Wirtschaft im Überblick: Krypto-Steuerpläne, Erntekosten und schwaches Carsharing
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Politische Unsicherheit, hohe Kosten und globale Schwäche belasten Wirtschaft und Branchen: Krypto, Landwirtschaft, Carsharing und Unternehmen kämpfen mit steigendem Druck.
Der Pressespiegel zeigt, wie eng politische Entscheidungen, globale Konjunktur und steigende Kosten die Wirtschaft bestimmen: Während neue Krypto-Steuerpläne Anleger verunsichern, kämpfen Landwirte mit teurem Diesel, schrumpfende Carsharing-Flotten verändern die Mobilität und Niedrigwasser sowie Chinas Konjunkturflaute erhöhen den Druck auf Unternehmen.
Kryptomarkt im Dauerfrost: Anleger warten ab, Steuerpläne sorgen für Unruhe
Nach dem Rekordstand vom vergangenen Herbst ist der Bitcoin-Kurs laut SZ.de um rund die Hälfte eingebrochen. Seit Monaten bewegt sich die Kryptowährung demnach im Bereich von 60.000 bis 65.000 US-Dollar.
Zusätzliche Unsicherheit entsteht durch Pläne von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD), die steuerliche Behandlung von Kryptowährungen zu ändern. Aktuell gilt: Wer Bitcoin oder andere Kryptowährungen länger als ein Jahr im Privatvermögen hält, kann Veräußerungsgewinne komplett steuerfrei vereinnahmen; bei einer kürzeren Haltedauer greift der persönliche Einkommensteuersatz.
Nach den Plänen Klingbeils soll diese einjährige Haltefrist für Digitalwährungen entfallen. Krypto-Gewinne sollen künftig wie Aktienerlöse besteuert werden. Bei Dividenden und beim Verkauf von Aktien gilt in Deutschland eine pauschale Abgeltungsteuer von 25 Prozent plus Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer.
Viele Einzelheiten sind noch offen. Unklar sind unter anderem mögliche Übergangsregelungen sowie die Frage, ob CDU/CSU die Pläne der SPD im Parlament unterstützt. Im Koalitionsvertrag hatten die drei Regierungsparteien gemeinsam beschlossen, keine Steuern zu erhöhen.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Erwachsene in Deutschland mit Kryptowährungen | 12,8 Prozent |
| Umgerechnete Zahl der Besitzer | knapp 8,9 Millionen Menschen |
| Frühere Krypto-Besitzer | 4,9 Prozent |
| Interessierte an einem Einstieg | 11,4 Prozent |
| Kein Besitz und kein Kaufinteresse | 67,4 Prozent |
| Bitcoin-Besitzer bei den 25- bis 34-Jährigen | 28,4 Prozent |
| Bevölkerung mit Einschätzung als hochspekulatives Produkt | 32,7 Prozent |
Eine repräsentative Umfrage von YouGov im Auftrag der Management- und Technologieberatung BearingPoint zeigt, dass Kryptowährungen für die persönliche Finanzplanung weiterhin eine untergeordnete Rolle spielen. 12,8 Prozent der Erwachsenen besitzen digitale Coins, was knapp 8,9 Millionen Menschen entspricht; weitere 4,9 Prozent haben Bitcoin bereits wieder den Rücken gekehrt und 11,4 Prozent liebäugeln zumindest mit einem Einstieg.
Deutliche Unterschiede zeigen sich nach Alter und Geschlecht. Während fast jeder fünfte Mann digitale Anlagen im Depot hält, ist es bei den Frauen nicht einmal jede dreizehnte. Bei den 25- bis 34-Jährigen liegt die Besitzerquote bei 28,4 Prozent, während die Generation der Über-55-Jährigen mit Kryptowährungen fast gar nichts anfangen kann.
Unter den Krypto-Anlegern dominiert Bitcoin. Drei Viertel halten die bekannteste Kryptowährung, gefolgt von Ethereum mit gut einem Drittel und Solana mit gut einem Fünftel; spekulative Memecoins wie Dogecoin spielen dagegen nur eine untergeordnete Rolle.
Das Risikobewusstsein ist laut dem Bericht ausgeprägt. Nur rund 5 Prozent sehen Kryptowährungen als verlässlichen Wertspeicher in Krisenzeiten, während 32,7 Prozent der Gesamtbevölkerung sie in erster Linie als hochspekulatives Produkt betrachten. Selbst unter den aktiven Krypto-Anlegern ordnen rund 38 Prozent ihr Engagement primär als reine Spekulation ein.
Mehr als 40 Prozent der Gesamtbevölkerung und über 70 Prozent der aktiven Krypto-Investoren sind überzeugt, dass eine Abschaffung der Haltefrist Krypto-Anlagen drastisch an Attraktivität nehmen würde. 37,6 Prozent der Bevölkerung befürworten zudem eine steuerliche Begünstigung von Anlegern mit langem Anlagehorizont gegenüber kurzfristig handelnden Spekulanten; 24,2 Prozent lehnen dies ab. Unter den aktiven Krypto-Besitzern liegt die Zustimmung bei 80,8 Prozent. Gut 39 Prozent trauen sich mangels Fachwissens kein Urteil über das beste Steuermodell zu.
„Kryptowährungen haben die Nische verlassen, sind in der Breite der Gesellschaft aber noch nicht angekommen“, sagt Robert Bosch, globaler Leiter Financial Services bei BearingPoint. Damit digitale Vermögenswerte dauerhaft Akzeptanz finden, brauche es „Vertrauen, Verständlichkeit und einen verlässlichen institutionellen Rahmen“.
Zusammenfassung: Der Bitcoin bewegt sich nach einem Kursrückgang um rund die Hälfte seit Monaten zwischen 60.000 und 65.000 US-Dollar. In Deutschland besitzen knapp 8,9 Millionen Menschen Kryptowährungen, während mögliche neue Steuerregeln und die Unsicherheit über die politische Umsetzung die Stimmung belasten.
Quelle: SZ.de, unter Berufung auf den dpa-Newskanal und eine YouGov-Umfrage im Auftrag von BearingPoint.
Landwirte warnen zur Erntezeit vor hohen Diesel- und Betriebskosten
In Niedersachsen ist die Getreideernte von Gerste und Weizen in den meisten Betrieben abgeschlossen. Nach Angaben von SZ.de sind die Landwirte mit den Erträgen zufrieden, sorgen sich aber wegen der hohen Dieselpreise.
„Wir zahlen über zwei Euro im Einkauf, das ist doppelt so viel wie in der langjährigen Kalkulation“, sagt Konrad Westphale, Vorsitzender des Pflanzenausschusses beim Landvolk. Ein Trecker verbrauche 15 bis 20 Liter pro Stunde, was etwa 20 Euro an Dieselkosten entspreche; Mähdrescher benötigten noch mehr.
Der Tankrabatt ist ausgelaufen, während die Rückvergütung für Agrardiesel aus Sicht der Landwirte zu wenig ausfällt. Zusätzlich seien die Preise für Dünger, Treib- und Schmierstoffe sowie Ersatzteile gestiegen, ebenso die Löhne. Westphale beschreibt die Lage so: „Das gesamte Paket ist nach oben gegangen, die Preise für die Produkte gehen dagegen nach unten.“
Auch die ausländische Konkurrenz verschärfe den Druck. Für einzelne Betriebe sei die Entwicklung „ein Desaster“, wird Westphale zitiert. Hinzu komme eine überbordende Bürokratie, die unter anderem durch Anforderungen beim Düngerecht und Pflanzenschutz weiter belastet werde.
„Unsere Landwirtinnen und Landwirte brauchen wieder mehr Vertrauen statt immer neuer Auflagen“, fordert Konrad Westphale.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Dieselpreis im Einkauf | über zwei Euro |
| Dieselverbrauch eines Treckers | 15 bis 20 Liter pro Stunde |
| Dieselkosten eines Treckers | etwa 20 Euro |
| Anbaufläche Wintergerste | mehr als 160.000 Hektar |
| Veränderung gegenüber dem Vorjahr | rund elf Prozent mehr |
| Durchschnittlicher Ertrag Wintergerste | etwa 78 Dezitonnen pro Hektar |
| Von Hagel und Sturm betroffene Fläche | mindestens 100.000 Hektar |
Die Hitze im Juni beeinflusste die Reifung des Getreides. Nach Einschätzung Westphales verlief die Kornfüllungsphase zu schnell; teilweise gingen die Pflanzen in eine Notreife, wodurch die Körner kleiner blieben und weniger Stärke einlagerten.
Die Folgen können zugleich unterschiedliche Qualitäts- und Ertragswirkungen haben. Höhere Rohproteingehalte könnten zu guten Qualitätswerten führen, bedeuteten aber auch deutliche Ertragseinbußen. „Wir waren schon überrascht, es fehlt der eine oder andere Doppelzentner Weizen“, berichtet Westphale.
Wintergerste wurde in diesem Jahr auf mehr als 160.000 Hektar angebaut, rund elf Prozent mehr als im Vorjahr. Der durchschnittliche Ertrag lag bei etwa 78 Dezitonnen pro Hektar und damit auf Vorjahresniveau. Als nächste Kulturen stehen Raps, Zuckerrüben und Mais an.
Regional verursachten Hagel und Sturm Schäden. Nach ersten Schätzungen sind mindestens 100.000 Hektar landwirtschaftlicher Fläche betroffen, besonders Raps-, Weizen-, Rüben- und Kartoffelbestände.
Zusammenfassung: Trotz zufriedenstellender Getreideerträge stehen die Betriebe wegen Dieselpreisen von über zwei Euro im Einkauf, gestiegenen Betriebsmittelkosten und sinkenden Produktpreisen unter Druck. Hitze, Hagel und Sturm verschärfen die Unsicherheit für die weiteren Kulturen.
Quelle: SZ.de, unter Berufung auf den dpa-Newskanal und Angaben des Landvolks.
Weniger Carsharing-Autos in Hamburg, höherer Elektroanteil
In Hamburg ist die Zahl der Carsharing-Fahrzeuge seit 2024 deutlich zurückgegangen. Wie SZ.de berichtet, stehen aktuell 3.289 Autos zur Verfügung; im ersten Halbjahr 2025 waren es 4.825 und in den ersten sechs Monaten 2024 noch 5.187.
Der Vergleich mit dem ersten Halbjahr 2025 entspricht einem Rückgang um fast ein Drittel beziehungsweise 32 Prozent. Besonders stark reduzierte Miles, der mit Abstand größte Anbieter in Hamburg, seine Flotte: von 3.336 Fahrzeugen im Mai 2025 auf 2.381 im Mai 2026, also um knapp 29 Prozent.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Carsharing-Autos aktuell | 3.289 |
| Carsharing-Autos im ersten Halbjahr 2025 | 4.825 |
| Carsharing-Autos im ersten Halbjahr 2024 | 5.187 |
| Miles-Fahrzeuge im Mai 2025 | 3.336 |
| Miles-Fahrzeuge im Mai 2026 | 2.381 |
| Carsharing-Fahrzeuge deutschlandweit: Veränderung im vergangenen Jahr | 4,9 Prozent weniger |
| Buchungen über die HVV-Switch-App im ersten Halbjahr 2024 | 32.000 |
| Buchungen über die HVV-Switch-App in den ersten sechs Monaten 2026 | 35.000 |
| Durchschnittliche Wegstrecke | 7 Kilometer |
| HVV-Switch-Punkte | rund 220 |
| Parkstände an den Switch-Punkten | über 1.000 |
| Anteil der E-Fahrzeuge aktuell | 51 Prozent |
| Anteil der E-Fahrzeuge in den ersten Halbjahren 2024 und 2025 | 38 Prozent |
Der Bundesverband Carsharing führt den bundesweiten Rückgang von 4,9 Prozent auf den Abbau von Überkapazitäten im sogenannten free floating Carsharing zurück. Dabei handelt es sich um Fahrzeuge ohne feste Station. Der Verband gehe vermutlich von einer Konsolidierung und nicht von einer Trendwende aus.
Miles erklärte, nach Jahren starken Wachstums sei die Flotte in Hamburg in den vergangenen zwei Jahren kaum weiter aufgestockt worden. Durch reguläre Leasingrückläufer sei der Gesamtbestand vorübergehend geschrumpft. Das Unternehmen betonte zugleich, Hamburg gehöre weiterhin zu seinen stärksten Märkten.
Das Ziel der Anbieter ist es, mit weniger Fahrzeugen mehr Nutzer zu erreichen. Eine hohe Flottenauslastung sei die Grundvoraussetzung für ein dauerhaft tragfähiges Angebot, erklärte Miles.
Die Buchungen über die HVV-Switch-App stiegen dennoch von 32.000 im ersten Halbjahr 2024 auf 35.000 in den ersten sechs Monaten 2026. Die durchschnittliche Strecke blieb mit sieben Kilometern unverändert.
Nach Angaben der Hamburger Verkehrsbehörde haben sich die Rahmenbedingungen für die Anbieter nicht verändert. Weiterhin stehen rund 220 HVV-Switch-Punkte mit über 1.000 Parkständen zur Verfügung. Dort können Nutzer von Bus und Bahn in ein Mietauto umsteigen. Die Zahl der Ladepunkte für E-Autos ist gegenüber 2024 leicht gestiegen.
E-Carsharing-Fahrzeuge genießen weiterhin erhebliche Privilegien, darunter die Befreiung von Parkgebühren und das Entfallen einer Höchstparkdauer. Der Anteil der E-Fahrzeuge liegt inzwischen bei 51 Prozent, nachdem er in den ersten Halbjahren 2024 und 2025 noch 38 Prozent betragen hatte.
Der höhere prozentuale Elektroanteil ist allerdings vor allem auf die Reduzierung der Verbrenner zurückzuführen. Die Elektroflotte der drei Anbieter Miles, Free2Move und SixtShare verringerte sich zusammengenommen von 1.793 auf 1.649 Fahrzeuge. Nur SixtShare, der mit Abstand kleinste der drei Anbieter, vergrößerte seinen Bestand innerhalb eines Jahres von 7 auf 102 E-Autos.
Ursprünglich hatte der Senat mit den Anbietern vereinbart, dass bis 2024 mindestens 80 Prozent der Fahrzeuge elektrisch angetrieben werden. Dieses Ziel wurde nun auf das Jahr 2030 gestreckt.
Zusammenfassung: Hamburg verfügt aktuell über 3.289 Carsharing-Autos, deutlich weniger als im ersten Halbjahr 2025 und in den ersten sechs Monaten 2024. Gleichzeitig stieg der Elektroanteil auf 51 Prozent, während die absolute Zahl der Elektrofahrzeuge der drei Anbieter von 1.793 auf 1.649 sank.
Quelle: SZ.de, unter Berufung auf den dpa-Newskanal, den Hamburger Senat, den Bundesverband Carsharing und Angaben von Miles.
Niedrige Pegelstände belasten die Wirtschaft
Ein Beitrag von tagesschau.de befasst sich mit den wirtschaftlichen Folgen niedriger Pegelstände. Im Mittelpunkt steht ein Interview mit Simon Gerards Iglesias vom Institut der deutschen Wirtschaft.
Der Beitrag ordnet das Thema unter den Stichworten „Niedrigwasser“, „Wirtschaft“ und „Interview“ ein. Konkrete Zahlen oder weitere ausformulierte Angaben zu den wirtschaftlichen Folgen niedriger Pegelstände enthält der übermittelte Inhalt nicht.
Zusammenfassung: tagesschau.de thematisiert die wirtschaftlichen Folgen von Niedrigwasser und lässt dazu Simon Gerards Iglesias vom Institut der deutschen Wirtschaft zu Wort kommen.
Quelle: tagesschau.de.
Chinas Konjunkturflaute setzt Deutschlands Industrie unter Druck
Der Tagesspiegel berichtet über Chinas wirtschaftliche Entwicklung und deren Auswirkungen auf die deutsche Industrie. Der übermittelte Quellenausschnitt enthält jedoch überwiegend Navigations- und Seitenelemente, während der eigentliche Artikeltext nicht vollständig verfügbar ist.
Aus dem vorliegenden Titel geht hervor, dass Chinas „Marsch in die Flaute“ als Belastung für Deutschlands Industrie beschrieben wird. Weitere überprüfbare Zahlen, Daten oder konkrete Fakten sind im übermittelten Inhalt nicht enthalten.
Zusammenfassung: Der Tagesspiegel stellt einen Zusammenhang zwischen der chinesischen Konjunkturentwicklung und dem Druck auf Deutschlands Industrie her; belastbare weitere Angaben liefert der übermittelte Ausschnitt nicht.
Quelle: Tagesspiegel.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklung zeigt vor allem ein Vertrauens- und Rentabilitätsproblem: Bei Kryptowährungen kann eine steuerliche Neuregelung die Attraktivität langfristiger Anlagen deutlich mindern, in der Landwirtschaft treffen Kostensteigerungen auf begrenzte Preissetzungsmacht, und beim Carsharing reicht ein höherer Elektroanteil allein nicht für Wachstum. Entscheidend sind daher verlässliche Rahmenbedingungen und tragfähige Geschäftsmodelle statt kurzfristiger Zielvorgaben.
Zusammenfassung: Die drei Entwicklungen verdeutlichen, dass politische Unsicherheit, steigende Kosten und strukturelle Anpassungen wirtschaftliche Entscheidungen stärker prägen als einzelne Markt- oder Technologietrends.
Quellen:
- Kursflaute und Steuerfrust - Krypto-Anleger verharren im Dauerfrost - Wirtschaft
- Erntezeit - Landwirte wegen hoher Dieselkosten alarmiert - Wirtschaft
- Leihwagen - Zahl der Carsharing-Autos in Hamburg stark gesunken - Wirtschaft
- Simon Gerards Iglesias, Institut der deutschen Wirtschaft, über wirtschaftlichen Folgen der niedrigen Pegelstände
- Konjunktur: Chinas Marsch in die Flaute drückt Deutschlands Industrie
- Wirtschaft vor acht vom 03.08.2026