Energie, Wohnen und Nestlé: Die wichtigsten Wirtschaftsnachrichten des Tages

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel thematisiert eine pragmatischere Energiewende, Vononias Beitrag zur Berliner Wohnungsnot und Russlands Zwangsverwaltung von Nestlé-Vermögen.

Von der Sprache der Energiewende über Berlins Wohnungsnot bis zum Zugriff Russlands auf Nestlé-Vermögen: Der Pressespiegel beleuchtet zentrale wirtschaftliche Entscheidungen, Konflikte und Trends mit weitreichenden Folgen.

Vattenfall-Manager fordert neue Sprache für die Energiewende

Vattenfall-Deutschlandchef Robert Zurawski sieht die Energiewende trotz politischen Gegenwinds auf einem guten Weg. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er, der Begriff „Energiewende“ löse bei vielen Menschen eher Skepsis als Aufbruch aus. Deshalb müsse möglicherweise ein anderes Wort gefunden werden, um die Debatte zu entideologisieren.

Nach Einschätzung Zurawskis findet die Transformation dennoch statt, weil sie wirtschaftlich die beste Lösung sei. Fortschritte gebe es nicht nur in Deutschland, sondern auch in den USA: In Texas werde Onshore-Windenergie ausgebaut, während in Kalifornien Solarenergie zunehme. Photovoltaik, Batteriespeicher und Onshore-Windenergie würden in den Vereinigten Staaten boomen.

Zurawski betonte, die Wirtschaft brauche bezahlbare und sichere Energie. Die Dekarbonisierung sei aus seiner Sicht der Weg dorthin, zumal geopolitische Krisen die Verwundbarkeit von Volkswirtschaften zeigten, die auf fossile Energieimporte setzten. Die Auswirkungen würden Bürger unter anderem an der Tankstelle wahrnehmen, sofern sie noch einen Verbrenner fahren.

Die jüngsten Kabinettsbeschlüsse der Bundesregierung zur Energiepolitik befürwortet der Vattenfall-Deutschlandchef. Zugleich mahnte er beim Netzausbau mehr Tempo an. Um Widerstände gegen neue Projekte zu verringern, sollten Menschen transparent informiert und Kommunen oder Gemeinden an Solar- und Windparks beteiligt werden.

„Vielleicht müssen wir uns auch ein anderes Wort dafür überlegen. Wir müssen raus aus dieser Ideologisierung.“

Mit der Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und dem sogenannten Netzpaket will die Bundesregierung den Ausbau stärker an Kosteneffizienz, Versorgungssicherheit und tatsächlicher Netzkapazität ausrichten. Vorgesehen ist außerdem eine bessere regionale Steuerung des Zubaus. Ab 2027 sollen kleine, meist privat installierte Solaranlagen mit unter 25 Kilowatt installierter Leistung keine dauerhafte Förderung mehr erhalten.

Der Bundesverband Erneuerbare Energie kritisierte nach Bekanntwerden der Kabinettsbeschlüsse im Juli, dass die Ausbauziele bei den erneuerbaren Energien auf Grundlage der Pläne faktisch nicht zu erreichen sein würden.

Zusammenfassung: Quelle: Die Rheinpfalz und SZ.de. Vattenfall sieht die erneuerbaren Energien wirtschaftlich auf dem Vormarsch, fordert aber eine weniger ideologische Debatte und einen schnelleren Netzausbau.

Vonovia sieht sich als Teil der Lösung für Berlins Wohnungskrise

Vonovia-Vorstandschef Luka Mucic sieht den Immobilienkonzern bei der Bekämpfung der Wohnungsnot in Berlin in einer wichtigen Rolle. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur sagte er, das Unternehmen müsse und sei „Teil der Lösung“.

Vonovia habe den Neubau in Berlin hochgefahren. Aktuell seien circa 1.000 neue Wohneinheiten im Bau, seit 2013 habe das Unternehmen 6.000 Wohnungen gebaut. Mucic bezeichnete diesen Beitrag selbst als einen Tropfen auf den heißen Stein, betonte aber zugleich dessen Bedeutung.

Auch beim bestehenden Wohnungsbestand verweist Vonovia auf bezahlbares Wohnen. Ende Juni lag die Durchschnittsmiete im Bestand bei 8,26 Euro je Quadratmeter. Bei Neuvermietungen lag der Durchschnitt laut Mucic bei 10,80 Euro.

AngabeWert
Neue Wohneinheiten im Baucirca 1.000
Seit 2013 gebaute Wohnungen6.000
Durchschnittsmiete im Bestand Ende Juni8,26 Euro je Quadratmeter
Durchschnitt bei Neuvermietungen10,80 Euro

Mucic machte zugleich deutlich, dass Vonovia die Probleme des Berliner Wohnungsmarkts nicht allein lösen könne. Die Wohnungen des Unternehmens machten in Berlin weniger als acht Prozent des gesamten Wohnungsbestands aus. Zusätzlich müssten die Bestände insbesondere energetisch modernisiert werden.

Energetische Modernisierungen könnten nach Darstellung des Vonovia-Chefs auch die Nebenkosten dämpfen. Als Beispiele nannte er eine bessere Wärmedämmung und serielle Sanierungsmaßnahmen. Die Größe des Unternehmens ermögliche es, innovative Verfahren zur Sanierung und Fortentwicklung der Bestände zu etablieren.

Vonovia besitzt in Berlin zusammen mit der Tochtergesellschaft Deutsche Wohnen gut 130.000 Wohnungen. Die Berliner Linke fordert eine Enteignung großer Wohnungsbestände, was Mucic ablehnt. Er hält stattdessen Rahmenbedingungen für erforderlich, unter denen wieder mehr Neubau realisiert werden kann.

Zuversichtlich zeigte sich Mucic auch beim im Juli vom Koalitionsausschuss beschlossenen gesetzlichen Enteignungsverbot für Mietwohnungsbestände. Der politische Wille sei klar dokumentiert, bei der Umsetzung müsse das Gesetz jedoch handwerklich gut und möglichst rechtssicher gestaltet werden. CDU, CSU und SPD hatten sich darauf verständigt, die Enteignung großer Immobilienkonzerne auf Landesebene per Bundesgesetz unmöglich zu machen.

Zusammenfassung: Quelle: Die Rheinpfalz. Vonovia verweist auf Neubau, Bestandsmieten und energetische Modernisierung, betont aber, dass der Konzern angesichts seines Anteils am Berliner Wohnungsbestand die Krise nicht allein lösen kann.

„Wirtschaft vor acht“ vom 18.09.2026

Tagesschau.de führt die Ausgabe „Wirtschaft vor acht vom 18.09.2026“ als aktuelles Nachrichten-Video. Der bereitgestellte Inhalt enthält jedoch keine auswertbaren Angaben zum konkreten wirtschaftlichen Thema oder zu einzelnen Beiträgen der Sendung.

Zusammenfassung: Quelle: tagesschau.de. Im vorliegenden Datensatz ist lediglich der Titel der Ausgabe vom 18.09.2026 nutzbar.

Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung

Der russische Präsident Wladimir Putin hat Vermögenswerte des Schweizer Lebensmittelkonzerns Nestlé in Russland unter Zwangsverwaltung gestellt. Die Verwaltung wurde der Gesellschaft L.E.V. Management übertragen, wie aus einem Dekret hervorgeht.

Nestlé teilte mit, der Konzern nehme den Erlass zur Kenntnis und prüfe die Situation sowie seine Optionen. Das Unternehmen wolle alle notwendigen Schritte unternehmen, um seine Rechte zu schützen und den Fortbetrieb im Interesse der Mitarbeiter zu sichern. Auch die französische Supermarktkette Auchan wurde unter Zwangsverwaltung gestellt.

Russland hat die Kontrolle über ausländische Vermögenswerte seit dem Beginn des Krieges in der Ukraine im Jahr 2022 verschärft. Nach einem Dekret aus dem Jahr 2023 kann Moskau Vermögenswerte aus Ländern, die von der Regierung als „unfreundlich“ eingestuft werden, unter vorübergehende Verwaltung stellen. Auf diesem Weg übernahm der Staat unter anderem die Kontrolle über die russischen Tochtergesellschaften von Danone und Carlsberg.

Nestlé hatte seine Geschäfte in Russland fortgesetzt und dies damit begründet, als Lebensmittelhersteller lebenswichtige Güter zu liefern. Der Konzern betreibt in Russland sechs Fabriken. Dort werden unter anderem Kaffee, Tiernahrung und Säuglingsnahrung hergestellt.

AngabeWert
Fabriken in Russlandsechs
Beschäftigte im Jahr 2021rund 7000
Anteil am Konzernumsatz im Jahr 2021rund zwei Prozent
Geschätzter Anteil am Umsatz seit dem Abbau des Russland-Geschäftsgut ein Prozent

Nach den letzten verfügbaren Zahlen beschäftigte Nestlé im Jahr 2021 rund 7000 Mitarbeiter in Russland und erwirtschaftete dort rund zwei Prozent des Konzernumsatzes. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy zufolge hat Nestlé sein Russland-Geschäft seitdem abgebaut und dürfte dort nun gut ein Prozent des Umsatzes generieren.

Die Nachricht könne die Stimmung belasten und die Gefahr von Abschreibungen oder eines unvorteilhaften Verkaufs erhöhen, sagte Bertschy. Die finanziellen Auswirkungen sollten jedoch gering ausfallen.

Das Logistikunternehmen KS Logistika hatte nach einem Bericht der russischen Zeitung „Kommersant“ die Zwangsverwaltung beantragt. Begründet worden sei dies mit der Entscheidung von Nestlé, die Produktionskapazitäten in Russland nicht auszuweiten und den Export von Waren aus den russischen Werken einzustellen. Der Antrag beziehe sich auf fünf zu Nestlé gehörende Einheiten und könnte theoretisch zu einem Eigentümerwechsel führen.

In früheren Fällen ging einer staatlichen Enteignung in Russland häufig eine vorübergehende Zwangsverwaltung voraus. Später wurden die Vermögenswerte an Personen oder Unternehmen mit Verbindungen zum Kreml übertragen. Andere westliche Konzerne verkauften ihre russischen Vermögenswerte oder übergaben sie an das lokale Management.

Analyst Jon Cox vom Finanzdienstleister Kepler Cheuvreux bewertet die Aussichten für Nestlé kritisch. Die bisherigen Erfahrungen verheißen aus seiner Sicht nichts Gutes. Letztlich könnte Nestlé diese Vermögenswerte auf absehbare Zeit verlieren; eine Entschädigung dürfte dies voraussichtlich nicht ausgleichen.

„Letztlich könnte Nestlé diese Vermögenswerte auf absehbare Zeit verlieren.“

Zusammenfassung: Quelle: n-tv.de. Russland hat Nestlés Vermögenswerte unter Zwangsverwaltung gestellt. Der Konzern prüft seine Optionen; Analysten sehen vor allem das Risiko eines dauerhaften Verlusts der russischen Aktivitäten.

Newsletter „Wirtschaft in Sachsen“ erhält neues Erscheinungsbild

Die Sächsische Zeitung berichtet über ein Upgrade des Newsletters „Wirtschaft in Sachsen“. Mit neuen Rubriken und einem neuen Design sollen Leserinnen und Leser über die wirtschaftlichen Entwicklungen im Freistaat auf dem Laufenden gehalten werden.

Der bereitgestellte Beitrag enthält darüber hinaus keine weiteren auswertbaren Angaben zu den neuen Rubriken oder zur konkreten Gestaltung. In der begleitenden Übersicht werden weitere regionale Wirtschaftsthemen genannt, darunter neue Flüge nach London und Spanien, ein vietnamesisches Paar auf dem Weg in den Pflegeberuf, die Zukunft eines insolventen Hotelriesen sowie Entwicklungen bei Unternehmen und Industrieprojekten in Sachsen.

Zusammenfassung: Quelle: Sächsische Zeitung. Der Newsletter „Wirtschaft in Sachsen“ erscheint mit neuen Rubriken und neuem Design.

Einschätzung der Redaktion

Die Entwicklungen zeigen ein gemeinsames Muster: Wirtschaftliche Anpassungsfähigkeit wird zunehmend durch politische Eingriffe, knappe Infrastruktur und gesellschaftliche Akzeptanz begrenzt. Entscheidend ist daher weniger die Ankündigung einzelner Maßnahmen als deren verlässliche, rechtssichere und zügige Umsetzung.

Bei der Energiewende kann eine verständlichere Sprache Akzeptanz fördern, ersetzt aber weder Netzausbau noch bezahlbare Lösungen. Im Wohnungsmarkt bleiben Unternehmensbeiträge relevant, reichen ohne deutlich mehr Neubau und bessere Rahmenbedingungen jedoch nicht aus. Die Zwangsverwaltung von Nestlé verschärft zugleich das Risiko, dass internationale Unternehmen politische Risiken künftig stärker einpreisen und Investitionen in unsicheren Märkten zurückhalten.

Infobox: Bedeutung
Akzeptanz, Planungssicherheit und Infrastruktur werden zu den entscheidenden Voraussetzungen für Investitionen, Wohnungsbau und industrielle Transformation.

Quellen: