AfD schärft Wirtschaftsprofil, während Firmenschließungen deutlich zunehmen

Autor: Wirtschaft-Ratgeber Redaktion

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Kategorie: Nachrichten

Zusammenfassung: Der Pressespiegel zeigt Streit um AfD-Wirtschaftskompetenz, einen ineffizienten Staat und eine verzögerte Energiepolitik, während 2025 fast 188.000 Unternehmen aufgaben.

Die deutsche Wirtschaft steht zwischen politischer Neuorientierung, staatlichem Reformdruck und einer wachsenden Zahl aufgegebener Unternehmen. Der Pressespiegel zeigt, wie die AfD um wirtschaftspolitische Kompetenz ringt, Unternehmer mehr Effizienz fordern und Energie- sowie Industriepolitik kontrovers diskutiert werden.

AfD will wirtschaftspolitisches Profil schärfen

Die AfD versucht nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Benjamin Höhne, der Union die Wirtschaftskompetenz streitig zu machen. In Sachsen-Anhalt schreibe die Partei laut WirtschaftsWoche kein Wahlprogramm, sondern ein Regierungsprogramm; im Bund liege sie bei rund 28 Prozent.

Höhne erklärt die Stärke der AfD mit der Schwäche ihrer politischen Konkurrenz und einer stabilen Stammwählerschaft. Diese sei unabhängig von konkreten Themenkonjunkturen oder Skandalen loyal. Eine bessere Performance der Bundesregierung würde deshalb nach seiner Einschätzung allenfalls einen Teil der gegenwärtigen Zustimmung zurückdrängen.

Besondere Aufmerksamkeit erhalte Ulrich Siegmund, der AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt. Er nutze Social-Media-Kanäle stärker als seine Gegenkandidaten und erreiche insbesondere junge Männer.

Beim Wirtschaftsprogramm erkenne Höhne den Versuch, stärker als wirtschaftspolitisch kompetente Kraft aufzutreten. Der neoliberale Kern aus den Anfangsjahren könne enttäuschte Wähler in den Reihen der Union ansprechen, während die FDP an Bedeutung verliere.

Bei Mittelstand und Handwerk scheine dieser Ansatz teilweise zu funktionieren. Gleichzeitig werde ausgeblendet, dass eine Anti-Zuwanderungs-Politik den Fachkräftemangel verschärfen könne und ein Landes-Sonderkindergeld nach Einschätzung von Ökonomen kaum zu bezahlen wäre.

„Die AfD will ran an die Wirtschaft“, lautet der Titel des Gesprächs der WirtschaftsWoche.

Im Fall einer alleinregierenden AfD könnten Veränderungen in Bildungs- und Hochschulpolitik sowie bei der Förderung der Zivilgesellschaft über die Vergabe von Landesmitteln schnell umgesetzt werden. Migrations-, Steuer- und Energiepolitik würden dagegen weitgehend vom Bund oder von Brüssel bestimmt. Auch eine Kündigung des Rundfunkstaatsvertrags in Sachsen-Anhalt hätte laut Höhne juristisch umstrittene Folgen.

Infobox – WirtschaftsWoche: Die AfD versucht, neben Migration, innerer Sicherheit und Kulturkampf auch wirtschaftspolitische Themen zu besetzen. Besonders schnell wären Veränderungen bei Landesmitteln, Bildung und Hochschulen möglich.

Unternehmerin fordert einen effizienteren Staat

Die Unternehmerin und Investorin Janna Ensthaler kritisiert bei WELT die mangelnde Dienstleistungsorientierung des Staates. Sie fordert mehr Effizienz, weniger Bürokratie und gezielte Entlastungen für Bürger.

Ensthaler beschreibt das Verhältnis zwischen Staat und Bürgern aus Sicht eines Unternehmensvergleichs. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie der Staat als Dienstleister für seine Kunden – die Bürger – arbeite.

„Wäre der Staat ein Unternehmen und wir als Bürger der Kunde, wäre er komplett pleite“, sagt Janna Ensthaler laut WELT.

Die Aussage fasst ihre Kritik an staatlichen Abläufen zusammen. Sie verbindet den Vergleich mit der Forderung, Verwaltungsleistungen stärker an Effizienz und am Nutzen für die Bürger auszurichten.

Infobox – WELT: Janna Ensthaler verlangt einen Staat mit stärkerer Dienstleistungsorientierung, weniger Bürokratie und höherer Effizienz.

„Wirtschaft vor acht“ berichtet am 18.08.2026

Die Tagesschau verweist auf die Ausgabe „Wirtschaft vor acht vom 18.08.2026“. Der vorliegende Quellenauszug enthält jedoch keine weiteren inhaltlichen Angaben zu den behandelten Wirtschaftsthemen.

Damit lässt sich aus der Quelle lediglich festhalten, dass die Sendung am 18.08.2026 veröffentlicht wurde. Konkrete Daten, Aussagen oder wirtschaftliche Entwicklungen werden im übermittelten Inhalt nicht genannt.

Infobox – tagesschau.de: Vorhanden ist der Sendungstitel mit dem Datum 18.08.2026; weiterführende Fakten enthält der Quellenauszug nicht.

Firmensterben erreicht den höchsten Stand seit fast 20 Jahren

In Deutschland haben 2025 insgesamt 187.744 Unternehmen aufgegeben. Nach einer gemeinsamen Analyse der Wirtschaftsauskunftei Creditreform und des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung erhöhte sich die Zahl gegenüber dem Vorjahr um knapp zehn Prozent.

Mehr Unternehmensschließungen gab es in der Zeitreihe zuletzt 2007 mit fast 208.000. 2025 war der zweite Anstieg in Folge; die Zahlen der Vorjahre wurden auf erweiterter Basis neu berechnet.

Creditreform-Wirtschaftsforschungsleiter Patrik-Ludwig Hantzsch spricht von einer Krisendynamik, die sich durch die gesamte Breite der Wirtschaft ausbreite. Anders als in früheren Jahren beendeten inzwischen auch eigentlich gesunde Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit.

BereichAngabe
Unternehmensaufgaben 2025187.744
Veränderung gegenüber dem Vorjahrknapp zehn Prozent
Unternehmensschließungen 2007fast 208.000
Schließungen im Gastgewerbe 2025etwa 15.000
Veränderung im Gastgewerbe15 Prozent mehr als 2024
Schließungen im Gesundheitswesenknapp 11.000
Geschlossene Arztpraxenknapp 5.500
Veränderung bei Arztpraxen23 Prozent mehr als 2024
Geschlossene Industriebetriebeetwa 11.000
Anteil der Schließungen mit Insolvenzverfahren13 Prozent

Besonders stark stiegen die Schließungen im Gastgewerbe. Etwa 15.000 Gaststätten und Beherbergungsunternehmen gaben 2025 auf, 15 Prozent mehr als 2024. Der niedrigere Mehrwertsteuersatz habe die schwierige Lage der Branche laut Analyse offenbar nicht abmildern können; seit dem 1. Januar 2026 gilt in Deutschland ein ermäßigter Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent auf Speisen.

Auch im Gesundheitswesen setzte sich eine seit etwa zehn Jahren beobachtete Negativentwicklung fort. Die Zahl der Schließungen liegt dort mittlerweile etwa doppelt so hoch wie 2008. Bei Arztpraxen spielt laut der Analyse häufig der Ruhestand eine Rolle, wenn keine Nachfolge gefunden wird.

In der Industrie wurden etwa 11.000 Betriebe geschlossen, zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Als Belastungen werden unter anderem geopolitische Verwerfungen, US-Zölle, hohe Energiepreise und Bürokratie im Inland genannt.

ZEW-Forscherin Sandra Gottschalk weist darauf hin, dass nur 13 Prozent der fast 190.000 erfassten Schließungen auf ein Insolvenzverfahren zurückgingen. Die Mehrzahl der Geschäftsaufgaben erfolge nahezu geräuschlos. Fast ein Drittel aller freiwilligen Schließungen erfolge inzwischen aus Altersgründen.

Infobox – t-online: 2025 gaben 187.744 Unternehmen auf. Besonders betroffen waren das Gastgewerbe, das Gesundheitswesen und die Industrie; viele freiwillige Schließungen hängen mit fehlender Unternehmensnachfolge zusammen.

Jürgen Trittin kritisiert eine verzögerte Industrie- und Energiepolitik

Der frühere Bundesumweltminister Jürgen Trittin bezeichnet die aktuelle Industriepolitik im Gespräch mit n-tv als „palliative Industriepolitik“. Er kritisiert, dass Deutschland Veränderungen verzögere und dadurch länger doppelte Kosten trage.

Trittin verteidigt den Emissionshandel als marktwirtschaftliches Instrument. Er verweist darauf, dass die Industrie den Emissionshandel früher in großen Teilen gewollt habe, während die Unternehmen bei der Einführung keine CO2-Zertifikate kaufen mussten.

Nach Trittins Darstellung hat Deutschland als extrem kohleabhängiges Land 40 Prozentpunkte Kohle aus dem Strommix gedrängt. Heute gebe es die geringste Kohleverstromung seit dem Zweiten Weltkrieg. Die Energiewirtschaft habe ihre CO2-Ziele allesamt übererfüllt; Defizite sieht er im Verkehr und im Wärmebereich.

Bei den Stromnetzen spricht Trittin von Systemkosten in Höhe von drei Milliarden Euro im Jahr. Diese würden seiner Einschätzung nach den Erneuerbaren zugerechnet, obwohl sie sich eher zu je einem Drittel auf Erneuerbare, Netzkosten und fossile Überkapazitäten verteilten.

ThemaAngabe
Systemkosten im Stromnetzdrei Milliarden Euro im Jahr
Arbeitsplätze an der Küste im Zusammenhang mit Offshore-Ausbau50.000
Zeitraum des früheren MinisteramtsOktober 1998 bis November 2005
Neue Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien weltweit90 Prozent

Der Grünen-Politiker warnt davor, Batteriespeicher durch Netzentgelte zu belasten. Dadurch würden sie sich nicht rechnen und könnten das Netz nicht stabilisieren. Stattdessen würden teure, subventionierte Kapazitäten benötigt, die sich am Markt nicht selbst tragen.

Beim Offshore-Wind sieht Trittin die Gefahr eines Fadenrisses. Zwei Ausschreibungen seien leergelaufen, und ein Konzern wolle seine Lizenz zurückgeben. Wenn die nächsten Ausschreibungen nicht funktionierten, könne die Erholung der Offshore-Infrastruktur an der Küste und der Hersteller fünf oder sechs Jahre dauern.

Vom Offshore-Ausbau hingen allein an der Küste 50.000 Arbeitsplätze ab. Trittin warnt, dass bei einer Pleite der Hersteller chinesische Anbieter einspringen könnten. Deutschland würde dann zwar unabhängiger von Öl und Gas, zugleich aber von China abhängig.

Als weiteres Problem nennt Trittin die unterschiedliche politische Wahrnehmung von Arbeitsplatzverlusten. Während ein Abbau von 10.000 Arbeitsplätzen bei Volkswagen große Aufmerksamkeit errege, werde über mögliche Gefährdungen von 100.000 Arbeitsplätzen in der Photovoltaikbranche weniger gesprochen.

Für den Wandel plädiert Trittin für eine Darstellung konkreter Vorteile statt einer überwiegend moralischen Begründung. Als Beispiel nennt er Balkonkraftwerke, die Menschen kauften, weil sie sich davon einen persönlichen Nutzen versprächen.

„Je länger die Transformationsphase andauert, umso länger zahlen wir doppelt“, sagt Jürgen Trittin im Gespräch mit n-tv.

Infobox – n-tv.de: Trittin fordert mehr Tempo bei der Energiewende und warnt vor einer wachsenden Abhängigkeit von chinesischen Anbietern. Er nennt drei Milliarden Euro jährliche Systemkosten im Stromnetz und 50.000 an der Küste gefährdete Arbeitsplätze im Offshore-Bereich.

Freiburger Genossenschaft Oekogeno will sich finanziell neu aufstellen

Die Freiburger Genossenschaft Oekogeno steckt nach Angaben der Badischen Zeitung in einer Krise. Sie will sich finanziell neu aufstellen.

Hintergrund der angestrebten Sanierung sind Verluste aufgrund der veränderten Lage auf dem Immobilienmarkt. Weitere Einzelheiten enthält der übermittelte Quellenauszug nicht.

Infobox – Badische Zeitung: Oekogeno plant eine finanzielle Neuaufstellung. Als Grund werden Verluste infolge der veränderten Lage am Immobilienmarkt genannt.

Einschätzung der Redaktion

Die wirtschaftspolitische Profilierung der AfD ist vor allem deshalb relevant, weil sie in eine Phase hoher wirtschaftlicher Verunsicherung fällt. Unternehmensschließungen, Bürokratie und Energiebelastungen schaffen ein Umfeld, in dem vereinfachende politische Angebote besonders anschlussfähig werden. Entscheidend wird sein, ob die AfD daraus tragfähige Lösungen entwickelt oder wirtschaftliche Probleme vor allem mit migrations- und kulturpolitischen Konfliktlinien verknüpft.

Kernaussage: Wirtschaftliche Schwäche und politische Unzufriedenheit eröffnen der AfD zusätzlichen Spielraum; ihre wirtschaftspolitische Belastbarkeit bleibt der entscheidende Prüfstein.

Quellen: