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title: Hohe Spritpreise belasten Verbraucher, Wirtschaft und Europas China-Strategie
canonical: https://wirtschaft-ratgeber.de/hohe-spritpreise-belasten-verbraucher-wirtschaft-und-europas-china-strategie/
author: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
published: 2026-10-05
updated: 2026-10-05
language: de
category: Nachrichten
description: Steigende Spritpreise, trübe Konsumstimmung und die Krise von Autoindustrie und Maschinenbau belasten Deutschland, während Chinas Konkurrenzdruck und EU-Strategien an Bedeutung gewinnen.
source: Provimedia GmbH
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# Hohe Spritpreise belasten Verbraucher, Wirtschaft und Europas China-Strategie

> **Autor:** Wirtschaft-Ratgeber Redaktion | **Veröffentlicht:** 2026-10-05

**Zusammenfassung:** Steigende Spritpreise, trübe Konsumstimmung und die Krise von Autoindustrie und Maschinenbau belasten Deutschland, während Chinas Konkurrenzdruck und EU-Strategien an Bedeutung gewinnen.

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Steigende Spritpreise, eine abkühlende Konsumstimmung und die Krise zentraler Industrien prägen den aktuellen Pressespiegel. Zugleich wächst der Druck auf die EU, Chinas Wirtschaftsmacht strategisch zu begegnen, während eine Debatte über den unterschätzten Wert von Care-Arbeit neue Perspektiven auf die Wirtschaft eröffnet.

## Italien hält Dieselpreis trotz Rabatt-Ende zunächst stabil

In Italien wollen mehrere Mineralölkonzerne ihre selbst gesetzten Preisobergrenzen für Kraftstoffe zunächst beibehalten. Wie **SZ.de** unter Berufung auf die Deutsche Presse-Agentur berichtet, hat der Energiekonzern Eni für seine Tankstellen einen Höchstpreis von 2,19 Euro je Liter Diesel und 1,99 Euro für Benzin festgelegt.

Der Preisdeckel gilt zunächst 30 Tage ab dem 28. September und könnte bis Jahresende verlängert werden. Auch Q8 und Tamoil wollen den Preisdeckel in diesem Monat beibehalten. Die Unternehmen reagierten damit auf einen Appell der italienischen Regierung, bei der sich Ministerpräsidentin Georgia Meloni nach den Ankündigungen bedankte.

Gleichzeitig lässt die italienische Regierung eine Entlastung für Dieselpreise um 6,1 Cent je Liter auslaufen. An ihre Stelle soll das sogenannte System der mobilen Verbrauchsteuern treten, bei dem Mehreinnahmen aus der Besteuerung von Kraftstoffen zur Entlastung genutzt werden sollen.

Die hohen Treibstoffkosten sorgen weiterhin für Proteste. In Kalabrien blockierten Bauern nach Angaben der Nachrichtenagentur Ansa in Vibo Marina Tanklastwagen vor Treibstoffdepots. Auf Lampedusa demonstrierten Fischer gegen die hohen Dieselpreise; Fischerboote blieben im Hafen, während an der Mole Protestbanner hingen.

| Unternehmen | Preisobergrenze | Geltungsdauer | 

| Eni | 2,19 Euro je Liter Diesel | Zunächst 30 Tage ab dem 28. September | 

| Eni | 1,99 Euro für Benzin | Zunächst 30 Tage ab dem 28. September | 

**Infobox:** Eni begrenzt Diesel zunächst auf 2,19 Euro je Liter und Benzin auf 1,99 Euro. Die staatliche Diesel-Entlastung um 6,1 Cent je Liter läuft aus; zugleich gibt es Proteste von Bauern und Fischern.

## Deutsche Spritpreise liegen wieder über dem Niveau zu Beginn des Tankrabatts

Einige Tage nach dem Start des Tankrabatts haben sich die Kraftstoffpreise in Deutschland wieder über dem ursprünglichen Startniveau eingependelt. Nach Angaben von **PZ-news** kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag 2,137 Euro, während für Diesel 2,253 Euro pro Liter verlangt wurden.

Der E10-Preis lag damit 2,3 Cent über dem Wert vom Donnerstag. Diesel verteuerte sich im selben Zeitraum um 0,9 Cent pro Liter. Der ADAC erklärte, damit sei ein Teil der anfänglichen Entlastungswirkung bereits innerhalb weniger Tage wieder aufgezehrt worden.

> „Die Energiesteuersenkung hat zwar zu einem deutlichen Preisrückgang bei den Kraftstoffen geführt, die Entlastung schmilzt jedoch bereits wieder zusammen.“

Für die Entwicklung bei Super E10 gebe es laut dem Verkehrsclub derzeit keine offensichtliche Erklärung, da sich Ölpreis und Euro-Dollar-Wechselkurs nur wenig verändert hätten. Aus Verbrauchersicht sei der erneute Preisanstieg deshalb nur schwer nachvollziehbar.

Auch günstige Angebote unter 2 Euro waren seltener zu finden. Während es am Donnerstag an vielen Tankstellen vorübergehend E10 für weniger als 2 Euro gegeben hatte, waren solche Preise am Montagvormittag in Berlin, Hamburg oder Stuttgart laut der ADAC-App nicht zu sehen.

In Leipzig und Köln gab es vereinzelt Preise unter 2 Euro. In München bot zumindest mehr als jede dritte Tankstelle E10 kurzfristig unter 2 Euro an; am Donnerstag war dies dort noch bei mehr als jeder zweiten Tankstelle der Fall gewesen.

Die Weitergabe der Steuersenkung von 16,7 Cent pro Liter lässt sich laut dem Bericht nur schwer beurteilen. Die Kraftstoffpreise schwanken durch verschiedene Einflussfaktoren und hatten bereits in den Tagen vor dem Start des Rabatts nachgegeben.

| Kraftstoff | Preis am Sonntag | Veränderung gegenüber Donnerstag | 

| Super E10 | 2,137 Euro je Liter | 2,3 Cent mehr | 

| Diesel | 2,253 Euro je Liter | 0,9 Cent mehr | 

**Infobox:** Super E10 kostete bundesweit 2,137 Euro je Liter, Diesel 2,253 Euro. Die Steuersenkung betrug 16,7 Cent pro Liter, doch die Entlastungswirkung ging laut ADAC bereits teilweise wieder verloren.

## Verbraucherstimmung vor dem Weihnachtsgeschäft trübt sich ein

Wenige Wochen vor dem beginnenden Weihnachtsgeschäft ist die Konsumstimmung in Deutschland gesunken. Der **Spiegel** berichtet unter Berufung auf eine Umfrage des Handelsverbands Deutschland unter 1600 Verbrauchern, dass das Barometer für das Konsumklima im Oktober um 1,19 Punkte auf 93,51 Zähler gefallen ist.

Der Wert liegt zugleich deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats. Der Handelsverband erklärte, eine Belebung des privaten Konsums zeige sich aktuell trotz der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nicht; dadurch trübten sich auch die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein.

Viele Verbraucher schieben größere Anschaffungen dem Bericht zufolge eher auf. Zusätzlich verschlechterten sich die Einkommenserwartungen spürbar. Positiv sei lediglich, dass die Befragten ihre Sparneigung in den kommenden Wochen nicht weiter erhöhen wollten.

Auch die Konjunkturerwartungen gingen im Vergleich zum Vormonat zurück. Das steht laut Bericht im Gegensatz zu den führenden Wirtschaftsforschungsinstituten, die ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr auf 1,3 Prozent mehr als verdoppelt haben.

Die Verbraucher rechnen dennoch mit einem Rückgang ihres verfügbaren Einkommens. Der Handelsverband führte als Belastungen die zuletzt gestiegenen Energiepreise und die hohen Spritpreise an. Zudem erwarteten die Verbraucher eine steigende Inflationsrate.

Die Inflation in Deutschland erreichte im September den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat, nach 2,9 Prozent im August.

| Kennzahl | Wert | 

| Konsumklima im Oktober | 93,51 Zähler | 

| Veränderung zum Vormonat | 1,19 Punkte weniger | 

| Wachstumsprognose für dieses Jahr | 1,3 Prozent | 

| Inflation im September | 3,3 Prozent | 

| Inflation im August | 2,9 Prozent | 

| Umfang der Umfrage | 1600 Verbraucher | 

**Infobox:** Das Konsumklima sank im Oktober auf 93,51 Zähler. Hohe Energie- und Spritpreise, schwächere Einkommenserwartungen und eine erwartete steigende Inflation belasten die Aussichten für das Weihnachtsgeschäft.

## Automobilindustrie und Maschinenbau bleiben unter Druck

Neben der schwachen Konsumstimmung zeigt sich auch in Teilen der deutschen Industrie wenig Aufbruchsstimmung. Laut **Spiegel** fiel das Geschäftsklima in der deutschen Automobilindustrie im September auf minus 35,0 Punkte, nachdem es im August noch bei minus 22,0 Zählern gelegen hatte.

Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage damit so schlecht wie noch nie in diesem Jahr. Die Aussichten für die kommenden Monate waren bereits im August drastisch gesunken und verharrten anschließend auf tiefem Niveau. Eine Branchenexpertin des Münchner Ifo-Instituts erklärte, die Automobilindustrie stecke weiterhin in der Krise.

Als ein Grund gilt die wachsende Konkurrenz aus China, insbesondere bei Elektrofahrzeugen. In der Elektro- und Chemieindustrie hellte sich die Stimmung dagegen zuletzt merklich auf.

Auch der deutsche Maschinen- und Anlagenbau erhielt einen Dämpfer. Der Auftragseingang sank im August im Vergleich zum Vorjahr real um fünf Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte.

Die Nachfrage aus dem Inland schrumpfte um zwei Prozent. Aus dem Ausland wurden insgesamt sechs Prozent weniger Bestellungen verbucht. Der Rückgang aus den Euro-Partnerländern betrug zehn Prozent und war damit doppelt so hoch wie der Rückgang aus den Nicht-Euro-Ländern mit fünf Prozent.

Für die ersten acht Monate des Jahres 2026 verzeichnete die Branche zwar ein Auftragsplus von vier Prozent. Dieses Plus beruhte dem VDMA zufolge jedoch auf einem schwachen Vorjahr und zwei Monaten mit vielen Großaufträgen. Für einen dauerhaften Aufschwung fehle weiterhin eine neue Investitionsdynamik.

| Bereich | Entwicklung | 

| Geschäftsklima Automobilindustrie im September | minus 35,0 Punkte | 

| Geschäftsklima Automobilindustrie im August | minus 22,0 Zähler | 

| Auftragseingang Maschinen- und Anlagenbau im August | real fünf Prozent weniger zum Vorjahr | 

| Inlandsnachfrage | zwei Prozent weniger | 

| Auslandsorders insgesamt | sechs Prozent weniger | 

| Euro-Partnerländer | zehn Prozent weniger | 

| Nicht-Euro-Länder | fünf Prozent weniger | 

| Aufträge in den ersten acht Monaten 2026 | vier Prozent mehr | 

**Infobox:** Das Geschäftsklima der Automobilindustrie fiel auf minus 35,0 Punkte. Im Maschinenbau gingen die August-Bestellungen real um fünf Prozent zurück, während die ersten acht Monate 2026 insgesamt ein Auftragsplus von vier Prozent brachten.

## Experten fordern eine europäische Strategie gegen Chinas Wirtschaftsmacht

Wirtschaftsexperten aus Deutschland und Frankreich verlangen ein gezieltes Vorgehen der Europäischen Union gegen Chinas Vormachtstellung in zahlreichen Industriebereichen. Nach Angaben von **n-tv.de** fordert der Deutsch-Französische Rat der Wirtschaftsexperten eine Strategie, die die wirtschaftliche Dominanz Chinas klug kontert.

Vorgeschlagen wird eine Kombination aus einzelnen Zöllen, höheren Anforderungen für staatliche Fördergelder und der Suche nach weiteren Handelspartnern. Fördergelder für Elektroautos und erneuerbare Energien sollen nach Empfehlung der Experten an Diversifizierungskriterien geknüpft werden, damit nicht alle Fördermittel an Hersteller aus einem einzigen Land fließen.

Als Beispiel wird angeführt, dass vor einigen Jahren fast alle Fördergelder für Solaranlagen nach China geflossen seien, wenn solche Kriterien fehlten. Auch Zölle könnten eingesetzt werden, müssten sich jedoch auf die richtigen Produkte erstrecken.

Die Experten verweisen darauf, dass die EU bereits Strafzölle auf Elektroautos aus China erhebt. Chinesische Hersteller exportierten daraufhin jedoch mehr Plug-in-Hybride nach Europa. Der bisherige Zoll sei nach Einschätzung der Experten deshalb nicht breit genug.

Auch SPD-geführte Bundesministerien dringen auf eine härtere Gangart gegenüber China. In einem Papier zur Vorbereitung des anstehenden Koalitionsausschusses heißt es, Chinas Wirtschafts- und Handelspolitik stütze sich auf ein Geflecht aus staatlichen Subventionen, administrativ gesteuerten Überkapazitäten und wirtschaftlichem Zwang.

> „Diesen Verzerrungen müsse Deutschland robuster entgegentreten.“

Die Ministerien wollen sich unter anderem bei der EU für eine Antisubventionsuntersuchung gegen chinesische Autokonzerne einsetzen, die Plug-in-Hybride herstellen. Dabei soll geprüft werden, ob staatliche Unterstützung unrechtmäßige Wettbewerbsvorteile schafft; anschließend könnten Ausgleichszölle verhängt werden.

Darüber hinaus soll strikter gegen Produktpiraterie vorgegangen werden. Auch die Verletzung von Arbeits- und Umweltstandards soll stärker berücksichtigt werden, wenn sie zu niedrigen Exportpreisen Chinas beiträgt.

Die europäische Wirtschaft steht laut Bericht in mehreren Bereichen unter Druck. Chinesische Anbieter sind unter anderem bei Stahl für Windturbinen und Stromtrafos, bei Halbleitern und Batterien günstiger. Gleichzeitig benötigen europäische Unternehmen Rohstoffe wie Lithium und seltene Erden aus China.

Die EU importiert deshalb deutlich mehr Waren aus China als umgekehrt. Brüssel wirft Peking vor, dieses Ungleichgewicht durch staatliche Sanktionen absichtlich zu verstärken. Beide Seiten verhandeln seit Wochen, um einen Handelsstreit zu vermeiden.

In dieser Woche reist EU-Handelskommissar Maros Sefcovic nach Peking, um mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao erste Ergebnisse auszuhandeln. In der kommenden Woche wollen die europäischen Staats- und Regierungschefs über das mögliche Vorgehen gegen China beraten.

- Einzelne Zölle und eine breitere Erfassung betroffener Produkte

- Diversifizierungskriterien für Fördergelder

- Suche nach weiteren Handelspartnern

- Antisubventionsuntersuchung gegen chinesische Hersteller von Plug-in-Hybriden

- Strengeres Vorgehen gegen Produktpiraterie

- Stärkere Berücksichtigung von Arbeits- und Umweltstandards

**Infobox:** Deutsche und französische Experten empfehlen der EU eine Mischung aus Zöllen, Förderauflagen und Handelsdiversifizierung. Parallel bereiten europäische und deutsche Stellen weitere Schritte gegen staatlich gestützte Wettbewerbsvorteile chinesischer Unternehmen vor.

## Tagesschau24 berichtet über Öl, Anleger und den DAX

Das **Update Wirtschaft vom 05.10.2026** von **tagesschau.de** widmet sich den Themen Öl, Anleger, Energie, DAX und dem Ölpreis. Als weiteres Thema wird die Straße von Hormus genannt.

Der Beitrag ist als Wirtschaftsvideo von tagesschau24 ausgewiesen. Konkrete Kursstände, Preisveränderungen oder weitere Zahlen enthält der übermittelte Inhalt nicht.

**Infobox:** Im Mittelpunkt des Wirtschaftsupdates stehen Öl und Energie sowie die Perspektive der Anleger auf den DAX. Der Beitrag nennt außerdem die Straße von Hormus als Thema.

## Care-Arbeit als Zentrum der Wirtschaft

Die taz stellt das Buch „Das Wir in Wirtschaft“ der Politökonomin Feline Tecklenburg vor. In dem Beitrag „Care ist der größte Wirtschaftssektor: Wirtschaft ist Windeln wechseln“ wird die These erläutert, dass Sorgearbeit nicht als bloße Last, sondern als Kern des wirtschaftlichen Zusammenlebens verstanden werden sollte.

Tecklenburg ist Mitbegründerin und Co-Vorständin der Denkwerkstatt „Wirtschaft ist Care“. Der Verein wurde 2015 in St. Gallen gegründet und strebt einen Paradigmenwechsel in der Wirtschaft an.

> „Menschen brauchen Sorgearbeit wie die Luft zum Atmen.“

Nach Darstellung der taz umfasst Care im weitesten Sinne alle Formen von Fürsorge. Dazu gehören alltägliche Tätigkeiten wie das Einräumen der Spülmaschine, das Vorlesen einer Gute-Nacht-Geschichte, das Denken an einen Zahnarzttermin oder das Überweisen einer Heizkostennachzahlung.

Auf gesellschaftlicher Ebene zählen dazu medizinische Versorgung, Pflege, Erziehung, Bildung und Infrastruktur. Der Beitrag nennt außerdem Pflegekräfte, Reinigungskräfte, Erzieherinnen und Erzieher, die Müllabfuhr, die Straßenreinigung und Krankenhäuser als Bestandteile eines fürsorgenden wirtschaftlichen Zusammenlebens.

Weltweit werden laut dem Artikel jeden Tag 16 Milliarden Stunden Sorgearbeit unbezahlt verrichtet. Drei Viertel dieser Arbeit erledigen Frauen. In Deutschland leistet jede Frau durchschnittlich rund 39 Stunden unbezahlte Sorgearbeit pro Woche, zusätzlich zur bezahlten Erwerbstätigkeit.

Tecklenburg stellt damit dem verbreiteten Bild des „homo oeconomicus“ das Konzept des „homo curans“, also des fürsorglichen Menschen, gegenüber. Die sogenannte Knappheitserzählung, wonach Wohlstand zunächst erwirtschaftet werden müsse, bevor er sozial gerecht verteilt werden könne, beruhe demnach auf einem verzerrten Verständnis von Care.

Die taz beschreibt ein Bild des gesellschaftlichen Eisbergs: Über der Wasserfläche ist die sichtbare Erwerbsarbeit angesiedelt. Darunter liegen ehrenamtliche sowie kognitive und emotionale Arbeit. Diese ungesehene und unbezahlte Arbeit trägt demnach den sichtbaren Teil des gesellschaftlichen Eisbergs.

Das Buch ordnet die heutige Wirtschaftslogik historisch ein und setzt sich mit dem Einfluss des Neoliberalismus auseinander. Nach Darstellung des Beitrags prägen Macht und Profit das westliche Verständnis von Wirtschaft so stark, dass sie vielfach als unhinterfragte ökonomische Ziele gelten.

Tecklenburg verbindet die Diskussion über Care mit den Krisen von Klima, Demokratie und Wirtschaft. Die taz bewertet das Buch als theoretische, verständliche und gut recherchierte Abhandlung, die mit alltäglichen Beispielen arbeitet und Lösungswege aufzeigt.

| Aspekt | Angabe aus dem Beitrag | 

| Unbezahlte Sorgearbeit weltweit | 16 Milliarden Stunden pro Tag | 

| Anteil der Frauen an dieser Arbeit | Drei Viertel | 

| Unbezahlte Sorgearbeit je Frau in Deutschland | Rund 39 Stunden pro Woche | 

| Gründung der Denkwerkstatt „Wirtschaft ist Care“ | 2015 in St. Gallen | 

**Infobox:** Die taz rückt unbezahlte Sorgearbeit ins Zentrum der wirtschaftlichen Betrachtung. Weltweit fallen dem Beitrag zufolge täglich 16 Milliarden Stunden an; in Deutschland leistet jede Frau durchschnittlich rund 39 Stunden unbezahlte Sorgearbeit pro Woche.

## Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklung zeigt ein widersprüchliches wirtschaftliches Bild: Staatliche Entlastungen verlieren rasch an Wirkung, während Unternehmen und Verbraucher zugleich unter anhaltendem Kosten- und Wettbewerbsdruck stehen. Preisdeckel und kurzfristige Rabatte können politische Spannungen dämpfen, ersetzen aber keine dauerhaft tragfähige Energie- und Industriepolitik.

Besonders relevant ist die Verbindung zwischen hohen Lebenshaltungskosten, schwacher Konsumneigung und der Krise zentraler Industriezweige. Eine härtere europäische Strategie gegenüber China ist deshalb nachvollziehbar, muss jedoch gezielt, koordiniert und ohne unnötige Eskalation umgesetzt werden. Die Neubewertung von Care-Arbeit erweitert den Blick zusätzlich: Wirtschaftliche Stabilität hängt nicht nur von Produktion und Handel, sondern auch von bislang vielfach unsichtbarer gesellschaftlicher Arbeit ab.

**Zusammenfassung:** Kurzfristige Preismaßnahmen reichen nicht aus. Erforderlich sind eine belastbare Energiepolitik, mehr industrielle Resilienz, eine abgestimmte europäische Handelspolitik und eine stärkere Anerkennung von Sorgearbeit.

Quellen:
- [Energiepreise - Italien: Konzerne halten Spritpreis trotz Rabatt-Ende stabil - Wirtschaft - SZ.de](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/energiepreise-italien-konzerne-halten-spritpreis-trotz-rabatt-ende-stabil-dpa.urn-newsml-dpa-com-20090101-261005-930-792019)
- [Experten fordern Strategie: Chinas Wirtschaftsmacht soll mit eigenen Mitteln geschlagen werden](https://www.n-tv.de/wirtschaft/Chinas-Wirtschaftsmacht-soll-mit-eigenen-Mitteln-geschlagen-werden-id31382358.html)
- [Sprit teurer als zu Beginn des Tankrabatts - Wirtschaft weltweit - Pforzheimer-Zeitung](https://www.pz-news.de/wirtschaft/wirtschaft-weltweit_artikel,-Sprit-teurer-als-zu-Beginn-des-Tankrabatts-_arid,2371577.html)
- [Weihnachten: Händler sehen kaum Konsumstimmung zum Jahresende](https://www.spiegel.de/wirtschaft/service/weihnachten-haendler-sehen-kaum-konsumstimmung-zum-jahresende-a-311e9bd5-cba2-451a-91ef-649fc8615e7b)
- [Update Wirtschaft vom 05.10.2026](https://www.tagesschau.de/multimedia/sendung/tagesschau24/boerselive/video-1660528.html)
- [Care ist der größte Wirtschaftssektor: Wirtschaft ist Windeln wechseln](https://taz.de/Care-ist-der-groesste-Wirtschaftssektor/!6214307/)

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [wirtschaft-ratgeber.de](https://wirtschaft-ratgeber.de/hohe-spritpreise-belasten-verbraucher-wirtschaft-und-europas-china-strategie/)*
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