 Euro. Deutschland belegte mit 91.780 Euro Platz 12 der 57 Länder, während Pakistan mit 490 Euro das Schlusslicht bildete.
Die Vermögen sind laut der Studie stark ungleich verteilt. In Deutschland besitzen die reichsten zehn Prozent mehr als die Hälfte, nämlich 53,7 Prozent, des gesamten Netto-Geldvermögens. Weltweit entfallen 85,4 Prozent auf die reichsten zehn Prozent. Fast drei Milliarden Menschen der erfassten Weltbevölkerung verfügen demnach über praktisch kein Nettofinanzvermögen.
In der Auswertung berücksichtigt wurden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere wie Aktien und Anleihen sowie Ansprüche gegenüber Versicherungen und Pensionsfonds. Immobilien wurden nicht einbezogen.
Zusammenfassung: Das weltweite Geldvermögen ist auf 268,4 Billionen Euro gestiegen, doch Inflation und Vermögenskonzentration begrenzen den realen Vorteil für viele Haushalte.
Kroatien weist auf Speisekarten aktuelle und frühere Preise aus
In Kroatien müssen Restaurants und Cafés künftig neben dem aktuellen Preis auch den früheren Preis eines Gerichts oder Getränks ausweisen. Nach einem Bericht von SZ.de gilt die Regelung ab dem 1. Oktober.
Anzugeben ist, was das gleiche Gericht oder Getränk am 10. September 2026 gekostet hat, sofern es damals bereits angeboten wurde. Die Vorschrift betrifft nicht nur Restaurants und Cafés, sondern auch andere Dienstleister wie etwa Friseure.
Die Regelung soll Preiserhöhungen transparenter machen. Gäste können dadurch erkennen, ob und in welchem Umfang sich der Preis eines Angebots seit dem festgelegten Vergleichszeitpunkt verändert hat.
Der Beitrag stellt die kroatische Regelung als mögliches Vorbild für Deutschland dar. Im Mittelpunkt steht die Forderung, dass Restaurants Preiserhöhungen nachvollziehbarer machen sollten.
Zusammenfassung: Kroatische Speisekarten müssen ab dem 1. Oktober neben dem aktuellen Preis auch den Preis vom 10. September 2026 nennen, sofern das Angebot damals bereits bestand.
Brauerei Wolters beendet Ende des Jahres die Produktion in Braunschweig
Die traditionsreiche Brauerei Wolters wird geschlossen. Wie SZ.de unter Berufung auf den dpa-Newskanal berichtet, wird in Braunschweig nur noch bis Ende des Jahres gebraut.
Die Brauerei wurde 1627 gegründet und blickt damit auf eine lange Geschichte zurück. Ob das Bier künftig an einem anderen Ort weiterproduziert wird, ist nach Angaben des Berichts noch offen.
Die Schließung beendet die Produktion am bisherigen Standort in Braunschweig. Weitere Angaben zu einem möglichen neuen Produktionsort oder zu den Gründen für die Stilllegung enthält die vorliegende Meldung nicht.
Zusammenfassung: Die 1627 gegründete Brauerei Wolters stellt die Produktion in Braunschweig bis Ende des Jahres ein; eine Fortsetzung der Bierherstellung an einem anderen Ort ist noch ungeklärt.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung ist vor allem deshalb relevant, weil fiskalische Risiken, Inflation und geopolitische Spannungen zunehmend zusammenwirken. Für Europa bedeutet das potenziell höhere Finanzierungskosten und größeren Anpassungsdruck. Gleichzeitig zeigt die Vermögensentwicklung, dass Kapitalmarktgewinne zwar Vermögen steigern, aber keine breite Wohlstandssicherung garantieren. Mehr Transparenz bei Preisen kann Vertrauen stärken, während die Schließung eines Traditionsbetriebs die wirtschaftliche Bedeutung regionaler Produktionsstandorte unterstreicht.
Zusammenfassung: Die Meldungen verdeutlichen wachsende finanzielle, soziale und strukturelle Belastungen, die Politik, Unternehmen und private Haushalte zu größerer Widerstandsfähigkeit zwingen.
Quellen:
- USA Schuldenkrise: Folgen für Europa und globale Finanzmärkte - Wirtschaft - SZ.de
- Inflation aber ein Problem: Privathaushalte sind so reich wie noch nie
- Kroatien führt doppelte Preise auf Speisekarten ein: Ein Vorbild für Deutschland - Wirtschaft - SZ.de
- Traditionsbrauerei - 1627 gegründet: Brauerei Wolters wird geschlossen - Wirtschaft - SZ.de
- Hamburger Hafen: Bundesregierung will Verkauf von Logistikunternehmen Zippel stoppen
- Solarstrom-Rekord: Deutschland knackt Jahreswert



















