Wirtschaft im Wandel: Henkel expandiert, Erholung und neue Risiken prägen 2026

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Henkel plant weitere Zukäufe, während die deutsche Wirtschaft 2026 vorsichtige Erholung zeigt; Klimatransformation und politische Risiken bleiben Herausforderungen.

Zwischen Übernahmeplänen, vorsichtigen Erholungssignalen und wachsenden Sicherheitsrisiken steht die deutsche Wirtschaft vor entscheidenden Weichenstellungen. Der Pressespiegel zeigt, wie Unternehmen auf Kostendruck, politische Unsicherheit, Klimatransformation und geopolitische Bedrohungen reagieren – und wo die größten Chancen und Risiken für den Standort liegen.

Henkel setzt auf weiteres Wachstum durch Zukäufe

Der Konsumgüterkonzern Henkel plant weitere Übernahmen. Henkel-Chef Carsten Knobel sagte der „Rheinischen Post“, das Unternehmen habe in den vergangenen Monaten Unternehmenskäufe im Wert von zusammen rund fünf Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen.

Mit den Zukäufen sollen die beiden Unternehmensbereiche Adhesive Technologies und Consumer Brands gestärkt werden. Obwohl Henkel in beiden Sparten großes Potenzial für organisches Wachstum sieht, prüft der Konzern weiterhin, wie er sich durch Akquisitionen verstärken kann.

Entscheidend seien laut Knobel der strategische Fit, die Verfügbarkeit und die finanzielle Attraktivität eines Angebots. Wenn diese Voraussetzungen erfüllt seien, greife Henkel auch zu, erklärte der Manager.

Gleichzeitig belastet die Entwicklung der Rohstoff- und Energiekosten das Unternehmen. Henkel sei zwar weniger energieintensiv als klassische Chemieunternehmen und nutze Rohöl nicht direkt als Rohstoff, spüre aber den deutlichen Kostenschub bei Energie, eingekauften Rohstoffen und Vorprodukten.

Preiserhöhungen bei Konsumgütern wie Persil seien schwieriger durchzusetzen, weil Verbraucher diese zunehmend nur bei konkreten Innovationen akzeptierten. Bei Industriekunden könnten höhere Preise für Klebstoffe zwar durchgesetzt werden, allerdings erwarteten diese bei sinkenden Rohstoffpreisen auch wieder niedrigere Preise.

„Wenn das gegeben ist, greifen wir auch zu“, sagte Henkel-Chef Carsten Knobel laut n-tv.de.

Infobox – Quelle: n-tv.de: Henkel hat in den vergangenen Monaten Unternehmenskäufe im Wert von zusammen rund fünf Milliarden Euro vereinbart oder abgeschlossen. Weitere Zukäufe bleiben möglich, sofern strategische und finanzielle Voraussetzungen erfüllt sind.

Deutsche Wirtschaft zeigt 2026 Erholungssignale

Die deutsche Wirtschaft verzeichnet nach einer langen Schwächephase erste Anzeichen einer Erholung. Laut DW legte das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent zu und wuchs damit stärker als prognostiziert.

Die Entwicklung knüpfte an die robusten Zahlen der beiden vorangegangenen Quartale an. Deutschland ist laut der Deutschen Welle auf dem Weg zum stärksten BIP-Wachstum seit 2022.

Mehrere Wirtschaftsinstitute korrigierten ihre Prognosen nach oben. Das ifo Institut, das Kiel Institut für Weltwirtschaft und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erwarten nun ein Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent oder höher für das Jahr 2026.

Auch die Stimmung unter den Unternehmen verbesserte sich. Der ifo-Geschäftsindex erreichte im August den höchsten Stand seit einem Jahr.

„Das ist mehr als nur ein Strohfeuer“, sagte Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, der DW. „Es könnte ein Aufschwung sein.“

Für den Aufschwung waren insbesondere Exporte und die industrielle Basis Deutschlands maßgeblich. Die Zahl der neuen Aufträge stieg den dritten Monat in Folge und führte zum stärksten Produktionswachstum seit Anfang 2022.

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau meldete für Juli einen Anstieg der Auslandsaufträge um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Nach Einschätzung von Carsten Brzeski, Chefvolkswirt der ING, profitierten deutsche Fertigungsunternehmen, insbesondere energieintensive Branchen wie die Chemieindustrie, von Veränderungen im internationalen Handel.

Die DW berichtet außerdem, dass deutsche Unternehmen ihre Lieferketten nach den Schocks der vergangenen Jahre stärker diversifiziert hätten. Dazu gehörten eine veränderte Transportlogistik, größere Lagerbestände und die Nutzung verschiedener Transportwege.

Die Bundesregierung unterstützt die Entwicklung mit einem Sondervermögen in Höhe von 500 Milliarden Euro für Investitionen in Infrastruktur, höheren Verteidigungsausgaben und Reformvorschlägen zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommen Entlastungsmaßnahmen bei Energiepreisen sowie ein Steuerentlastungsprogramm in Höhe von 10 Milliarden Euro für einkommensschwache Haushalte.

Trotz der positiven Zahlen bleiben strukturelle Probleme bestehen. Die Inlandsnachfrage sei praktisch nicht gestiegen, die Konsumausgaben des öffentlichen und privaten Sektors seien unverändert geblieben und die Investitionen seien zurückgegangen.

Als weitere Herausforderungen nennt die DW die Konkurrenz aus China sowie den langfristigen Verlust internationaler Wettbewerbsfähigkeit in der Automobilindustrie und anderen Branchen. Für das Gesamtjahr 2026 wird in dem Bericht ein Wachstum von 1,2 Prozent genannt.

„Es handelt sich hier nicht um Wirtschaftswunder 3.0, das dürfen wir nicht vergessen“, sagte Carsten Brzeski laut DW.

Infobox – Quelle: DW.com: Das deutsche BIP wuchs im zweiten Quartal 2026 um 0,3 Prozent. Für 2026 nennen die Institute ein erwartetes Wachstum von 1,3 Prozent oder höher, während der Bericht für das Gesamtwachstum Deutschlands einen Anstieg um 1,2 Prozent nennt. Exportstärke und Industrie tragen die Erholung, strukturelle Probleme bleiben bestehen.

Klimaschutztag 2026 rückt Wettbewerbsfähigkeit und Transformation in den Mittelpunkt

Der Klimaschutztag 2026 der Klimaschutz-Unternehmen e. V. steht unter dem Leitmotiv „Wirtschaft stärken. Zukunft sichern.“ Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unternehmerischer Klimaschutz die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands stärken kann.

Am 14. Oktober kommen in Berlin rund 200 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Haus der Deutschen Wirtschaft zusammen. Thematisiert werden die Auswirkungen steigender Kosten, geopolitischer Unsicherheiten und des Klimawandels auf Investitionen und Planung.

Die Veranstalter betonen, dass Unternehmen für ihre weitere Entwicklung verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit benötigen. Anhand konkreter Beispiele soll gezeigt werden, welchen Beitrag betrieblicher Klimaschutz auf dem Weg zur Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft leisten kann.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Klimaanpassung in Unternehmen. Beim Klimaschutztag wird die Publikation „Klimaschutz ohne Umwege: Was Unternehmen aus Genehmigungsverfahren gelernt haben“ an das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie an das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit übergeben.

In der Publikation schildern Unternehmen ihre Erfahrungen mit Genehmigungsverfahren. Sie zeigen auf, wo in der Praxis Hürden entstehen, wie Projekte dennoch erfolgreich umgesetzt wurden und wie Verfahren einfacher und schneller gestaltet werden können.

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer ist Kooperationspartner des Klimaschutztags. Nach Angaben der DIHK ist die Transformation zur Klimaneutralität eine große Aufgabe, zugleich aber auch eine Chance für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Inhaltlich geht es auf den Panels und in interaktiven Breakouts um Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung. Zu den Gästen gehören unter anderem Stefan Rouenhoff, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, sowie Prof. Dr. Ottmar Edenhofer, Direktor und Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung.

Als Klimaschutz-Unternehmen werden die LÜDECKE GmbH, die Ralf Bohle GmbH und Vorwerk SE & Co. KG ausgezeichnet. Die Urkunden übergeben BMWE, BMUKN und DIHK.

Infobox – Quelle: verbaende.com: Der Klimaschutztag 2026 verbindet Klimaneutralität, Kreislaufwirtschaft und Klimaanpassung mit der Frage nach der Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandorts Deutschland. Die Veranstaltung findet am 14. Oktober in Berlin statt.

Unternehmer warnen vor möglichen Folgen eines AfD-Siegs in Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt steht laut BILD vor einer richtungsweisenden Landtagswahl. Zwei Unternehmer diskutieren in dem Bericht über einen möglichen Sieg der AfD sowie über Fachkräftemangel, Investitionen und die wirtschaftliche Zukunft des Landes.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich eine AfD-Regierung auf den Wirtschaftsstandort Sachsen-Anhalt auswirken könnte. Dabei werden sowohl die politische Entwicklung als auch konkrete wirtschaftliche Herausforderungen des Landes thematisiert.

Zu den genannten Themen gehören die Sicherung von Fachkräften, die Attraktivität für Investitionen und die künftige wirtschaftliche Ausrichtung. Der Bericht ordnet die Debatte in den bevorstehenden Landtagswahlkampf ein.

Infobox – Quelle: BILD: Zwei Unternehmer erörtern die möglichen wirtschaftlichen Folgen eines AfD-Siegs in Sachsen-Anhalt. Im Fokus stehen Fachkräftemangel, Investitionen und die wirtschaftliche Zukunft des Landes.

Wirtschaft hält sich in AfD-Debatte vor Landtagswahlen zurück

Die AfD könnte laut WELT erstmals in einem Bundesland an die Macht kommen. Ein deutlicher Aufschrei aus der Wirtschaft bleibe jedoch aus.

Im Mittelpunkt des Berichts steht das Schweigen der Wirtschaft angesichts der hohen AfD-Werte vor den Landtagswahlen. „Politico“ hat die drei Wirtschaftsminister der betroffenen Wahlländer gefragt, welche Bedeutung die Entwicklung für die jeweiligen Länder hat.

Die Debatte verbindet damit die politische Stärke der AfD mit den möglichen Folgen für die Wirtschaftspolitik in den Ländern. Der Bericht stellt insbesondere die Frage, wie Wirtschaftsminister und Unternehmen mit der politischen Entwicklung umgehen.

Infobox – Quelle: WELT: Die AfD könnte erstmals an die Macht kommen, während ein öffentlicher Protest der Wirtschaft ausbleibt. „Politico“ befragte die drei Wirtschaftsminister der Wahlländer zu den hohen AfD-Werten.

Jedes fünfte Unternehmen spürt hybride Bedrohungen

Jedes fünfte Unternehmen in Deutschland spürt nach eigenen Angaben Auswirkungen sogenannter hybrider Bedrohungen aus dem Ausland. Dazu zählen laut SZ unter anderem Cyberangriffe, Desinformation, Spionage und Sabotage.

Die Folgen reichen von einem verbesserten Werkschutz bis zu Einschränkungen im operativen Geschäft. Besonders größere Unternehmen mit mehr als 250 Beschäftigten nehmen die Bedrohungen wahr.

Das Institut der deutschen Wirtschaft befragte 1.041 Unternehmen. Nach Branchen betrachtet sehen Unternehmen aus Information und Kommunikation die größten Risiken, gefolgt von der Energie- und Wasserversorgung sowie der Entsorgung.

Unter hybriden Angriffen wird eine Kombination aus militärischen, wirtschaftlichen, geheimdienstlichen und propagandistischen Mitteln verstanden. Dazu gehören auch Cyberattacken und Desinformationskampagnen, die etwa vor Wahlen die öffentliche Meinung beeinflussen sollen.

Siemens-Energy-Chef Christian Bruch sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Bedrohungslage habe in den vergangenen 12 bis 18 Monaten deutlich zugenommen. Er fordert einen zivilen Operationsplan für Krisenfälle, insbesondere zum Schutz der Strom- und Wasserinfrastruktur sowie der Versorgung mit Lebensmitteln.

Viele Unternehmen haben laut IW ihre Investitionen in IT-Sicherheit und digitale Infrastruktur erhöht. Nur ein kleiner Teil habe jedoch die Energieversorgung besser abgesichert oder Notfallpläne für den Ausfall kritischer Infrastruktur angelegt.

„Dies erfordert eine neue Abwehrbereitschaft“, folgern die Wirtschaftsforscher des IW laut SZ.

Nach Einschätzung des Instituts fehlt es zudem an Austausch mit Sicherheitsbehörden und vielfach an einem wirksamen Werkschutz. Die Regelungen seien uneinheitlich, während die Abstimmungswege diffus blieben.

Das im März in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz für einen besseren Schutz bleibe noch hinter den Anforderungen zurück. Das IW warnt vor erheblichen Kosten, wachsender Unsicherheit und möglichen Produktionsausfällen infolge von Angriffen.

AspektAngabe
Befragte Unternehmen1.041
Betroffene UnternehmenJedes fünfte Unternehmen
Besonders betroffene UnternehmensgrößeMehr als 250 Beschäftigte
Genannter Zeitraum der Bedrohungszunahme12 bis 18 Monate
In Kraft getretenes GesetzKritis-Dachgesetz

Infobox – Quelle: SZ.de: Das IW befragte 1.041 Unternehmen; jedes fünfte meldet Auswirkungen hybrider Bedrohungen. Cyberangriffe, Desinformation, Spionage und Sabotage führen zu höheren Sicherheitsanforderungen, während Notfallpläne und der Schutz kritischer Infrastruktur vielerorts noch unzureichend sind.

Einschätzung der Redaktion

Henkel verfolgt mit weiteren Zukäufen eine nachvollziehbare Wachstumsstrategie, erhöht damit aber zugleich den Integrations- und Finanzierungsdruck. Besonders anspruchsvoll ist die Kombination aus Akquisitionen, steigenden Kosten und begrenztem Spielraum für Preiserhöhungen. Entscheidend wird sein, ob die Übernahmen dauerhaft Skaleneffekte und Innovationen liefern.

Zusammenfassung: Wachstum durch Zukäufe bietet Chancen, verlangt angesichts des Kostendrucks jedoch hohe strategische Disziplin.

Einschätzung der Redaktion

Die Erholung ist ein positives Signal, bleibt aber fragil. Export- und Industrieimpulse reichen allein nicht aus, um die schwache Inlandsnachfrage und strukturelle Wettbewerbsprobleme zu überwinden. Nachhaltig wird der Aufschwung erst, wenn Investitionen, Konsum und Produktivität breiter anziehen.

Zusammenfassung: Die Wirtschaft stabilisiert sich, ein selbsttragender Aufschwung ist jedoch noch nicht gesichert.

Einschätzung der Redaktion

Die Verbindung von Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit ist wirtschaftspolitisch entscheidend. Unternehmen benötigen weniger zusätzliche Zielvorgaben als verlässliche, schnellere Genehmigungen und planbare Rahmenbedingungen. Gelingt diese Umsetzung, kann Klimaschutz vom Kostenfaktor zum Standortvorteil werden.

Zusammenfassung: Transformation stärkt den Standort nur dann, wenn sie praktisch umsetzbar und planungssicher ist.

Einschätzung der Redaktion

Die Warnungen vor den Folgen eines AfD-Siegs berühren einen zentralen Standortfaktor: Vertrauen. Eine polarisierende oder ausgrenzende Politik könnte Fachkräftegewinnung, Investitionen und internationale Vernetzung erschweren. Für die Wirtschaft ist daher nicht nur die Wahlentscheidung, sondern vor allem die politische Verlässlichkeit danach entscheidend.

Zusammenfassung: Politische Unsicherheit kann die wirtschaftliche Attraktivität Sachsen-Anhalts unmittelbar schwächen.

Einschätzung der Redaktion

Das Schweigen der Wirtschaft ist strategisch verständlich, wirkt angesichts möglicher Standortfolgen aber problematisch. Unternehmen sind auf stabile Institutionen, offene Arbeitsmärkte und Investitionssicherheit angewiesen. Eine zurückhaltende öffentliche Debatte darf deshalb nicht mit fehlender Betroffenheit verwechselt werden.

Zusammenfassung: Wirtschaftliche Interessen sprechen für eine sachliche, aber deutlichere Auseinandersetzung mit politischen Risiken.

Einschätzung der Redaktion

Hybride Bedrohungen sind längst ein betriebswirtschaftliches Risiko und keine abstrakte Sicherheitsfrage mehr. Besonders kritisch ist die Lücke zwischen steigenden Cyberinvestitionen und unzureichenden Notfallplänen für Energie, Wasser und Lieferketten. Unternehmen und Staat müssen Verantwortlichkeiten, Meldewege und Krisenübungen verbindlicher organisieren.

Zusammenfassung: Resilienz wird zu einer Voraussetzung für Produktionsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit.

Quellen: