Deutsche fordern Preisdeckel, während Wirtschaft und Energiebranche im Fokus stehen

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet Zustimmung zum Spritpreisdeckel, die Windmesse in Hamburg, den Smart-Meter-Ausbau sowie Streit um UBS-Kapitalregeln und Investitionen im Grand Est.

Von Tankrabatt und Smart Metern bis zur Zukunft der Windindustrie und den Kapitalregeln der UBS: Der Pressespiegel zeigt, wie politische Entscheidungen und wirtschaftliche Interessen Energiepreise, Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit prägen.

Mehrheit der Deutschen für Preisdeckel bei Kraftstoffen

Eine klare Mehrheit der Deutschen spricht sich für einen Preisdeckel auf Kraftstoffe aus. Laut PZ-news stimmten in einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Magazins «Stern» und des Senders RTL 69 Prozent einer solchen Maßnahme zu, während 26 Prozent dagegen waren.

Für die repräsentative Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa am 17. und 18. September 1.001 Deutsche. Am Abend des 18. Septembers hatten sich Bund und Länder auf einen neuen Tankrabatt und einen Spritpreisdeckel geeinigt.

Besonders groß war die Zustimmung im Osten Deutschlands. Dort sprachen sich 81 Prozent der Befragten für eine Spritpreisbremse aus, im Westen waren es 67 Prozent.

RegionZustimmung zur Spritpreisbremse
Deutschland insgesamt69 Prozent
Osten81 Prozent
Westen67 Prozent
Dagegen26 Prozent

Zusammenfassung: Die Umfrage zeigt eine Zustimmung von 69 Prozent zu einem Preisdeckel auf Kraftstoffe. Quelle: PZ-news.

Wind Energy Hamburg erwartet mehr als 40.000 Besucher

In Hamburg beginnt die Messe Wind Energy, die zu den weltweit wichtigsten Veranstaltungen der Windindustrie gehört. Der Veranstalter Hamburg Messe und Congress erwartet bis Freitag mehr als 43.000 Branchenvertreter aus rund 100 Ländern sowie 1.600 Aussteller.

Die zweijährlich stattfindende Fachmesse soll nach Angaben des Veranstalters die gesamte Wertschöpfungskette der Windindustrie abbilden. Zur Pressekonferenz werden unter anderem die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, Bärbel Heidebroek, und weitere Vertreter der Branche erwartet.

Die Eröffnungskonferenz ist um 10.30 Uhr geplant. Als Redner ist der Chef des dänischen Herstellers Vestas, Henrik Andersen, angekündigt. Heidebroek gilt als Kritikerin der von Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche angestoßenen Energiereformen.

Zu den weiteren wichtigen internationalen Veranstaltungen der Branche zählt die China Wind Power, die im Oktober in Peking stattfindet. Im April wurde die Messe Wind Europe in Madrid veranstaltet, die nach Besucherzahl kleiner als die beiden anderen Veranstaltungen ist.

Die Windindustrie ist in Deutschland ein wichtiger Arbeitgeber. Nach Verbandsangaben waren im Jahr 2023 nahezu 125.000 Menschen in dem Bereich tätig; jüngere Zahlen liegen laut SZ.de nicht vor. Als große Hersteller in Deutschland nennt die Quelle die Siemens-Energy-Tochter Gamesa, Nordex und Enercon.

Zusammenfassung: Die Wind Energy Hamburg bringt mehr als 43.000 erwartete Branchenvertreter und 1.600 Aussteller aus rund 100 Ländern zusammen. Quelle: SZ.de.

Deutschland überschreitet drei Millionen installierte Smart Meter

Der Ausbau intelligenter Stromzähler in Deutschland kommt nach Angaben der Bundesnetzagentur langsam voran. Zum Stichtag 30. Juni waren knapp 3,2 Millionen sogenannte Smart Meter eingebaut; damit befand sich an 5,9 Prozent aller Messstellen ein intelligentes Messsystem.

Seit Ende 2025 ist der Anteil laut n-tv.de um 1,5 Prozentpunkte gestiegen. Für Stromkunden mit einem Verbrauch von mehr als 6000 Kilowattstunden pro Jahr besteht seit 2023 eine gesetzliche Pflicht zur Installation intelligenter Messsysteme.

Der Gesetzgeber hatte für Ende 2025 eine Quote von 20 Prozent vorgegeben. Diese Quote wurde mit 23,3 Prozent übertroffen. Inzwischen liegt die Quote bei den sogenannten Pflichteinbaufällen nach Angaben der Bundesnetzagentur bei 26,1 Prozent.

Die Behörde leitete im März gegen 434 Unternehmen, die die vorgegebenen Quoten nicht erfüllten, Verfahren ein. 77 dieser Messstellenbetreiber hatten überhaupt keine Smart Meter eingebaut. 150 Verfahren konnten laut Bundesnetzagentur inzwischen eingestellt werden.

„Nach Eröffnung von Aufsichtsverfahren sehen wir nun, dass es bundesweit mit dem Rollout vorangeht“, erklärte Behördenchef Klaus Müller. „Auch um schnell zu einer größeren Systemeffizienz zu kommen, muss der Rollout weiter Fahrt aufnehmen.“

Intelligente Messsysteme sollen dazu beitragen, Wind- und Solarstrom besser in die Netze zu integrieren. Der Verbrauch kann dadurch besser an das vorhandene Angebot angepasst werden.

KennzahlWert
Installierte Smart Meter zum 30. Juniknapp 3,2 Millionen
Anteil an allen Messstellen5,9 Prozent
Anstieg seit Ende 20251,5 Prozentpunkte
Vorgabe für Ende 202520 Prozent
Erreichte Quote Ende 202523,3 Prozent
Aktuelle Quote bei Pflichteinbaufällen26,1 Prozent
Verfahren gegen Unternehmen434
Messstellenbetreiber ohne Smart Meter77
Eingestellte Verfahren150

Zusammenfassung: In Deutschland sind knapp 3,2 Millionen Smart Meter installiert. Die Quote bei den Pflichteinbaufällen liegt bei 26,1 Prozent. Quelle: n-tv.de.

Schweizer Wirtschaft unterstützt milderen Kapitalvorschlag für UBS

Vor einer wichtigen Abstimmung im Schweizer Parlament stellt sich die Wirtschaft im Streit über die künftigen Kapitalregeln hinter die UBS. Wirtschaftsverbände warnen laut FinanzBusiness davor, dass die Pläne der Regierung die Kapitalkosten der Großbank erhöhen und sie im internationalen Wettbewerb benachteiligen könnten.

Schärfere regulatorische Anforderungen würden sich nach Darstellung der Verbände langfristig auch auf die Finanzierungskosten und das Angebot von Krediten und Kapitalmarktleistungen für die Industrie sowie kleine und mittlere Unternehmen auswirken. Dies könne die Investitionsmöglichkeiten der Unternehmen einschränken, Arbeitsplätze gefährden und die Schweizer Bevölkerung belasten.

Die Schweizer Regierung will mit einem Maßnahmenpaket verhindern, dass es nach dem Zusammenbruch der Credit Suisse im Jahr 2023 und der anschließenden Übernahme durch die UBS zu einer erneuten Banken-Schieflage kommt. Im Mittelpunkt steht die Unterlegung der ausländischen Tochtergesellschaften, die für die UBS den gewichtigsten Kostenblock darstellt.

Die Regierung fordert, dass die Auslandstöchter mit 100 Prozent hartem Kernkapital unterlegt werden. Die Wirtschaftskommission des Ständerats überwies Ende August dagegen einen deutlich milderen Vorschlag mit 50 Prozent hartem Kernkapital und 50 Prozent sogenannten AT1-Anleihen. Diese sind für die Bank wesentlich günstiger.

In der Parlamentsdebatte erhielt außerdem eine dritte Variante viel Zuspruch. Danach müsste die UBS die Auslandstöchter mit 90 Prozent Eigenkapital unterlegen. UBS-Konzernchef Sergio Ermotti bezeichnete auch diese Forderung als deutlich zu hoch.

„Mit einem blauen Auge können wir leben, aber zwei blaue Augen und eine gebrochene Nase sind zu viel“, sagte UBS-Konzernchef Sergio Ermotti laut FinanzBusiness der „Neuen Zürcher Zeitung“.

Economiesuisse und weitere Wirtschaftsverbände sprachen sich für den Vorschlag der Wirtschaftskommission aus. Dieser stärke die Systemstabilität, ohne den Finanzplatz Schweiz zu schwächen. Voraussichtlich am kommenden Mittwoch soll der Ständerat über die Kapitalregeln abstimmen; im weiteren Jahresverlauf dürfte die große Kammer, der Nationalrat, folgen.

VorschlagVorgesehene Kapitalunterlegung
Schweizer Regierung100 Prozent hartes Kernkapital
Wirtschaftskommission des Ständerats50 Prozent hartes Kernkapital und 50 Prozent AT1-Anleihen
Dritte Variante90 Prozent Eigenkapital

Zusammenfassung: Die Schweizer Wirtschaft unterstützt den Vorschlag mit 50 Prozent hartem Kernkapital und 50 Prozent AT1-Anleihen. Quelle: FinanzBusiness.

Grand Est wirbt in München um deutsche Investoren

Die französische Region Grand Est will verstärkt deutsche Investoren gewinnen und eröffnet dafür eine Anlaufstelle in München. Mit der bayerischen Landeshauptstadt als Ankerpunkt und einer möglichen späteren Präsenz in weiteren deutschen Städten soll der direkte Kontakt zu Unternehmen und Wirtschaftsnetzwerken ausgebaut werden.

Der sogenannte Ostfrankreich Expansion Desk richtet sich an deutsche Unternehmen, die sich im Grand Est niederlassen oder ihre Aktivitäten dort ausbauen möchten. Die deutschsprachige Anlaufstelle soll Projekte von den ersten Überlegungen bis zur Umsetzung begleiten, administrative Hilfe bieten und den Weg für Investoren vereinfachen und beschleunigen.

Im Mittelpunkt stehen Cleantech, Biowissenschaften, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Cybersicherheit und Deep-Tech. Die 2016 geschaffene Verbundregion umfasst neben den unmittelbar an Deutschland grenzenden Regionen Elsass und Lothringen auch die Region Champagne-Ardenne.

„Die Région Grand Est ist das natürliche Bindeglied zwischen Frankreich und Deutschland. Unsere Nähe ist nicht nur geografischer Natur, sondern auch industrieller, wirtschaftlicher und kultureller Art“, sagte Regionspräsident Franck Leroy.

Deutschland ist bereits der wichtigste internationale Wirtschaftspartner der französischen Region. Rund 30 Prozent der im Grand Est realisierten ausländischen Investitionsprojekte stammen aus Deutschland, außerdem sind mehr als 820 deutsche Unternehmen in der Region ansässig.

Als Gründe für deutsche Investitionen in der Grenzregion nennt die Deutsch-französische Industrie- und Handelskammer unter anderem die Verfügbarkeit qualifizierter Arbeitskräfte, die gute Infrastruktur und die geografische Lage. Die Region Grand Est will diese bestehenden Verbindungen mit neuen Projekten und Allianzen weiter ausbauen.

KennzahlWert
Gründung der Verbundregion2016
Anteil deutscher InvestitionsprojekteRund 30 Prozent
Deutsche Unternehmen im Grand EstMehr als 820

Zusammenfassung: Mit einer deutschsprachigen Anlaufstelle in München will Grand Est deutsche Investitionen in Schlüsseltechnologien und weiteren Bereichen fördern. Quelle: Mindener Tageblatt.

Einschätzung der Redaktion

Infobox: Die Themen verbindet ein gemeinsamer Kern: Politische Entscheidungen müssen kurzfristige Entlastung mit langfristiger Stabilität, Investitionssicherheit und wirtschaftlicher Wettbewerbsfähigkeit verbinden.

Quellen: