Öl- und Gaspreise steigen, während ein Überangebot erwartet wird
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
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Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Die Wirtschaft schwankt zwischen geopolitischen Preisschocks, erwarteten Energieüberschüssen und Russlands wachsendem Krisendruck, während Übernahmen, Unternehmenszahlen und Stellenabbau Schlagzeilen prägen.
Geopolitische Krisen, Übernahmen, Stellenabbau und überraschende Geschäftszahlen prägen die Wirtschaftsnachrichten: Während Öl- und Gaspreise zwischen Preisschock und Überangebot schwanken, gerät Russlands Kriegswirtschaft unter Druck. Zugleich kämpfen Konzerne wie Tesla, Volkswagen und Varta mit Herausforderungen, während Alphabet, Banken und Rüstungsunternehmen Erfolge melden. Der Pressespiegel zeigt die wichtigsten Entwicklungen im Überblick.
Öl- und Gaspreise zwischen Schock und erwarteter Schwemme
Die Energiepreise sind laut ntv.de infolge der erneuten Eskalation im Iran-Krieg deutlich gestiegen. Brent-Öl überschritt erneut die Marke von 100 Dollar pro Fass, während der Börsenpreis für Erdgas in Europa über 60 Euro kletterte. Auch die Großhandelspreise für Benzin, Diesel und Kerosin zogen an, wodurch sich die Preise an deutschen Tankstellen wieder den Höchstständen vom Frühjahr nähern.
Gleichzeitig rechnen J.P. Morgan und andere Experten mit einer späteren Entspannung. Die Bank senkte ihre Prognose für Brent-Rohöl im laufenden Quartal bis September von etwas mehr als 100 Dollar auf 86 Dollar pro Fass. Für das vierte Quartal wird ein Durchschnittspreis von 56 Dollar pro Fass erwartet.
Die Internationale Energieagentur prognostizierte im Juni für 2026 einen Überschuss von bis zu vier Millionen Fass Öl pro Tag. Als Gründe nennt der Bericht den Abbau bisheriger Produktionskürzungen durch die OPEC+, eine steigende Förderung in den USA, Guyana und Brasilien sowie eine möglicherweise sinkende Nachfrage. Die US-amerikanische Energiebehörde EIA geht davon aus, dass der weltweite Ölverbrauch in diesem Jahr im Schnitt um 1,2 Millionen Fass pro Tag sinken wird.
„Der erste Überschuss wird im August entstehen, bei etwa 1,2 Millionen Fass pro Tag“, sagte Natasha Kaneva, leitende Analystin bei J.P. Morgan, laut ntv.de.
Voraussetzung für dieses Szenario ist eine Beendigung der Kampfhandlungen im Nahen Osten. Nach Kanevas Einschätzung könnte sich das Angebot aus dem Persischen Golf im August auf etwa 90 Prozent des Vorkriegsniveaus erholen, im Oktober auf 97 Prozent steigen und im November nahezu vollständig wiederhergestellt sein. In diesem Umfeld könne der Ölpreis auf rund 60 Dollar pro Fass zurückkehren.
Auch beim Erdgas wird ein wachsendes Angebot erwartet. Goldman Sachs prognostiziert, dass die weltweite Exportkapazität für Flüssigerdgas zwischen 2025 und 2030 um mehr als 50 Prozent steigen wird, vor allem durch neue Projekte in den USA und Katar.
Der Bericht warnt jedoch vor einer riskanten Strategie des Abwartens. Rund 70 Prozent der US-amerikanischen Ölproduzenten wollen ihre Förderung bei einem dauerhaft erwarteten Preis von etwa 60 Dollar sogar drosseln. Zugleich setzen Regierungen laut dem Krisenreaktions-Tracker der IEA für 2026 vor allem auf vorübergehende Maßnahmen wie die Freigabe strategischer Ölreserven, Kraftstoffsubventionen und die Aussetzung von Steuern und Abgaben.
Infobox: Aktuelle Preissteigerungen treffen auf die Erwartung eines späteren Überangebots. Das Szenario hängt jedoch von einer Beruhigung der geopolitischen Lage, stabilen Lieferwegen und ausreichenden Investitionen ab.
Russlands Wirtschaft zwischen Kreml-Darstellung und wachsendem Druck
Die Frankfurter Rundschau berichtet über widersprüchliche Einschätzungen zur wirtschaftlichen Lage Russlands. Präsident Wladimir Putin bezeichnete die Lage der Volkswirtschaft und ihrer Schlüsselsektoren als stabil und verwies insbesondere auf die russische Energiewirtschaft.
Putin zufolge wies das russische Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung im Mai ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent aus. In den ersten fünf Monaten sei das BIP insgesamt um 0,2 Prozent gewachsen.
Das Kiel Institut für Weltwirtschaft kommt dagegen in seinem Bericht „Endgame: Russlands Kriegswirtschaft stößt an ihre Grenzen“ zu einer deutlich kritischeren Einschätzung. Demnach sei die russische Wirtschaft im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent gesunken, obwohl die Staatsausgaben im März um 44 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen seien.
Besonders stark betroffen ist laut dem Bericht die Energiewirtschaft. Verschärfte Sanktionen und ukrainische Angriffe hätten im ersten Quartal 2026 zu einem Rückgang der Einnahmen um 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geführt. Einige Anlagen hätten ihre exportbezogenen Raffineriekapazitäten wegen anhaltender Drohnenattacken um bis zu 40 Prozent drosseln müssen.
Bruegel stellte zugleich fest, dass Russland während des Iran-Kriegs aufgrund höherer Weltmarktpreise vorübergehend zusätzliche Einnahmen aus dem Verkauf von Öl und Gas erzielte. Im ersten Halbjahr 2026 beliefen sich die Einnahmen demnach auf rund 3,66 Billionen Rubel (circa 41,2 Milliarden Euro). Bruegel bewertet die Mehreinnahmen jedoch als vorübergehende Umkehr eines langfristigen Abwärtstrends.
Auch bei den Bankkrediten gehen die Darstellungen auseinander. Putin erklärte, das Kreditportfolio der russischen Zentralbank wachse und die Geldmenge zum 1. Juli im Jahresvergleich um etwa 13 Prozent gestiegen sei. Ein europäischer Geheimdienstbericht, über den Reuters berichtete, warnte dagegen vor einer drohenden Bankenkrise; zehn Prozent der Kredite seien demnach ausfallgefährdet.
„Russlands Wirtschaft stagniert, aber aufgrund der staatlichen Dominanz und der hohen Verteidigungsausgaben gibt es keine unmittelbare Finanzkrise“, sagte Russland-Experte Chris Weafer laut Frankfurter Rundschau.
Als weitere Belastungen nennt der Bericht Engpässe bei Lebensmitteln, eine sinkende Zahl verfügbarer Arbeitskräfte durch Mobilisierungen sowie Rationierungen bei Benzin und Diesel. Zudem griffen immer mehr Russinnen und Russen auf Bargeld zurück, was die Staatseinnahmen zusätzlich unter Druck setzen könne.
Infobox: Putin spricht von Stabilität und Wachstum, während das Kiel Institut für Weltwirtschaft, Bruegel und Reuters über sinkende Wirtschaftsleistung, rückläufige Energieeinnahmen und Risiken im Bankensektor berichten.
Fornwij von Prinz Daniel schreibt wieder schwarze Zahlen
Nach einem Verlustjahr erzielt das schwedische Unternehmen Fornwij wieder einen Gewinn. Das berichtet WEB.DE.
Für Prinz Daniel bedeutet die Rückkehr in die Gewinnzone eine Dividende in Millionenhöhe in schwedischen Kronen. Weitere Angaben zur Höhe des Gewinns oder zur Dividende enthält die Meldung nicht.
Infobox: Fornwij hat nach einem Verlustjahr wieder schwarze Zahlen geschrieben. Prinz Daniel profitiert davon mit einer Millionen-Kronen-Dividende.
„mehr/wert“ ordnet Wirtschafts- und Sozialthemen ein
Die ARD Mediathek kündigt das Magazin „mehr/wert“ an. Das Wirtschaftsmagazin im BR Fernsehen erklärt die Hintergründe aktueller Diskussionen aus den Bereichen Wirtschaft und Soziales.
Darüber hinaus gibt die Sendung Antworten auf Verbraucher- und Alltagsfragen. In der vorliegenden Vorschau ist kein Video verfügbar.
Infobox: „mehr/wert“ verbindet wirtschaftliche und soziale Hintergrundinformationen mit Verbraucher- und Alltagsthemen.
Wirtschaftsmeldungen der Neuen Zürcher Zeitung
Paramount setzt Warner-Übernahme vorerst aus
Die Neue Zürcher Zeitung berichtet, dass Paramount den Kauf von Warner Brothers nach einer Wettbewerbsklage von zwölf amerikanischen Bundesstaaten vorerst aussetzt. Die Übernahme soll erst nach einer Entscheidung über die Klage oder spätestens am 1. Juni 2027 weiter vorangetrieben werden.
Zuvor hatte eine Richterin den Deal bis Mitte August ausgesetzt. Die Bundesstaaten argumentieren, dass der Zusammenschluss den Wettbewerb bei populären Filmen verzerren und dadurch die Kinos unter Druck setzen könnte.
Die amerikanische Regierung hatte den Milliarden-Deal ohne Auflagen genehmigt. Die EU-Kommission billigte die Übernahme mit Auflagen. Der Deal ist rund 111 Milliarden Dollar schwer.
Infobox: Die Übernahme von Warner Brothers durch Paramount bleibt wegen einer Klage von zwölf amerikanischen Bundesstaaten vorerst ausgesetzt. Als spätester Termin für eine Weiterverfolgung wird der 1. Juni 2027 genannt.
Varta meldet Insolvenz in Eigenverwaltung
Der deutsche Batteriehersteller Varta hat beim Stuttgarter Amtsgericht einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung gestellt. Das Gericht bestätigte den Antrag am 24. Juli.
Nach Angaben der NZZ droht eine Zerschlagung des Unternehmens aus Ellwangen, weil wichtige Geldgeber das Geschäft mit Haushaltsbatterien aus dem Konzern herauslösen wollen. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern im bayrischen Nördlingen soll noch im Herbst geschlossen werden.
Varta hatte 2024 im Rahmen eines Restrukturierungsgesetzes eine Neuaufstellung vorgenommen. Altaktionäre verloren ihre Beteiligungen, während Gläubiger auf einen Teil ihrer Forderungen verzichteten. Anfang April vergangenen Jahres hatte Varta die Restrukturierung für abgeschlossen erklärt.
Die wirtschaftliche Lage verschlechterte sich anschließend erneut. Varta verlor mit Apple den wichtigsten Kunden für den Standort Nördlingen; Apple bezieht die wiederaufladbaren Knopfzellen für seine „AirPods“-Kopfhörer künftig aus China.
Infobox: Varta beantragte Insolvenz in Eigenverwaltung. Ein Werk mit rund 350 Mitarbeitern soll geschlossen werden, nachdem Apple als wichtiger Kunde weggefallen ist.
Vontobel steigert Reingewinn deutlich
Die Zürcher Bank Vontobel erzielte im ersten Halbjahr einen Reingewinn von 216 Millionen. Im Vorjahreszeitraum waren es 115,5 Millionen Franken.
Zu der Verbesserung trugen laut NZZ tiefere Kosten und höhere Erträge bei. Beim Neugeld verzeichnete die Bank seit Anfang des Jahres Zuflüsse von 2,5 Milliarden Franken, verglichen mit 2 Milliarden Franken im Vorjahr. Die Zuflüsse entfielen vollständig auf den Bereich Privatkunden.
Das Aufwand-Ertrags-Verhältnis verbesserte sich von 77,9 Prozent im Vorjahr auf 67,9 Prozent. Im August übernimmt Antoine Boublil, früher bei Credit Suisse und Leonteq tätig, das Amt des Finanzchefs.
| Kennzahl | Vorjahr | Erstes Halbjahr |
|---|---|---|
| Reingewinn | 115,5 Millionen Franken | 216 Millionen |
| Neugeld | 2 Milliarden Franken | 2,5 Milliarden Franken |
| Aufwand-Ertrags-Verhältnis | 77,9 Prozent | 67,9 Prozent |
Infobox: Vontobel steigerte den Reingewinn auf 216 Millionen und verbesserte zugleich das Aufwand-Ertrags-Verhältnis auf 67,9 Prozent.
Tesla steigert Umsatz, verfehlt aber Gewinnerwartungen
Tesla erzielte im vergangenen Quartal einen Umsatz von knapp 28,24 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 26 Prozent im Jahresvergleich.
Die Auslieferungen stiegen um rund ein Viertel auf 480 126 Fahrzeuge. Trotzdem verfehlte Tesla die Erwartungen der Wall Street beim bereinigten Ergebnis pro Aktie deutlich: Analysten hatten im Schnitt mit 51 US-Cent gerechnet, Tesla kam auf 33 Cent.
Der Quartalsgewinn sank um fünf Prozent auf gut 1,11 Milliarden Dollar. Als mögliche Gründe nennt die NZZ Rabatte, insbesondere auf dem wichtigen US-Markt, sowie geringere Erlöse aus dem Verkauf von CO2-Verschmutzungsrechten. Diese Erlöse fielen auf 146 Millionen Dollar von 380 Millionen Dollar drei Monate zuvor.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Quartalsumsatz | knapp 28,24 Milliarden Dollar |
| Auslieferungen | 480 126 Fahrzeuge |
| Bereinigtes Ergebnis je Aktie | 33 Cent |
| Analystenerwartung je Aktie | 51 US-Cent |
| Quartalsgewinn | gut 1,11 Milliarden Dollar |
| Erlöse aus CO2-Verschmutzungsrechten | 146 Millionen Dollar |
Infobox: Tesla verkaufte mehr Fahrzeuge und steigerte den Umsatz, musste jedoch einen Gewinnrückgang und ein deutlich unter den Erwartungen liegendes Ergebnis je Aktie hinnehmen.
Alphabet übertrifft Erwartungen mit Werbung und Cloud-Geschäft
Die Google-Mutter Alphabet steigerte ihren Umsatz im vergangenen Quartal um 24 Prozent auf 119,8 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit knapp 117 Milliarden Dollar gerechnet.
Der Umsatz im Werbegeschäft rund um die Google-Suchmaschine wuchs um fast 17 Prozent auf 63,27 Milliarden Dollar. Alphabet integrierte eigene Funktionen künstlicher Intelligenz in die Suchmaschine und konnte damit das Kerngeschäft ausbauen.
Besonders stark entwickelte sich das Cloud-Geschäft. Der Umsatz stieg um rund 82 Prozent auf 24,77 Milliarden Dollar und lag damit über der Analystenerwartung von etwa 22,2 Milliarden Dollar.
Die Spanne für die Kapitalinvestitionen im Jahr wurde von 75 bis 185 Milliarden Dollar auf 180 bis 190 Milliarden Dollar angehoben. Im vergangenen Quartal gab Alphabet knapp 45 Milliarden Dollar aus.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Umsatz | 119,8 Milliarden Dollar |
| Umsatz Werbegeschäft | 63,27 Milliarden Dollar |
| Umsatz Cloud-Geschäft | 24,77 Milliarden Dollar |
| Kapitalinvestitionen im vergangenen Quartal | knapp 45 Milliarden Dollar |
| Geplante Kapitalinvestitionen | 180 bis 190 Milliarden Dollar |
Infobox: Alphabet übertraf die Erwartungen. Wachstumstreiber waren insbesondere die Google-Suche mit KI-Funktionen und das Cloud-Geschäft.
Porsche-Aufsichtsrat unterstützt weiteres Sparpaket
Beim Sport- und Geländewagenbauer Porsche deutet sich ein weiterer Stellenabbau an. Der Aufsichtsrat unterstützte den aktuellen Stand der Verhandlungen über ein sogenanntes Zukunftspaket.
Das Management um Vorstandschef Michael Leiters und die Arbeitnehmervertreter verhandeln seit Monaten über zusätzliche Einsparungen. Nach Angaben der NZZ stehen Berichten zufolge mehrere Tausend Stellen zur Disposition, vor allem in Verwaltung und Entwicklung.
Im Gegenzug könnte die Beschäftigungssicherung verlängert werden. Diese schließt bislang betriebsbedingte Kündigungen bis Mitte 2030 aus.
Infobox: Porsche arbeitet an einem weiteren Sparpaket. Konkrete Inhalte wurden noch nicht bekanntgegeben, ein Stellenabbau steht jedoch im Raum.
Ermittler durchsuchen erneut Deutsche Bank
Ermittler haben am 22. Juli erneut die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt durchsucht. Im Mittelpunkt stehen laut NZZ fragwürdige Steuergeschäfte der Postbank zwischen 2008 und 2010.
Die Ermittlungen drehen sich Medienberichten zufolge um den Verdacht der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Cum-Geschäften. Dabei wurden Aktien deutscher Unternehmen rund um den Dividendenstichtag zwischen Akteuren im In- und Ausland hin- und hergeschoben, um Steuervorteile für ausländische Inhaber deutscher Aktien zu erzielen.
Der dem Fiskus entstandene Schaden wird auf 28 Milliarden Euro geschätzt.
Infobox: Die Durchsuchung steht im Zusammenhang mit mutmaßlichen Cum-Cum-Geschäften der Postbank aus den Jahren 2008 bis 2010. Der geschätzte Fiskalschaden beträgt 28 Milliarden Euro.
VAT meldet starken Auftragseingang und plant Übernahme
Der Schweizer Vakuumventilhersteller VAT meldete für das zweite Quartal einen Auftragseingang, der sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt hat. Die Nachfrage wird durch den Ausbau von KI-Rechenzentren und KI-Anwendungen sowie den damit verbundenen Halbleiterbedarf angetrieben.
Das EBITDA für das erste Halbjahr 2026 ging dennoch um 10 Prozent auf rund 148 Millionen CHF zurück. VAT führt dies unter anderem auf höhere Personalkosten infolge von mehr als 700 Neueinstellungen für den Produktionsausbau zurück.
Für das kommende Quartal erwartet das Unternehmen einen Umsatzanstieg von rund 30 Prozent auf 355 bis 385 Millionen Franken. Außerdem soll das japanische Technologieunternehmen Atonarp für 110 Millionen Franken übernommen werden; der Abschluss wird im dritten Quartal 2026 erwartet.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Veränderung Auftragseingang | gegenüber dem Vorjahr verdoppelt |
| EBITDA erstes Halbjahr 2026 | rund 148 Millionen CHF |
| Neueinstellungen | mehr als 700 |
| Erwarteter Umsatz im kommenden Quartal | 355 bis 385 Millionen Franken |
| Übernahmepreis für Atonarp | 110 Millionen Franken |
Infobox: VAT profitiert von der Halbleiternachfrage, verzeichnet aber ein niedrigeres EBITDA. Die geplante Atonarp-Übernahme soll 110 Millionen Franken kosten.
Novo Nordisk verklagt Eli Lilly wegen Werbung für Abnehm-Medikamente
Novo Nordisk hat vor einem US-Bundesgericht Klage gegen Eli Lilly eingereicht. Der dänische Arzneimittelhersteller wirft dem US-Konkurrenten irreführende Werbung und unlauteren Wettbewerb vor.
Eli Lilly soll in Anzeigen behaupten, dass seine Medikamente zur Gewichtsreduktion besser wirkten als die Präparate von Novo Nordisk. Novo Nordisk argumentiert, dass Lilly wissentlich veraltete klinische Studien verwende, in denen die höchsten Dosierungen der Lilly-Medikamente mit niedrigeren Dosierungen der Medikamente von Novo Nordisk verglichen würden.
Beide Unternehmen konkurrieren um die Vorherrschaft auf dem US-Markt für Medikamente gegen Fettleibigkeit. Eli Lilly äußerte sich bislang nicht zu den Vorwürfen.
Infobox: Der Streit betrifft Werbeaussagen und den Vergleich klinischer Studien. Beide Unternehmen kämpfen um den attraktiven US-Markt für Medikamente gegen Fettleibigkeit.
Julius Bär erzielt Rekordgewinn
Die Privatbank Julius Bär erwirtschaftete im ersten Halbjahr einen Gewinn von 673 Millionen Franken. Damit hat sich der Gewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt.
Die Gewinnsteigerung wird auf höhere Erträge und den Wegfall von Sondereffekten zurückgeführt. Im Vorjahr hatte Julius Bär Kreditverluste von 130 Millionen Franken abgeschrieben.
Im ersten Halbjahr sammelte die Bank Nettoneugeld von 5,7 Milliarden Franken ein. Die verwalteten Vermögen stiegen seit Dezember um 5 Prozent auf 547 Milliarden Franken.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gewinn erstes Halbjahr | 673 Millionen Franken |
| Nettoneugeld | 5,7 Milliarden Franken |
| Verwaltete Vermögen | 547 Milliarden Franken |
| Kreditverluste im Vorjahr | 130 Millionen Franken |
Infobox: Julius Bär profitierte von höheren Erträgen, steigenden Aktienmärkten und dem Wegfall von Sondereffekten. Die Bank bestätigte ihre mittelfristigen Ziele bis 2028.
Italo darf ab 2028 auf deutschen Schienen fahren
Das italienische Bahnunternehmen Italo kann ab 2028 in das deutsche Bahnnetz eintreten. Die Bundesnetzagentur entschied, dass ein Viertel der Kapazitäten auf dem Fernverkehrsnetz an Wettbewerber der Deutschen Bahn gehen muss.
Italo plant, mit dreissig Hochgeschwindigkeitszügen durch Deutschland zu fahren. Vorgesehen sind Verbindungen im Stundentakt von München über Köln nach Dortmund und im Zwei-Stunden-Takt von München über Berlin nach Hamburg.
Infobox: Italo soll ab 2028 mit dreissig Hochgeschwindigkeitszügen in Deutschland starten. Geplant sind zwei Fernverkehrsverbindungen mit unterschiedlichem Takt.
EU verlangt von Google Öffnung für KI-Chatbots
Die EU möchte Google im Rahmen des Digital Markets Act teilweise für Drittanbieter öffnen. Konkret geht es um die beherrschende Stellung des Unternehmens bei Suchanfragen, deren Marktanteil bei über 90 Prozent liegt.
Google soll mit potenziellen Wettbewerbern Daten aus Suchanfragen teilen. Das Unternehmen darf zuvor prüfen, ob diese Anbieter Datenschutz- und Cybersicherheitsstandards einhalten.
Darüber hinaus soll Android teilweise für KI-Chatbots von Konkurrenten wie Open AI oder Anthropic geöffnet werden. Nutzer sollen nicht automatisch an Googles Chatbot Gemini gebunden sein. Google bezeichnete die Forderung als Sicherheitsrisiko und kann sie gerichtlich anfechten.
Infobox: Die EU will Googles Such- und Android-Ökosystem für Wettbewerber und KI-Chatbots öffnen. Google darf die Entscheidung gerichtlich anfechten.
Großbritannien verstaatlicht British Steel
Die britische Regierung hat den Stahlproduzenten British Steel verstaatlicht. Damit soll das letzte Primärstahlwerk des Landes vor der Schließung bewahrt werden.
Im Hauptwerk im nordostenglischen Scunthorpe sind rund 3500 Menschen beschäftigt. Die Regierung erklärte, die Maßnahme sichere die Zukunft der Stahlproduktion, qualifizierte Arbeitsplätze und eine wichtige nationale Fähigkeit.
Die chinesische Stahlfirma Jingye hatte British Steel Anfang 2020 aus der Insolvenz übernommen. Im vergangenen Jahr führten hohe Verluste zur Entscheidung, die Hochöfen stillzulegen. Ob eine Entschädigung fällig wird und wie hoch sie ausfallen könnte, soll geprüft werden.
Infobox: Die Verstaatlichung soll das Primärstahlwerk in Scunthorpe und rund 3500 Arbeitsplätze sichern. Ob der Betrieb wieder profitabel werden kann, bleibt fraglich.
Uber übernimmt Delivery Hero
Der US-Fahrdienstleister Uber übernimmt den deutschen Essenslieferdienst Delivery Hero. Uber bietet je Delivery-Hero-Aktie 41,50 Euro, wodurch das Unternehmen insgesamt mit knapp 13 Milliarden Euro bewertet wird.
Uber hielt zuletzt knapp 25 Prozent an Delivery Hero und verfügte zusätzlich über Finanzinstrumente von knapp 12 Prozent. Der Delivery-Hero-Großaktionär Prosus verkaufte nun seinen Anteil von knapp 17 Prozent.
Delivery Hero ist seit dem Verkauf des Deutschland-Geschäfts an Just Eat Takeaway operativ nicht mehr in Deutschland aktiv. Das Unternehmen ist jedoch in Asien, Südeuropa, der arabischen Halbinsel und Afrika stark vertreten.
Uber verpflichtet sich, den Hauptsitz von Delivery Hero in Berlin beizubehalten und bis mindestens 2029 keine Änderungen an der Belegschaft in der Bundeshauptstadt vorzunehmen.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Gebot je Delivery-Hero-Aktie | 41,50 Euro |
| Bewertung von Delivery Hero | knapp 13 Milliarden Euro |
| Zusätzlicher Zeitraum für den Erhalt des Berliner Hauptsitzes | bis mindestens 2029 |
Infobox: Uber übernimmt Delivery Hero für eine Bewertung von knapp 13 Milliarden Euro. Der Hauptsitz in Berlin und die dortige Belegschaft sollen bis mindestens 2029 erhalten bleiben.
SpaceX-Aktie fällt unter den Ausgabepreis
Die Aktie von Elon Musks Raumfahrtunternehmen SpaceX fiel erstmals unter ihren Ausgabepreis. Am 15. Juli gab das Papier um 1,7 Prozent auf 134 US-Dollar nach und unterschritt damit den IPO-Preis von 135 Dollar.
Zuvor hatte die Aktie zwischenzeitlich einen Rekordwert von 225.64 Dollar erreicht. Die NZZ sieht den Kursrückgang als ersten Stresstest nach der anfänglichen Börseneuphorie.
Infobox: Die SpaceX-Aktie sank auf 134 US-Dollar und damit unter den IPO-Preis von 135 Dollar. Zuvor hatte sie 225.64 Dollar erreicht.
Volkswagen erläutert mögliches Abbauziel
Volkswagen-Chef Oliver Blume hat sich laut Medienberichten in einer internen Mitteilung an die Belegschaft zu einem möglichen Abbauziel von 100 000 Stellen geäußert. Noch sei jedoch kein weiterer Stellenabbau beschlossen.
Blume erklärte, die Gemeinkosten von Volkswagen seien 20 Prozent höher als bei vergleichbaren Konkurrenten. Da die Hälfte der Gemeinkosten aus Personalkosten bestehe, würde eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50 000 Stellen weltweit ergeben.
Zusammen mit dem bereits geplanten Abbau von 50 000 Stellen beim deutschen Autokonzern ergibt sich rechnerisch ein möglicher Wegfall von 100 000 Jobs. Die Konzernleitung prüft derzeit für Marken, Gesellschaften und Regionen, welche Anpassungen tatsächlich erforderlich und möglich sind.
Für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm könne Volkswagen in den 2030er Jahren noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen. Blume erklärte zugleich, es gebe intelligentere Lösungen als die Schließung ganzer Werke.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Höhere Gemeinkosten gegenüber Wettbewerbern | 20 Prozent |
| Theoretisch abgeleitete Stellenzahl | rund 50 000 Stellen weltweit |
| Bereits geplanter Stellenabbau | 50 000 Stellen |
| Möglicher Gesamtumfang | 100 000 Jobs |
Infobox: Das Abbauziel von 100 000 Stellen ist laut Blume eine theoretische Ableitung und noch kein beschlossener zusätzlicher Stellenabbau. Die Zukunft mehrerer deutscher Werke ist für die 2030er Jahre offen.
Apple verklagt Open AI wegen angeblichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen
Apple wirft Open AI und zwei ehemaligen Mitarbeitern den Diebstahl von Firmengeheimnissen vor. Einer der Beklagten ist Tang Tan, ein früherer ranghoher Apple-Designer und heutiger Hardware-Chef von Open AI.
Apple behauptet, Tan habe vertrauliche Informationen zum Nutzen von Open AI missbraucht. Unter anderem soll er Apple-Mitarbeiter aufgefordert haben, zu Bewerbungsgesprächen bei Open AI Bauteile des Konzerns mitzubringen.
Open AI wies die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärte laut Bloomberg, kein Interesse an den Geschäftsgeheimnissen anderer Unternehmen zu haben.
Infobox: Apple sieht in der Anwerbung ehemaliger Mitarbeiter und im Umgang mit vertraulichen Informationen eine Strategie zum Zugriff auf Geschäftsgeheimnisse. Open AI weist die Vorwürfe zurück.
Misenso ist zahlungsunfähig
Die Zürcher Hörgeräte- und Augenoptik-Kette Misenso ist zahlungsunfähig. Alle 18 Filialen wurden geschlossen, mehr als 100 Mitarbeitende sind betroffen.
Misenso wurde vor sechs Jahren als Tochtergesellschaft der Migros gegründet und befindet sich inzwischen im Besitz der österreichischen Firma Neuroth. Nach Angaben des Mutterkonzerns war das Unternehmen überschuldet und konnte zu keinem Zeitpunkt schwarze Zahlen schreiben.
Neuroth hatte beim Kauf 25 Standorte in der Schweiz übernommen. Wenige Monate später kamen vier weitere Filialen hinzu, sodass das Netz auf 29 Läden wuchs. Die Veränderungen im operativen Management und die spätere Reduzierung des Filialnetzes verbesserten die finanzielle Lage nicht.
Infobox: Misenso schließt alle 18 Filialen und betrifft damit mehr als 100 Mitarbeitende. Das Unternehmen war laut Neuroth überschuldet und schrieb nie schwarze Zahlen.
Hugo Boss lehnt Angebot von Frasers ab
Hugo Boss empfiehlt seinen Aktionären, das Übernahmeangebot der britischen Frasers Group nicht anzunehmen. Vorstand und Aufsichtsrat halten den angebotenen Preis von 38 Euro je Aktie für finanziell unangemessen.
Nach Einschätzung des Modekonzerns spiegelt der Preis weder den eigenständigen Wert von Hugo Boss noch das mittel- bis langfristige Potenzial des Unternehmens wider. Frasers hält bereits rund einen Viertel an Hugo Boss.
Gegen eine höhere Beteiligung stellt sich Hugo Boss nicht, da Frasers keine Änderungen an Strategie oder Management fordert.
Infobox: Hugo Boss weist das Angebot von 38 Euro je Aktie zurück. Das Unternehmen hält den Preis für zu niedrig, lehnt eine höhere Beteiligung von Frasers jedoch nicht grundsätzlich ab.
Silvana Tenreyro wird Chefökonomin des IWF
Der Internationale Währungsfonds hat Silvana Tenreyro zur neuen Chefökonomin ernannt. Die britisch-argentinische Wissenschaftlerin folgt auf Pierre-Olivier Gourinchas.
Tenreyro übernimmt die Aufgabe ab dem 10. August. Sie lehrt seit 2004 an der London School of Economics und gehörte zwischen 2017 und 2023 dem Zentralbankrat der Bank of England an.
Infobox: Silvana Tenreyro übernimmt am 10. August die Chefökonomin des IWF. Sie bringt Erfahrungen aus Wissenschaft und Zentralbankwesen mit.
Unicredit kommt bei Commerzbank einer Mehrheit näher
Das Übernahmeangebot der italienischen Unicredit wurde bis zum Ablauf am 3. Juli für 17,6 Prozent der Commerzbank-Papiere angenommen. Zusammen mit den bereits gehaltenen 26,77 Prozent steigt der direkte Anteil auf gut 44 Prozent.
Über Kaufoptionen hat Unicredit zusätzlich Zugriff auf mehr als drei Prozent der Commerzbank-Aktien. Nach eigenen Angaben käme die italienische Bank damit auf mehr als 47 Prozent.
Die Unicredit erklärte, das Ergebnis übertreffe ihre Erwartungen deutlich. Mit dem aufgestockten Anteil ist eine Übernahme der Commerzbank wahrscheinlicher geworden.
| Position | Wert |
|---|---|
| Über das Angebot angenommene Commerzbank-Papiere | 17,6 Prozent |
| Bereits gehaltener Anteil | 26,77 Prozent |
| Direkter Anteil nach dem Angebot | gut 44 Prozent |
| Zusätzlicher Zugriff über Kaufoptionen | mehr als drei Prozent |
| Gesamter Zugriff laut Unicredit | mehr als 47 Prozent |
Infobox: Unicredit kontrolliert direkt gut 44 Prozent der Commerzbank und kommt einschließlich Kaufoptionen auf mehr als 47 Prozent.
Microsoft streicht rund 3200 Stellen bei Xbox
Microsoft baut in der Videospielsparte Xbox rund 3200 Arbeitsplätze ab. Damit fällt laut NZZ rund ein Fünftel der Stellen des Bereichs weg.
Im ersten Schritt werden sofort 1600 Stellen gestrichen, die übrigen sollen innerhalb von zwölf Monaten folgen. Zudem verlassen vier Spieleentwickler-Studios den Konzern.
Xbox-Chefin Asha Sharma begründete den Umbau mit einer komplexen Organisation, in der manche Arbeit 14 Management-Ebenen durchlaufe. Künftig soll es nur noch drei bis fünf Management-Stufen geben.
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Geplante Stellenstreichungen | rund 3200 Arbeitsplätze |
| Sofortiger Abbau | 1600 Stellen |
| Künftige Management-Stufen | drei bis fünf |
| Verlassende Spieleentwickler-Studios | vier |
Infobox: Xbox baut rund 3200 Stellen ab und reduziert die Managementstruktur von bis zu 14 Ebenen auf drei bis fünf Stufen.
Arbeitslosenquote in der Schweiz sinkt im Juni auf 2,9 Prozent
Ende Juni waren in der Schweiz 137 751 Personen arbeitslos gemeldet. Das waren 2524 weniger als im Vormonat, aber 10 874 mehr als im Juni 2025.
Die Arbeitslosenquote sank gegenüber Mai um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Saisonbereinigt stieg die Zahl der Arbeitslosen um 2416 auf 147 087 Personen, während die saisonbereinigte Quote unverändert bei 3,1 Prozent blieb.
Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 24 Jahren waren 11 747 Personen arbeitslos; die Quote blieb bei 2,7 Prozent. Bei den 50- bis 64-Jährigen sank die Zahl der Arbeitslosen auf 38 636.
Den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren wurden 47 244 offene Stellen gemeldet. Saisonbereinigt ging die Zahl der offenen Stellen um 4 Prozent auf 43 520 zurück.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Arbeitslose Ende Juni | 137 751 |
| Arbeitslosenquote | 2,9 Prozent |
| Saisonbereinigte Arbeitslose | 147 087 |
| Saisonbereinigte Quote | 3,1 Prozent |
| Offene Stellen | 47 244 |
| Saisonbereinigte offene Stellen | 43 520 |
Infobox: Die nicht saisonbereinigte Arbeitslosenquote sank auf 2,9 Prozent. Gleichzeitig lag die Zahl der Arbeitslosen über dem Vorjahreswert, während die saisonbereinigte Zahl zunahm.
OPEC+ will Förderziele im August anheben
Die OPEC+ hat sich grundsätzlich darauf geeinigt, die Ölförderquoten im August um 188 000 Barrel pro Tag anzuheben. Das berichtete Reuters unter Berufung auf mit den Gesprächen vertraute Quellen.
Zwei weitere Quellen bezeichneten eine Anhebung in dieser Größenordnung als wahrscheinlichste Entscheidung. Die Maßnahme steht im Kontext der Diskussion über Angebot, Nachfrage und die Entwicklung der Ölpreise.
Infobox: Für August ist eine Erhöhung der OPEC+-Förderquoten um 188 000 Barrel pro Tag vorgesehen.
Renk übernimmt britischen U-Boot-Zulieferer
Der deutsche Getriebehersteller Renk übernimmt den britischen Hersteller David Brown Defence. Das Unternehmen ist auf Getriebe für die Marine- und Landverteidigung spezialisiert.
Renk erwartet durch die Transaktion Zugang zu Marineprojekten und langfristigen Aufträgen in Großbritannien, Kanada und Australien. Finanzielle Details wurden nicht genannt; Bloomberg hatte zuvor eine Bewertung von 200 bis 250 Millionen Dollar berichtet.
Die Übernahme muss noch von den Behörden genehmigt werden. Der Abschluss wird im vierten Quartal erwartet.
Infobox: Renk stärkt sein Marinegeschäft mit David Brown Defence. Der Abschluss der Übernahme wird im vierten Quartal erwartet.
US-Arbeitslosenquote sinkt unerwartet auf 4,2 Prozent
In den USA ist die Arbeitslosenquote im Juni um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent gesunken. Das teilte das amerikanische Arbeitsministerium mit.
Experten hatten einen unveränderten Wert von 4,3 Prozent erwartet. Die Entwicklung deutet laut Reuters auf eine anhaltende Stabilität des US-Arbeitsmarktes hin.
Infobox: Die US-Arbeitslosenquote lag im Juni bei 4,2 Prozent und damit unter der Expertenerwartung von 4,3 Prozent.
Oberster Gerichtshof bestätigt erste Verurteilung von René Benko
Der Oberste Gerichtshof Österreichs hat die erste Verurteilung des Immobilieninvestors René Benko bestätigt. Benko war im Oktober 2025 wegen der Schädigung seiner Gläubiger zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.
Im Mittelpunkt stand eine Schenkung von 300 000 Euro an seine Mutter, mit der er Vermögen beiseiteschaffte. Einen weiteren Teilfreispruch hob der Oberste Gerichtshof aus formellen Gründen auf, sodass ein Aspekt des Verfahrens in Innsbruck erneut verhandelt werden muss.
Auch die Höhe der Strafe muss danach neu bemessen werden. Über ein zweites Urteil aus dem Dezember, bei dem Benko zu einer Bewährungsstrafe von 15 Monaten verurteilt worden war, soll in einer weiteren Berufungsverhandlung entschieden werden.
Infobox: Die erste Verurteilung Benkos wurde bestätigt. Ein weiterer Verfahrensaspekt und die Strafhöhe müssen jedoch erneut geprüft werden.
Schweizer Inflation bleibt im Juni bei 0,5 Prozent
Die Teuerung in der Schweiz blieb im Juni niedrig. Der Landesindex der Konsumentenpreise verharrte gegenüber dem Vormonat bei 101,3 Punkten; gegenüber dem Vorjahr stiegen die Preise um 0,5 Prozent.
Teurer wurden unter anderem Früchte, bestimmte Gemüsesorten, Übernachtungen in der Hotellerie und Parahotellerie sowie Automieten und Carsharing. Dämpfend wirkten tiefere Preise für Flugreisen, Heizöl und Diesel.
Die Kerninflation ohne Energie, Treibstoffe sowie frische und saisonale Produkte lag im Jahresvergleich unverändert bei 0,3 Prozent.
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Landesindex der Konsumentenpreise | 101,3 Punkte |
| Jahresteuerung | 0,5 Prozent |
| Kerninflation | 0,3 Prozent |
Infobox: Die Schweizer Jahresteuerung verharrte bei 0,5 Prozent. Höhere Preise in einzelnen Dienstleistungs- und Lebensmittelbereichen wurden durch günstigere Energie- und Flugpreise ausgeglichen.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Bedeutung liegt in der wachsenden Kluft zwischen kurzfristigen Krisenschocks und langfristigen Überangebotsszenarien. Für Unternehmen und Verbraucher erhöht das die Planungsunsicherheit: Energiepreise können zunächst stark steigen, bevor zusätzliche Förderung und neue Exportkapazitäten den Markt wieder unter Druck setzen.
Besonders riskant wäre es, strukturelle Vorsorge durch rein vorübergehende Maßnahmen zu ersetzen. Nachhaltige Resilienz erfordert diversifizierte Lieferketten, verlässliche Investitionen und eine Energiepolitik, die sowohl geopolitische Ausfälle als auch eine spätere Preiskorrektur berücksichtigt.
Zusammenfassung: Kurzfristige Preisvolatilität bleibt hoch; langfristig droht ein Überangebot. Strategisches Abwarten ist deshalb wirtschaftlich und politisch riskant.
Quellen:
- Überangebot schon im August?: Hinter dem aktuellen Preis-Schock lauert eine Öl- und Gasschwemme
- Russlands Wirtschaft in der Krise: Putins Zahlenspiel – Was der Kreml verschweigt, wenn er von „Stabilität“ spricht
- Firma von Prinz Daniel macht wieder Gewinn
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