Drohnenangriffe, Handelsrisiken und neue Impulse für Europas Wirtschaft

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt, wie Krieg, Drohnenangriffe und Chinas Einfluss Energieversorgung, Handel und Europas Wirtschaft zunehmend belasten.

Von ukrainischen Drohnenangriffen auf russische Raffinerien über Chinas wachsenden Einfluss bis zu steigenden Ölpreisen und neuen Handelskonflikten: Der Pressespiegel zeigt, wie eng Krieg, Energieversorgung und globale Wirtschaftsinteressen miteinander verknüpft sind. Außerdem im Fokus: Mecklenburg-Vorpommerns Wachstumsperspektiven und eine wichtige Auszeichnung für Ökonom Gabriel Felbermayr.

Ukraine-Krieg: Drohnenangriffe treffen russische Energie- und Chemieindustrie

Die russische Wirtschaft ist nach einem Bericht der Frankfurter Rundschau erneut Ziel ukrainischer Drohnenangriffe geworden. In der Nacht zum 13. September trafen unbemannte Flugobjekte zentrale Anlagen der Industriezone von Nischeckamsk in der Republik Tatarstan, die mehr als 1200 Kilometer von der ukrainischen Staatsgrenze entfernt liegt.

Anwohner berichteten demnach von Drohnen über der Stadt und mehreren Explosionen. Außerdem seien russische Luftverteidigungssysteme in der Nähe eines Industriegebiets aktiv gewesen.

Betroffen war unter anderem der Taneco-Ölraffinerie- und Petrochemiekomplex. Die Anlage verfügt über eine Verarbeitungskapazität von über 16 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr und gehört damit zu den fünf größten Raffinerien Russlands. Produziert werden Diesel, Flugbenzin für Kampfjets und Fahrzeugbenzin.

Auch die benachbarte TAIF-NK-Raffinerie mit einer Kapazität von über sieben Millionen Tonnen Öl und Gaskondensat sowie das Petrochemieunternehmen Nischeckamskneftechim wurden als betroffene Einrichtungen genannt. Nischeckamskneftechim nimmt laut dem Bericht eine Monopolstellung bei der Produktion synthetischer Kautschuke und Kunststoffe ein. Angaben zum Ausmaß möglicher Schäden oder zu Opfern lagen von den lokalen Behörden zunächst nicht vor.

Die Frankfurter Rundschau beschreibt die Angriffe als Teil einer ukrainischen Strategie zur systematischen Schwächung des russischen Nachschubs. Wirtschaftliche Einrichtungen mit Verbindungen zum Ukraine-Krieg würden dabei als legitime Ziele betrachtet, insbesondere Anlagen, die für die Finanzierung des Krieges und die Treibstoffversorgung der russischen Streitkräfte von Bedeutung seien.

Parallel meldete der ukrainische Generalstab weitere russische Verluste. Seit Beginn der Vollinvasion am 24. Februar 2022 summierten sich die geschätzten personellen Verluste demnach auf 1.506.900 Soldaten. Binnen 24 Stunden habe Russland 1520 Soldaten verloren; dabei handle es sich um getötete oder verwundete Kämpfer.

Von der Quelle genannte russische VerlusteAngabe
Personelle Verluste seit dem 24. Februar 20221.506.900 Soldaten
Verluste binnen 24 Stunden1520 Soldaten
Panzer12.344
Gepanzerte Kampffahrzeuge25.330
Artilleriesysteme49.678
Mehrfachraketenwerfer2.120
Unbemannte Luftfahrzeuge514.317

Die russische Führung lehnt eine Unterbrechung der Kampfhandlungen weiterhin ab. Außenminister Sergei Lawrow erklärte, der Krieg werde während möglicher Friedensverhandlungen keinesfalls gestoppt. Ein von Wolodymyr Selenskyj vorgeschlagenes direktes Treffen mit Wladimir Putin beim G-20-Gipfel in Miami bezeichnete Kremlsprecher Dmitri Peskow als „unmöglich“; ein Treffen sei aus Sicht des Kremls ausschließlich in Moskau möglich.

In derselben Nacht griff Russland die Ukraine mit 453 Drohnen verschiedener Bautypen an. Die ukrainische Luftverteidigung fing bis zum Morgen 409 Flugkörper ab. Trümmerteile und Einschläge beschädigten unter anderem ein Wohnhaus und eine Logistikfiliale in Odesa sowie Stromnetze im Raum Mykolaiv.

„Unmöglich“ sei ein Treffen in den USA, erklärte Kremlsprecher Dmitri Peskow laut Frankfurter Rundschau.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Ukrainische Drohnen trafen Industrieanlagen in Tatarstan, darunter eine Raffinerie mit einer Verarbeitungskapazität von über 16 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr. Der ukrainische Generalstab meldete 1.506.900 geschätzte russische Personalverluste seit dem 24. Februar 2022. Russland setzte gleichzeitig 453 Drohnen gegen die Ukraine ein.

Europas Mittelstand warnt vor chinesischen Übernahmen

Führende Mittelstandsverbände aus neun Ländern warnen in einem Brandbrief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor einer wachsenden wirtschaftlichen Abhängigkeit von China. Darüber berichtet BILD. Die Verbände sehen die europäische Industrie durch steigende Energiekosten, zunehmende Bürokratie und einen aus ihrer Sicht massiv unfairen internationalen Wettbewerb gefährdet.

Der Brief des europäischen Mittelstands-Dachverbands CEA-PME enthält nach Angaben von BILD die Warnung, die Existenz europäischer Industrieunternehmen sei bedroht. Zusätzlich fordern die Verbände einen besseren Schutz vor Übernahmen durch ausländische Investoren, weil chinesische Firmenjäger die derzeitige wirtschaftliche Schwäche europäischer Unternehmen ausnutzen könnten.

„Die dramatisch steigenden Energiekosten, eine ungebremste Zunahme bürokratischer Belastungen und ein massiv unfairer internationaler Wettbewerb gefährden die Existenz der europäischen Industrieunternehmen“, heißt es laut BILD im Brandbrief.

Als Beleg für die wachsende Abhängigkeit nennt der Bericht ein Handelsdefizit der EU mit China von 197 Milliarden Euro im ersten Halbjahr. Dies sei ein Rekord. Die energieintensive Industrie in Europa zahle zudem Strompreise, die mehr als doppelt so hoch seien wie in den USA und etwa 50 Prozent über denen Chinas lägen.

Im Bericht genannte BelastungenAngabe
Handelsdefizit der EU mit China im ersten Halbjahr197 Milliarden Euro
Europäische Strompreise im Vergleich zu den USAmehr als doppelt so hoch
Europäische Strompreise im Vergleich zu Chinaetwa 50 Prozent über denen Chinas

Besonders kritisch sehen die Verbände den chinesischen Einfluss auf die kritische Infrastruktur. BILD verweist auf Warnungen von US-Regierungsbeamten, wonach Schiffe der chinesischen Staatsreederei Cosco, die auch an einem Hafen-Terminal in Hamburg beteiligt ist, als schwimmende Spionage-Plattformen genutzt werden könnten. China ist dem Bericht zufolge außerdem an strategisch wichtigen Hafenunternehmen in den Niederlanden, Belgien und Griechenland beteiligt.

Sicherheitsexperten befürchten laut BILD, Peking könne im Ernstfall ganze Anlagen in Europa abschalten. Die USA begegnen chinesischem Einfluss bereits seit Jahren mit Investitionskontrollen und Exportbeschränkungen. Der europäische Mittelstand fordert ein vergleichbares Vorgehen, damit aus den gegenwärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten keine künftigen Abhängigkeiten entstehen.

„China kämpft mit harten Bandagen für seine Interessen. Dem darf Europa nicht länger mit Blauäugigkeit oder Weltverbesserer-Attitüde begegnen. Wenn wir nicht endlich anfangen, selbstbewusster und geschlossener aufzutreten, werden wir überrollt“, sagte Christoph Ahlhaus laut BILD.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Mittelstandsverbände aus neun Ländern warnen vor chinesischen Übernahmen und strategischen Abhängigkeiten. Genannt werden ein EU-Handelsdefizit mit China von 197 Milliarden Euro im ersten Halbjahr sowie europäische Strompreise, die mehr als doppelt so hoch wie in den USA und etwa 50 Prozent höher als in China seien.

Saudi-Arabien storniert offenbar Öllieferungen nach Europa

Saudi-Arabien muss nach einem Bericht von n-tv.de einige für Ende September geplante Rohöllieferungen an europäische Kunden stornieren. Hintergrund ist die Schließung der Ost-West-Pipeline nach einem Drohnenangriff in der vergangenen Woche.

Drei mit der Angelegenheit vertraute Personen erklärten dies laut der Nachrichtenagentur Reuters. Zusätzlich erschweren Angriffe der jemenitischen Huthi-Miliz im Roten Meer und anhaltende Behinderungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus das Geschäft. Der staatliche Ölkonzern Saudi Aramco lehnte eine Stellungnahme ab.

Die Verladung von Öl im saudischen Rotmeerhafen Janbu sei derzeit ausgesetzt. Die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen hatten die wichtige Ost-West-Pipeline getroffen, die Rohöl an das Rote Meer pumpt. Nach den Angriffen auf die Leitung in den Regionen Riad und Medina wurde die Pipeline vorsorglich stillgelegt.

Die Leitung ermöglicht es Saudi-Arabien, große Mengen Öl unter Umgehung der faktisch blockierten Straße von Hormus vom Persischen Golf zum Roten Meer zu transportieren. Janbu ist laut n-tv.de der wichtigste saudische Ölhafen am Roten Meer und hat sich zur wichtigsten Ausfuhrroute für saudisches Öl entwickelt, die die von Iran blockierte Straße von Hormus umgeht.

Nach Angaben der Associated Press könnten die Reparaturarbeiten an der Ost-West-Pipeline mehrere Wochen dauern. US-Energieminister Chris Wright rechnete dagegen bereits in wenigen Tagen mit einer Wiederaufnahme des Betriebs.

Die Unsicherheit wirkte sich auf die Ölpreise aus. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November stieg am Nachmittag um 1,7 Prozent auf 107,44 US-Dollar. Ein Barrel entspricht 159 Litern.

ÖlpreisAngabe
Brent zur Lieferung im November107,44 US-Dollar je Barrel
Veränderung am Nachmittag1,7 Prozent
Inhalt eines Barrels159 Liter
Brent-Preis Ende Februar70 Dollar je Barrel

Zusätzliche Unsicherheit entstand durch Nachrichten aus Libyen. Dort wurde das Al-Tahar-Ölfeld geschlossen, nachdem die Hamada-Zawiya-Pipeline erzwungenermaßen gesperrt worden war. Libyen verkauft einen großen Teil seines Rohöls nach Europa.

Als Haupttreiber der Ölpreise bezeichnet n-tv.de den Iran-Krieg. Eine Öffnung der Straße von Hormus sei weiterhin nicht absehbar. Außerdem kontrolliere die Huthi-Miliz die Meerenge Bab al-Mandab und blockiere die Durchfahrt saudischer Schiffe.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Saudi-Arabien stornierte offenbar einige für Ende September geplante Rohöllieferungen nach Europa. Der Brent-Preis stieg um 1,7 Prozent auf 107,44 US-Dollar je Barrel, nachdem die Ost-West-Pipeline nach einem Angriff stillgelegt worden war.

Mecklenburg-Vorpommern: Wachstum zwischen Landwirtschaft, Küste und Energie

Mecklenburg-Vorpommern verfügt nach einer Analyse von DW über wirtschaftliche Schwerpunkte in Landwirtschaft, Schiffbau, Tourismus, Gesundheitswesen und Energie. Das Bundesland steht vor der Landtagswahl am 20. September 2026, wobei Ministerpräsidentin Manuela Schwesig laut DW von einem Amtsbonus profitieren kann.

Wirtschaftlich weist Mecklenburg-Vorpommern dem Bericht zufolge eine Entwicklung auf, die über dem gesamtdeutschen Wachstum liegt. Seit 2020 sei die Wirtschaft preisbereinigt um 5,0 Prozent gewachsen, während Deutschland insgesamt auf 4,6 Prozent gekommen sei. Unter den ostdeutschen Flächenländern habe Mecklenburg-Vorpommern damit die beste Entwicklung verzeichnet.

Wirtschaftliche Entwicklung seit 2020Angabe
Mecklenburg-Vorpommern5,0 Prozent
Deutschland insgesamt4,6 Prozent

Von den rund 1,5 Millionen Einwohnern arbeiten knapp 600.000 als sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Die Arbeitslosigkeit liegt leicht über dem Bundesdurchschnitt, während die durchschnittlichen Einkommen niedriger sind. Das Lohnniveau in Ostdeutschland liegt generell unter dem des Westens.

Obwohl Landwirtschaft ein prägendes Bild des Landes vermittelt, arbeiten dort vergleichsweise wenige Menschen. DW führt dies auf die Geschichte der DDR zurück: Landwirtschaftliche Betriebe waren in staatlich geführten Großbetrieben, den Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, zusammengefasst. Viele dieser Betriebsgrößen blieben nach der Wiedervereinigung erhalten.

Ein landwirtschaftlicher Betrieb in Mecklenburg-Vorpommern bewirtschaftet im Durchschnitt eine Fläche von rund 280 bis 283 Hektar. Der bundesweite Durchschnitt liegt bei nur etwa 65 Hektar. Die großen Strukturen ermöglichen laut DW einen effizienten Arbeitskräfteeinsatz, eine gute Marktpositionierung, konzentrierten Einkauf und bessere Verhandlungspositionen beim Verkauf.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die maritime Industrie. Schiffbau und maritime Dienstleistungen haben einen signifikanten Anteil an der Wirtschaftsleistung. Die Meyer Neptun GmbH ist auf den Bau von Flusskreuzfahrtschiffen und Spezialschiffen spezialisiert.

Die durch die Zeitenwende hochgefahrene Rüstungsindustrie eröffnet den Werftenstandorten in Wismar und Stralsund neue Perspektiven. Dort entstehen unter anderem durch Ansiedlungen wie Thyssenkrupp Marine Systems und weitere Schiffbauer industrielle Perspektiven und Arbeitsplätze.

Auch der Tourismus ist von großer Bedeutung. Mecklenburg-Vorpommern gilt inzwischen als die zweitbeliebteste Urlaubsregion in Deutschland. Nach offiziellen Angaben des Wirtschaftsministeriums und touristischen Bilanzen hängen rund 150.000 bis über 160.000 Arbeitsplätze direkt oder indirekt vom Tourismus ab.

Der Wassertourismus an den Binnenseen und an der Ostsee bietet schätzungsweise über 19.000 Beschäftigten einen Arbeitsplatz. Dass in Statistiken vergleichsweise wenige Beschäftigte dem Tourismus zugerechnet werden, erklärt DW mit Überschneidungen zur Rubrik Dienstleistungen sowie mit saisonabhängigen Arbeitsplätzen.

Zu den wichtigen Arbeitgebern zählen der öffentliche Dienst, die Helios Kliniken, AIDA Cruises, die Nordex SE, die Deutsche Bahn sowie die großen Häfen in Rostock und Sassnitz. Rostock ist außerdem Standort regionaler Produktion von Windkraftanlagen durch die Nordex SE.

Der Energiesektor gewinnt ebenfalls an Bedeutung. Über die Ostsee kommt ein großer Teil der benötigten fossilen Brennstoffe ins Land. Nachdem der Import russischen Gases zum Erliegen gekommen ist, haben die Nord-Stream-Anschlussstellen bei Lubmin an Bedeutung verloren. Dafür wird in Mecklenburg-Vorpommern ein großer Teil der deutschen Flüssiggasimporte angelandet, verarbeitet und weitergeleitet.

Im August kündigte die Schwarz-Gruppe, die Lidl und Kaufland betreibt, an, 5,6 Milliarden Euro in den Bau eines Rechenzentrums südlich von Rostock zu investieren. In Brandenburg betreibt Schwarz bereits ein ähnlich großes Rechenzentrum im Volumen von elf Milliarden Euro. Bei der Vorstellung des Projekts in Schwerin wurde betont, dass die Investitionen auch in Mecklenburg-Vorpommern noch einen zweistelligen Milliardenbetrag erreichen könnten.

Von DW genannte KennzahlenAngabe
Einwohnerzahlrund 1,5 Millionen
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigteknapp 600.000
Durchschnittliche Betriebsfläche Landwirtschaft Mecklenburg-Vorpommernrund 280 bis 283 Hektar
Bundesweiter Durchschnitt landwirtschaftlicher Betriebsflächenetwa 65 Hektar
Vom Tourismus abhängige Arbeitsplätzerund 150.000 bis über 160.000
Beschäftigte im Wassertourismusüber 19.000
Investition der Schwarz-Gruppe in das Rechenzentrum5,6 Milliarden Euro
Rechenzentrum der Schwarz-Gruppe in Brandenburgelf Milliarden Euro

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaft wuchs seit 2020 preisbereinigt um 5,0 Prozent und damit stärker als Deutschland insgesamt mit 4,6 Prozent. Prägende Bereiche sind große Landwirtschaftsbetriebe, maritime Industrie, Tourismus, Gesundheitswesen und Energie. Die Schwarz-Gruppe kündigte eine Investition von 5,6 Milliarden Euro in ein Rechenzentrum südlich von Rostock an.

WTO warnt vor Milliardenverlusten durch Handelsblockbildung

Die Welthandelsorganisation hat nach einem Bericht des Deutschlandfunks dazu aufgerufen, die globalen Handelsregeln zu reformieren. Anlass ist die zunehmende Bildung von Handelsblöcken und die damit verbundene Gefahr wirtschaftlicher Verluste.

Der Deutschlandfunk stellt die Warnung in den Zusammenhang wachsender handelspolitischer Spannungen und der Frage, wie der Welthandel künftig organisiert werden soll. Die WTO sieht demnach Reformbedarf bei den globalen Handelsregeln.

Weitere konkrete Zahlen oder detaillierte Berechnungen zu den erwarteten Verlusten enthält der vorliegende Bericht nicht. Im Mittelpunkt steht der Aufruf der Welthandelsorganisation, die Regeln des internationalen Handels weiterzuentwickeln.

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Die WTO warnt vor wirtschaftlichen Folgen einer zunehmenden Handelsblockbildung und fordert eine Reform der globalen Handelsregeln. Der Deutschlandfunk nennt in der Meldung keine konkrete Höhe der erwarteten Verluste.

Gabriel Felbermayr erhält Gustav-Stolper-Preis

Der Verein für Socialpolitik hat Prof. Gabriel Felbermayr, Ph.D., mit dem Gustav-Stolper-Preis ausgezeichnet. Das teilt der Sachverständigenrat Wirtschaft mit. Die Auszeichnung erfolgte auf der diesjährigen Tagung des Vereins.

Felbermayr zählt laut Begründung zu den profiliertesten Ökonomen im Bereich der internationalen Wirtschaft. Er verbinde wissenschaftliche Präzision mit der Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge verständlich und pointiert zu erklären.

Seine Forschung untersucht, wie internationaler Handel und Handelsbarrieren den Wohlstand, Unternehmen und Arbeitsmärkte beeinflussen. Der Verein für Socialpolitik würdigte seine Arbeit insbesondere vor dem Hintergrund wachsender Handelskonflikte und geopolitischer Spannungen.

„Gabriel Felbermayr bringt die Erkenntnisse internationaler Spitzenforschung genau dorthin, wo sie gebraucht werden: in die wirtschaftspolitische Debatte“, sagte der Vorsitzende des Vereins, Klaus Schmidt.

Der Preis ist nach dem österreichischen Volkswirt, Wirtschaftsjournalisten und Politikberater Gustav Stolper benannt, der von 1888 bis 1947 lebte. Er wird jährlich an Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verliehen, die mit ihrer Arbeit die öffentliche Debatte über wirtschaftliche Zusammenhänge und Probleme maßgeblich fördern und zugleich mit ihren Erkenntnissen zu deren Lösung beitragen.

Zu den zuletzt ausgezeichneten Personen gehören Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Schnitzer im Jahr 2022 und Prof. Dr. Veronika Grimm im Jahr 2023. Felbermayr ist damit der dritte Preisträger unter den aktuellen Mitgliedern des Sachverständigenrates Wirtschaft.

Genannte PreisträgerJahr
Monika Schnitzer2022
Veronika Grimm2023
Lars P. Feld2021
Ulrike Malmendier2019
Isabel Schnabel2018
Christoph M. Schmidt2016
Wolfgang Franz2012
Otmar Issing2011

Infobox – wichtigste Erkenntnisse: Gabriel Felbermayr wurde für seine Forschung zur internationalen Wirtschaft sowie zu Handel und Handelsbarrieren mit dem Gustav-Stolper-Preis ausgezeichnet. Er ist der dritte Preisträger unter den aktuellen Mitgliedern des Sachverständigenrates Wirtschaft.

Einschätzung der Redaktion

Die Angriffe markieren eine strategische Ausweitung des ukrainischen Drucks auf Russlands Kriegsökonomie: Je weiter entfernte Energie- und Chemieanlagen erreichbar sind, desto höher werden Sicherheitsaufwand, Reparaturkosten und potenzielle Versorgungsrisiken für Russland. Eine nachhaltige militärische Wirkung ist jedoch nur zu erwarten, wenn die Schäden wiederholt und über längere Zeit Produktionsketten beeinträchtigen.

Zusammenfassung: Die Entwicklung erhöht den wirtschaftlichen und sicherheitspolitischen Druck auf Russland, dürfte den Kriegsverlauf allein aber nicht kurzfristig entscheiden.

Quellen: