Hohe Strompreise, neuer Tesla-Bahnhof und Verkehrschaos zum Ferienende
Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
Veröffentlicht:
Kategorie: Nachrichten
Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt Folgen hoher Strompreise, neuer Infrastruktur, Niedrigwasser und Ferienstaus für Energie, Verkehr und Wirtschaft.
Hohe Strompreise trotz günstiger Windenergie, ein neuer Bahnhof am Tesla-Werk, Niedrigwasser mit Folgen für die Lieferketten und massive Ferienstaus: Der Pressespiegel zeigt, wie eng Energie, Infrastruktur, Verkehr und Wirtschaft miteinander verbunden sind. Zudem gibt es Neuigkeiten zum Elektrobusbauer Ebusco.
Hoher Strompreis trotz günstiger Windenergie
Der Strompreis in Deutschland bleibt im europäischen Vergleich hoch. Im zweiten Halbjahr 2025 lag er laut ZDFheute bei durchschnittlich 39 Cent pro Kilowattstunde. Teurer war der Strom innerhalb der Europäischen Union nur in Irland.
Der hohe Preis steht im Gegensatz zum wachsenden Anteil erneuerbarer Energien am deutschen Strommix. Wind- und Solaranlagen erzeugen vergleichsweise günstigen Strom. Die Entstehungskosten für eine Kilowattstunde Strom aus Windenergie an Land betragen bis zu sechsmal weniger als die aus einem neuen Braunkohlekraftwerk. Bei Braunkohle kommen zusätzlich Ausgaben für CO2-Zertifikate hinzu.
Die Stromrechnung setzt sich aus mehreren Bestandteilen zusammen: Beschaffung und Vertrieb, Netzentgelte sowie Steuern, Abgaben und Umlagen. Den größten Anteil bilden Beschaffung und Vertrieb. Von den durchschnittlich 39 Cent entfallen darauf 16 Cent.
Der Preis an der Strombörse richtet sich nach dem Merit-Order-Prinzip. Zunächst speisen die günstigsten Kraftwerke ein, meist Wind- und Solaranlagen. Danach folgen Kohle- und Gaskraftwerke. Am Ende bestimmt der teuerste benötigte Anbieter den Preis, auch wenn erneuerbare Energien günstiger produzieren.
Die Netzentgelte machen derzeit etwa ein Viertel des Strompreises aus. Mit ihnen werden unter anderem neue Leitungen finanziert, die Windstrom vom Norden in den Süden transportieren sollen. Wegen Engpässen im Stromnetz müssen Windräder im Norden teilweise heruntergefahren und Kraftwerke im Süden hochgefahren werden. Dieser Vorgang wird als Redispatch bezeichnet.
Die geplante EEG-Reform soll Anreize schaffen, neue Wind- und Solaranlagen dort zu errichten, wo das Stromnetz bereits ausreichend Kapazität hat. Der Energie-Experte Volker Quaschning von der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin warnt jedoch vor einem langsameren Ausbau und einem verzögerten Netzausbau.
„Damit wird der Druck von den Netzbetreibern genommen, ihre Stromnetze weiter auszubauen.“ – Volker Quaschning, Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, zitiert von ZDFheute
Die Netzbetreiber verfügen in ihren jeweiligen Regionen über ein Monopol. Die Bundesnetzagentur regelt deshalb, wie viel sie über die Netzentgelte einnehmen dürfen. Vorgesehen sind Eigenkapitalrenditen im einstelligen Prozentbereich.
Steuern, Abgaben und Umlagen machen insgesamt knapp ein Drittel der 39 Cent aus und fließen teilweise direkt in die Staatskasse. Eine Senkung der Stromsteuer war im Koalitionsvertrag vorgesehen, konnte nach Darstellung von ZDFheute aber wegen fehlender finanzieller Mittel nicht umgesetzt werden. Großbritannien hat dagegen beschlossen, die Mehrwertsteuer auf Strom komplett zu streichen.
Als mögliche Ansätze für niedrigere Strompreise nennt der Beitrag eine stärkere Speicherung von Wind- und Solarstrom, mehr große Batteriespeicher sowie digitale Stromzähler. Dynamische Stromtarife könnten den Verbrauch in Zeiten verlagern, in denen Strom günstig produziert wird. Auch Spanien und Portugal haben den Börsenstrompreis zeitweise vom Gaspreis entkoppelt.
Zusammenfassung: Laut ZDFheute entsteht der hohe Strompreis durch das Zusammenspiel von Erzeugungskosten, Netzausbau, Marktregeln und staatlichen Abgaben. Günstigere Energie aus Wind und Sonne allein führt daher nicht automatisch zu niedrigeren Endkundenpreisen.
Neuer Bahnhof nahe dem Tesla-Werk in Grünheide eröffnet
Der neue Bahnhof Fangschleuse nahe dem Tesla-Werk in Grünheide ist in Betrieb gegangen. Nach einer Verzögerung bei der Öffnung nahm der Zugverkehr am Samstagabend gegen 19.30 Uhr auf, wie sueddeutsche.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet.
Die ersten Züge des Regionalexpress RE1 fuhren über den neuen Bahnhof. Betreiber der Linie ist die Ostdeutsche Eisenbahngesellschaft. Die Deutsche Bahn bedauerte die Verzögerung nach Angaben der Odeg ausdrücklich.
Die Linie RE1 verbindet unter anderem Berlin und Frankfurt (Oder). Sie gilt als wichtige Pendlerstrecke und wird auch von Beschäftigten der Tesla-Autofabrik genutzt.
Ursprünglich sollten die ersten Züge bereits am Morgen am neuen Bahnhof halten. Erst am Abend zuvor hatte die Bahntochter DB InfraGo nach Angaben der Odeg mitgeteilt, dass sich die Öffnung der Strecke verzögern werde.
Der Bahnhof liegt näher am Tesla-Werk als die bisherige Verkehrsstation. Er wurde in 16 Monaten gebaut und soll unter anderem den Einsatz längerer Züge ermöglichen.
Zusammenfassung: Der Bahnhof Fangschleuse ist seit Samstagabend gegen 19.30 Uhr in Betrieb. Er verbessert die Anbindung des Tesla-Werks und ist auf längere Züge ausgelegt.
Niedrigwasser könnte Preise für Grundstoffe erhöhen
Das Niedrigwasser auf deutschen Flüssen führt zu Transportproblemen und könnte die Preise verschiedener Grundstoffe steigen lassen. Das berichtet sueddeutsche.de unter Berufung auf die Wirtschaftsweise Veronika Grimm.
Wie stark sich die Preise erhöhen, hängt laut Grimm von den Lagerkapazitäten der Unternehmen ab. In der Chemie und auf dem Energiemarkt gebe es entsprechende Effekte. Auch der Transport von Öl zu Raffinerien sei von den niedrigen Pegelständen betroffen.
„Bei ineffizienter Rationierung kann Niedrigwasser die Preise auch unnötig in die Höhe treiben.“ – Veronika Grimm, zitiert von sueddeutsche.de
Grimm kritisierte zugleich die politische Vorbereitung auf solche Situationen. Die Lockerung des Sonntagsfahrverbots für Lkw sei zwar eine richtige Maßnahme, grundsätzlich müsse die Politik jedoch besser auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sein.
„Politik macht keinen guten Eindruck, wenn sie sich von Krise zu Krise hangelt und nicht systematisch Strategien zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt.“ – Veronika Grimm, zitiert von sueddeutsche.de
Eine Vertiefung von Flüssen könne die Transportprobleme nicht ohne Weiteres lösen. Einzelne Vertiefungen an Fahrrinnen könnten angezeigt sein, sie schafften jedoch kein zusätzliches Wasser. Grimm fordert deshalb auch Pläne zur Priorisierung von Transporten.
DB Cargo prüft nach Informationen der „Rheinischen Post“ die Reaktivierung dauerhaft abgestellter Güterwagen, um ausfallende Schiffstransporte zu ersetzen. Das Unternehmen könne unmittelbar 900 Wagen mobilisieren, davon 300 sofort. Nach Angaben von DB-Cargo-Chef Bernhard Osburg könnten 900 Wagen 200 Binnenschiffe ersetzen.
Der Fahrgastverband Pro Bahn begrüßt die Verlagerung von Gütern auf die Schiene, warnt aber vor Nachteilen für den Personenverkehr. Regional- und Fernverkehr dürften weder ausgedünnt noch unzuverlässiger werden.
„Mehr Güter auf die Schiene: ja. Weniger Züge für Fahrgäste: nein“ – Lukas Iffländer, Pro Bahn, zitiert von sueddeutsche.de
Zusammenfassung: Niedrigwasser gefährdet den Transport auf deutschen Flüssen und kann Preise für Grundstoffe erhöhen. Als Ausweichlösung sollen unter anderem 900 Güterwagen mobilisiert werden, ohne den Personenverkehr einzuschränken.
Ferienende verursacht Staus auf norddeutschen Autobahnen
Das Ende der sechswöchigen Sommerferien und ein Unfall haben auf Autobahnen in Hamburg und Schleswig-Holstein für erhebliche Verkehrsbehinderungen gesorgt. Darüber berichtet sueddeutsche.de unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur.
Auf der A7 bei Flensburg führte ein Unfall zu einer mehrstündigen Vollsperrung. Ein Lkw-Gespann war am Morgen in Richtung Süden von der Fahrbahn abgekommen und im Graben liegen geblieben. Der Fahrer des Sattelzuges blieb unverletzt.
Wegen der Bergungsarbeiten mussten Reisende bereits an der Anschlussstelle Flensburg abfahren. Gegen Mittag wurde die Sperrung aufgehoben.
Auch am Hamburger Elbtunnel kam es zu erheblichen Verzögerungen. Am Mittag staute sich der Verkehr auf der A7 in beide Richtungen auf fünf Kilometer. In Fahrtrichtung Norden floss der Verkehr zwischen den Anschlussstellen Warder und Rendsburg zeitweise über zwölf Kilometer stockend.
Auf der A1 in Richtung Süden standen Rückreisende aus Dänemark und von der Küste zwischen Scharbeutz und Ratekau auf rund acht Kilometern im Stau. Der ADAC erwartete dort eine zusätzliche Fahrzeit von knapp 30 Minuten.
Zwischen den Anschlussstellen Ahrensburg und Bad Oldesloe kam der Verkehr auf rund sieben Kilometern zum Stillstand. Zwischen Hamburg und dem Horster Dreieck staute es sich mittags über etwa fünf Kilometer.
In Mecklenburg-Vorpommern blieben die Autobahnen weitestgehend von Einschränkungen durch das erhöhte Verkehrsaufkommen verschont. Auf der A19 in Richtung Süden kam es zwischen Waren und Wittstock wegen eines acht Kilometer langen Staus zu Verzögerungen. Dort enden die Sommerferien erst Ende kommender Woche.
Zusammenfassung: Besonders betroffen waren die A7 bei Flensburg und am Elbtunnel sowie die A1 in Schleswig-Holstein. In Mecklenburg-Vorpommern gab es lediglich auf der A19 zwischen Waren und Wittstock einen acht Kilometer langen Stau.
Ebusco halbiert Verluste im ersten Halbjahr 2026
Die vorliegende Meldung von busplaner.de enthält im übermittelten Inhalt keine nutzbaren Angaben zum Unternehmensergebnis. Sie wird deshalb im Pressespiegel nicht weiter ausgeführt.
Einschätzung der Redaktion
Die zentrale Herausforderung liegt nicht bei den Erzeugungskosten, sondern bei der fehlenden Abstimmung von Netzen, Speichern, Marktmechanismen und staatlichen Preisbestandteilen. Eine Reform, die den Ausbau erneuerbarer Energien regional begrenzt, könnte kurzfristig Engpässe mindern, langfristig aber den notwendigen Zubau bremsen. Entscheidend ist daher ein paralleler Ausbau von Netzen und Flexibilitätsoptionen, damit günstiger Strom tatsächlich bei den Verbrauchern ankommt.
Zusammenfassung: Niedrige Produktionskosten erneuerbarer Energien führen ohne ausreichende Infrastruktur und geeignete Marktregeln nicht automatisch zu niedrigen Endkundenpreisen.
Einschätzung der Redaktion
Der neue Bahnhof ist verkehrspolitisch sinnvoll, weil er den öffentlichen Verkehr näher an einen bedeutenden Arbeitsplatzstandort bringt und bessere Voraussetzungen für längere Züge schafft. Die verspätete Inbetriebnahme zeigt jedoch, dass selbst fertiggestellte Infrastruktur ihren Nutzen erst entfaltet, wenn Planung, Betrieb und Kommunikation zuverlässig zusammenspielen.
Zusammenfassung: Die Station stärkt die Pendleranbindung, ihr Erfolg hängt aber von verlässlichem Bahnbetrieb und ausreichenden Kapazitäten ab.
Einschätzung der Redaktion
Niedrigwasser entwickelt sich damit von einem saisonalen Logistikproblem zu einem wirtschaftlichen Risikofaktor. Kurzfristige Ausweichverkehre auf der Schiene sind sinnvoll, können aber nur begrenzt helfen und dürfen nicht zulasten des Personenverkehrs gehen. Notwendig sind dauerhaft geplante Transportprioritäten, resilientere Lieferketten und eine systematische Anpassung an häufiger auftretende Extremwetterlagen.
Zusammenfassung: Die Folgen des Niedrigwassers erfordern langfristige Resilienzstrategien statt ausschließlich kurzfristiger Krisenmaßnahmen.
Einschätzung der Redaktion
Die Staus verdeutlichen, wie verwundbar der Verkehr bereits bei der Kombination aus Ferienrückreise und einem einzelnen Unfall ist. Besonders problematisch sind Engpässe an zentralen Knotenpunkten wie dem Elbtunnel, da dort selbst kleinere Störungen schnell großräumige Auswirkungen haben. Dauerhafte Entlastung wird nur durch eine bessere Verteilung des Verkehrs und leistungsfähige Alternativen zum Auto erreichbar sein.
Zusammenfassung: Die Belastung ist weniger ein einmaliges Ferienphänomen als ein Hinweis auf strukturelle Engpässe im norddeutschen Verkehrsnetz.
Einschätzung der Redaktion
Ohne belastbare Ergebniszahlen ist keine seriöse Bewertung der wirtschaftlichen Entwicklung möglich. Für eine Einordnung wären insbesondere Umsatz, operativer Verlust, Liquidität, Auftragseingang und Produktionsvolumen erforderlich.
Zusammenfassung: Die vorliegenden Angaben reichen nicht für eine fundierte Bewertung des Halbjahresergebnisses aus.
Quellen:
- Günstige Windenergie, teurer Strom: Warum der Strompreis in Deutschland hoch bleibt
- Wichtige Pendlerstrecke - Bahnhof Fangschleuse bei Tesla-Werk in Grünheide geöffnet - Wirtschaft
- Transportprobleme - Niedrigwasser: Ökonomin Grimm sagt steigende Preise voraus - Wirtschaft
- Verkehr - Staus zum Ferienende auf Autobahnen in Norddeutschland - Wirtschaft
- Ebusco halbiert Verluste im ersten Halbjahr 2026
- Verkehr - Einschränkungen bei S5 in Hannover - Wirtschaft