Wirtschaft im Fokus: Investitionen steigen, Klimaschutz und Standorte bleiben unter Druck
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt steigende Auslandsinvestitionen, stagnierende Klimaschutzinvestitionen, Brandenburgs Haushaltsprobleme und Warnungen vor einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt.
Von steigenden Auslandsinvestitionen über ausbleibende Klimaschutzinvestitionen bis zum finanzpolitischen Kraftakt in Brandenburg: Der Pressespiegel zeigt, wie stark Standortentscheidungen, Regulierung und politische Weichenstellungen die deutsche Wirtschaft prägen. Im Fokus stehen zudem klare Warnungen aus der Unternehmenswelt und die Frage, wie wettbewerbsfähig Deutschland künftig bleibt.
Ausländische Investitionen in Deutschland steigen 2025 deutlich
Nach einem deutlichen Rückgang im Jahr 2024 sind die ausländischen Investitionen in Deutschland 2025 wieder stark gestiegen. Wie DIE ZEIT unter Berufung auf eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und neue Daten der Deutschen Bundesbank berichtet, flossen im vergangenen Jahr rund 86 Milliarden Euro aus dem Ausland nach Deutschland.
Damit lagen die Investitionen 50 Prozent über dem Vorjahreswert. Im Vergleich zum Median der Jahre 2015 bis 2024 ergab sich ein Anstieg um fast elf Prozent. 2024 waren die Auslandsinvestitionen dagegen um fast 32 Prozent eingebrochen.
Besonders deutlich veränderte sich die Herkunft des Kapitals. Unternehmen aus den USA investierten 11,8 Milliarden Euro und damit fast 44 Prozent weniger als 2024. Der Anteil der USA an den gesamten ausländischen Investitionen sank dadurch von mehr als 36 Prozent auf rund 14 Prozent.
Gleichzeitig nahmen die Investitionen aus Großbritannien um rund 284 Prozent auf 26 Milliarden Euro zu. Der mit Abstand größte Teil des ausländischen Investitionskapitals kam weiterhin aus Europa. Auch chinesische Investitionen stiegen, blieben mit 199 Millionen Euro laut IW jedoch ein Randphänomen.
„Die Herkunftsländer des Kapitals haben sich 2025 deutlich verschoben“, sagte IW-Ökonomin Samina Sultan laut DIE ZEIT.
Das IW weist zugleich auf die begrenzte Aussagekraft einzelner Jahreswerte hin. Direktinvestitionen können von Jahr zu Jahr stark schwanken und durch einzelne größere Transaktionen verzerrt werden. Außerdem werden die Werte im Nachhinein oft noch nach oben oder unten korrigiert. Zu den ausländischen Direktinvestitionen zählen unter anderem Fusionen, Übernahmen und Beteiligungen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Ausländische Investitionen 2025 | 86 Milliarden Euro |
| Anstieg gegenüber 2024 | 50 Prozent |
| Investitionen aus den USA | 11,8 Milliarden Euro |
| Investitionen aus Großbritannien | 26 Milliarden Euro |
| Investitionen aus China | 199 Millionen Euro |
Zusammenfassung: Die ausländischen Investitionen in Deutschland erreichten 2025 rund 86 Milliarden Euro. Während die USA deutlich an Bedeutung verloren, legten Großbritannien und Europa als Kapitalquellen zu; chinesische Investitionen blieben gering.
Unternehmen erhöhen Klimainvestitionen zunächst kaum
Unternehmen in Deutschland wollen ihren Anteil an Investitionen für Klimaschutz in den kommenden Jahren nur geringfügig steigern. Nach einer Umfrage des Ifo-Instituts entfielen 2025 im Durchschnitt 9,3 Prozent der Investitionen auf Klimaschutzmaßnahmen im eigenen Betrieb.
Für 2026 planten die Unternehmen einen Anteil von 10,6 Prozent, für 2027 von 10,5 Prozent. Ifo-Forscher Gerome Wolf sprach laut STERN.de von keiner nennenswerten Steigerung in einer Phase, in der klimafreundliche Investitionen besonders wichtig seien, um internationale und nationale Emissionsziele zu erreichen.
Die Auswertung beruht auf der Ifo-Konjunkturumfrage vom Mai 2026. Zwischen den Branchen zeigten sich deutliche Unterschiede. Dienstleister planten 2026 mit 12,2 Prozent den höchsten Anteil an Klimainvestitionen.
Es folgten das Bauhauptgewerbe mit 10,5 Prozent, das Verarbeitende Gewerbe mit 8,8 Prozent und der Handel mit 8,5 Prozent. Für 2027 wollte nur das Bauhauptgewerbe seinen Anteil weiter erhöhen, und zwar auf 11,2 Prozent.
| Branche | Anteil der Klimainvestitionen 2026 | Anteil der Klimainvestitionen 2027 |
|---|---|---|
| Dienstleister | 12,2 Prozent | — |
| Bauhauptgewerbe | 10,5 Prozent | 11,2 Prozent |
| Verarbeitendes Gewerbe | 8,8 Prozent | — |
| Handel | 8,5 Prozent | — |
Die Gründe für die Zurückhaltung ließen sich aus der Umfrage nach Angaben des Ifo-Instituts nicht eindeutig ableiten. Als mögliche Ursachen wurden eine gesunkene Wettbewerbsfähigkeit auf den Exportmärkten und gestiegene geopolitische Risiken genannt. Unternehmen könnten deshalb andere Prioritäten gesetzt haben.
Darüber hinaus verwies das Ifo-Institut auf wirtschaftspolitische Unsicherheit beim CO2-Preis. Diese Unsicherheit erschwere es Unternehmen, Klimaschutzinvestitionen langfristig zu planen.
Zusammenfassung: Der Anteil der Klimaschutzinvestitionen soll von 9,3 Prozent im Jahr 2025 auf 10,6 Prozent im Jahr 2026 steigen und 2027 bei 10,5 Prozent liegen. Dienstleister planen 2026 den höchsten Anteil, während nur das Bauhauptgewerbe 2027 eine weitere Steigerung vorsieht.
Brandenburg plant Doppelhaushalt mit Ausgaben von mehr als 18 Milliarden Euro
Brandenburgs geplanter Doppelhaushalt für 2027 und 2028 soll trotz angespannter Finanzlage erstmals die Marke von jeweils 18 Milliarden Euro überschreiten. Nach Informationen der SZ.de sieht der Entwurf von Finanzminister Daniel Keller (SPD) Ausgaben von 18,4 Milliarden Euro im nächsten Jahr und 18,6 Milliarden Euro im Jahr darauf vor.
Zur Finanzierung sind neue Schulden in Höhe von rund 1,4 Milliarden Euro vorgesehen. Zusätzlich sollen mehr als 1,2 Milliarden Euro zur Aufstockung des Eigenkapitals der Investitionsbank ILB eingesetzt werden, die das Land vollständig übernehmen will.
Brandenburg muss zugleich erhebliche Deckungslücken schließen. Für 2027 wird von einer Lücke in Höhe von rund 3,5 Milliarden Euro ausgegangen, für 2028 von rund 4,5 Milliarden Euro. Diese Angaben beziehen sich auf den Stand Juli.
Das Kabinett von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wollte am Dienstag über den Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre beraten. Anschließend soll der Landtag entscheiden.
Bei den geplanten Sparmaßnahmen soll die Befreiung von Kita-Beiträgen für Kinder ab drei Jahren bis zur Einschulung erhalten bleiben. Die ursprünglich vorgesehene bessere Personalausstattung bei den Kinderkrippen ab 2027 soll dagegen vorerst nicht umgesetzt werden.
Außerdem ist die Streichung des Schüler-Bafögs vorgesehen. Weitere Maßnahmen sind ein Stellenabbau in der Landesverwaltung und steigende Wassergebühren.
- Ausgaben 2027: 18,4 Milliarden Euro
- Ausgaben 2028: 18,6 Milliarden Euro
- Neue Schulden: rund 1,4 Milliarden Euro
- Aufstockung des Eigenkapitals der ILB: mehr als 1,2 Milliarden Euro
- Deckungslücke 2027: rund 3,5 Milliarden Euro
- Deckungslücke 2028: rund 4,5 Milliarden Euro
Zusammenfassung: Brandenburg plant für 2027 Ausgaben von 18,4 Milliarden Euro und für 2028 von 18,6 Milliarden Euro. Die Finanzierung soll unter anderem über rund 1,4 Milliarden Euro neue Schulden erfolgen, während Sparmaßnahmen bei Verwaltung, Kinderkrippen und Schüler-Bafög vorgesehen sind.
Addinol-Chef warnt vor wirtschaftlichen Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt
Georg Wildegger, Chef des Schmierstoffherstellers Addinol, hat sich nach eigenen Angaben erstmals gegenüber seiner Belegschaft politisch zur AfD geäußert. Im Gespräch mit der WirtschaftsWoche erklärte er, er habe bei einer Feier zum 90-jährigen Bestehen des Unternehmens dazu aufgerufen, eine Partei der demokratischen Mitte zu wählen.
Wildegger begründete seine öffentliche Stellungnahme mit der Landtagswahl am 6. September und seiner Einschätzung, Sachsen-Anhalt befinde sich an einem Kipppunkt. Er zeigte sich überzeugt, dass eine Machtübernahme der AfD eine Katastrophe für Sachsen-Anhalt wäre.
„Wenn das Wahlprogramm der AfD Realität wird, wäre das Gift für unsere Wirtschaft“, sagte Georg Wildegger der WirtschaftsWoche.
Als Beispiel nannte der Unternehmer die Forderung, die Bologna-Reform rückgängig zu machen und Bachelor- sowie Master-Abschlüsse wieder abzuschaffen. Sachsen-Anhalt verfüge über attraktive Studienbedingungen, gut ausgestattete Universitäten und vergleichsweise günstigen Wohnraum. Internationale Abschlüsse seien jedoch wichtig, damit Studierende und qualifizierte Fachkräfte in das Bundesland kämen.
Wildegger verwies auf das demografische Problem Sachsen-Anhalts, das er als das größte in ganz Deutschland bezeichnete. Das Land brauche junge Menschen, darunter Studierende und Fachkräfte, um nicht zum Altersheim der Republik zu werden.
Nach seiner Rede habe er überraschend großen Beifall aus der Belegschaft erhalten. Fünf oder sechs Mitarbeiter seien anschließend direkt auf ihn zugekommen und hätten seine klare Positionierung begrüßt.
Ein Risiko für den Export sieht Wildegger vor allem nicht in unmittelbarem Gegenwind in den Absatzmärkten. Addinol ist in rund 120 Ländern tätig. Er berichtete jedoch, dass ihn nach der letzten Bundestagswahl zwei größere Kunden aus dem Ausland angerufen und gefragt hätten, ob sie sich angesichts der politischen Entwicklung in Deutschland Gedanken über ihre Geschäftsbeziehungen machen müssten.
Als Grundlage des Exporterfolgs nannte Wildegger Weltoffenheit und Respekt vor anderen Kulturen und Religionen. Zugleich räumte er ein, dass im Mittelstand die Sympathien für die AfD wachsen. Als Hauptgrund dafür sieht er den Frust über Bürokratie, Auflagen und Dokumentationspflichten.
Auch die schwierige Lage der deutschen Industrie führt Wildegger nicht allein auf die Politik zurück. Die Hauptverantwortung trügen teilweise die Unternehmen selbst, weil viele Manager gesellschaftlichen Trends hinterhergelaufen und dabei die Wertschöpfung vernachlässigt hätten.
Bei Addinol arbeiteten die Mitarbeiter 40 Stunden pro Woche. Bestellungen würden auch am Freitagnachmittag noch bearbeitet, wenn ein Kunde am Freitag um 15 Uhr ein Produkt bestelle. Als Gegenbeispiel verwies Wildegger auf eine aus seiner Sicht verbreitete Selbstzufriedenheit in Teilen der deutschen Wirtschaft und insbesondere der Automobilindustrie.
Von den hohen Energiekosten sei Addinol vergleichsweise wenig betroffen. Die Energiekosten machten gerade mal 0,5 Prozent des Umsatzes aus. Dazu habe unter anderem eine große Photovoltaikanlage am Standort Leuna beigetragen.
Eine Rückkehr zu russischem Erdgas lehnt Wildegger zum jetzigen Zeitpunkt ab. Addinol habe ab 1996 mit Russland Geschäfte gemacht und 2002 dort eine Tochtergesellschaft gegründet. Das Einfrieren dieser Geschäftsbeziehungen Ende 2022 habe zu deutlichen Absatzrückgängen geführt.
Wildegger verwies zugleich auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Das Lager des Unternehmens in Kiew sei vor kurzem durch russische Raketen zerstört worden. Der Schaden habe 450.000 Euro betragen.
Die Entwicklung von Addinol bewertet Wildegger trotz der schwierigen Rahmenbedingungen als Erfolg. Der Bedarf an Industrie- und Automotive-Schmierstoffen sei in Deutschland seit den 1990er Jahren um zwei Drittel gesunken. Der Umsatz von Addinol habe sich seit dem Umzug nach Leuna im Jahr 2000 jedoch versiebenfacht, weil das Unternehmen in Forschung und Entwicklung investiert und sich auf Hightech-Produkte spezialisiert habe.
Zusammenfassung: Addinol-Chef Georg Wildegger warnt vor negativen wirtschaftlichen Folgen einer AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt. Er kritisiert zugleich Bürokratie und unternehmerische Fehlentscheidungen, betont die Bedeutung von Weltoffenheit und verweist auf die Entwicklung seines Unternehmens, dessen Umsatz sich seit dem Umzug nach Leuna im Jahr 2000 versiebenfacht habe.
Siemens-Chef kritisiert deutsche Regulierung und verlagert zentralen Konzernbereich
Siemens-Chef Roland Busch kritisiert die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland und sieht das Land bei wichtigen Entwicklungen regelmäßig im Hintertreffen. In einem Gespräch mit WELT bezeichnete er die hiesige Regulierung als problematisch.
Siemens gilt laut WELT als einer der wenigen deutschen Großkonzerne, die global mit den Besten mithalten können. Gleichzeitig kündigte Busch an, dass ein neuer zentraler Konzernbereich jenseits der deutschen Heimat angesiedelt wird.
„Wir hinken stets hinterher“, sagte Siemens-Chef Roland Busch laut WELT.
Die Standortentscheidung wird im Bericht als Ausdruck eines Spannungsverhältnisses beschrieben: Einerseits gehört Siemens zu den international wettbewerbsfähigen deutschen Großkonzernen, andererseits sieht die Unternehmensführung Nachteile durch Regulierung am deutschen Standort.
Zusammenfassung: Siemens-Chef Roland Busch kritisiert die deutsche Regulierung und kündigt an, einen neuen zentralen Konzernbereich außerhalb Deutschlands anzusiedeln. WELT ordnet die Entscheidung in die internationale Standortstrategie des Konzerns ein.
Wegfall der Flugverbindung Bremen–Frankfurt belastet Wirtschaft im Nordwesten
Seit fast zwei Monaten gibt es keine Lufthansa-Verbindung mehr zwischen Bremen und Frankfurt. Der Weser-Kurier berichtet, dass Unternehmen und Wirtschaftsorganisationen im Nordwesten den Wegfall als deutlichen Standortnachteil bewerten.
Die Verbindung war für international tätige Unternehmen eine wichtige Zubringerstrecke zum Drehkreuz Frankfurt. Bis zur Einstellung flog Lufthansa die Strecke fünfmal täglich. Pro Woche nutzten etwa 5000 Passagiere das Angebot.
Die Lufthansa hatte die Verbindung nach eigener Aussage gestrichen, weil sie wirtschaftlich nicht mehr verantwortbar zu betreiben gewesen sei. Die Wirtschaft reagierte unmittelbar mit Appellen für den Erhalt beziehungsweise die Wiederaufnahme der Strecke.
Die CEWE Group mit Hauptproduktionsstandort in Oldenburg erklärte, der Wegfall erschwere die internationale Zusammenarbeit spürbar. Betroffen seien Mitarbeitende am Standort Oldenburg ebenso wie internationale Kollegen, Geschäftspartner und Lieferanten.
Die Produkte der CEWE Group, darunter individuelle Fotobücher, sind in 21 Ländern Europas erhältlich. Das Unternehmen verfügt über 14 Betriebsstätten in Europa und beschäftigt insgesamt 4000 Menschen.
Nach Angaben des Unternehmens wird auf Verbindungen über Amsterdam, München oder andere norddeutsche Flughäfen ausgewichen. Diese Alternativen führen jedoch zu längeren Reisezeiten. Bahnverbindungen ab oder nach Oldenburg seien gerade bei frühen Anschlussflügen nur selten eine Alternative.
Für CEWE gewinnt die internationale Anbindung zusätzlich an Bedeutung, weil das Unternehmen mit der kürzlich unterzeichneten Übernahme von Kodak Moments Retail Photo Solutions künftig noch stärker global ausgerichtet sein werde. Digitale Meetings könnten zwar viele Treffen ersetzen, notwendige internationale Geschäftsreisen würden für die Beschäftigten aber zunehmen.
Auch die Bremer Logistics Group sieht den Wegfall kritisch, obwohl sie als international aufgestellter Seehafen- und Logistikdienstleister nicht von einzelnen Flugverbindungen abhängig sei. Für Dienstreisen gebe es je nach Ziel andere Flugverbindungen oder die Bahn. Internationale Reisen würden durch den Wegfall jedoch aufwendiger, zugleich werde die Infrastruktur geschwächt.
Die Handelskammer Bremen und die Oldenburgische Industrie- und Handelskammer hatten bereits Mitte Mai einen gemeinsamen Appell an Lufthansa-Vorstandschef Carsten Spohr gerichtet. Der späteren Initiative „Internationale Erreichbarkeit sichern – Flugverbindung Bremen-Frankfurt erhalten!“ schlossen sich innerhalb von zwei Wochen 31 Kammern, Wirtschaftsverbände und Institutionen aus Nordwestdeutschland sowie 370 Unternehmen aus der gesamten Region an.
Inzwischen laufen Gespräche zwischen Bremen und Lufthansa über eine mögliche Wiederaufnahme der Strecke im Sommerflugplan 2027. Olaf Orb, Geschäftsführer Standortpolitik, Häfen, Verkehr bei der Handelskammer Bremen, bestätigte, dass beide Seiten Möglichkeiten und Voraussetzungen einer Wiederaufnahme ausloten.
Für eine mögliche Einordnung in den Sommerflugplan 2027 soll bis spätestens Oktober eine Entscheidungsgrundlage vorliegen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Flüge vor der Einstellung | fünfmal täglich |
| Nutzung pro Woche | etwa 5000 Passagiere |
| Angeschlossene Kammern, Verbände und Institutionen | 31 |
| Angeschlossene Unternehmen | 370 |
| CEWE-Betriebsstätten in Europa | 14 |
| CEWE-Beschäftigte | 4000 |
| CEWE-Vertriebsländer in Europa | 21 |
Zusammenfassung: Der Wegfall der fünf täglichen Lufthansa-Flüge zwischen Bremen und Frankfurt verlängert internationale Reisewege und wird von der Wirtschaft als Standortnachteil bewertet. Gespräche über eine Wiederaufnahme im Sommerflugplan 2027 laufen; bis spätestens Oktober soll eine Entscheidungsgrundlage vorliegen.
Einschätzung der Redaktion
Die Entwicklungen zeigen ein widersprüchliches Standortbild: Deutschland bleibt für internationales Kapital grundsätzlich attraktiv, verliert aber durch Regulierung, politische Unsicherheit und unzureichende Infrastruktur an Verlässlichkeit. Steigende Investitionen allein reichen daher nicht als Entwarnung.
Besonders kritisch ist die geringe Dynamik bei den Klimainvestitionen. Unternehmen brauchen klare und langfristig stabile Rahmenbedingungen, damit Klimaschutz nicht gegenüber kurzfristigem Kostendruck zurückfällt.
Die Haushaltsplanung Brandenburgs verdeutlicht den engen politischen Spielraum: Hohe Ausgaben treffen auf erhebliche Finanzierungslücken. Werden Investitionen in Bildung, Infrastruktur und Fachkräftegewinnung geschwächt, könnten kurzfristige Einsparungen die strukturellen Probleme des Landes verschärfen.
Die Warnungen aus der Wirtschaft vor einer AfD-Regierung sind wirtschaftlich relevant, weil internationale Geschäftsbeziehungen stark von Vertrauen, Offenheit und politischer Berechenbarkeit abhängen. Zugleich sollte die etablierte Politik den wachsenden Frust über Bürokratie und Auflagen nicht ignorieren.
Die Standortentscheidung von Siemens und die Debatte um die Flugverbindung Bremen–Frankfurt machen deutlich, dass Wettbewerbsfähigkeit nicht nur von Unternehmensleistung abhängt. Regulierung und Erreichbarkeit werden zunehmend zu strategischen Standortfaktoren.
Infobox: Kernaussage
Deutschland besitzt weiterhin erhebliche wirtschaftliche Anziehungskraft, riskiert jedoch durch politische Unklarheit, Investitionszurückhaltung und infrastrukturelle Schwächen, diesen Vorteil schrittweise zu verspielen.
Quellen:
- IW-Analyse: Ausländische Investitionen in Deutschland steigen um 50 Prozent
- Klimaschutz und Wirtschaft: Ifo: Unternehmen zögern bei Investitionen fürs Klima
- Haushalt mit Sparmaßnahmen - Brandenburgs Haushalt erstmals über 18 Milliarden Euro - Wirtschaft
- Addinol-Chef zur Sachsen-Anhalt-Wahl: AfD schadet der Wirtschaft
- „Wir hinken stets hinterher“, sagt der Siemens-Chef – und verkündet seinen neuen Top-Standort
- Zwei Monate ohne Frankfurt-Flug: Wie die Wirtschaft damit klarkommt