Opec Plus hebt Fördergrenzen auf: Ölpreise unter Druck, Russlands Wirtschaft im Fokus

    04.04.2025 115 mal gelesen 5 Kommentare

    Die jüngsten Entscheidungen der Opec Plus und die US-Zollpolitik werfen massive Schatten auf die globale Wirtschaft. Während die Aufhebung der Förderbegrenzung durch die Opec Plus die Ölpreise unter Druck setzen könnte, drohen Deutschlands exportorientierten Branchen durch US-Zölle Milliardenverluste. Besonders betroffen: Russlands ölbasierte Wirtschaft und deutsche Schlüsselindustrien wie Automobil- und Maschinenbau. Welche Konsequenzen diese Entwicklungen für die Weltwirtschaft haben könnten, beleuchtet unser aktueller Pressespiegel.

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    Opec Plus hebt Förderbegrenzung auf: Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft

    Die Opec Plus, bestehend aus Mitgliedern der Organisation erdölexportierender Länder und weiteren Förderländern wie Russland, hat angekündigt, die seit 2023 bestehende Förderbegrenzung von 2,2 Millionen Barrel pro Tag aufzuheben. Diese Entscheidung, die ab dem 1. April 2025 in Kraft tritt, könnte zu einem Überangebot auf dem Ölmarkt führen und die Preise senken. Laut Barbara Lambrecht, Rohstoffexpertin der Commerzbank, wird das steigende Angebot die Ölpreise belasten. Auch die Preise für Heizöl könnten sinken, jedoch erst mit Verzögerung.

    Russland, dessen Wirtschaft stark von Ölexporten abhängt, könnte durch die Entscheidung sowohl profitieren als auch verlieren. Während höhere Fördermengen zu mehr Einnahmen führen könnten, besteht die Gefahr, dass ein Preisverfall die Gewinne schmälert. Laut Bloomberg stiegen die Rohöllieferungen aus russischen Häfen im März 2025 auf 3,45 Millionen Barrel pro Tag, den höchsten Wert seit Oktober 2024. Die russische Zentralbank warnt jedoch vor einem möglichen Preisverfall, der an die 1980er Jahre erinnern könnte, als ein ähnliches Szenario zum Zerfall der Sowjetunion beitrug.

    „Das de facto steigende Ölangebot dürfte in den Fokus rücken und die Preise belasten“, so Barbara Lambrecht, Commerzbank.
    Jahr Förderkürzung Aktuelle Förderung
    2023 2,2 Millionen Barrel/Tag -
    März 2025 - 3,45 Millionen Barrel/Tag

    Zusammenfassung: Die Aufhebung der Förderbegrenzung durch die Opec Plus könnte die Ölpreise senken und Russlands Einnahmen beeinflussen. Die russische Zentralbank warnt vor möglichen langfristigen Risiken.

    US-Zölle belasten deutsche Wirtschaft: Auswirkungen auf Hessen und den Norden

    Die von US-Präsident Donald Trump verhängten Zölle treffen die deutsche Wirtschaft hart. Besonders betroffen ist Hessen, wo Unternehmen mit erheblichen Einbußen rechnen. Laut der hessenschau.de könnten die Zölle die exportorientierte Wirtschaft des Bundeslandes stärker belasten als den bundesweiten Durchschnitt. Unternehmen äußern sich besorgt über die Auswirkungen auf ihre Geschäfte.

    Auch im Norden Deutschlands herrscht Unruhe. Der Hamburger Hafen, für den die USA der zweitwichtigste Handelspartner sind, exportierte in den ersten neun Monaten des Vorjahres Waren im Wert von knapp acht Milliarden Euro in die USA. Die Reederei Hapag-Lloyd und der Flugzeugbauer Airbus sehen sich gezwungen, ihre Strategien anzupassen. Laut NDR könnten die Zölle langfristig zu einem Vertrauensverlust im transatlantischen Handel führen.

    „Das, was Donald Trump verkündet hat, ist ein schwerer Einschnitt für den freien Handel und darf nicht ohne Antwort bleiben“, so Peter Tschentscher, Erster Bürgermeister Hamburgs.
    • Hamburger Hafen: Exportvolumen in die USA bei 8 Milliarden Euro (2024).
    • Hessen: Überdurchschnittliche Belastung durch Zölle erwartet.
    • Industrie- und Handelskammern fordern weniger Bürokratie und mehr Innovation.

    Zusammenfassung: Die neuen US-Zölle belasten die deutsche Wirtschaft erheblich. Besonders betroffen sind Hessen und der Norden Deutschlands, wo wichtige Exportindustrien unter Druck geraten.

    200 Milliarden Euro Kosten durch US-Zollpläne

    Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft in Köln warnt vor den langfristigen Folgen der US-Zollpolitik. Laut einer Analyse könnten die Zölle Deutschland in den nächsten vier Jahren Kosten in Höhe von 200 Milliarden Euro verursachen. Besonders betroffen sind exportorientierte Branchen wie die Automobil- und Maschinenbauindustrie.

    Die EU plant Gegenmaßnahmen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen abzufedern. Diskutiert werden unter anderem Digitalsteuern für große US-Tech-Unternehmen. Experten betonen, dass die Zölle nicht nur die EU, sondern auch die US-Wirtschaft belasten könnten.

    „Die Zölle werden in den USA eine wirtschaftliche Katastrophe hervorrufen“, so Anna Cavazzini, Europa-Politikerin der Grünen.

    Zusammenfassung: Die US-Zollpläne könnten Deutschland bis zu 200 Milliarden Euro kosten. Die EU erwägt Gegenmaßnahmen, um die wirtschaftlichen Schäden zu begrenzen.

    Einschätzung der Redaktion

    Die Entscheidung der Opec Plus, die Förderbegrenzung aufzuheben, birgt erhebliche Risiken für die Stabilität des globalen Ölmarktes. Während kurzfristig ein höheres Angebot die Einnahmen der Förderländer steigern könnte, droht langfristig ein Preisverfall, der insbesondere für stark abhängige Volkswirtschaften wie Russland problematisch werden könnte. Die Warnung der russischen Zentralbank ist ein ernstzunehmendes Signal, da ein drastischer Preisverfall historische Parallelen zur wirtschaftlichen Instabilität der 1980er Jahre aufweist. Für Verbraucher könnten sinkende Ölpreise zwar kurzfristig entlastend wirken, doch die geopolitischen und wirtschaftlichen Folgen eines möglichen Preiskriegs könnten weitreichend sein. Die Entscheidung zeigt, wie fragil die Balance zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Ölmarkt ist und wie stark politische und wirtschaftliche Interessen miteinander verwoben sind.

    Quellen:

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    Ich finde es spannend, dass hier viele über die Auswirkungen auf Russland reden, aber kaum jemand die Verbraucherperspektive anspricht. Klar, für die Wirtschaft ist der mögliche Preisverfall ein Risiko, aber mal ehrlich: Wenn Heizöl und Sprit wirklich günstiger werden, dürften sich doch viele Haushalte in Europa erstmal freuen, gerade in Zeiten, wo Energie so teuer ist. Natürlich darf das langfristige Risiko für den Markt nicht ignoriert werden, aber ein bisschen kurzfristige Entlastung hört sich auch nicht schlecht an, oder?
    Witzig, dass bisher kaum jemand die langfristigen Risiken für die EU angesprochen hat. Wenn Russland durch den Ölpreisverfall wirklich so unter Druck gerät, wie manche hier meinen, könnte das doch auch geopolitische Spannungen verschärfen. Besonders Europa hat ja ein Interesse daran, dass es in der Nachbarschaft halbwegs stabil bleibt, oder? Klar, günstigere Heizkosten wären nett, aber wiegt das die möglichen langfristigen Probleme wirklich auf?
    Also, was in den bisherigen Kommentaren kaum aufkommt: Ich frage mich, wie die deutschen Unternehmen mit diesen ganzen Belastungen überhaupt noch konkurrenzfähig bleiben wollen. Zwischen US-Zöllen und steigenden Energiepreisen haben gerade kleinere und mittlere Betriebe doch kaum noch Spielraum, oder? Für die Großkonzerne gibt's vielleicht noch Möglichkeiten, das irgendwo auszugleichen, aber die kleinen Firmen dürften sich irgendwann fragen, wie sie das noch stemmen sollen.
    Ich finds spannend, dass der Artikel so viel über die wirtschaftlichen Auswirkungen auf Russland spricht, aber kaum was zu den langfristigen Konsequenzen für Länder erwähnt, die jetzt von günstigerem Öl profitieren könnten – das könnte ja auch Abhängigkeiten verstärken.
    Also ich weis ja nich, aber des mit den fördergrenzen aufheben is doch iwie komisch oder? Die schreiben das Russlands wirtschaft leiden könnte aber am ende sind zig andre länder auch davon betroffen? Ich mein, wenn öl billig wird, wird ja nich nur Russland damit struggeln, oda? Vllt versteh ich das auch nich richtig, aber die scheinen alle nur kurz zu denken...

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