Wirtschaft im Fokus: Niedrigwasser, Energiekrise und Klimaschäden belasten Europa

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt, wie Niedrigwasser, Raffinerieangriffe und Streit über den Netzausbau Wirtschaft und Energieversorgung belasten.

Ob historische Niedrigwasserstände, Angriffe auf Raffinerien oder der Streit um milliardenschwere Netzinvestitionen: Dieser Pressespiegel zeigt, wie eng Infrastruktur, Energieversorgung, Geopolitik und Klimawandel mit der Wirtschaft verbunden sind. Außerdem geht es um mutige Unternehmerinnen in Afghanistan und neue regionale Geschäftsideen.

Niedrigwasser am Rhein setzt Wirtschaft unter Druck

Am Pegel Kaub bei Rheinkilometer 546 ist der Wasserstand auf historische Tiefstände gefallen. Die digitale Pegelanzeige zeigt für Werte unter 10 Zentimetern nur noch drei Striche an; der analoge Pegel maß zunächst 9 Zentimeter, später 7 und 6 Zentimeter über dem Nullpunkt, bevor er am folgenden Morgen wieder 10 Zentimeter anzeigte.

Der bisherige Minusrekord von 25 Zentimetern, gemessen am 22. Oktober 2018, wurde bereits am 4. August unterschritten. Kaub gilt als entscheidendes Nadelöhr, weil die Fahrrinne dort bei einem Pegelstand von 10 Zentimetern nur 1,23 Meter tief ist, während sie in den angrenzenden Abschnitten mindestens 2,10 Meter erreicht.

Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Binnenschifffahrt können nur noch wenige Schiffe das Mittelrheintal passieren, und diese fahren mit äußerst wenig Ladung. Die Rheinfähre zwischen Kaub und der gegenüberliegenden Rheinseite wurde eingestellt; auch Flusskreuzfahrtschiffe passten ihre Routen an.

Eine vollständige Unterbrechung würde den Rhein in eine Nord- und eine Südroute teilen. Im Norden wären Fahrten von Koblenz über Köln und Duisburg bis zu den ARA-Häfen Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen möglich, im Süden Verbindungen von Mainz über Mannheim und Karlsruhe in die Schweiz.

Der Rhein ist laut n-tv.de die wichtigste Binnenwasserstraße Europas. 80 Prozent der deutschen Binnenschiffsgüter werden über den Rhein transportiert; beim Chemiekonzern Covestro ist der Rohstoff- und Warenverkehr laut Unternehmenssprecher bereits erheblich eingeschränkt.

Die Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lastkraftwagen kann den Engpass nur begrenzt abfedern. Ein Binnenschiff transportiert je nach Größe so viel wie 50 bis 150 Lkw, während zugleich ein Mangel an Lkw-Fahrern besteht und gesetzliche Ruhezeiten weiterhin gelten.

Auch die Bahn kann nach den Angaben im Artikel nur eingeschränkt einspringen. DB Cargo könne kurzfristig rund 400 zusätzliche Güterwagen mobilisieren und damit bis zu 100 Binnenschiffe ersetzen; zugleich beklagt der Privatbahnenverband organisatorische Defizite bei der Deutschen Bahn.

Eine Fahrrinnenvertiefung am Mittelrhein zwischen Rheinkilometer 508 und 557 wurde bereits 1992 als „Vordringlicher Bedarf“ in den Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. Für einen von drei Teilabschnitten läuft seit Ende vergangenen Jahres das Planfeststellungsverfahren, die Fertigstellung ist laut aktueller Planung für 2033 vorgesehen.

„Kurzfristig können sie nicht viel machen, denn es fehlt das Wasser“, sagt Bundesumweltminister Carsten Schneider laut n-tv.de.

Ökonomen schätzen, dass das Niedrigwasser das ohnehin geringe deutsche Wirtschaftswachstum um bis zu 0,5 Prozentpunkte dämpfen oder sogar vollständig aufzehren kann. Die kurzfristige Hoffnung richtet sich deshalb auf Niederschläge.

Zusammenfassung: Der Pegel Kaub entscheidet über die durchgängige Befahrbarkeit des Rheins. Straßen- und Schienentransporte können die Ausfälle nur teilweise kompensieren, während eine langfristige Lösung frühestens mit dem geplanten Ausbau der Fahrrinne erwartet wird.

Ukrainische Drohnenangriffe treffen russische Raffinerien

Rund 40 große und kleine Raffinerien bilden nach Darstellung der WirtschaftsWoche das Rückgrat der russischen Energieinfrastruktur. Ein signifikanter Teil davon ist aktuell außer Betrieb, nachdem ukrainische Drohnen und Raketen wiederholt Anlagen tief im russischen Staatsgebiet angegriffen haben.

Die Angriffe zielen auf die Versorgung des russischen Binnenmarkts und auf die Exporterlöse der Ölindustrie. Während Diesel, Benzin und Kerosin für den militärischen Nachschub benötigt werden, finanzieren die Exporteinnahmen den industriell-militärischen Komplex.

Nach Wochen der Luftschläge wurde in den meisten Regionen eine Rationierung der Benzinverkäufe angeordnet. Lange Schlangen an Tankstellen und Berichte über Treibstoffmangel an der Front zeigen laut WirtschaftsWoche die Folgen.

Die Ukraine setzt nach den Angaben des Artikels zunehmend auf Angriffe gegen zentrale Raffineriekomponenten. Neben Öltanks geraten Destillations- und Cracking-Türme sowie Primärölverarbeitungseinheiten ins Visier, die teuer und teilweise nur schwer ersetzbar sind.

Die betroffene Technik stammt vielfach aus den USA und Europa. Westliche Sanktionen erschweren ihre Beschaffung; bereits 2024 wurde laut WirtschaftsWoche erstmals über einen Mangel an westlichen Ersatzteilen berichtet.

Laut einer in dem Artikel zitierten Analyse von S&P Global sind aktuell geschätzt 60 Prozent der gesamten Raffineriekapazitäten Russlands bedroht. Brian Whitmore vom Atlantic Council erklärte gegenüber der Deutschen Welle, die Raffinerie in Omsk mache etwa zehn Prozent der Raffineriekapazität aus; nach jüngsten Schätzungen seien 42,7 Prozent der gesamten Raffineriekapazität Russlands außer Betrieb.

AngabeWert
Verarbeitete Menge Rohöl Ende Juni3,8 Millionen Fass pro Tag
Verarbeitete Menge Rohöl im Vorjahr5,4 Millionen Fass pro Tag
Anstieg der Spritpreise14 Prozent auf 74 Rubel
Subventionen für Raffinerien8,2 Milliarden Dollar
Indische Ölimporte im Juni 20262,3 Millionen Fass pro Tag

Die verarbeitete Rohölmenge sank damit laut WirtschaftsWoche um fast 30 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Spritpreise um 14 Prozent auf 74 Rubel, obwohl die Raffinerien mit 8,2 Milliarden Dollar an Subventionen unterstützt wurden.

Indien gewinnt in dieser Lage an Bedeutung. Im Juni 2026 wurden dort laut Datenanalysen von Bloomberg 2,3 Millionen Fass pro Tag russisches Rohöl per Schiff entladen.

Russland liefert dadurch günstiges Rohöl nach Indien und muss raffinierte Produkte wie Benzin und Diesel zu Marktpreisen zurückkaufen. Der Artikel beschreibt diese Entwicklung als wirtschaftlich vorteilhaft für Indien, während Russland wegen der Sanktionen zusätzlich einen Abschlag auf den Marktpreis seines Öls hinnehmen muss.

Zusammenfassung: Die Angriffe legen einen signifikanten Teil der russischen Raffineriekapazitäten lahm und verschärfen die Treibstoffversorgung. Indien profitiert als Abnehmer von Rohöl, während Russland raffinierte Produkte zurückkaufen muss.

Streit über den deutschen Stromnetzausbau

Die Bundesregierung und Teile der Wirtschaft streiten über das notwendige Ausmaß des deutschen Stromnetzausbaus. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche will den Ausbau stärker an realistischen Bedarfsprognosen und den daraus entstehenden Kosten ausrichten, während eine von Hitachi Energy beauftragte Studie vor einer zu knappen Planung warnt.

Die von Fraunhofer ISE, Fichtner IT Consulting und EY-Parthenon erstellte Systemstudie erwartet für 2045 je nach Szenario eine Endstromnachfrage zwischen 895 und 1.016 Terawattstunden. Ausgangspunkt sind rund 487 Terawattstunden im Jahr 2025.

Das von Reiche beauftragte Monitoring des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln und der Energieberatung BET kommt für 2030 auf einen robusten Korridor von 600 bis 700 Terawattstunden Bruttostromverbrauch. Reiche selbst rechnet bis dahin eher mit etwa 600 bis 620 Terawattstunden.

Treiber des steigenden Strombedarfs sind laut dem Artikel Elektroautos, Wärmepumpen, elektrische Industrie sowie Rechenzentren, etwa für eine deutsche oder europäische Künstliche Intelligenz. Hitachi-Chef Andreas Schierenbeck warnt, eine zu knappe Kalkulation könne die Elektrifizierung ausbremsen.

„Wir haben noch nicht mal das gebaut, was wir uns in Deutschland vor Jahren vorgenommen haben. Jetzt zu sagen, wir brauchen weniger, ist der falsche Weg“, sagt Andreas Schierenbeck laut fr.de.

Das Stromnetz stößt bereits heute an Grenzen, weil Strom aus Wind- und Solarenergie wegen fehlender Kapazitäten nicht immer dorthin verteilt werden kann, wo er benötigt wird. 2025 kosteten Redispatch-Maßnahmen und die Reservehaltung von Kraftwerken rund drei Milliarden Euro.

Auch die Strompreise belasten Unternehmen. Nicht-Haushaltskunden mit einem Verbrauch zwischen 500 und 2000 MWh zahlten im zweiten Halbjahr 2025 durchschnittlich 22,64 Cent je Kilowattstunde; laut Eurostat war Strom nur in Irland und auf Zypern teurer.

Die Kosten für den Netzausbau sind deutlich gestiegen. Im Netzentwicklungsplan von 2023 kalkulierten die Übertragungsnetzbetreiber ursprünglich mit rund 324 Milliarden Euro, im Juli 2025 bereits mit rund 440 Milliarden Euro für dieselben Maßnahmen.

Für die Verteilnetze, die Fabriken, Haushalte und weitere Infrastrukturen versorgen, sieht das Gutachten bis 2045 einen Investitionsbedarf von 235 Milliarden Euro oder mehr. Als Alternativen beziehungsweise Ergänzungen zum Leitungsbau werden Speicher, flexible Verbraucher und eine effizientere Nutzung bestehender Netze genannt.

BereichAngabe
Endstromnachfrage 2045895 bis 1.016 Terawattstunden
Ausgangspunkt 2025rund 487 Terawattstunden
Bruttostromverbrauch 2030600 bis 700 Terawattstunden
Reiches Erwartung für 2030etwa 600 bis 620 Terawattstunden
Redispatch und Reservehaltung 2025rund drei Milliarden Euro
Netzentwicklungsplan 2023rund 324 Milliarden Euro
Kostenschätzung Juli 2025rund 440 Milliarden Euro
Verteilnetze bis 2045235 Milliarden Euro oder mehr

Die Hitachi-Studie zeigt zugleich, dass ein größeres Stromsystem trotz höherer Gesamtkosten nicht zwangsläufig teurer je bereitgestellter Stromeinheit ist. Im Prosperitätsszenario steigen die jährlichen Stromsystemkosten von 93 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 197 Milliarden Euro im Jahr 2045, während die Kosten je Megawattstunde von 171 auf 153 Euro sinken.

Die Bundesnetzagentur hat von 159 vorgeschlagenen Maßnahmen der Übertragungsnetzbetreiber 118 als „vorläufig bestätigungsfähig“ eingestuft. Wie viele Maßnahmen endgültig bestätigt werden, war laut fr.de noch offen.

Zusammenfassung: Der Streit dreht sich weniger um die Notwendigkeit zusätzlicher Infrastruktur als um deren Umfang und Zeitpunkt. Während die Wirtschaft vor einer zu knappen Planung warnt, verweisen Bundesregierung und Gutachter auf stark gestiegene Ausbaukosten und mögliche Alternativen.

Arbeitssicherheitsbüro verlegt Firmensitz nach Vacha

Philipp Schürmann eröffnet am 21. August offiziell sein neues Büro für Arbeitssicherheit in Vacha. Der Unternehmer stammt aus der Rhönstadt und lebt heute im benachbarten Philippsthal.

Schürmann wagte vor drei Jahren den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit dem Umzug vom hessischen Standort nach Thüringen bleibt er mit seinem Vier-Personen-Team im Werratal tätig.

Unter dem Motto „Arbeitsschutz muss greifbar sein“ lädt das Büro am 21. August zu einem Tag der offenen Tür ein. Die Meldung von inSüdthüringen stellt den neuen Firmensitz als regionalen Anlaufpunkt für Fragen der Arbeitssicherheit vor.

Zusammenfassung: Das Büro für Arbeitssicherheit von Philipp Schürmann ist künftig in Vacha präsent. Die offizielle Eröffnung findet am 21. August mit einem Tag der offenen Tür statt.

Afghanische Unternehmerinnen sichern Einkommen und Arbeitsplätze

Unternehmerinnen wie Rukia Resai und Ghoncheh Karimi zeigen nach einem Bericht von n-tv.de, welches wirtschaftliche Potenzial die Arbeit von Frauen in Afghanistan besitzt. Das geschieht trotz weitreichender Einschränkungen durch die Taliban und einer sich verschärfenden humanitären Krise.

Die 21-jährige Rukia Resai gründete vor vier Jahren eine Seifenmanufaktur in Herat. In dem Familienunternehmen arbeiten regelmäßig acht Angestellte; bei hoher Auftragslage kommen weitere Beschäftigte hinzu.

Resai musste ihre Ausbildung unterbrechen und konnte unter den Taliban nicht studieren. Die Arbeit in der Manufaktur habe laut ihrer Aussage die mentale Gesundheit ihrer gesamten Familie verbessert.

Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben schwierig. Fast 40 Prozent der Bevölkerung könnten in den Wintermonaten akut von Ernährungsunsicherheit betroffen sein, mindestens 3,7 Millionen Kleinkinder gelten als akut mangelernährt.

Nach Angaben des UN-Flüchtlingswerks UNHCR kehrten allein aus Iran und Pakistan in den vergangenen fünf Jahren knapp 3,9 Millionen Menschen zurück. Die Weltbank berichtet zugleich, dass die afghanische Wirtschaft im vergangenen Jahr gewachsen sei, die Afghanen durch die massive Immigration pro Kopf jedoch deutlich ärmer geworden seien.

Zusätzlich erschwert ein Konflikt mit Pakistan den Warenverkehr. Geschlossene Grenzübergänge verhindern den Transport von Melonen und Nüssen aus Afghanistan; auch Importe über pakistanische Häfen sind nicht möglich.

Ghoncheh Karimi ist 39 Jahre alt und betreibt Imkerei. Seit der Machtübernahme der Taliban verkleidet sie sich täglich als Mann, um 15 Kilometer mit dem Motorrad zu ihren Bienenstöcken im Umfeld von Herat zu fahren.

Karimi wurde nach eigenen Angaben einmal wegen ihrer Verkleidung festgenommen und anschließend freigelassen. Sie betreibt inzwischen 120 Bienenstöcke, bildet Männer und Frauen aus und finanziert mit den Einnahmen den Lebensunterhalt ihrer Familie sowie eine Augenoperation ihres Sohnes.

„Anstatt meinen Körper zu verkaufen, habe ich mich entschieden Männerklamotten zu tragen, mein Motorrad zu fahren, zur Arbeit zu gehen, ehrliches Geld zu verdienen und meiner Familie Essen auf den Tisch zu bringen“, sagte Karimi laut n-tv.de.

Der stellvertretende afghanische Wirtschaftsminister Latif Nasari erklärt, sein Ministerium unterstütze Unternehmen von Frauen innerhalb islamischer Normen. Experten berichten jedoch, dass Frauen kaum noch Arbeitsberechtigungen für Anstellungsverhältnisse erhalten.

Nach einer Analyse der Weltbank trägt der Privatsektor derzeit das zarte Wirtschaftswachstum Afghanistans. Von Frauen geführte Unternehmen schnitten dabei deutlich besser ab als Unternehmen von Männern: Ihr Absatz wachse stärker, und sie stellten schneller zusätzliche Angestellte ein.

Resai möchte ihr Seifengeschäft ausweiten. Die Vermarktung über soziale Medien funktioniere, doch für einen geplanten ersten größeren Export nach Tadschikistan fehlte die Kapazität; bislang arbeitet das Unternehmen in einer zwölf Quadratmeter großen Küche.

Zusammenfassung: Frauen geführte Unternehmen schaffen Einkommen, Beschäftigung und wirtschaftliche Perspektiven, obwohl sie erheblichen Restriktionen unterliegen. Die Beispiele aus Seifenproduktion und Imkerei verdeutlichen zugleich, dass fehlende Finanzierung und geringe Produktionskapazitäten das Wachstum begrenzen.

Klimawandel verursacht hohe wirtschaftliche Schäden in Europa

Der Klimawandel belastet laut treffpunkteuropa.de die wirtschaftliche Stabilität in allen europäischen Ländern. Dürren, Überschwemmungen und Stürme zerstören Infrastruktur, Gebäude und Ernten.

Zwischen 2021 und 2024 entstand dadurch ein wirtschaftlicher Gesamtschaden von 208 Milliarden Euro in der Europäischen Union. Besonders hohe finanzielle Verluste verzeichneten Slowenien, Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien, auch unter Berücksichtigung von Fläche und Einwohnerzahl.

Besonders gefährdet sind Wirtschaftszweige wie Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Fischerei und Tourismus. In Südrumänien führte die Dürre 2022 zu einem Rückgang der Getreideproduktion um 32 Prozent.

In Galizien brachen die Schalentierwirtschaft durch steigende Wassertemperaturen und Übersäuerung um 90 Prozent ein. In Slowenien brannten im Hitzesommer 2022 2.900 Hektar Wald ab; ein Jahr später mussten nach der Flutkatastrophe 1,3 Millionen Kubikmeter Holz gefällt werden.

Klimabedingte Verluste führen nach Darstellung des Artikels zu Produktivitätsrückgang, Inflation und Arbeitslosigkeit. In Italien und Spanien verursachen Dürren seit 2021 massive Ernteausfälle, besonders im Olivenanbau.

Da Spanien und Italien Weltmarktführer im Olivenanbau sind, stiegen die europäischen Durchschnittspreise für Olivenöl 2024 um 50 Prozent. Der Artikel stellt damit einen direkten Zusammenhang zwischen klimabedingten Produktionsausfällen und steigenden Verbraucherpreisen her.

Klima- und WirtschaftsangabeWert
EU-Gesamtschaden 2021 bis 2024208 Milliarden Euro
Rückgang der Getreideproduktion in Südrumänien 202232 Prozent
Rückgang der Schalentier-Industrie in Galizien90 Prozent
Waldbrände in Slowenien 20222.900 Hektar
Gefälltes Holz in Slowenien 20231,3 Millionen Kubikmeter
Anstieg der europäischen Durchschnittspreise für Olivenöl 202450 Prozent

Der Beitrag verweist außerdem auf politische Entscheidungen, die Klimaschutzmaßnahmen abschwächen könnten. Genannt werden ein Verzicht auf das Verbrenner-Aus für 2035, das Einfrieren des CO2-Preises und gelockerte Ziele für den Emissionshandel.

Zusammenfassung: Extreme Wetterereignisse verursachen bereits erhebliche Kosten und treffen besonders klimaanfällige Branchen. Die wirtschaftlichen Folgen reichen von Produktionsausfällen über steigende Preise bis zu Schäden an Infrastruktur und Natur.

Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklungen zeigen, dass wirtschaftliche Stabilität zunehmend von widerstandsfähigen Infrastrukturen, diversifizierten Transportwegen und verlässlicher Energieversorgung abhängt. Beim Rhein und beim Stromnetz können verspätete Investitionen kurzfristig Kosten sparen, langfristig jedoch deutlich teurere Engpässe erzeugen.

Die Angriffe auf russische Raffinerien verdeutlichen zugleich, wie verwundbar komplexe Versorgungssysteme sind. In Afghanistan zeigt sich dagegen, dass selbst unter extremen politischen und wirtschaftlichen Einschränkungen unternehmerische Tätigkeit Beschäftigung und soziale Stabilität sichern kann.

Die Klimaschäden verstärken diese Risiken, weil sie Produktionsausfälle, Preissteigerungen und Infrastrukturprobleme gleichzeitig auslösen. Entscheidend wird daher sein, Resilienz nicht als Zusatzaufwand, sondern als Voraussetzung für dauerhaft wettbewerbsfähige Volkswirtschaften zu behandeln.

Kernaussage: Die Nachrichten verdeutlichen, dass fehlende Vorsorge, Abhängigkeiten und verzögerte Investitionen wirtschaftliche Risiken erheblich verstärken können.

Quellen: