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title: Deutsche Wirtschaft stabilisiert sich – Risiken und Reformdruck bleiben bestehen
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author: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion
published: 2026-08-20
updated: 2026-08-20
language: de
category: Nachrichten
description: Deutschlands Wirtschaft stabilisiert sich, doch Niedrigwasser, Jobrisiken und Ungleichheit zeigen die Fragilität; Experten fordern Strukturreformen und einen stärkeren Binnenmarkt.
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# Deutsche Wirtschaft stabilisiert sich – Risiken und Reformdruck bleiben bestehen

> **Autor:** Wirtschaft-Ratgeber Redaktion | **Veröffentlicht:** 2026-08-20

**Zusammenfassung:** Deutschlands Wirtschaft stabilisiert sich, doch Niedrigwasser, Jobrisiken und Ungleichheit zeigen die Fragilität; Experten fordern Strukturreformen und einen stärkeren Binnenmarkt.

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**Stabilisierung statt Aufschwung:** Deutschlands Wirtschaft sendet positive Signale, doch Experten warnen vor voreiligem Optimismus. Zwischen Rekordexporten, Niedrigwasser, Jobrisiken und wachsender Vermögensungleichheit zeigt der Pressespiegel, wie fragil die Erholung bleibt – und welche Reformen jetzt entscheidend sind.

## Deutsche Wirtschaft stabilisiert sich – Experten warnen vor zu viel Optimismus

Die deutsche Wirtschaft zeigt nach mehreren schwierigen Jahren positive Signale. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, spricht im Gespräch mit **T-Online** jedoch nicht von einem Aufschwung, sondern von einer Stabilisierung.

Ein Aufschwung setze voraus, dass Produktion und Wertschöpfung kräftig und dauerhaft zulegten. Die jüngsten Daten seien zwar positiv, doch es sei noch zu früh, um daraus eine nachhaltige Entwicklung abzuleiten.

| Indikator | Entwicklung | 

| ZEW-Konjunkturbarometer im August | plus 7,9 Punkte auf 34,2 Zähler | 

| Wirtschaftswachstum | im Frühjahr das dritte Quartal in Folge gewachsen | 

| Exporte im Juni | so viele Waren wie noch nie in einem einzelnen Monat | 

| | Wachstumsprognose der Volks- und Raiffeisenbanken | von 0,5 auf 1,0 Prozent angehoben | 

Das ZEW-Barometer ist im August zum vierten Mal in Folge gestiegen. Hüther relativiert den Anstieg allerdings, weil der Wert vor dem Iran-Krieg fast doppelt so hoch gelegen habe. Die Entwicklung führe daher aus einem Tief heraus und nicht auf ein neues Niveau.

Für eine dauerhafte Erholung müssten sich nach seiner Einschätzung auch die Stimmung in Unternehmen und im Einzelhandel nachhaltig verbessern. In den vergangenen Jahren habe die Wirtschaft bereits mehrfach Anlauf genommen und sei anschließend wieder zurückgefallen.

## Unternehmen robuster als erwartet, Niedrigwasser bleibt ein Risiko

Hüther bewertet als bemerkenswert, dass die Wirtschaft die Folgen des Krieges in der Ukraine, im Nahen Osten und der Blockade der Straße von Hormus besser verkraftet als erwartet. Eine Rolle spiele dabei der relativ stabile Ölpreis.

Nach dem Beginn des Krieges im Nahen Osten sei der Ölpreis zeitweise auf mehr als 100 US-Dollar pro Barrel gestiegen. Seitdem habe er sich bei rund 80 Dollar eingependelt. Nach Einschätzung Hüthers trete China derzeit stabilisierend am Ölmarkt auf.

Auch die niedrigen Pegelstände am Rhein sieht Hüther nicht als unmittelbar großes Risiko. Unternehmen hätten aus früheren Sommern gelernt und Transporte auf andere Binnenschiffe sowie auf Lastwagen verlagert.

Eine weitere Erklärung sieht der Ökonom in der wirtschaftlichen Bereinigung der vergangenen Jahre. Nach Jahren der Stagnation seien viele Unternehmen aus dem Markt ausgeschieden. Im verarbeitenden Gewerbe sowie besonders in der Elektro- und Chemieindustrie seien Arbeitsplätze weggefallen. Die verbliebenen Unternehmen seien dadurch robuster aufgestellt.

> „Die übrig gebliebenen Unternehmen sind robuster aufgestellt.“ – Michael Hüther, zitiert von T-Online

Andere Fachleute beurteilen die Folgen des Niedrigwassers vorsichtiger. Oxford Economics rechnet damit, dass die niedrigen Pegelstände das Wachstum im dritten Quartal drücken und die Wirtschaft im Sommer schrumpfen könnte.

Das Bundeswirtschaftsministerium warnt in seinem aktuellen Monatsbericht vor Materialengpässen, insbesondere in der Mineralöl-, Chemie-, Bau- und Stahlindustrie. Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Bank Bethmann HAL, bezeichnet den Anstieg des ZEW-Index angesichts von Rekordhitze, Niedrigwasser und Ernteausfällen als überraschend.

Steigende Transportkosten und längere Wege könnten die Industrie bremsen. Auch ZEW-Präsident Achim Wambach bezeichnet die niedrigen Pegelstände als „akutes zusätzliches Risiko für die Konjunktur“.

- Positive Signale: steigendes ZEW-Barometer, Wachstum im Frühjahr und Rekordexporte im Juni.

- Belastungen: Niedrigwasser, Materialengpässe, steigende Transportkosten und Ernteausfälle.

- Unsicherheit: Ob der Stimmungsanstieg dauerhaft anhält, ist offen.

**Zusammenfassung:** Die Wirtschaft ist stabiler als erwartet, doch Niedrigwasser und Materialengpässe können die Entwicklung im dritten Quartal belasten.

## Strukturreformen und Energiepreise im Mittelpunkt

Hüther sieht in den positiven Konjunkturdaten keinen Grund, Forderungen nach Strukturreformen zurückzunehmen. Das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft liege bei etwa 0,5 Prozent. Als Hauptursache für die relative Schwäche nennt er die alternde Bevölkerung.

Die Bundesregierung müsse deshalb weiter handeln. Einige Monate mit positiven Konjunkturindikatoren reichten nicht aus, um sich zurückzulehnen. Von der Regierung erwartet Hüther, dass sie „liefern“ müsse.

Besonders bei den Energiepreisen fordert der Ökonom mehr Offenheit. Steigende Preise auf den Weltmärkten führten zu einem Wohlstandsabfluss ins Ausland. Eine Regierung könne diesen Abfluss nicht ausgleichen, sondern lediglich die Lage der ärmsten Haushalte abfedern.

Diese Tatsache müsse die Politik den Bürgerinnen und Bürgern offen erklären. Als Gegenbeispiel nennt Hüther den Tankrabatt, der Ende Juni ausgelaufen sei. Dadurch seien die Preise pünktlich zum Ferienbeginn wieder gestiegen. Hüther bewertet dies als „großen Fehler“.

> „Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar.“ – Michael Hüther, zitiert von T-Online

**Infobox:** Das deutsche Potenzialwachstum wird mit etwa 0,5 Prozent angegeben. Hüther fordert von der Bundesregierung mehr Klarheit bei den Energiepreisen und weitere Strukturreformen.

## Reallöhne können steigen, während die Jobsicherheit sinkt

Die wirtschaftliche Erholung kommt laut Hüther nur teilweise bei den Menschen an. Die Reallöhne könnten wieder steigen, wenn die Produktivität zusätzlichen Spielraum schaffe.

Gleichzeitig habe die Sicherheit der Arbeitsplätze abgenommen. Die Zahl der Arbeitslosen habe die Marke von drei Millionen überschritten. Viele Unternehmen hätten bis 2019 wegen des Fachkräftemangels bewusst mehr Personal beschäftigt, als sie eigentlich benötigten. Bei schwacher Auslastung sei dieses Beschäftigungsniveau nicht mehr tragbar gewesen.

**Zusammenfassung:** Steigende Reallöhne sind möglich, doch der Arbeitsmarkt bleibt belastet. Die Zahl der Arbeitslosen liegt laut T-Online über drei Millionen.

## Europa als entscheidender Faktor für die weitere Entwicklung

Wie es mit der deutschen Wirtschaft weitergeht, hängt für Hüther vor allem von Europa ab. Die Exporte hätten im ersten Halbjahr zur Stabilisierung beigetragen.

Das Wachstum habe sich dabei vor allem auf die Europäische Union und Großbritannien konzentriert. Gleichzeitig sei der Anteil der USA zurückgegangen. Hüther sieht deshalb im Ausbau des europäischen Binnenmarktes das eigentliche Konjunkturprogramm.

Die Bundesregierung sei in diesem Bereich aus seiner Sicht nicht gut aufgestellt. Beschwerden über die Bürokratie in Brüssel seien noch kein Weg nach vorn.

> „Klagen über Bürokratie in Brüssel ist noch kein Weg nach vorn.“ – Michael Hüther, zitiert von T-Online

**Infobox:** Die Stabilisierung der Exporte wurde im ersten Halbjahr vor allem durch Geschäfte mit der EU und Großbritannien getragen. Der Anteil der USA ging zurück.

## Vermögen in Deutschland bleiben ungleich verteilt

Die **SZ.de** berichtet über die Vermögensverteilung in Deutschland und stellt fest, dass der Osten wirtschaftlich und beim Vermögen weit hinterherhinkt. Zugleich seien die Armen etwas reicher geworden.

Die Vermögen blieben dennoch sehr ungleich verteilt. Einen großen Einfluss habe der funktionierende Sozialstaat.

Die Linkspartei vertrete die Auffassung, dass die Schere zwischen Arm und Reich in Deutschland immer weiter auseinandergehe. In einer repräsentativen Erhebung hätten 81 Prozent der Menschen angegeben, dass der Wohlstand in Deutschland aus ihrer Sicht ungerecht verteilt sei.

| Thema | Angabe aus SZ.de | 

| Einschätzung einer ungerechten Wohlstandsverteilung | 81 Prozent | 

| Entwicklung der Armen | etwas reicher geworden | 

| Regionale Vermögensverteilung | Der Osten hinkt weit hinterher | 

Der Artikel verbindet die weiterhin starke Ungleichheit mit der Bedeutung des Sozialstaats. Trotz einer Verbesserung bei den ärmeren Menschen bleibe die Vermögensverteilung in Deutschland deutlich unausgewogen.

**Zusammenfassung:** Die Armen sind laut SZ.de etwas reicher geworden. Trotzdem bleiben die Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt, und der Osten hinkt weit hinterher.

## Schleswig-Holstein will die Wirtschaft im Norden stärken

Das Landesportal **schleswig-holstein.de** führt eine politische Meldung unter dem Titel „Wirtschaft im Norden stärken“. Der bereitgestellte Quelltext enthält neben der Überschrift umfangreiche Navigations- und Verwaltungsinhalte.

Konkrete wirtschaftspolitische Maßnahmen, Zahlen oder weiterführende Fakten zur angekündigten Stärkung der Wirtschaft im Norden sind im nutzbaren Meldungstext nicht enthalten. Daher lässt sich aus der Quelle lediglich die politische Schwerpunktsetzung auf das Thema Wirtschaft ableiten.

**Infobox:** schleswig-holstein.de setzt mit der Meldungsüberschrift einen Schwerpunkt auf die Stärkung der Wirtschaft im Norden. Weitere nutzbare Daten oder konkrete Maßnahmen enthält der bereitgestellte Inhalt nicht.

## Einschätzung der Redaktion

Die entscheidende Botschaft ist: Stabilisierung ist noch kein Aufschwung. Eine belastbare Erholung erfordert dauerhaft höhere Produktivität, verlässliche Energiebedingungen und konsequente Strukturreformen. Besonders riskant wäre es, vorübergehend bessere Stimmungsdaten politisch als Trendwende zu verkaufen.

Die Widerstandsfähigkeit vieler Unternehmen ist zwar ein positives Signal, darf aber nicht über die Belastungen durch Niedrigwasser, Materialengpässe, Arbeitsplatzverluste und die anhaltende Vermögensungleichheit hinwegtäuschen. Deutschlands Perspektive hängt deshalb weniger von einzelnen Exportmonaten als von einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit und klaren wirtschaftspolitischen Entscheidungen ab.

**Kernaussage:** Die Lage verbessert sich vorsichtig, bleibt aber fragil. Optimismus ist gerechtfertigt, Euphorie nicht.

Quellen:
- ["Die Wahrheit ist den Menschen zumutbar": Ökonom rechnet mit Regierung ab](https://www.t-online.de/finanzen/aktuelles/wirtschaft/id_101395702/deutschland-im-wirtschaftlichen-aufschwung-oekonom-mit-klaren-worten.html)
- [Der Osten hinkt weit hinterher](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/vermoegensverteilung-ungleichheit-li.3533604)
- [Politik - Wirtschaft im Norden stärken](https://www.schleswig-holstein.de/DE/landesregierung/ministerien-behoerden/I/_startseite/Artikel2026/III/260820_knd_rostock?nn=e65d7965-27f2-43e0-b3d4-54a5dcf3a9ba)
- [Wirtschaft der VAE: Am Abgrund oder auf Erholungskurs?](https://www.dw.com/de/wirtschaft-der-vae-am-abgrund-oder-auf-erholungskurs-tourismus-emirate-golfstaaten/a-78428930)
- [Munz zu Wirtschaft und Stimmung: Glauben die Russen Putins Durchhalteparolen noch?](https://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Glauben-die-Russen-Putins-Durchhalteparolen-noch-id31213221.html)
- [Drohnen treffen Raffinerien, Tankstellen rationieren Kraftstoff – Putins Wirtschaft gerät ins Wanken](https://www.fr.de/politik/ukraine-krieg-aktuell-putin-importiert-benzin-russlands-wirtschaft-unter-druck-94451783.html)

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*Dieser Artikel wurde ursprünglich veröffentlicht auf [wirtschaft-ratgeber.de](https://wirtschaft-ratgeber.de/deutsche-wirtschaft-stabilisiert-sich-risiken-und-reformdruck-bleiben-bestehen/)*
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