Wirtschaft im Fokus: IG Metall fordert mehr Geld, Energiepreise und Krisen belasten Märkte

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Die IG Metall fordert bei Volkswagen fünf Prozent mehr Lohn, während Stellenabbau, Insolvenzen und Standortunsicherheit die deutsche Wirtschaft belasten.1

Die wirtschaftlichen Fronten verhärten sich: Bei Volkswagen droht eine harte Tarifrunde, während Krieg, Energieengpässe und politische Eingriffe die Märkte zusätzlich belasten. Der Pressespiegel zeigt außerdem, wie Insolvenz, Standortabbau und die unsichere Zukunft ganzer Belegschaften die deutsche Wirtschaft unter Druck setzen.

IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld für VW-Beschäftigte

Die IG Metall verlangt für die Beschäftigten von Volkswagen fünf Prozent mehr Geld. Die Tarifkommission beschloss die Forderung einstimmig; sie soll auch für Auszubildende gelten. Zusätzlich fordert die Gewerkschaft eine soziale Komponente zugunsten der unteren Entgeltgruppen. Die Laufzeit des neuen Haustarifvertrags soll zwölf Monate betragen.

Der Haustarifvertrag gilt nach Angaben der Gewerkschaft für rund 130.000 VW-Beschäftigte in Braunschweig, Chemnitz, Dresden, Emden, Hannover, Kassel, Salzgitter, Wolfsburg und Zwickau. Gemessen an der Beschäftigtenzahl zählt er zu den größten Firmentarifverträgen Deutschlands.

Thorsten Gröger, Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter und Verhandlungsführer bei Volkswagen, erwartet eine harte Tarifrunde. Er verwies darauf, dass die Beschäftigten in den vergangenen Jahren bereits erhebliche Einschnitte getragen hätten, während Volkswagen Milliarden an seine Aktionäre ausgeschüttet habe.

„Wir brauchen eine faire Balance zwischen den Beschäftigten und der Verantwortung des Unternehmens sowie den Eigentümern“, sagte Thorsten Gröger laut Mitteilung.

VW-Betriebsratschefin und Tarifkommissionsmitglied Daniela Cavallo erklärte, die Haustarif-Beschäftigten hätten zuletzt im Mai 2024 mehr Geld erhalten. Seitdem seien die Preise des täglichen Lebens vom Supermarkt über die Zapfsäule bis hin zu Versicherungstarifen gestiegen.

Der Haustarifvertrag ist zum 31. Dezember gekündigt. Am 1. Januar endet die Friedenspflicht, danach sind Warnstreiks möglich. Einen Verhandlungstermin mit Volkswagen gibt es nach Angaben der IG Metall noch nicht.

Die Gewerkschaft will außerdem über die Zukunft der deutschen Standorte sprechen. Hintergrund ist eine Vereinbarung aus dem Vorjahr, die den Abbau von 35.000 Jobs in Deutschland bis 2030 vorsieht. Zugleich hatte Volkswagen auf betriebsbedingte Kündigungen und Werkschließungen verzichtet sowie Investitionen und neue Produkte für deutsche Werke zugesagt. Angesichts neuer Sparpläne sieht die Gewerkschaft diese Abmachungen in Gefahr.

Der Konzernvorstand plant laut dem Bericht, in den kommenden Jahren weltweit weitere 50.000 Jobs zu streichen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Wie viele Stellen davon direkt bei Volkswagen und nicht bei anderen Konzernmarken wegfallen sollen, ist bislang nicht öffentlich bekannt. Offen ist zudem die Zukunft der VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie des Audi-Standorts Neckarsulm.

Quelle: SZ.de

Infobox: Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Geld bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Der Haustarifvertrag betrifft rund 130.000 Beschäftigte; ab 1. Januar sind Warnstreiks möglich.

WELT: Russland nimmt im Krieg gegen die Ukraine auch ukrainische Landwege ins Visier

Nach Darstellung der WELT hat Russland am ukrainischen Schwarzmeerhafen Odessa die Seefahrt zum Erliegen gebracht und richtet den Blick nun auch auf den Landweg. Der Bericht beschreibt die Lage vor Ort als „dramatisch“ und sieht darin eine weitere Belastung für die ukrainische Wirtschaft.

Im Mittelpunkt steht die wirtschaftliche Bedeutung der Verkehrswege. Die Entwicklung am Hafen und die möglichen Auswirkungen auf den Landweg werden als Teil des Kriegsverlaufs eingeordnet. Der Bericht hebt dabei insbesondere eine Lektion hervor, die sich vor Ort aus dem weiteren Vorgehen Russlands herauskristallisiere.

Die Darstellung konzentriert sich auf Odessa und die Folgen der russischen Angriffe für die wirtschaftliche Infrastruktur der Ukraine. Weitere belastbare Zahlen oder konkrete Angaben zu Schäden und Ausfällen enthält der vorliegende Quellenauszug nicht.

Quelle: WELT

Infobox: Russland soll nach der Einschränkung der Seefahrt am Schwarzmeerhafen Odessa nun auch den Landweg ins Visier nehmen. WELT bewertet die Lage für die ukrainische Wirtschaft als dramatisch.

RP Online: Tankrabatt und Preisdeckel könnten die Wirtschaft zusätzlich belasten

RP Online bewertet die wirtschaftspolitische Linie von Bundeskanzler Friedrich Merz kritisch. Der Bericht stellt den Tankrabatt und einen Preisdeckel als Maßnahmen dar, mit denen aus einer Preis- eine Mengenkrise werden könne.

Merz sei zunächst als Hoffnungsträger der deutschen Wirtschaft mit festen Überzeugungen und klaren Ansagen wahrgenommen worden. Nach Einschätzung des Kommentars hätten die für die CDU desaströsen Landtagswahlen den Kanzler jedoch zu einem Mann ohne Prinzipien gemacht.

Der Beitrag hebt einen Richtungswechsel hervor: Hilfen seien zunächst abgelehnt worden, nun stünden Tankrabatt und Preisdeckel im Raum. RP Online sieht darin ein Risiko für die Wirtschaft, weil staatliche Eingriffe in die Preisbildung zu einer Verknappung führen könnten.

Daneben berichtet der Beitrag, Merz sage auch der privaten Krankenversicherung den Kampf an. Konkrete Zahlen zu den möglichen Kosten oder Auswirkungen der genannten Maßnahmen enthält der vorliegende Quellenauszug nicht.

Quelle: RP Online

Infobox: RP Online kritisiert Tankrabatt und Preisdeckel als wirtschaftspolitischen Kurswechsel. Der Beitrag warnt davor, dass aus einer Preis- eine Mengenkrise werden könnte.

Serumwerk Dresden: Zukunft für rund 650 Beschäftigte offen

Das Serumwerk in Dresden steht nach Darstellung der Sächsischen Zeitung vor dem Aus. Die Zeitung bezeichnet das Unternehmen als Klassenprimus der sächsischen Pharmabranche und fragt, wie es für die rund 650 Beschäftigten von GSK weitergehen kann.

Im Mittelpunkt steht die Frage, ob die Pharmaindustrie in der Region groß genug ist, um den Beschäftigten eine neue berufliche Perspektive zu bieten. Ein großes Werk in Dresden habe bereits abgewinkt; möglicherweise könne jedoch Radeberg eine Lösung bieten.

Der Bericht ordnet die Situation in die regionale Wirtschafts- und Pharmalandschaft ein. Für die Beschäftigten bleibt damit offen, ob innerhalb der Branche ein anderer Standort als neue Heimat infrage kommt.

Quelle: Sächsische Zeitung

Infobox: Das Serumwerk Dresden steht vor dem Aus. Für rund 650 GSK-Beschäftigte wird nach einer neuen Perspektive in der sächsischen Pharmabranche gesucht.

Abwicklung der Firma Hoffmann tritt in entscheidende Phase

Die wirtschaftliche Abwicklung des insolventen Mineralölhändlers Hoffmann aus Schwarzenbach an der Saale tritt laut Frankenpost in ihre entscheidende Phase. Am Mittwochnachmittag sollten sich die Gläubiger in Hof treffen.

Bei dem Treffen geht es um verwertbare Vermögenswerte, nicht mehr um das Personal. Die vorläufige Insolvenzverwaltung wurde für die Tankstellen-GmbH am 29. April und für die Energie-und-Mobilität-GmbH am 5. Mai angeordnet.

Beide Insolvenzverfahren wurden zum 1. Juli dieses Jahres eröffnet. Der Bericht nennt damit die wesentlichen Schritte des Verfahrens und stellt klar, dass die Gläubigerversammlung nun die weitere Abwicklung betrifft.

UnternehmenVorläufige InsolvenzverwaltungEröffnung des Verfahrens
Tankstellen-GmbH29. April1. Juli dieses Jahres
Energie-und-Mobilität-GmbH5. Mai1. Juli dieses Jahres

Quelle: Frankenpost

Infobox: Die Gläubiger befassen sich mit der Verwertung des insolventen Mineralölhändlers Hoffmann. Die beiden Verfahren wurden zum 1. Juli dieses Jahres eröffnet; Personalfragen stehen laut Bericht nicht mehr im Mittelpunkt.

Tagesspiegel: Trump sieht schwere Probleme in Russlands Wirtschaft

US-Präsident Donald Trump hat der russischen Wirtschaft schwerwiegende Probleme attestiert. Nach Darstellung des Tagesspiegels erklärte Trump, Russland habe wegen des Krieges gegen die Ukraine die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren.

„Russland hat aufgrund seines Krieges gegen die Ukraine leider die Kontrolle über seine Dieselölindustrie verloren“, schrieb Donald Trump laut Tagesspiegel.

Trump erklärte außerdem, eine große Zahl von Diesel-Raffinerien sei explodiert und zumindest zeitweise außer Betrieb. Er verband die Aussage mit der Forderung, der „endlose Krieg mit der Ukraine“ müsse beendet werden. Der Tagesspiegel weist zugleich darauf hin, dass ein vollständiger Kontrollverlust nicht belegt sei, von großen Schäden aber tatsächlich berichtet werde.

Die Ukraine habe ihre Langstreckenangriffe auf die russische Ölindustrie in diesem Jahr ausgeweitet. Anlagen in Sankt Petersburg, Moskau und Rostow seien getroffen worden, teils mehr als tausend Kilometer von der Grenze entfernt in Richtung Ural.

Russland habe im Sommer daraufhin die Abgabe von Diesel und Benzin begrenzt. An Tankstellen bildeten sich Schlangen. Die Treibstoffknappheit zeigte sich laut Bericht auch in einem Exportverbot für Diesel, das unter anderem Zwischenhändler betrifft und bis Ende Januar 2027 gilt.

AngabeWert
Dieselpreis in den USA am Montag6,50 Dollar pro Gallone
Geltungsdauer des Exportverbots für Dieselbis Ende Januar 2027

Der Tagesspiegel beschreibt die russische Wirtschaft insgesamt als belastet. Das Wachstum im Fertigungssektor gehe offenbar nur auf die Militärproduktion zurück, während das Haushaltsdefizit wachse und die Inflation hoch sei.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj reagierte auf Trumps Beitrag und verwies auf den Wunsch der Ukraine nach einem Kriegsende sowie auf ihre Bereitschaft zu Verhandlungen. Zugleich schrieb er, es werde nicht länger so sein, dass nur das angegriffene Land leide.

Der Bericht verweist außerdem auf Trumps früheren Aufruf an Selenskyj, Angriffe auf russische Raffinerien einzustellen. Am Montag erreichte der Dieselpreis in den USA laut „Guardian“ die Rekordhöhe von 6,50 Dollar pro Gallone. Es werde erwartet, dass Trump Selenskyj bei einem Treffen am Rand der UN-Generalversammlung in New York zu einem Waffenstillstand bei Angriffen auf Energieanlagen drängen werde.

Als weitere Belastungen für den globalen Ölmarkt nennt der Tagesspiegel den Krieg zwischen den USA und dem Iran sowie die jüngste Eskalation durch die Huthi-Rebellen im Jemen. In den USA stehen Anfang November die nächsten Parlamentswahlen an; bei diesen Halbzeitwahlen bewerten die Wähler traditionell auch die Leistung des US-Präsidenten. Seine Umfragewerte seien schlecht.

Quelle: Tagesspiegel

Infobox: Ein vollständiger Kontrollverlust Russlands über die Dieselproduktion ist laut Bericht nicht belegt, Schäden an der Ölindustrie jedoch schon. Genannt werden Treibstoffknappheit, ein Diesel-Exportverbot bis Ende Januar 2027 und ein Dieselpreis von 6,50 Dollar pro Gallone in den USA.

Einschätzung der Redaktion

Die Tarifrunde bei Volkswagen dürfte zum Testfall für die industrielle Beschäftigungssicherung in Deutschland werden. Entscheidend ist weniger die einzelne Lohnforderung als die Frage, ob Volkswagen gleichzeitig Kosten senken, Standorte sichern und Vertrauen der Belegschaft erhalten kann. Eskalierende Verhandlungen würden den Druck auf die ohnehin fragile deutsche Autoindustrie weiter erhöhen.

Zusammenfassung: Der Konflikt verbindet Einkommensfragen unmittelbar mit der Zukunft deutscher VW-Standorte.

Einschätzung der Redaktion

Die mögliche Verlagerung des russischen Drucks von See- auf Landwege verschärft die wirtschaftliche Verwundbarkeit der Ukraine. Werden Verkehrsachsen und Hafenanbindungen systematisch beeinträchtigt, steigen nicht nur kurzfristig die Transportkosten; auch Versorgung, Exportfähigkeit und internationale Unterstützung geraten stärker unter Druck.

Zusammenfassung: Infrastruktur wird zunehmend selbst zum strategischen Kriegsziel mit direkten wirtschaftlichen Folgen.

Einschätzung der Redaktion

Subventionierte Preise können kurzfristig politischen Druck mindern, lösen aber keine strukturelle Knappheit. Ohne ausreichendes Angebot drohen Fehlanreize, höhere staatliche Kosten und eine Verlagerung der Belastung. Wirtschaftspolitisch wäre deshalb entscheidend, Preisentlastungen eng zu begrenzen und zugleich Produktion sowie Wettbewerb zu stärken.

Zusammenfassung: Preisinterventionen können Symptome dämpfen, aber bei Knappheit neue Probleme erzeugen.

Einschätzung der Redaktion

Der mögliche Verlust des Serumwerks wäre regional weit mehr als ein einzelner Arbeitsplatzabbau. Rund 650 Beschäftigte stehen zugleich für spezialisiertes Wissen, industrielle Wertschöpfung und die Attraktivität Dresdens als Pharmastandort. Eine Anschlusslösung innerhalb der Region könnte daher auch industriepolitisch entscheidend sein.

Zusammenfassung: Die Zukunft des Werks betrifft Fachkräfte, Know-how und die industrielle Basis der Region.

Einschätzung der Redaktion

Mit der Gläubigerversammlung verschiebt sich der Schwerpunkt endgültig von der Rettung zur Schadensbegrenzung. Für die Betroffenen zählt nun vor allem, ob Vermögenswerte geordnet verwertet werden und die Abwicklung transparent bleibt. Eine wirtschaftliche Perspektive für den Betrieb zeichnet sich damit offenbar nicht mehr ab.

Zusammenfassung: Das Verfahren befindet sich in der Verwertungsphase; im Zentrum stehen nun Gläubigerinteressen und Transparenz.

Einschätzung der Redaktion

Die Angriffe auf die russische Energieinfrastruktur zeigen, dass der Krieg zunehmend über wirtschaftliche Verwundbarkeit geführt wird. Einschränkungen bei Raffinerien können Versorgung und Staatshaushalt zugleich belasten, bergen aber das Risiko weiterer Marktverwerfungen und einer internationalen politischen Gegenreaktion. Ein dauerhafter Effekt hängt davon ab, wie schnell Russland Schäden kompensieren kann.

Zusammenfassung: Energieinfrastruktur wird zum zentralen Druckmittel mit Folgen für Russland, die Ukraine und den globalen Ölmarkt.

Quellen: