US-Börsen unter Druck, Dax erreicht Rekordhoch, Russlands Wirtschaft leidet

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Die Märkte bleiben angespannt, während Drohnenangriffe Russlands Wirtschaft und Wildberries schwer belasten; deutsche Mittelständler suchen Lösungen für Energie- und Fachkräfteprobleme.

Zwischen geopolitischen Spannungen, steigenden Inflationsrisiken und dem wirtschaftlichen Druck des Drohnenkriegs zeigt der Pressespiegel die fragile Lage an den internationalen Märkten: Während die Wall Street nachgibt, erreicht der Dax ein Rekordhoch und russische Unternehmen kämpfen mit massiven Schäden. Zugleich suchen deutsche Mittelständler nach Lösungen für Energiekosten, Förderung und Fachkräftemangel.

US-Börsen unter Druck: Nahost-Konflikt und Inflationssorgen belasten die Wall Street

Die US-Börsen haben am Dienstag nachgegeben. Nach Darstellung von ntv.de belasteten schwindende Hoffnungen auf eine Friedenslösung im Nahen Osten, steigende Ölpreise und neue Sorgen um die Inflation die Stimmung an der Wall Street.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 53.792 Punkten. Der S&P 500 gab 0,3 Prozent auf 7728 Zähler nach, während der Nasdaq 0,6 Prozent auf 26.445 Punkte verlor.

Für zusätzlichen Druck sorgten Aussagen des neu ernannten Sekretärs des Nationalen Sicherheitsrates des Iran. Demnach solle die Straße von Hormus geschlossen bleiben, solange die USA ihr Verhalten nicht änderten und die Bedingungen des Iran zur Beendigung des Krieges nicht akzeptierten. Die Nordseesorte Brent hielt sich daraufhin in der Nähe eines Einwochenhochs, während der Energiesektor im S&P 500 um 1,1 Prozent stieg.

„Wie schon seit Monaten ist es einfach sehr schwer, eine Einigung zu finden, die für alle tragfähig ist“, sagte Ross Mayfield, Anlagestratege bei Baird. „Öl notiert etwas höher und preist mehr Unsicherheit in dieser Hinsicht ein.“

Bei den Einzelwerten standen Technologiewerte unter Druck. Amazon fielen um 2,1 Prozent, Alphabet um 3,8 Prozent und die Papiere von SpaceX verloren fast vier Prozent.

Gefragt waren dagegen alternative Vermögensverwalter. Apollo Global legten um 6,2 Prozent zu, Blackstone stiegen um fast vier Prozent. Beide Unternehmen gehörten zu den Finanzinstituten, die eine Partnerschaft mit Nvidia eingegangen sind, um Plattformen zur Finanzierung von Rechenleistung aufzubauen. Damit sollen mehr als 500 Milliarden Dollar mobilisiert werden.

Die Anleger richteten ihren Blick außerdem auf die bevorstehenden Daten zur Verbraucher- und Erzeugerpreisinflation. Diese könnten den geldpolitischen Kurs der US-Notenbank beeinflussen. Fed-Chef Kevin Warsh habe das Ziel ausgegeben, die Prognosen zur Geldpolitik zu reduzieren, während Händler laut dem FedWatch-Tool der CME-Börse über die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung auf der Fed-Sitzung im September uneins seien.

Unter den weiteren Einzelwerten stiegen die Aktien von Jabil um 5,9 Prozent. Die Schweizer Großbank UBS hatte die Papiere des Elektronikunternehmens von „Neutral“ auf „Kaufen“ hochgestuft. Die in den USA notierten Aktien von On brachen dagegen um 20,3 Prozent ein, nachdem der Sportartikelhersteller die Umsatzschätzungen verfehlt hatte. Venture Global verlor 7,3 Prozent, weil der Umsatz im zweiten Quartal leicht unter den Erwartungen geblieben war.

Infobox: Die US-Indizes schlossen schwächer, während der Energiesektor zulegte. Technologiewerte standen unter Druck, alternative Vermögensverwalter profitierten von der Nvidia-Partnerschaft.

Russlands Wirtschaft spürt den ukrainischen Drohnenkrieg unmittelbar

Der ukrainische Drohnenkrieg trifft zunehmend auch das wirtschaftliche Leben in Russland. Der Standard berichtet, dass russische Bürgerinnen und Bürger die Folgen des von ihrem Regime angezettelten Krieges in diesem Sommer so unmittelbar wie noch nie zu spüren bekämen.

Als Beispiel schildert der Bericht den Angriff auf ein Lager des Onlineversandhauses Wildberries im südrussischen Krasnodar Ende Juli. Eine junge Frau erklärte in einem selbst gedrehten Videoclip, sie habe alles verloren und sei nun „offiziell arm“. Wie zehntausende andere Russinnen und Russen hatte sie über Wildberries Waren verkauft; diese wurden durch den Brand zerstört.

Der Bericht stellt zugleich heraus, dass ein unmittelbares Einlenken des Kremls trotz der wirtschaftlichen Schäden unwahrscheinlich sei. Die Angriffe machten den Krieg für die Bevölkerung zwar sichtbarer und spürbarer, änderten aber nach der Einschätzung des Artikels nichts an der Haltung der russischen Führung.

Infobox: Die Drohnenangriffe treffen nicht nur militärische Ziele, sondern auch Unternehmen, Händler und private Verkäufer. Der wirtschaftliche Druck führt laut Der Standard jedoch voraussichtlich nicht zu einem Einlenken des Kremls.

Wildberries: Angriffe auf Lager belasten Händler, Kunden und den russischen Staat

Die ukrainischen Drohnenangriffe auf Logistikzentren von Wildberries erschüttern laut FAZ innerhalb kurzer Zeit das Geschäftsmodell des russischen Onlinemarktplatzes. Betroffen sei das gesamte „Ökosystem“ aus Hunderttausenden Unternehmern, die ihre Waren über den Marktführer verkaufen oder in Abholstationen ausgeben.

In der Nacht auf Dienstag brachen im westrussischen Gebiet Woronesch in zwei Lagern Brände aus. Eines der Lager im Dorf Alexandrowka dürfte nach Aufnahmen, die auf dem Messenger Telegram kursierten, niedergebrannt sein. In der Gegend kam laut Behörden ein Mann ums Leben. Wildberries erklärte am Morgen, die Objekte seien rechtzeitig evakuiert und die Brände gelöscht worden; die Waren hätten „mehrheitlich nicht gelitten“.

Die Serie der Angriffe hatte am 18. Juli mit Schlägen gegen Wildberries-Logistikzentren in Elektrostal nahe Moskau und Kotowsk, gut 430 Kilometer südöstlich der Hauptstadt, begonnen. Die Schadensschätzungen variieren. Vor den jüngsten Attacken hieß es in Medienberichten, bis zu 30 Prozent der Lagerkapazitäten von Wildberries könnten beschädigt sein. Die direkten Schäden des Konzerns wurden bereits Ende Juli auf umgerechnet ein bis zwei Milliarden Euro geschätzt.

Indirekt sei der Schaden noch größer, da sich Verkäufer und Kunden vom Onlinemarktplatz abwendeten. Das Wirtschaftsportal The Bell habe Marktteilnehmer mit der Einschätzung zitiert, Wildberries habe zwischen einem Viertel und der Hälfte seines Umsatzes eingebüßt.

Die wirtschaftliche Bedeutung des Unternehmens ist erheblich. Für 2025 gab Wildberries einen Umsatz von umgerechnet gut 64 Milliarden Euro an. Das entspricht laut FAZ fast drei Prozent des russischen Inlandsprodukts.

Die russischen Machthaber würden das bereits vor den ukrainischen Angriffen hoch verschuldete Unternehmen voraussichtlich nicht insolvent werden lassen, weil der Reputationsschaden zu hoch sei. Die Rettung werde jedoch sehr teuer. Die Staatsbank VTB, ein Partner von Wildberries, habe sich bereit erklärt, das Unternehmen mit weiteren Krediten zu unterstützen. Details seien bislang unklar; auf politischer Ebene werde über verschiedene Unterstützungsideen verhandelt.

Wildberries muss zudem seine Logistik neu organisieren. Das Unternehmen sucht Lagerräume in Kasachstan und Belarus und schlägt den Sellern vor, eigene Lagerräume zu nutzen. Zusätzlich wird eine neu konzipierte Versicherung gegen Schäden durch Drohnenangriffe angeboten. Nach Angaben von The Bell umfasst diese jedoch ausgerechnet nicht die Zeitspanne, in der die Waren in den Lagern des Konzerns untergebracht und damit besonders verwundbar sind.

Die Gründerin von Wildberries, Tatjana Kim, hatte nach den ersten Angriffen erklärt, Versicherungen nähmen „Risiken für Terrorismus und Sabotage“ nicht in ihre „Standardpolicen“ auf. In Russland werden die ukrainischen Angriffe als Terrorismus und Sabotage bezeichnet.

Auch unter den Sellern wächst die wirtschaftliche Not. Die russische Zentralbank ermutigte Banken, kleinen und mittleren Unternehmen, die unter den Drohnenangriffen gelitten haben, bei der Umstrukturierung ihrer Darlehen zu helfen. Die Sberbank teilte am Freitag mit, 2000 entsprechende Anträge erhalten zu haben. Für diese Kategorie der Geschädigten kursieren Schätzungen zwischen drei und fünf Milliarden Euro.

Zusätzliche Probleme melden Betreiber der rund 94.000 „Bestellungsausgabepunkte“. Über diese Stationen setzt Wildberries nach eigenen Angaben 95 Prozent der Waren ab. Die Betreiber berichten, zwischen einem Drittel und 50 Prozent weniger Waren als früher zu erhalten und deutlich weniger zu verdienen. Zugleich habe Wildberries die Preise erhöht.

Laut The Bell gingen die Bestellungen bei Wildberries infolge der Angriffe um 40 Prozent zurück. Beim Hauptwettbewerber Ozon, den die Ukrainer bislang verschonen, seien die Bestellungen stark angestiegen. Eine Betreiberin einer Wildberries-Abholstation aus Sotschi erklärte auf Instagram, es gehe für sie und andere nun ums Überleben.

Die Auswirkungen könnten über Wildberries hinausreichen. Auf den Marktplatz entfallen laut FAZ bis zu zehn Prozent des Gesamtumsatzes des russischen Einzelhandels. Die Zentralbankchefin Elvira Nabiullina räumte bereits am 24. Juli ein, dass die Angriffe die Inflation treiben könnten.

Die Zentralbank senkte zugleich den Leitzins um 25 Basispunkte auf 14 Prozent. Weitere Senkungen wirkten laut dem Bericht unwahrscheinlich. Die Inflationsprognose für das laufende Jahr wurde von 4,5 bis 5,5 Prozent auf 6 bis 7 Prozent angehoben. Begründet wurde dies vor allem mit einem Anteil von 1,5 Prozentpunkten durch weitere ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien, die zu einer Treibstoffknappheit geführt hätten.

Auch die Angriffe auf Raffinerien gingen weiter. In der Nacht auf Dienstag brach in einer Raffinerie in Orsk im Orenburger Gebiet ein Brand aus; die Behörden bestätigten einen Drohnenangriff. In einer Raffinerie im fernöstlichen Komsomolsk am Amur kam es ebenfalls zu einem Brand, dessen Ursache jedoch unklar blieb.

Infobox: Bis zu 30 Prozent der Lagerkapazitäten könnten beschädigt sein. Die direkten Schäden wurden auf umgerechnet ein bis zwei Milliarden Euro geschätzt; die Bestellungen gingen laut The Bell um 40 Prozent zurück.

„Wirtschaft vor acht“ berichtet am 11.08.2026

Die tagesschau führte am 11.08.2026 die Ausgabe „Wirtschaft vor acht“ als aktuelles Wirtschaftsvideo. Der vorliegende Quelltext enthält jedoch keine verwertbaren Angaben zu einzelnen Themen, Entwicklungen, Zahlen oder Aussagen aus der Sendung.

Eine inhaltliche Einordnung über die in der Sendung behandelten Wirtschaftsthemen ist deshalb auf Grundlage der vorliegenden Quelle nicht möglich. Die Meldung wird im Pressespiegel lediglich als Hinweis auf das Wirtschaftsformat der tagesschau berücksichtigt.

Infobox: Quelle ist die Ausgabe „Wirtschaft vor acht vom 11.08.2026“ der tagesschau. Im übermittelten Inhalt sind keine nutzbaren Sachinformationen enthalten.

Dax steigt auf Rekordhoch

Der Dax ist am Dienstagnachmittag auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Zeitungsverlag Waiblingen berichtet unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur, dass der deutsche Leitindex dank sinkender Ölpreise um 0,5 Prozent auf 26.454 Punkte kletterte.

Der Dax hatte erst Anfang August ein Rekordhoch erreicht und dabei erstmals die Marke von 26.000 Punkten geknackt. Als Gründe für das konstruktive Umfeld wurden ein gutes Gewinnwachstum der Dax-Unternehmen trotz hoher Energiepreise, moderate Bewertungen und eine zurückhaltende Anlegerstimmung genannt.

Infobox: Der Dax stieg um 0,5 Prozent auf 26.454 Punkte. Anfang August hatte der Index erstmals die Marke von 26.000 Punkten überschritten.

Warendorfer Unternehmen beraten über Förderungen, Energiekosten und Fachkräfte

In Warendorf kamen am 11.08.2026 Unternehmer aus dem Kreis zusammen, um sich über aktuelle wirtschaftliche Entwicklungen zu informieren. Radio WAF berichtet, dass die Handwerkskammer Münster das Netzwerktreffen „Zukunftsforum Mittelstand Münsterland“ organisiert hatte und mehrere Vorträge vorgesehen waren.

Im Mittelpunkt standen Möglichkeiten, Betriebe trotz des wirtschaftlichen Drucks zukunftsfähig zu halten. Ein Thema waren Fördermöglichkeiten, die Unternehmen nicht zurückzahlen müssen. Außerdem ging es um Energiekosten, Nachhaltigkeit und die Gewinnung von Fachkräften.

Das Netzwerktreffen fand bei Darpe Bürocenter in Warendorf statt und startete um 11 Uhr. Die Veranstaltung sollte Unternehmen Gelegenheit geben, sich über Unterstützungsangebote zu informieren und sich mit anderen Betrieben aus dem Kreis auszutauschen.

Infobox: Das „Zukunftsforum Mittelstand Münsterland“ in Warendorf befasste sich mit Förderungen, Energiekosten, Nachhaltigkeit und Fachkräftegewinnung. Organisiert wurde das Netzwerktreffen von der Handwerkskammer Münster.

Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklungen zeigen, wie stark geopolitische Konflikte inzwischen gleichzeitig Finanzmärkte, Lieferketten, Unternehmen und Verbraucher erreichen. Besonders die Schäden bei Wildberries verdeutlichen, dass kritische Logistikstrukturen zu einem wirtschaftlichen Verwundbarkeitspunkt werden. Staatliche Stützungsmaßnahmen können kurzfristig stabilisieren, ersetzen aber keine belastbare Sicherheits- und Versicherungsstruktur.

Für die Börsen bleibt das Umfeld widersprüchlich: Rekordstände beim Dax stehen wachsender Unsicherheit bei Energiepreisen, Inflation und Zinspolitik gegenüber. Das spricht für eine erhöhte Anfälligkeit der Märkte für neue Nachrichten und gegen eine allzu sorglose Bewertung der aktuellen Kursniveaus.

Kernaussage: Geopolitische Risiken wirken zunehmend als direkter Wirtschaftsfaktor. Unternehmen mit resilienten Lieferketten, geringerer Energieabhängigkeit und solider Finanzierung dürften dadurch an strategischer Bedeutung gewinnen.

Quellen: