Wirtschaft unter Druck: Kosten, Fachkräftemangel und politische Unsicherheit prägen Debatten

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Deutschlands Wirtschaft steht durch politische Unsicherheit, Energie- und Benzinpreisrekorde, Fachkräftemangel sowie Transformationsdruck erheblich unter Druck.

Politische Weichenstellungen, Rekordpreise und knappe Fachkräfte setzen Deutschlands Wirtschaft unter Druck. Der Pressespiegel zeigt, wie Unternehmen zwischen Wahlkampf, Energiekrise, Mitbestimmung und Klimatransformation um ihre Wettbewerbsfähigkeit ringen – und welche Entscheidungen jetzt die Richtung vorgeben könnten.

Pressespiegel: Wirtschaft zwischen politischer Unsicherheit, steigenden Kosten und Transformationsdruck

Sachsen-Anhalt: Unternehmen blicken mit unterschiedlichen Erwartungen auf die Landtagswahl

Die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt steht nach Darstellung von T-Online vor erheblichen Herausforderungen. Die Industrie befindet sich demnach unter Druck, während das Land zugleich rasch altert und am 6. September ein neuer Landtag gewählt wird. Der AfD werden dabei gute Chancen auf den Gewinn der stärksten Kraft eingeräumt; möglicherweise könnte sie sogar die absolute Mehrheit erreichen.

Besonders wichtig ist die Chemieindustrie im mitteldeutschen Chemiedreieck zwischen Halle, Merseburg und Bitterfeld. Rund 13.000 Arbeitsplätze hängen direkt an der Branche, einschließlich der angeschlossenen Betriebe sind es mehr als 50.000. Mit knapp neun Milliarden Euro Umsatz war die Chemieindustrie 2024 die umsatzstärkste Industriebranche Sachsen-Anhalts.

Die Zukunft der energieintensiven Industrie gilt laut T-Online als ungewiss. Erdgas wird in der Chemie sowohl als Energieträger als auch als wichtiger Rohstoff benötigt, ist in Europa nach dem Wegfall russischer Lieferungen jedoch deutlich teurer als in den USA oder China. Die Auslastung der Anlagen im Chemiepark Leuna fiel auf unter 70 Prozent; mehrere Unternehmen meldeten Insolvenz an.

Ein Sprecher eines großen Chemieunternehmens erklärte, die gesamte Industrie befinde sich in einer existenziellen Krise. Aus Sicht der Branche könnten ein Industriestrompreis, niedrigere Netzentgelte und eine Entlastung bei den CO2-Kosten helfen. Über diese Themen werde allerdings vor allem in Berlin und Brüssel entschieden. Sollte sich nichts ändern, könnten weitere Unternehmen das Land verlassen.

Auch die Tesvolt AG aus Wittenberg sieht sich mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Das Unternehmen kauft Batteriezellen aus China und stellt daraus Batteriespeicher her. Geschäftsführer Simon Schandert sagte, Europa sei als Hardware-Lieferant abgehängt. Tesvolt beschäftigt am Hauptsitz in Lutherstadt Wittenberg und an einem Standort in Berlin rund 200 Mitarbeiter, davon 16 Prozent mit ausländischem Pass.

Für das weitere Wachstum seien internationale Fachkräfte zwingend erforderlich, betonte Schandert. Einzelne Mitarbeitende seien in der Vergangenheit nach Berlin oder Leipzig zurückgezogen, weil sie sich in Wittenberg ausgegrenzt gefühlt hätten. Diese Sorgen nehme das Unternehmen sehr ernst.

Eine andere Einschätzung vertritt der Bauunternehmer Enrico Reinecke. Der Chef des 2000 gegründeten „Bauteams Wittenberg“ beschäftigt 25 Mitarbeiter und sorgt sich nach eigener Aussage nicht vor einer AfD-Regierung. Reinecke kritisiert die sogenannte Brandmauer und sagte: „Lasst die doch herankommen. Die sollen es doch erst einmal vergeigen.“

Sein Unternehmen bietet Grobbauleistungen wie Erdaushub, Bodenplatten und Mauerwerk an. Vor der Corona-Pandemie baute die Firma 30 Einfamilienhäuser pro Jahr, vor zwei Jahren war es nur noch ein Haus. Die Materialpreise würden inzwischen mehrmals statt einmal jährlich erhöht; ein 140-Quadratmeter-Haus fange inzwischen bei einer halben Million Euro an. Trotz dieser Entwicklung seien die Auftragsbücher voll, der jährliche Umsatz liege bei rund drei Millionen Euro.

Der Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Thomas Brockmeier, warnt hingegen vor den möglichen wirtschaftlichen Folgen einer politischen Abschottung. Sachsen-Anhalt habe über mehrere Jahre bundesweit Spitzenplätze bei ausländischen Direktinvestitionen belegt. Bei Dynamik-Rankings liege das Land in mehreren Kategorien unter den ersten drei bis fünf bundesweit.

Gleichzeitig weist Brockmeier auf die demografische Herausforderung hin: Beim Durchschnittsalter der Bevölkerung liegt Sachsen-Anhalt mit 48,3 Jahren auf dem letzten Platz. Er warnt, dass insbesondere internationale Unternehmen und Beschäftigte durch ein Klima der Abschottung abgeschreckt werden könnten. Eine glaubwürdige Willkommenskultur aufzubauen dauere Jahre, könne aber sehr schnell zerstört werden.

„Wer sich isoliert, verliert. So einfach ist das.“ – Thomas Brockmeier, Hauptgeschäftsführer der IHK Halle-Dessau, zitiert von T-Online

Die Reportage von T-Online erinnert außerdem an den Strukturbruch nach der deutschen Wiedervereinigung. Im mitteldeutschen Chemiedreieck arbeiteten einst Hunderttausende Menschen in einem großen Industriekomplex. Nach drastischem Jobabbau ist heute nur noch ein Bruchteil der früheren Beschäftigtenzahl übrig; zugleich erzielte die Branche erhebliche Produktivitätssprünge und gilt weiterhin als Rückgrat der Landeswirtschaft.

Andrea Schenk, die früher als Maschinistin und Heizerin im Kraftwerk Buna arbeitete, verlor ihren Arbeitsplatz nach der Wende. Das Werk wurde nach einer Stabilitätsprüfung stillgelegt. Schenk absolvierte zwei Umschulungen, wechselte in die Altenpflege und leitete bis zur Rente einen eigenen Wohnbereich. Die heutigen, modernen Anlagen der Chemieindustrie unterscheiden sich nach ihrer Einschätzung deutlich von den maroden DDR-Anlagen.

Sie kann sich die Region ohne Chemiewerke nicht vorstellen. Die Branche gehöre für sie dazu, zugleich bereite ihr die aktuelle wirtschaftliche Lage Sorgen.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse laut T-Online:

Super E10 erreicht neuen nominellen Preisrekord

Der Preis für Super E10 ist laut SZ.de auf einen neuen Höchststand gestiegen. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter am Mittwoch 2,215 Euro. Damit wurde der bisherige Rekord von 2,203 Euro aus dem März 2022 übertroffen.

Als wesentlichen Hintergrund nennt SZ.de das Wiederaufflammen des Iran-Kriegs. Erneute Angriffe der USA auf Iran und Gegenangriffe Irans wirkten sich demnach auf die Preise aus. Zusätzlich verteuerte Niedrigwasser am Rhein den Transport, weil der geringe Wasserstand höhere Transportkosten verursachte.

Super E10 gilt als günstigste der gängigen Benzinsorten in Deutschland. In der Regel ist die Sorte fünf bis sechs Cent billiger als Super E5.

Der neue Höchststand ist nach Darstellung von SZ.de allerdings nur ein nomineller Preisrekord. Inflationsbereinigt war Benzin im Jahr 2012 bereits teurer als heute. Wegen des Iran-Kriegs stieg die Inflation im August insgesamt wieder auf 2,9 Prozent.

Ein erneuter staatlicher Tankrabatt ist derzeit nicht geplant. Von Anfang Mai bis Ende Juni galt ein Tankrabatt in Höhe von 16,7 Cent pro Liter. Nach einer Schätzung des Finanzministeriums kostete diese Maßnahme den Bund rund 1,6 Milliarden Euro. Die Bundesregierung hat eine Neuauflage bislang abgelehnt.

AngabeWert
Preis für einen Liter Super E10 am Mittwoch2,215 Euro
Bisheriger Rekord aus dem März 20222,203 Euro
Preisabstand von E10 zu Super E5fünf bis sechs Cent
Inflation im August2,9 Prozent
Höhe des Tankrabatts16,7 Cent pro Liter
Kosten des Tankrabatts für den Bundrund 1,6 Milliarden Euro

Infobox – wichtigste Erkenntnisse laut SZ.de:

Arbeitgeber wollen Mitbestimmung der Betriebsräte neu ordnen

Die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände will die Mitwirkung von Betriebsräten in bestimmten Fällen einschränken und Verfahren beschleunigen. Wie der Spiegel berichtet, sollen Unternehmen insbesondere in Krisen und bei umfangreichen Umbauprozessen freier handeln können.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger fordert eine Reform des Betriebsverfassungsgesetzes. Deutschland müsse schneller, effizienter und weniger bürokratisch werden. Die BDA will deshalb bestehende Mitbestimmungsrechte auf den Prüfstand stellen.

Die Arbeitgeber kritisieren vor allem die Mitbestimmung bei sozialen Angelegenheiten. Anpassungen wie die Einführung neuer Arbeitsmittel oder Regelungen zum Gesundheitsschutz würden häufig nur schleppend umgesetzt und könnten notwendige Veränderungen ausbremsen.

Für besonders dringende Fälle fordert die BDA eine einseitige Regelungsbefugnis. Arbeitgeber sollen vorläufig auch ohne Zustimmung des Betriebsrats oder den Spruch einer Einigungsstelle entscheiden dürfen. Dulger begründet dies damit, dass bei verlorenen Aufträgen, verschleppter Digitalisierung und sinkender Wettbewerbsfähigkeit letztlich auch Beschäftigung gefährdet sei.

„Für Unternehmen muss es möglich werden, dringende Entscheidungen zu treffen, ohne erst einen Spruch der Einigungsstelle abwarten zu müssen.“ – Rainer Dulger, zitiert vom Spiegel

Darüber hinaus sollen Fristen für Einigungen und die Mitbestimmung festgelegt werden. Nach Auffassung der Arbeitgeber kann ein Betriebsrat Verhandlungen über einen Interessenausgleich und einen Sozialplan erheblich verzögern. Dies könne beispielsweise Restrukturierungen bei Werksschließungen oder Entlassungen blockieren.

Der Vorschlag der BDA sieht vor, dass Arbeitgeber nach Ablauf einer bestimmten Frist rechtssicher allein entscheiden können. Betriebsräte sollen die Möglichkeit einer nachträglichen Kontrolle behalten.

Die Arbeitgeberverbände plädieren außerdem für kleinere Betriebsräte, sodass weniger Beschäftigte für diese Aufgaben freigestellt werden müssten. Zusätzlich sollen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ihre Zusammenarbeit in betrieblichen Strukturvereinbarungen organisieren können. Elektronische Betriebsratswahlen und virtuelle Sitzungen sollen ebenfalls ermöglicht werden.

Die Pläne dürften nach Einschätzung des Spiegel bei den Gewerkschaften auf Widerstand stoßen. Eine Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft kam zu dem Ergebnis, dass zuletzt nur noch sieben Prozent der Betriebe einen Betriebsrat hatten. Dies betrifft vorwiegend große Unternehmen. Nur noch jeder dritte Beschäftigte in der Privatwirtschaft wird von einem Betriebsrat vertreten; 1996 war es laut IW noch jeder zweite.

AngabeWert
Betriebe mit Betriebsrat zuletztsieben Prozent
Beschäftigte in der Privatwirtschaft mit Betriebsratsvertretung zuletztjeder dritte Beschäftigte
Beschäftigte mit Betriebsratsvertretung 1996jeder zweite

Infobox – wichtigste Erkenntnisse laut Spiegel:

Volkswagen: Marke Seat soll spätestens Ende 2029 auslaufen

Die spanische Automarke Seat steht laut einem von derStandard.de aufgegriffenen Medienbericht vor dem Aus. Der Volkswagen-Vorstand wolle die Marke demnach spätestens Ende 2029 vom Markt nehmen.

Grundlage des Berichts ist ein Beitrag der „Wirtschaftswoche“, die sich auf einen Vorstandsbeschluss beruft. Über diesen Beschluss sollte der VW-Aufsichtsrat am Freitag abstimmen. Seat werde dem Bericht zufolge nicht mehr als Bestandteil des Zielbilds 2030 geführt.

Das Unternehmen wollte den Bericht laut derStandard.de nicht kommentieren. Damit bleibt die Zukunft der Marke vorerst von der erwarteten Entscheidung und der weiteren Kommunikation des Volkswagen-Konzerns abhängig.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse laut derStandard.de:

Mecklenburg-Vorpommern: Bauprojekt zeigt Bedeutung von Fachkräften

Der NDR berichtet unter dem Titel „Drönnewitz: Keine Wirtschaft ohne Fachkräfte“ über die Bedeutung qualifizierter Beschäftigter für die regionale Wirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern. Im Mittelpunkt steht eine Straßenbaufirma, deren Fachkräfte täglich an einer neuen Ortsdurchfahrt arbeiten.

Das vorgestellte Projekt hat ein Volumen von 2,5 Millionen Euro. Der Beitrag ordnet die Arbeiten in die regionale Wirtschafts- und Arbeitsmarktlage ein und macht deutlich, dass die Umsetzung größerer Infrastrukturvorhaben auf verfügbare Fachkräfte angewiesen ist.

Der Beitrag wurde im „Nordmagazin“ am 02.09.2026 ausgestrahlt. Die Sendung informiert jeden Abend um 19:30 Uhr in 30 Minuten über regionale Themen und Entwicklungen aus Mecklenburg-Vorpommern.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse laut NDR:

Klimaschutztag 2026 stellt Verbindung von Wirtschaft und Klimaschutz in den Mittelpunkt

Der Presseportal-Beitrag der Klimaschutz-Unternehmen kündigt den Klimaschutztag 2026 unter dem Leitmotiv „Wirtschaft stärken. Zukunft sichern.“ an. Die Veranstaltung findet am 14. Oktober in Berlin im Haus der Deutschen Wirtschaft statt; erwartet werden rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft.

Im Zentrum steht die Frage, wie unternehmerischer Klimaschutz die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken kann. Unternehmen sehen sich laut Mitteilung mit steigenden Kosten, geopolitischen Unsicherheiten und den Folgen des Klimawandels konfrontiert. Verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit seien deshalb wichtige Voraussetzungen für Investitionen und weitere Gestaltungsmöglichkeiten.

Jörg Schmidt, Vorsitzender der Klimaschutz-Unternehmen, betont die Bedeutung des Austauschs zwischen Unternehmen, Politik und Wissenschaft. Anhand konkreter Beispiele aus der Praxis soll gezeigt werden, was betrieblicher Klimaschutz auf dem Weg zur Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft leisten kann. Auch die notwendige Klimaanpassung in den Unternehmen gehört nach Angaben des Verbands zum Programm.

„Wirtschaft stärken. Zukunft sichern.“ – Leitmotiv des Klimaschutztags 2026 laut Presseportal

Beim Klimaschutztag soll außerdem die Publikation „Klimaschutz ohne Umwege: Was Unternehmen aus Genehmigungsverfahren gelernt haben“ an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit übergeben werden. Darin schildern Unternehmen ihre Erfahrungen mit Genehmigungsverfahren, benennen praktische Hürden und zeigen auf, wie Verfahren einfacher und schneller gestaltet werden können.

Auch die Deutsche Industrie- und Handelskammer ist Kooperationspartner der Veranstaltung. Dr. Sebastian Bolay, DIHK-Bereichsleiter Energie, Umwelt, Industrie, beschreibt die Transformation zur Klimaneutralität als große Aufgabe und zugleich als Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland. Nachhaltige Technologien, innovative Geschäftsmodelle und langfristige Investitionen sollen dabei eine zentrale Rolle spielen.

Inhaltlich wird der Klimaschutztag durch Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung geprägt. Zu den Gästen gehören unter anderem Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Ausgezeichnet werden die LÜDECKE GmbH, die Ralf Bohle GmbH und die Vorwerk SE & Co. KG. Die Urkunden werden vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, dem Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit sowie der Deutschen Industrie- und Handelskammer übergeben.

Die drei Unternehmen werden als Vorreiter des betrieblichen Klimaschutzes bezeichnet. Ihre Best-Practice-Beispiele betreffen unter anderem die Kreislaufwirtschaft und die Energiewende.

AngabeWert
VeranstaltungKlimaschutztag 2026
Datum14. Oktober
OrtHaus der Deutschen Wirtschaft, Berlin
Erwartete Teilnehmerzahlrund 200 Vertreterinnen und Vertreter
Ausgezeichnete UnternehmenLÜDECKE GmbH, Ralf Bohle GmbH und Vorwerk SE & Co. KG

Infobox – wichtigste Erkenntnisse laut Presseportal:

Einschätzung der Redaktion

Die zentrale wirtschaftliche Herausforderung ist nicht ein einzelnes Ereignis, sondern das Zusammenwirken von hohen Energie- und Mobilitätskosten, Fachkräftemangel, geopolitischer Unsicherheit und notwendiger Transformation. Besonders energieintensive Regionen wie Sachsen-Anhalt zeigen, wie schnell politische Polarisierung zum Standortfaktor werden kann: Offenheit, verlässliche Regeln und internationale Arbeitskräfte sind für Investitionen ebenso entscheidend wie wettbewerbsfähige Energiepreise.

Ein Abbau betrieblicher Mitbestimmung könnte Entscheidungsprozesse kurzfristig beschleunigen, birgt aber das Risiko, Akzeptanz und soziale Stabilität bei tiefgreifenden Umbrüchen zu schwächen. Nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit entsteht daher nicht durch weniger Beteiligung allein, sondern durch schnellere Verfahren, klare Rahmenbedingungen und glaubwürdige Kooperation zwischen Politik, Unternehmen und Beschäftigten.

Der mögliche Rückzug einer etablierten Automarke unterstreicht zudem den strukturellen Anpassungsdruck der deutschen Industrie. Klimaschutz und Digitalisierung sind dabei keine Zusatzaufgaben, sondern Voraussetzungen, um Wertschöpfung, Beschäftigung und Innovationsfähigkeit langfristig zu sichern.

Kernaussage: Deutschlands Wirtschaftsstandorte brauchen gleichzeitig mehr Geschwindigkeit, niedrigere Standortkosten und gesellschaftliche Offenheit. Wer nur an einer dieser Stellschrauben dreht, wird den Transformationsdruck nicht nachhaltig bewältigen.

Quellen: