Wirtschaft im Fokus: KI-Boom, EU-Handelspakt und politische Folgen der Berlin-Wahl
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Pressespiegel beleuchtet politische Unsicherheit, Karrierechancen für Volljuristen, starkes KI-Marktwachstum sowie ein weitreichendes EU-Handelsabkommen mit den Philippinen.
Politische Unsicherheit, neue Chancen für Volljuristen, ein rasant wachsender KI-Markt und ein bedeutender EU-Handelsabschluss: Dieser Pressespiegel zeigt, welche wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen Deutschland und seine Partner aktuell bewegen. Dazu kommen regionale Nachrichten aus Sachsen sowie wichtige Termine für Studieninteressierte.
Wirtschaft und Politik im Pressespiegel
Joe Kaeser warnt vor wirtschaftlichen Folgen der Berlin-Wahl
In der politischen Talkshow von Sandra Maischberger standen die Folgen des Wochenendes für die CDU und die deutsche Wirtschaft im Mittelpunkt. WEB.DE berichtet über das „miserable Ergebnis“ bei der Berlin-Wahl und den erstmaligen Verlust eines Landtagssitzes der CDU in Mecklenburg-Vorpommern. Bundeskanzler Friedrich Merz sprach am Wahlabend von einer „tiefen Zäsur“ für die CDU.
Armin Laschet lehnte in der Sendung eine Diskussion über das Kanzleramt und mögliche Fristen für Friedrich Merz ab. Die Stimmung in der CDU sei zwar nicht gut, doch eine Debatte über eine Frist bis Weihnachten verlängere lediglich das Problem. Laschet betonte außerdem, in der CDU gelte die Tradition, dass der Kanzler zugleich Parteivorsitzender sei.
Der frühere Siemens-Vorstandsvorsitzende Joe Kaeser warnte nach dem Wahlsieg der Linkspartei vor Verstaatlichungen in Berlin. Er befürchtet negative Folgen für die Wirtschaft in ganz Deutschland, weil dadurch die Herrschaft des Rechts infrage gestellt werde. „Das wird zu Irritationen führen. Da bin ich mir ganz sicher“, sagte Kaeser laut WEB.DE.
Kaeser äußerte sich zudem besorgt über den Rechtsruck in Deutschland und weltweit. Die großen Volksparteien der Mitte, CDU und SPD, hätten ihren früheren Stellenwert verloren. Der Manager kritisierte die Sozialdemokratisierung der CDU unter Angela Merkel und gab ihr eine Mitschuld an der Identitätskrise der Partei.
Seine frühere Russland-Politik bewertete Kaeser rückblickend kritisch. Eine Rückkehr zu billigem russischem Gas und Öl wäre aus seiner Sicht „falsch“. Seinen Besuch in Moskau kurz nach der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim 2014 bezeichnete er als „großartigen Fehler“.
Auch Ruth Moschner äußerte Kritik an Friedrich Merz, insbesondere an seinen Äußerungen über bestimmte Bevölkerungsgruppen und an seinem Frauenbild. Zugleich hoffe sie, dass Merz ein erfolgreicher Bundeskanzler werde, weil eine Regierungskrise am Ende der AfD helfen könne.
„Unsere Demokratie hängt sehr viel am Verhalten der CDU“, sagte Ruth Moschner laut WEB.DE.
Zusammenfassung: Im Mittelpunkt standen die Zukunft der CDU, die politische Verantwortung von Friedrich Merz und mögliche wirtschaftliche Folgen einer Verstaatlichungspolitik in Berlin. Joe Kaeser warnte zudem vor einer Schwächung der rechtsstaatlichen Verlässlichkeit.
Karrierechancen für Volljuristen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
LTO stellt in der 17. Ausgabe seines Karriere-Spotlights für Volljuristen verschiedene Positionen bei Behörden, Unternehmen, Hochschulen, Gerichten und Kanzleien vor. Die vorgestellten Tätigkeiten reichen von Gesetzgebungsverfahren und Verwaltungsgerichtsbarkeit bis zu Energieversorgung, Verfassungsschutz, Compliance, Versicherungsrecht und internationaler Streitbeilegung.
Das Katholische Büro Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf sucht eine Justitiarin oder einen Justitiar für die Begleitung von Gesetzgebungsverfahren und die Vertretung kirchlicher Interessen gegenüber Landtag, Landesregierung, Ministerien sowie weiteren politischen und gesellschaftlichen Akteuren. Das Oberverwaltungsgericht für das Land Nordrhein-Westfalen bietet eine Position als Richter oder Richterin in der Verwaltungsgerichtsbarkeit des Landes Nordrhein-Westfalen an.
Im Energiesektor wird bei der SEFE Securing Energy for Europe GmbH in Berlin ein Legal Counsel gesucht. Zu den Aufgaben gehört laut LTO ein Beitrag zu einer sicheren und zukunftsfähigen Energieversorgung. Das Bundesamt für Verfassungsschutz bietet in Berlin und Köln Stellen für Volljuristinnen und Volljuristen mit unterschiedlichen Aufgaben innerhalb des Inlandsnachrichtendienstes und der Sicherheitsarchitektur der Bundesrepublik Deutschland an.
Weitere Positionen gibt es an der Technischen Universität München im Personalmanagement, bei der Stadt Wilhelmshaven als Stadtrat oder Stadträtin sowie beim Klinikum Region Hannover im Bereich Compliance und im Geschäftsbereich HR mit Schwerpunkt Tarifrecht und Grundsatzfragen.
Auch mehrere Kanzleien und Unternehmen sind vertreten. Genannt werden unter anderem Middendorf - Dr. Breulmann in Rheine, HUK-COBURG in Coburg, Bitkom in Berlin, CMS in Hamburg und Frankfurt am Main, Oppenhoff in Köln, Osborne Clarke in Köln und Latham & Watkins in München, Frankfurt am Main und Hamburg.
- Gesetzgebung und politische Interessenvertretung
- Verwaltungsgerichtsbarkeit und öffentlicher Dienst
- Energieversorgung und Sicherheitsarchitektur
- Personalmanagement, Compliance und Tarifrecht
- Versicherungsrecht, Digitalpolitik und Urheberrecht
- Dispute Resolution, Litigation und Private Equity Real Estate
Infobox: LTO präsentiert in Ausgabe 17 ein breites Spektrum juristischer Tätigkeiten. Die Stellen verteilen sich auf Behörden, Gerichte, Hochschulen, Unternehmen und nationale sowie internationale Kanzleien.
Deutscher KI-Markt wächst 2026 um 48 Prozent
Der deutsche Markt für Künstliche Intelligenz wächst im laufenden Jahr deutlich. Nach Berechnungen des Digitalverbands Bitkom steigen die Gesamtausgaben für KI-Software, Dienstleistungen und Hardware 2026 um 48 Prozent auf 28,7 Milliarden Euro. Im Vorjahr 2025 hatte das Marktvolumen noch bei 19,4 Milliarden Euro gelegen, berichtet SZ.de unter Berufung auf den dpa-Newskanal.
Besonders stark entwickelt sich die generative KI. Zu diesem Bereich zählen Anwendungen wie ChatGPT, Claude, Microsoft Copilot und Google Gemini. Die Ausgaben für generative KI verdoppeln sich laut der Meldung voraussichtlich von 5,7 Milliarden auf 11,5 Milliarden Euro und machen damit mittlerweile rund 40 Prozent des gesamten Marktes aus.
Grundlage der Erhebung sind Daten des IT-Marktforschungsunternehmens IDC. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst beobachtet den Übergang von der bloßen Experimentierphase hin zu einem breiten produktiven Einsatz. KI-Anwendungen würden branchenübergreifend und in Betrieben jeder Größe eingesetzt, um Prozesse zu beschleunigen und Produkte zu verbessern.
| Bereich | Ausgaben 2026 | Entwicklung |
|---|---|---|
| Gesamtmarkt | 28,7 Milliarden Euro | plus 48 Prozent |
| KI-Software | 16,0 Milliarden Euro | plus 65 Prozent |
| Dienstleistungen | 6,8 Milliarden Euro | plus 30 Prozent |
| Hardware | 5,8 Milliarden Euro | plus 32 Prozent |
| Generative KI | 11,5 Milliarden Euro | von 5,7 Milliarden Euro verdoppelt |
Der größte Teil der Ausgaben entfällt auf KI-Software. Dafür werden 2026 voraussichtlich 16,0 Milliarden Euro aufgewendet. Dienstleistungen im Zusammenhang mit KI erreichen laut SZ.de 6,8 Milliarden Euro, während Hardware-Investitionen 5,8 Milliarden Euro betragen.
Für 2027 prognostiziert IDC ein weiteres Marktwachstum um 40 Prozent auf dann 40,3 Milliarden Euro. Ein Ende des Aufwärtstrends sei nach Einschätzung der Analysten nicht in Sicht.
Zusammenfassung: Der deutsche KI-Markt erreicht 2026 ein Volumen von 28,7 Milliarden Euro. Wachstumstreiber sind insbesondere KI-Software und generative KI; für 2027 wird ein Marktvolumen von 40,3 Milliarden Euro erwartet.
EU und Philippinen einigen sich auf weitgehenden Handelsvertrag
Die Europäische Union und die Philippinen haben sich in der Nacht zum Dienstag weitgehend auf ein neues Handelsabkommen geeinigt. Nach Angaben der FAZ sollen damit 97 Prozent der Zölle entfallen. Außerdem erhält die EU als erster Handelspartner Zugang zu öffentlichen Aufträgen auf den Philippinen.
Menschenrechte und Klimaschutz seien „wesentliche Elemente“ des Abkommens, teilte die Europäische Kommission mit. EU-Handelskommissar Maroš Šefčovič bezeichnete die Vereinbarung als moderne und zukunftsorientierte Partnerschaft, die Exporteuren und Investoren neue Möglichkeiten eröffne, Lieferketten stärke und die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen langfristig vertiefe.
„An Südostasien führt kein Weg vorbei“, sagte Maroš Šefčovič laut FAZ.
Das endgültige Abkommen soll in einigen Monaten vorliegen. Zunächst müsse die technische Umsetzung abgeschlossen werden. Bis das Abkommen endgültig in Kraft treten kann, dürften nach Angaben der FAZ noch ein bis zwei Jahre vergehen, da das Europaparlament und die Mitgliedstaaten noch abstimmen müssen.
Die Vereinbarung ist Teil der europäischen Strategie, die Beziehungen zu den indopazifischen Ländern auszubauen und die Abhängigkeit von Einfuhren aus China zu verringern. Die EU hat sich bereits mit Indonesien auf ein Abkommen geeinigt; Gespräche mit Thailand kommen voran, während mit Malaysia intensiv verhandelt wird. Zudem hat sich die EU innerhalb der vergangenen Monate mit Indien und Australien auf Handelsverträge verständigt.
Das Handelsvolumen zwischen der EU und den Philippinen betrug zuletzt rund 17,6 Milliarden Euro für Güter und rund 10,3 Milliarden Euro für Dienstleistungen. Der Präsident der deutschen Auslandshandelskammer in Manila, Christian Scheld, bezeichnete die weitgehende Einigung als „Meilenstein“.
Bei einer Befragung deutscher Unternehmen auf den Philippinen hatte die Hälfte angegeben, ihre Investitionen auf dem Archipel ausweiten zu wollen. Fast alle Mitglieder der Auslandshandelskammer hielten das Abkommen für wichtig, insbesondere angesichts von Energiekrisen und eines sich fragmentierenden globalen Handelsumfelds.
Philippinische Unternehmen exportieren unter anderem Halbleiter, andere Elektronik, weiterverarbeitete Maschinen und Agrarprodukte wie Kokosöl in die EU. Aus Deutschland kommen neben Elektronik vor allem Industrieanlagen, Chemie und Pharmazeutika. Deutsche Unternehmen hoffen bei Konsumgütern und Technik für die Energiewende auf größere Marktanteile, wenn die Zölle fallen.
| Kennzahl | Angabe |
|---|---|
| Geplanter Wegfall der Zölle | 97 Prozent |
| Handelsvolumen Güter | rund 17,6 Milliarden Euro |
| Handelsvolumen Dienstleistungen | rund 10,3 Milliarden Euro |
| Voraussichtliche Zeit bis zum Inkrafttreten | ein bis zwei Jahre |
Infobox: Der geplante Handelsvertrag soll 97 Prozent der Zölle beseitigen und der EU Zugang zu öffentlichen Aufträgen auf den Philippinen eröffnen. Die Vereinbarung stärkt die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Indopazifik, muss jedoch noch technisch umgesetzt und politisch bestätigt werden.
Newsletter „Wirtschaft in Sachsen“ erscheint in neuem Design
Die Sächsische Zeitung kündigt ein neues Design für ihren Newsletter „Wirtschaft in Sachsen“ an. Mit neuen Rubriken und einer überarbeiteten Gestaltung soll der Newsletter über wirtschaftliche Entwicklungen im Freistaat informieren.
Im Umfeld der Ankündigung verweist die Sächsische Zeitung auf mehrere regionale Wirtschaftsthemen. Dazu gehören der Streit um die Zukunft des Dresdner Flughafens, eine geplante Ferienanlage von Center Parcs zwischen dem Partwitzer und dem Sedlitzer See sowie der Führerscheinumtausch im Kreis Görlitz.
Weitere genannte Themen sind die Zukunft der Flughäfen Dresden und Leipzig/Halle, die Bedeutung Großbritanniens für das VW-Werk in Zwickau sowie die hohe Nachfrage nach bestimmten Biermarken in Sachsen. Außerdem berichtet die Sächsische Zeitung über steigende Werkstattkosten, beliebter werdende Campingplätze in der Oberlausitz und die Verzögerung beim Aufbau eines 365‑Meter-Windrads in der Lausitz.
Auch die Entwicklung bei SachsenEnergie und den Stadtwerken sowie die erste Saison am Berzdorfer See werden als regionale Wirtschaftsthemen aufgeführt. Der Newsletter soll damit einen Überblick über Unternehmen, Infrastruktur, Energie und regionale Märkte in Sachsen geben.
Zusammenfassung: Der Newsletter „Wirtschaft in Sachsen“ erhält ein neues Design und neue Rubriken. Inhaltlich stehen regionale Entwicklungen aus den Bereichen Infrastruktur, Energie, Industrie, Handel und Tourismus im Mittelpunkt.
Campus Day an der FHDW Hannover am 26. September 2026
Die Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover öffnet beim Campus Day am 26. September 2026 ihre Türen. Die Veranstaltung bietet Einblicke in Bachelor- und Masterstudiengänge, den Studienalltag und das duale Studienmodell, berichtet Hannover.de.
Der Infotag richtet sich an Jugendliche, die kurz vor dem Abschluss stehen und Orientierung bei der Studienwahl suchen. Im Mittelpunkt stehen unter anderem BWL, Informatik und Wirtschaftsinformatik. Auch Interessierte an einem anschließenden Master-Studium oder an einem berufsbegleitenden Weiterbildungsmodell sind eingeladen.
Zum Programm gehören individuelle Gespräche mit Professorinnen, Professoren und Dozierenden. Aktuelle Studierende berichten über ihren Alltag, Praxisphasen und das Campusleben. Bei einer Unternehmensmesse stellen sich Partnerunternehmen vor und ermöglichen erste Kontakte für spätere Praxisphasen.
Ergänzt wird das Angebot durch interaktive Schnuppervorlesungen, unter anderem zu Themen aus BWL oder Programmierung. Außerdem sind Bewerbungs- und Finanzierungs-Checks vorgesehen, darunter teilweise direkte und unkomplizierte Bewerbungsmöglichkeiten vor Ort.
Als besonderer Gast berichtet der ehemalige Hannover-96-Fußballprofi und FHDW-Absolvent Hendrik Weydandt über seine Studienzeit und seinen Weg nach dem Studium.
| Veranstaltung | Angabe |
|---|---|
| Datum | 26. September 2026 |
| Uhrzeit | 10:00 bis 13:00 Uhr |
| Ort | Fachhochschule für die Wirtschaft Hannover |
| Adresse | Freundallee 15, 30173 Hannover |
| Eintritt | freier Eintritt |
Infobox: Der Campus Day der FHDW Hannover findet am 26. September 2026 von 10:00 bis 13:00 Uhr statt. Studieninteressierte erhalten Informationen zu Studiengängen, Praxisphasen, Partnerunternehmen, Bewerbungen und Finanzierung.
Einschätzung der Redaktion
Die entscheidende Entwicklung ist die wachsende Gleichzeitigkeit von politischer Unsicherheit, technologischer Beschleunigung und geopolitischer Neuordnung. Für Deutschland steigt damit der Druck, rechtsstaatliche Verlässlichkeit, wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und strategische Handlungsfähigkeit nicht getrennt, sondern gemeinsam zu sichern.
Infobox: Politische Stabilität, KI-Kompetenz und belastbare internationale Partnerschaften werden zu zentralen Voraussetzungen für wirtschaftliche Resilienz.
Quellen:
- Joe Kaeser warnt vor Folgen der Berlin-Wahl für Wirtschaft
- Karriere-Spotlight für Volljuristen: Ausgabe 17: Wo Recht Politik, Wirtschaft und Gesellschaft prägt
- Umsatzrekord - Deutscher KI-Markt wächst 2026 um fast die Hälfte - Wirtschaft - SZ.de
- EU und Philippinen einigen sich auf Handelsvertrag
- Newsletter „Wirtschaft in Sachsen“ erscheint im neuen Design
- Campus Day an der FHDW Hannover