Spritkrise, Digitalboom und neue Handelsabkommen prägen die Wirtschaft

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Hohe Spritpreise und Raffinerieausfälle verschärfen Energie- und Kostendruck, gefährden Arbeitsplätze und beeinflussen zunehmend die politische Debatte.

Der neue Pressespiegel zeigt, wie eng Energieversorgung, Unternehmensbelastungen und politische Entscheidungen inzwischen miteinander verknüpft sind: Während Angriffe auf russische Raffinerien die Dieselmärkte verschärfen, setzen hohe Spritpreise Arbeitsplätze und Betriebe unter Druck. Zugleich wächst die Digitalwirtschaft zum zentralen deutschen Wertschöpfungsmotor – und internationale Handels- sowie Zinsfragen prägen die wirtschaftspolitische Debatte.

Ukraine: Angriffe auf Raffinerien verschärfen Dieselkrise und schaffen politisches Dilemma

Die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien beeinträchtigen nach Darstellung der Frankfurter Rundschau die russische Treibstoffproduktion erheblich. Drei der sechs größten Dieselproduzenten Russlands mussten ihre Produktion im September vollständig einstellen oder massiv zurückfahren.

Die Kirischi-Raffinerie in der Region Leningrad steht demnach vollständig still. Die Anlagen NORSI und Wolgograd erreichen nur noch etwa ein Viertel ihrer Kapazität. Zusammen stehen die sechs Raffinerien für rund die Hälfte der russischen Dieselproduktion; alle sechs wurden bereits von ukrainischen Drohnen angegriffen.

Die Folgen sind laut dem Bericht inzwischen auch im russischen Inland spürbar. In der Region Leningrad wurden wegen der angespannten Versorgungslage zeitweise Beschränkungen an Tankstellen eingeführt. Gouverneur Alexander Drosdenko bezeichnete die Maßnahmen am 15. September als „vorübergehend“ und kündigte an, sie sollten bis zum 1. Oktober gelten.

„Die Situation bleibt schwierig“, sagte Alexander Drosdenko laut Frankfurter Rundschau.

Russland reagierte unter anderem mit Exportbeschränkungen für Diesel. Gleichzeitig steigen die Preise, und der Verkauf von Treibstoff wird teilweise eingeschränkt. Für die Ukraine sind Raffinerien strategische Ziele, weil sie sowohl den zivilen Markt als auch die russische Kriegswirtschaft versorgen.

Die Angriffe wirken sich jedoch über Russland hinaus aus. Russland gehört normalerweise zu den weltweit wichtigsten Exporteuren von Diesel. Nach Einschätzung des Energieanalysten Andy Lipow haben russische Exportbeschränkungen infolge der ukrainischen Angriffe rund 800.000 Barrel Diesel pro Tag vom Weltmarkt genommen.

Die weltweite Dieselknappheit hat nach der im Bericht wiedergegebenen Analyse zugleich weitere Ursachen. Die Einschränkungen durch die Blockade der Straße von Hormus betreffen demnach weitere 1,2 Millionen Barrel täglich. Weltweit lag die Raffinerieproduktion auf ihrem Sommerhöhepunkt laut der Analyse um 4,2 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahresniveau.

In den USA stieg der Dieselpreis nach Angaben der Analyse von Will Gottsegen im Atlantic auf einen historischen Höchststand von 6,27 Dollar pro Gallone. Damit lag der Preis fast doppelt so hoch wie Ende Februar.

US-Präsident Donald Trump forderte laut Frankfurter Rundschau von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, die Angriffe auf russische Dieselproduktion einzustellen. Trump sagte, die Angriffe würden der Welt schaden. Experten wie Matt Smith vom Datenunternehmen Kpler widersprachen jedoch der Darstellung, die ukrainischen Angriffe seien der führende Faktor für die steigenden Dieselpreise in den USA.

Für Moskau eröffnet die Debatte eine politische Möglichkeit, die Ukraine für Belastungen der Weltwirtschaft verantwortlich zu machen. Kremlsprecher Dmitri Peskow begrüßte Trumps Vorschlag für eine Waffenruhe bei Angriffen auf Energieanlagen als „sehr gute Idee“ und lenkte zugleich den Fokus auf russische Ölexporte sowie die Sanktionen gegen Russland.

Zusammenfassung: Die Angriffe können Russlands Treibstoffversorgung und Kriegswirtschaft schwächen. Zugleich können sie den internationalen Preisdruck verstärken und Moskau politisch sowie kommunikativ nutzen.

Hohe Spritkosten gefährden Arbeitsplätze und belasten Unternehmen

Die FAZ berichtet über die Folgen der hohen Benzin- und Dieselpreise für Unternehmen, die ihre gestiegenen Kosten kurzfristig nicht an Kunden weitergeben können. Besonders betroffen sind Betriebe mit vielen Fahrzeugen, Pflegedienste, Rollstuhltransporte, Handwerksunternehmen, Schifffahrtsgesellschaften und landwirtschaftliche Betriebe.

Bianka Rössler, Kapitänin und Geschäftsführerin der Schifffahrtsgesellschaft Rössler-Linie aus Rüdesheim, schildert, dass die erste Treibstoffrechnung im Frühjahr bis zu dreimal so hoch ausfiel wie angenommen. Die drei Schiffe der Linie verbrauchen jeweils rund 90 Liter pro Stunde.

Der Verbrauch hängt laut FAZ von der Fahrweise ab. Bei einer gemütlichen Fahrt ist er geringer; muss ein Schiff eine Veranstaltung erreichen oder nach einem Einsatz schnell zurückkehren, wird mitunter Vollgas gefahren. Einen gesonderten Diesel- oder Energiezuschlag will Rössler ihren Gästen nicht berechnen, weil solche Aufschläge für sie „einen unguten Beigeschmack“ hätten.

Stattdessen sollen die höheren Ausgaben in die reguläre Kalkulation einfließen. Im kommenden Jahr könnten die Fahrpreise deshalb etwa um einen Euro statt um 50 Cent steigen.

Besonders deutlich zeigen sich die Folgen bei Unternehmen, deren Preise nicht frei festgelegt werden können. Beim Frankfurter Fahrdienst Rumpf übersteigen die Aufwendungen die Einnahmen derzeit um 8000 bis 10.000 Euro im Monat. Inhaber Ronny Wächter baute deshalb eine Stelle in der Verwaltung ab, übernahm eine weitere Person nach der Probezeit nicht und strich einen Minijob.

Insgesamt entspricht dies zweieinhalb Vollzeitstellen. Wächter beschäftigt rund 60 Mitarbeiter. Die AOK erhöhte die Sätze für Rollstuhltransporte zwar um fünf Prozent, Wächters wichtigster Auftraggeber ist jedoch die Stadt Frankfurt.

Das Sozialamt teilte laut FAZ mit, nach einem Gespräch mit Vertretern mehrerer Fahrdienste im Mai sei eine Anhebung vereinbart worden. Die Erhöhung der Fahrtkostenpauschalen wurde rückwirkend ab 01.08.2026 entschieden und soll zeitnah umgesetzt werden.

Auch das Handwerk kann die höheren Kosten nach Darstellung der FAZ häufig nicht kurzfristig weitergeben. Viele Aufträge seien bereits vor längerer Zeit kalkuliert oder zu Festpreisen vereinbart worden. Stefan Ehinger, Vizepräsident der Kammer Rhein-Main und Inhaber eines Frankfurter Elektrobetriebs, sieht deshalb die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf Elektromobilität als Möglichkeit, die Abhängigkeit von schwankenden Kraftstoffpreisen zu reduzieren.

Für Landwirte ist dieser Wechsel schwieriger, weil landwirtschaftliche Maschinen oft sechsstellige Beträge kosten und über viele Jahre amortisiert werden müssen. Der hessische Bauernpräsident Karsten Schmal bezeichnete die aktuellen Dieselpreise als „weiteren Kostenhammer“ und forderte spürbare Entlastungen.

In Frankfurt lag der Durchschnittspreis für einen Liter Diesel am Dienstag laut clever-tanken.de bei 2,47 Euro. Vor genau einem Jahr waren es 1,57 Euro. Beim Liter Super E10 lag der Preis in Frankfurt bei 2,34 Euro, vor einem Jahr bei 1,66 Euro.

AngabeWert
Diesel in Frankfurt am Dienstag2,47 Euro je Liter
Diesel in Frankfurt vor einem Jahr1,57 Euro je Liter
Super E10 in Frankfurt2,34 Euro je Liter
Super E10 in Frankfurt vor einem Jahr1,66 Euro je Liter
Diesel in Wiesbaden am Mittwoch um 11 Uhr2,42 Euro je Liter
Diesel in Frankfurt am Mittwoch um 11 Uhr2,37 Euro je Liter
Diesel an ausgewählten Tankstellen2,30 Euro je Liter
Diesel in Frankfurt laut esyoil-Beobachtungbis zu 2,43 Euro je Liter
Diesel an der Raststätte Weiskirchen Nord an der A 32,83 Euro je Liter
Diesel in Weiterstadt an der A 52,84 Euro je Liter

Zusammenfassung: Hohe Spritkosten treffen Unternehmen mit festen Preisen und großem Fuhrpark besonders hart. Die FAZ zeigt, dass die Belastung bereits zu Stellenstreichungen führt und zugleich Fahrpreise, Investitionen und politische Forderungen nach Entlastung beeinflusst.

Digitalwirtschaft erwirtschaftet 481,5 Milliarden Euro

Die digitale Wirtschaft hat sich laut STERN.de zu einem der stärksten wirtschaftlichen Pfeiler Deutschlands entwickelt. Eine Untersuchung des Bundesverbands Digitale Wirtschaft und des Mannheimer Forschungsinstituts ISTARI.AI kommt zu dem Ergebnis, dass die Digitalwirtschaft jährlich eine Bruttowertschöpfung von 481,5 Milliarden Euro erwirtschaftet.

Das entspricht einem Anteil von 11,91 Prozent an der gesamten deutschen Wirtschaftsleistung. Damit ist das digitale Segment volkswirtschaftlich mehr als doppelt so groß wie der deutsche Automobilbau, dessen Anteil an der Bruttowertschöpfung laut Daten des Statistischen Bundesamtes üblicherweise bei rund 4,5 bis 5 Prozent liegt.

Werden neben den digitalen Kernbereichen auch Unternehmen klassischer Sektoren berücksichtigt, die sich tiefgreifend digital transformiert haben, steigt die digital geprägte Wertschöpfung auf über 1,01 Billionen Euro. Das entspricht mehr als einem Viertel der gesamten Wirtschaftsleistung der Bundesrepublik.

Für die Untersuchung analysierten die Forscher die Webpräsenzen und Geschäftsaktivitäten von rund 1,4 Millionen Unternehmen. Die Unternehmen wurden unabhängig von häufig veralteten statistischen Branchencodes nach ihrer tatsächlichen Tätigkeit eingeordnet.

BereichAngabe
Jährliche Bruttowertschöpfung der Digitalwirtschaft481,5 Milliarden Euro
Anteil an der deutschen Wirtschaftsleistung11,91 Prozent
Digital geprägte Wertschöpfung einschließlich transformierter Branchenüber 1,01 Billionen Euro
Analysierte Unternehmenrund 1,4 Millionen
Unternehmen der Digitalwirtschaftrund 229.000
Unternehmen mit rein digitalen Produkten63.000
Wertschöpfung der digitalen Kernwirtschaftrund 192 Milliarden Euro
Unternehmen mit digital getriebenen Geschäftsmodellen166.000
Wertschöpfung dieser Geschäftsmodelleknapp 289 Milliarden Euro
Digitalisierte Betriebe aus klassischen Branchen124.000

Rund 95 Prozent der erfassten Firmen sind laut der Untersuchung kleine und mittlere Unternehmen. Der digitale Kern und die digital getriebenen Geschäftsmodelle sichern rund neun Millionen Arbeitsplätze; einschließlich der transformierten Branchen sind es sogar mehr als 15 Millionen.

BVDW-Präsident Dirk Freytag fordert angesichts dieser Ergebnisse eine politische Neuausrichtung. Digitalpolitik müsse als Wirtschaftspolitik verstanden werden, da digitale Wertschöpfung die Grundlage künftiger Wettbewerbsfähigkeit bilde. Deutschland brauche bessere Rahmenbedingungen für Datennutzung, Skalierung und Investitionen.

Zusammenfassung: Die Untersuchung ordnet die Digitalwirtschaft als zentralen Wirtschaftsfaktor Deutschlands ein. Sie umfasst rund 229.000 Unternehmen, ist zu rund 95 Prozent mittelständisch geprägt und steht einschließlich transformierter Branchen für mehr als 15 Millionen Arbeitsplätze.

Neuseeländisches Parlament stimmt für Handelsabkommen mit Indien

Das neuseeländische Parlament hat laut Deutschlandfunk für das vereinbarte Handelsabkommen mit Indien gestimmt. Weitere Einzelheiten zu den wirtschaftlichen Inhalten oder zu den erwarteten Auswirkungen des Abkommens enthält die vorliegende Meldung nicht.

Mit der parlamentarischen Zustimmung liegt damit eine Entscheidung Neuseelands zu dem Handelsabkommen vor. Der Deutschlandfunk ordnet die Nachricht dem Ressort Wirtschaft zu.

Zusammenfassung: Neuseelands Parlament stimmte dem vereinbarten Handelsabkommen mit Indien zu. Konkrete Angaben zu Handelsvolumen, Zöllen oder einzelnen Branchen werden in der Quelle nicht genannt.

Politische Debatte über hohe Spritpreise vor den Wahlen

Die ARD Mediathek berichtet über den politischen Streit um die hohen Spritpreise. Kurz vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern bringen die Parteien Vorschläge zur Entlastung der Bürger ins Spiel.

Die SPD fordert einen staatlichen Preisdeckel, während die Union vor Eingriffen in den Markt warnt. Bundeskanzler Merz sagt laut dem Beitrag, die Politik müsse handeln; zugleich bleibt die Frage offen, wie eine Entlastung konkret ausgestaltet werden soll.

Der Beitrag „Wirtschaft vor acht: Hohe Spritpreise – was kann die Politik tun?“ wurde am 15.09.2026 um 19:55 Uhr ausgestrahlt.

Zusammenfassung: Hohe Spritpreise sind vor der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern Gegenstand einer politischen Auseinandersetzung. SPD und Union verfolgen unterschiedliche Ansätze zwischen Preisdeckel und Warnungen vor Markteingriffen.

Wirtschaftsthemen: Zinsen, Digitalisierung, KI und Ärzte

tagesschau.de kündigt in seinem „Update Wirtschaft vom 16.09.2026“ Beiträge zu den Themen FED-Zinsen, Digitalisierung, künstliche Intelligenz und Ärzte an. Die vorliegende Quellenangabe enthält jedoch keine weiteren ausformulierten Informationen zu den einzelnen Themen.

Der Beitrag ist als Wirtschaftsausgabe von tagesschau24 ausgewiesen und datiert vom 16.09.2026. Konkrete Zahlen, Entscheidungen oder Bewertungen werden im verfügbaren Inhalt nicht genannt.

Zusammenfassung: Das Wirtschaftsupdate umfasst die Themen FED-Zinsen, Digitalisierung, KI und Ärzte. Nähere Fakten sind in der vorliegenden Meldung nicht enthalten.

Einschätzung der Redaktion

Die Meldungen zeigen eine Wirtschaft im Spannungsfeld zwischen geopolitischen Schocks, steigenden Betriebskosten und strukturellem Wandel. Besonders kritisch ist, dass hohe Energiekosten unmittelbar Arbeitsplätze und die Stabilität kleiner und mittlerer Unternehmen gefährden können. Gleichzeitig verdeutlicht die starke digitale Wertschöpfung, dass Deutschlands künftige Wettbewerbsfähigkeit weniger von einzelnen traditionellen Branchen als von Investitionen in Digitalisierung, Skalierung und verlässlichen Rahmenbedingungen abhängen wird.

Politisch steigt damit der Druck, kurzfristige Entlastungen zu ermöglichen, ohne Preissignale dauerhaft zu verzerren. Entscheidend wird sein, akute Belastungen gezielt abzufedern und zugleich die Abhängigkeit von fossilen Energien sowie strukturelle Standortnachteile zu verringern.

Infobox: Energiepreisschocks verschärfen den Kostendruck; Digitalisierung bleibt der wichtigste strukturelle Wachstumshebel. Gefragt ist eine Politik, die kurzfristige Stabilisierung mit langfristiger Modernisierung verbindet.

Quellen: