Ölpreise sinken, Infineon wächst – Wirtschaft im Überblick
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Die Presseschau thematisiert sinkende Ölpreise, eine Milliardenlücke im AfD-Programm, Infineons KI-getriebenen Rekordumsatz sowie Nordkoreas Wandel und Klimafolgekosten.
Die Presseschau zeigt, wie eng geopolitische Konflikte, staatliche Finanzplanung und wirtschaftliche Zukunftsthemen miteinander verknüpft sind: Sinkende Ölpreise treffen auf Milliardenlücken in Wahlprogrammen, während Infineon vom KI-Boom profitiert. Zugleich beleuchten die Beiträge Nordkoreas wirtschaftlichen Wandel, die wachsenden Kosten des Klimawandels und die Debatte über eine Übergewinnsteuer für Ölkonzerne.
Ölpreise geben nach – mögliche Öffnung der Straße von Hormus belastet den Markt
Die Ölpreise sind laut ntv.de gesunken. Hintergrund sind US-Medienberichte, wonach die USA, der Iran und der Oman im Iran-Krieg kurz vor einer Übergangslösung zur Öffnung der für die Handelsschifffahrt wichtigen Straße von Hormus stehen.
US-Präsident Donald Trump sagte vor Reportern, die Meerenge könne heute oder am darauffolgenden Tag geöffnet werden. Er sprach von Fortschritten.
| Nordseesorte Brent | 1,5 Prozent niedriger bei 78,16 Dollar je Barrel |
| US-Öl WTI | 1,9 Prozent niedriger bei 74,30 Dollar |
| Ein Barrel | 159 Liter |
Zusammenfassung: Die Aussicht auf eine mögliche Öffnung der Straße von Hormus setzte die Ölpreise unter Druck. Brent notierte bei 78,16 Dollar je Barrel, WTI bei 74,30 Dollar.
FAZ: AfD-Wahlprogramm in Sachsen-Anhalt mit Finanzierungslücke
Im Wahlprogramm der AfD für die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt klafft nach Berechnungen von Ökonomen des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) eine Finanzierungslücke von mehr als zwei Milliarden Euro. Die FAZ berichtet, IWH-Präsident Reint Gropp habe das Programm als „Luftschloss“ bezeichnet, das sich nicht finanzieren lasse.
Das IWH beziffert die Finanzierungslücke auf rund 2,2 Milliarden Euro pro Jahr. Das entspreche ungefähr 1000 Euro je Einwohner in Sachsen-Anhalt oder einem Viertel der jährlichen Steuereinnahmen des Landes, dessen Haushalt zuletzt etwa 15 Milliarden Euro ausmachte.
In der Analyse wurden laut FAZ nur 28 von insgesamt mehr als 130 kostenwirksamen Maßnahmen berücksichtigt, weil sich nur für diese die Kosten anhand amtlicher Quellen schätzen ließen. Bei den geplanten Einsparungen geht das IWH davon aus, dass rund 250 Millionen Euro ab dem ersten Jahr vollumfänglich erreicht werden.
| Geschätzte Finanzierungslücke | rund 2,2 Milliarden Euro pro Jahr |
| Finanzierungslücke je Einwohner | ungefähr 1000 Euro |
| Haushalt des Landes zuletzt | etwa 15 Milliarden Euro |
| Berücksichtigte kostenwirksame Maßnahmen | 28 von insgesamt mehr als 130 |
| Geplante Einsparungen | rund 250 Millionen Euro |
| Jährliche Neuverschuldung laut Haushaltsplänen | 877 Millionen Euro |
Das im Juli vom Landesparteitag verabschiedete Programm für die ersten 100 Tage einer möglichen Landesregierung komme ohne teure Wahlgeschenke aus. Dennoch sei auch diese abgespeckte Version nur finanzierbar, wenn neue Schulden gemacht würden.
Als Beispiel nennt die FAZ ein landeseigenes Kindergeld, das mit mehr als 300 Millionen Euro pro Jahr zu Buche schlagen würde. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund habe eingeräumt, dass solche Vorhaben kurzfristig nicht finanzierbar seien, und von einer langfristigen Perspektive gesprochen.
Reint Gropp kritisiert zudem, dass die Wahlversprechen keine Wachstumseffekte hätten. Bei der Energiepolitik wende sich die AfD unter anderem gegen einen weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und wolle den Kohleausstieg stoppen.
„Das Wahlprogramm ist ein Luftschloss, es lässt sich nicht finanzieren“, sagte Reint Gropp laut FAZ.
Zusammenfassung: Das IWH sieht im AfD-Programm eine Finanzierungslücke von rund 2,2 Milliarden Euro pro Jahr. Geplante Einsparungen von rund 250 Millionen Euro deckten den Finanzierungsbedarf nur teilweise.
Infineon meldet Rekordumsatz und präzisiert Jahresausblick
Der Chiphersteller Infineon hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres laut ntv.de einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro erzielt. Damit nahm der Dax-Konzern so viel ein wie noch nie in einem Quartal; gegenüber dem Vorjahreszeitraum entsprach das einem Plus von 13 Prozent.
Das Segmentergebnis verbesserte sich um fast ein Fünftel auf 797 Millionen Euro. Die entsprechende Marge stieg um rund einen Punkt auf 19,1 Prozent, blieb damit jedoch leicht hinter den Markterwartungen zurück.
| Umsatz im dritten Quartal | 4,2 Milliarden Euro |
| Umsatzwachstum zum Vorjahreszeitraum | 13 Prozent |
| Segmentergebnis | 797 Millionen Euro |
| Segmentergebnis-Marge | 19,1 Prozent |
| Gewinn | 423 Millionen Euro |
| Gewinnwachstum | 39 Prozent |
Der Gewinn legte um 39 Prozent auf 423 Millionen Euro zu. Konzernchef Jochen Hanebeck verwies auf positive Trends in immer mehr Zielmärkten und bezeichnete Stromversorgungslösungen für KI-Rechenzentren als wichtigsten Wachstumstreiber.
Zusätzlichen Rückenwind liefern laut ntv.de weltweit steigende Investitionen in die Netzinfrastruktur. Auch im Automobilbereich zögen die Aufträge spürbar an.
Das Autogeschäft ist die größte Sparte von Infineon und steht für fast die Hälfte der Umsätze. Besonders stark entwickelte sich jedoch der zweitgrößte Geschäftsbereich Power & Sensor Systems, der im Vergleich zum Vorjahresquartal um ein Drittel wuchs; Server und Rechenzentren für KI treiben dort die Nachfrage.
Für das Geschäftsjahr 2025/2026 erwartet Infineon nun einen Umsatz von 16,3 Milliarden Euro. Der bereinigte Free Cash Flow soll voraussichtlich bei 1,85 Milliarden statt 1,65 Milliarden Euro liegen, während das Unternehmen bei der Segmentergebnis-Marge weiterhin mit rund 20 Prozent rechnet.
| Umsatzerwartung 2025/2026 | 16,3 Milliarden Euro |
| Bereinigter Free Cash Flow | 1,85 Milliarden statt 1,65 Milliarden Euro |
| Erwartete Segmentergebnis-Marge | rund 20 Prozent |
Zusammenfassung: Infineon erzielte mit 4,2 Milliarden Euro den höchsten Quartalsumsatz der Unternehmensgeschichte. Für 2025/2026 erwartet der Konzern 16,3 Milliarden Euro Umsatz und einen bereinigten Free Cash Flow von 1,85 Milliarden Euro.
Nordkorea: Baustellenboom und engere wirtschaftliche Verbindung zu Russland
DIE ZEIT beschreibt einen sichtbaren Wandel in Nordkorea nach fünf Jahren vollständiger Abschottung während der Corona-Pandemie. Der australische Reiseleiter Rowan Beard berichtete nach einer Reise im November 2025 von einer Hauptstadt mit neuen Wolkenkratzern, modernen Apartmenthochhäusern, Mercedes-Limousinen und fabrikneuen chinesischen Elektroautos.
Auch technische und wirtschaftliche Veränderungen werden geschildert. In Pjöngjang gebe es QR-Code-Payment, Intranet-Smartphones, Stau zur Rushhour und WLAN im Hotel; dort kosteten zehn Minuten WLAN 1,70 Dollar.
Nach Darstellung der ZEIT hat Nordkorea vom Krieg Russlands gegen die Ukraine profitiert. Waffen, Munition und Soldaten hätten das Land zu einem gefragten Partner gemacht, während Moskau mit Milliarden, Rohstoffen und militärischem Know-how entlohnt habe.
Parallel habe sich auch Chinas Haltung verändert. Sanktionen hätten weitgehend an Wirkung verloren, während Kim Jong-un außenpolitisch vom Paria zum Machtakteur aufgestiegen sei.
Der Artikel stellt den Aufschwung jedoch nicht als Öffnung oder breite Wohlstandsentwicklung dar. Der neue Wohlstand komme vor allem der loyalen Elite in Pjöngjang zugute; Smartphones dienten zugleich als Konsumgadget und Überwachungsinstrument.
Zusammenfassung: Nordkorea zeigt laut DIE ZEIT in Pjöngjang sichtbare Zeichen eines wirtschaftlichen und baulichen Aufschwungs. Als wesentliche Faktoren werden die engere Verbindung zu Russland, die militärische Zusammenarbeit und die staatliche Kontrolle von Märkten und Informationsflüssen beschrieben.
RND: Klimawandel verursacht wachsende wirtschaftliche Schäden
Das RND.de berichtet, dass die wirtschaftlichen Folgen des Klimawandels immer deutlicher sichtbar würden. Als Beispiel nennt der Beitrag die Beeinträchtigung der Schifffahrt auf dem Rhein durch Niedrigwasser.
Nicht nur niedrige Wasserstände in zahlreichen Flüssen Europas, sondern auch Probleme mit Atomkraftwerken ohne Kühlung und Waldbrände, die Infrastruktur zerstören, verdeutlichten die ökonomischen Risiken. Die Kosten, die durch Klimaschutz vermieden werden sollen, würden bei der Klimaanpassung unausweichlicher und höher ausfallen.
Politisch werde diese Erkenntnis laut RND.de bislang nur unzureichend sichtbar. Der Beitrag beschreibt, dass Klimaschutz häufig als Zumutung und Hitzeschutz als leichter vermittelbare Verheißung dargestellt werde.
Auch Interessenverbände würden die Folgen zwar benennen, den Klimawandel selbst aber nicht immer zum Mittelpunkt ihrer Forderungen machen. Bauernverbände klagten etwa über klimawandelbedingte Dürre und daraus resultierende Ernteausfälle.
Bundeskanzler Friedrich Merz habe im Juli gesagt, Deutschland müsse mit dem Klimawandel leben, weil Europa ihn allein nicht stoppen könne. Der Beitrag hält dem entgegen, dass ein Klimawandel in diesem Tempo auch ökonomisch nicht tragbar sei.
„Wir können mit dem Klimawandel auch wirtschaftlich nicht leben“, lautet die zentrale Aussage des RND-Beitrags.
Zusammenfassung: Niedrigwasser, fehlende Kühlung für Atomkraftwerke und zerstörerische Waldbrände werden als wirtschaftliche Folgen des Klimawandels beschrieben. Nach Darstellung des RND.de steigen die Kosten der Anpassung, wenn Klimaschutz ausbleibt.
ARD Mediathek: Diskussion über Gewinne der Ölkonzerne und Übergewinnsteuer
In der Vorschau zu „Wirtschaft vor acht“ kündigt die ARD Mediathek einen Beitrag zu den Gewinnen großer Ölkonzerne an. Dort heißt es, bei den großen Ölkonzernen sprudelten die Gewinne.
US-Präsident Donald Trump wolle einen Teil des Geldes erstatten lassen. Auch in Europa würden die Forderungen nach einer „Übergewinnsteuer“ lauter.
Zusammenfassung: Die angekündigte Sendung befasst sich mit hohen Gewinnen der Ölkonzerne und den Forderungen nach einer Übergewinnsteuer in Europa. Zudem wird ein Vorstoß von US-Präsident Donald Trump erwähnt.
Einschätzung der Redaktion
Die Nachrichten verdeutlichen eine wachsende Bedeutung geopolitischer Risiken, solider Staatsfinanzen und strategischer Zukunftsinvestitionen. Besonders belastbar erscheinen Geschäftsmodelle, die von Digitalisierung, Energieinfrastruktur und künstlicher Intelligenz profitieren. Gleichzeitig zeigen die Debatten über Klimafolgen und Ölkonzerne, dass wirtschaftliche Stabilität zunehmend von politischen Entscheidungen über Versorgungssicherheit, Verteilung und Anpassung abhängt.
Zusammenfassung: Wirtschaftliche Chancen entstehen vor allem durch Technologie und Infrastruktur; geopolitische Abhängigkeiten, ungedeckte politische Versprechen und Klimarisiken bleiben zentrale Belastungsfaktoren.
Quellen:
- Der Börsen-Tag: Öl wird billiger
- Im AfD-Wahlprogramm klafft eine milliardenschwere Finanzierungslücke
- KI boomt, Autosparte springt an: Chiphersteller Infineon verbucht Rekord-Wachstum
- Wirtschaft in Nordkorea: Wie ist dieser Aufschwung zu erklären?
- Wir können mit dem Klimawandel auch wirtschaftlich nicht leben
- Vorschau: Wirtschaft vor acht